Unterschied Vanillinzucker und Vanillezucker: Was hinter den Bezeichnungen steckt

Aromen sind in Lebensmitteln weit verbreitet. Es lohnt sich, bei nach Vanille schmeckenden Lebensmitteln genau hinzuschauen. „Vanille“ ist ein Gewürz, kein Aroma. In gemahlener Form wird sie beispielsweise in Back- und Süßwaren eingesetzt. Wer sichergehen will, dass der Geschmack ausschließlich aus der Vanille stammt, sollte die Zutatenliste prüfen.

Was bedeutet Vanillezucker und was Vanillinzucker?

Standard im Backzutatenregal ist der „Vanillinzucker“, denn er ist preiswert und häufig gleich in der Zehner-Packung erhältlich. Vanillinzucker ist jedoch nicht dasselbe wie „Vanillezucker“. Vanillinzucker besteht aus Zucker und dem einzelnen Aromastoff Vanillin. Vanillin ist der Hauptbestandteil des typischen Aromas der Vanilleschote. Vanillin kann künstlich hergestellt sein oder aus natürlichen Quellen stammen.

Vanillezucker kann auch vollständig mit Vanilleextrakt ohne Vanilleschote hergestellt sein. Vanillezucker besteht aus Zucker, der mit gemahlenen Vanilleschoten vermischt ist. Zu erkennen sind sie als schwarze Pünktchen. Für ein intensiveres Aroma kann noch zusätzlich Vanilleextrakt aus der Vanilleschote zum Einsatz kommen.

Vanillin: Herkunft und Herstellung

Vanillin ist vielen Menschen vom Backen mit Vanillin-Zucker her bekannt. Der Aromastoff Vanillin ist der Hauptbestandteil des Aromas der Vanilleschote und kann künstlich hergestellt sein oder aus natürlichen Quellen stammen. Die natürliche Quelle muss nicht unbedingt ein Lebensmittel sein und erst recht nicht die Vanilleschote. Mit Hilfe von Mikroorganismen entsteht daraus Vanillin aus Zuckerrübenschnitzeln. So kann Vanillin auch als „natürlicher Aromastoff Vanillin“ bezeichnet werden.

In der Lebensmittelproduktion gibt es sowohl Vanillin aus echter Vanille als auch künstlich hergestelltes Vanillin. Der Großteil des verfügbaren Vanillins wird im Labor hergestellt. Vanille ist nach Safran das zweitteuerste Gewürz der Welt, und der Anbau echter Vanille ist teuer und gefährlich. Die Vanille-Inseln, insbesondere Madagaskar, La Réunion, Mauritius, Seychellen und Komoren, liefern hochwertigere Bourbