Wasser mit Kohlensäure und Geschmack ohne Zucker: Herstellung, Wirkungsweise und gesundheitliche Aspekte
An der Frage, ob Wasser mit oder ohne Kohlensäure besser schmeckt, scheiden sich die Geister. Einige Mythen um den gesundheitlichen Aspekt von Mineralwasser mit Kohlensäure halten sich hartnäckig. Immer wieder ist zu lesen, dass die Kohlensäure im Wasser unserem Körper schaden könnte.
Was ist Kohlensäure und wie entsteht das Sprudelgefühl?
Kohlensäure, chemisch bekannt als H2CO3 entsteht, wenn Kohlendioxid (CO2) in Wasser gelöst wird. Dabei reagiert ein kleiner Teil CO2 im Wasser zu Kohlensäure, während ein Großteil als gelöstes Gas vorhanden bleibt. Dieser Vorgang ist der Grund für das Sprudeln und das charakteristische prickelnde, blubbernde Gefühl auf der Zunge. Was wir als spritzig und blubbernd wahrnehmen, ist im Wasser gelöstes Kohlendioxid.
In natürlichem Mineralwasser kommt Kohlensäure oft durch vulkanische Aktivitäten zustande, während sie in industriell hergestellten Getränken durch das Zuführen von Kohlendioxid künstlich erzeugt wird. Das in Wasser gelöste CO2 entweicht, während geringe Mengen der gebildeten Kohlensäure instabil bleiben und sich ebenfalls zersetzen. Beim Öffnen der Flasche entweicht überschüssiges CO2 als Gas in Form von kleinen Bläschen, was für das typische Zischen sorgt.
Natürliche vs. synthetische Kohlensäure
- Natürliche Kohlensäure: Kommt in natürlichen Quellen wie ehemaligen Vulkangebieten vor; diese Wässer sind oft reich an Mineralstoffen.
- Synthetische Kohlensäure: In der Industrie wird Kohlendioxid nachträglich durch Druck hinzugefügt; das Verfahren nennt sich Karbonisieren.
Die Sorte “Spritzig” oder "Classic" enthält in der Regel circa fünf bis sieben Gramm CO₂ pro Liter. Bei der Sorte “Medium” sind es meist zwei bis vier Gramm CO₂ pro Liter. Grundsätzlich gelten keine Vorschriften für den Kohlensäuregehalt in Medium- oder spritzigem Mineralwasser.
Herstellungsverfahren: Vom Leitungs- oder Quellwasser zum Sprudel
Bei der Abfüllung darf dem Wasser Kohlensäure entzogen oder zugeführt werden. In industriell hergestellten Mineralwässern oder Softdrinks wird Kohlendioxid nachträglich durch Druck hinzugefügt. Während des Abfüllprozesses wird das Gemisch aus Kohlendioxid und Wasser in einem Kessel unter hohem Druck in das Getränk hineingepresst. Der Druck sorgt dafür, dass Kohlendioxid im Getränk eingeschlossen bleibt. Damit diese Verbindung hält, ist Druck notwendig. Wenn der Druck durch das Öffnen der Flasche sinkt, trennt sich das Kohlendioxid wieder vom Wasser.
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Eine umweltfreundliche und günstige Alternative zu Wasserflaschen aus dem Supermarkt ist es, das heimische Leitungswasser mit einem Trinkwassersprudler selbst aufzusprudeln.
pH-Wert und chemische Eigenschaften
Manche Menschen befürchten, dass ihr Körper übersäuert, wenn sie Wasser mit Kohlensäure trinken. Tatsächlich hat Wasser mit Kohlensäure einen niedrigeren pH-Wert als Wasser ohne. Leitungswasser und stilles Wasser haben meist einen pH-Wert von ca. 7, bei Sprudelwasser kann er durch das enthaltene Kohlenstoffdioxid bei 5,5 liegen - und damit chemisch im leicht sauren Bereich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt jedoch Entwarnung: "Die enthaltene Kohlensäure ist recht instabil und zerfällt schnell wieder in ihre Bestandteile CO2 und Wasser".
Beim Öffnen der Flasche entweicht die Kohlensäure zischend (in Form von CO2). "Der übrige Teil zerfällt im Magen. Das sorgt dafür, dass man aufstoßen muss bzw. ein Teil gelangt über den Verdauungstrakt ins Blut und wird unbemerkt über die Lunge abgeatmet."
Mythen und wissenschaftliche Befunde zu gesundheitlichen Aspekten
Zahngesundheit
Schenkt man einigen Veröffentlichungen Glauben, soll Mineralwasser mit Kohlensäure den Zahnschmelz angreifen und dadurch die Zähne anfälliger für Karies machen. Die Bundeszahnärztekammer kann beruhigen: "Kohlensäure hat kein erosives [d.h. zerfressendes oder abbauendes] Potential." Hintergrund: Die Kohlensäure (H2CO3) ist eine sehr instabile Säure, die an der Luft schnell zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) zerfällt. Beim Trinken kohlensäurehaltiger Getränke wird das CO2 abgeatmet und somit entfernt.
Kurzantwort: Ob Wasser mit Kohlensäure den Zahnschmelz angreift, ist äußerst umstritten. Deutsche und amerikanische Zahnärzt:innen halten Kohlensäure für unbedenklich, eine Studie kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass Mineralwasser sehr wohl ein Risiko für geätzten oder versiegelten Zahnschmelz sein kann. Problematisch wird es, wenn Getränke neben Kohlensäure auch Zucker, Zitronensäure oder Phosphorsäure enthalten, wie in Limonaden oder Cola. Diese Säuren können den Zahnschmelz angreifen und Karies begünstigen.
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Unsere Empfehlung: Warten Sie nach dem Genuss mindestens 30 Minuten und putzen Sie gründlich die Zähne, da die Säure den Zahnschmelz anrauen kann.
Gewicht und Hungergefühl
Noch ein Mythos: Menschen, die Wasser mit Kohlensäure trinken, sollen leichter zunehmen als solche, die stilles Wasser bevorzugen. Basis für die Theorie ist eine Studie der Universität Birzeit in Ramallah aus dem Jahr 2017. Die Erklärung der Autoren: Das CO2 erhöhe den Druck auf die Magenwände, weshalb der Körper mehr appetitanregende Ghrelin-Hormone produziere. Es stimmt zwar, dass das Hormon Ghrelin unser Hungergefühl regelt - aber nicht alleine, sondern in einem äußerst komplexen Zusammenspiel mit anderen Hormonen und Faktoren.
Kohlensäure selbst hat keine Kalorien und trägt somit nicht zu einer Gewichtszunahme bei. Im Gegenteil: Sprudelwasser kann sogar, wenn es vor dem Essen getrunken wird, das Sättigungsgefühl erhöhen. Die manchmal kursierende These, kohlensäurehaltiges Wasser ließe den Spiegel des Hungerhormons Ghrelin steigen, geht hingegen nur auf eine einzelne, methodisch sehr umstrittene Studie zurück.
Sodbrennen, Reflux und Magenverträglichkeit
Wenn wir nach einem großen Glas Sprudelwasser aufstoßen müssen und das Gas vom Magen in die Speiseröhre aufsteigt, kann dabei auch Magensäure mitgelangen. Das kann tatsächlich zu Sodbrennen führen. Wer einen sensiblen Magen hat oder unter Reflux leidet, sollte es deshalb mit sprudelnden Getränken nicht übertreiben. Die Verbraucherzentrale rät: "Bei einem empfindlichen Magen sollte besser auf Kohlensäure verzichtet und eher auf ein Wasser mit viel Hydrogencarbonat gesetzt werden." Hydrogencarbonate sind die Salze der Kohlensäure, die unter anderem überschüssige Säuren neutralisieren können, die aus dem Stoffwechsel entstehen.
Kohlensäure kann bei empfindlichen Personen zu einem Völlegefühl oder Aufstoßen führen, da die freigesetzten Gase den Magen dehnen. Durch das Aufstoßen kann sich Magensaft in Richtung Speiseröhre bewegen und so Sodbrennen begünstigen. In diesen Fällen kann der Verzicht auf sprudelnde Getränke hilfreich sein.
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Knochen und sonstige Befürchtungen
Auch für die These, Getränke mit Kohlensäure wären schlecht für die Knochen, gibt es keine wissenschaftlichen Beweise. Kohlensäurehaltige Mineralwässer, die viel Magnesium und Kalzium enthalten, können sich aufgrund dieser Inhaltsstoffe sogar positiv auf die Knochendichte auswirken. Wer jedoch regelmäßig und viel dunkle Softdrinks wie Cola trinkt, schadet aufgrund der enthaltenen Phosphorsäure womöglich seiner Knochenstabilität.
Vor- und Nachteile: Sprudelwasser vs. stilles Wasser
| Aspekt | Wasser mit Kohlensäure | Stilles Wasser |
|---|---|---|
| Geschmack & Mundgefühl | Erfrischendes Mundgefühl, prickelnd, reizt Rezeptoren | Neutraler Geschmack, unverfälscht |
| Verträglichkeit | Kann bei empfindlichem Magen Aufstoßen, Blähungen, Sodbrennen auslösen | Besonders gut bei Magenempfindlichkeit, geeignet für Babys/Säuglingsnahrung |
| Hygiene & Haltbarkeit | Leicht keimhemmend, oft länger haltbar bei Glas | Schnellere Aufnahme in größeren Mengen möglich |
| Effekt auf Trinkverhalten | Kann Trinkmenge erhöhen, für manche besser als Durstlöscher | Wird oft schneller und in größeren Mengen getrunken |
Die Entscheidung, ob Sie lieber kohlensäurehaltige oder stille Getränke trinken, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben und möglichen gesundheitlichen Empfindlichkeiten ab. Generell sollten Sie Ihr Augenmerk darauf legen, ausreichend zu trinken, was eine Flüssigkeitsaufnahme von mindestens zwei bis drei Litern täglich bedeutet.
Wasser mit Geschmack ohne Zucker: Infused Water und Aromaprodukte
Wer sein Wasser abwechslungsreicher gestalten möchte, ohne zu ungesunden Getränken wie Limonade zu greifen, kann auf Infused Water zurückgreifen. Hierbei wird stilles oder sprudelndes Wasser mit Früchten, Kräutern oder Gemüse versetzt, um ihm natürlichen Geschmack zu verleihen. Das ist eine hervorragende Möglichkeit, mehr Wasser zu trinken, ohne auf ungesunde Zusätze zurückzugreifen.
Wenn Leitungswasser als zu eintönig empfunden wird, greifen viele Menschen zu so genannten Flavored Water-Produkten. Von Brausedrops über Flavor-Sticks bis hin zu Aroma-Sirup und -Tropfen - die Auswahl ist groß. Bei Fertigprodukten lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste: Viele Produkte enthalten Süßstoffe, Aromen oder Vitaminzusätze. Süßstoffe sind vor der Zulassung durch die EFSA geprüft, doch bei häufiger Einnahme ist ein moderater Konsum ratsam.
Zwei einfache Rezepte für Geschmack ohne Zucker
Gurken-Limetten-Thymian-Wasser: Eine erfrischende, leicht würzige Mischung - der perfekte Durstlöscher. Zutaten: ½ Gurke, in Scheiben geschnitten; 1 Limette, in Scheiben geschnitten; frische Minzblätter; 2 Zweige frischer Thymian; 1 Liter stilles oder sprudelndes Wasser. Zubereitung: Die Gurken- und Limettenscheiben in eine Karaffe geben. Thymianzweige hinzufügen und alles mit Wasser aufgießen. Im Kühlschrank für mindestens eine Stunde ziehen lassen.
Ingwer-Zitronen-Wasser mit Honig: Ein belebendes Getränk, ideal für kältere Tage oder als Immunbooster. Zutaten: 1 Zitrone, in Scheiben geschnitten; 2 bis 3 dünne Scheiben frischer Ingwer; 1 Teelöffel Honig; 1 Liter stilles oder sprudelndes Wasser. Zubereitung: Zitronenscheiben und Ingwer in eine Karaffe geben. Honig hinzufügen und mit Wasser aufgießen. Im Kühlschrank für mindestens eine Stunde ziehen lassen.
Kulinarische Verwendung von kohlensäurehaltigem Wasser
Wer Mineralwasser mit Kohlensäure zum Kochen und Backen verwendet, wird überrascht sein, wie locker Kuchen und Mehlspeisen werden. Auch bei Saucen und Dressings ist Sprudelwasser ein wahres Multi-Talent. Saucen und Desserts werden cremiger, wenn Wasser mit Kohlensäure verwendet wird. Sprudelwasser macht Teige (Pfannkuchen, Waffeln, Kaiserschmarrn) lockerer und kann sogar als Backpulverersatz dienen.
Praktische Tipps und Empfehlungen
- Wer einen empfindlichen Magen oder Reflux hat, sollte auf Kohlensäure verzichten und eher ein Wasser mit viel Hydrogencarbonat wählen.
- Wer das prickelnde Wasser gut verträgt, kann es unbesorgt trinken; Kohlensäure selbst hat keine Kalorien und ist gesundheitlich unbedenklich.
- Bei Fertigprodukten und Flavored Water: Zutatenliste prüfen (Zucker, Süßstoffe, Aromen, Vitaminzusätze) und auf eine moderate Dosierung achten.
- Leitungswasser ist ökologisch meist die nachhaltigere Wahl; mit einem Trinkwassersprudler lässt sich Leitungswasser kostengünstig und umweltfreundlich aufsprudeln.
- Bei der Zahnpflege: Nach säurehaltigen Getränken mindestens 30 Minuten warten mit dem Zähneputzen.
Wer sollte besonders vorsichtig sein?
Vor allem für Menschen, die häufig an Sodbrennen oder an der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) leiden, sind kohlensäurehaltige Getränke nicht zu empfehlen. Sie können die Beschwerden verschlimmern. Menschen mit empfindlichem Magen sollten ebenfalls vorsichtig sein, da es nach dem Konsum kohlensäurehaltiger Getränke zu Magenschmerzen, Aufstoßen, Blähungen oder Völlegefühl kommen kann.
Bei allen Vorteilen von kohlensäurehaltigem Wasser gilt: Ausreichend zu trinken ist wichtig - ob still oder sprudelnd ist eine Frage von Vorliebe und Verträglichkeit.
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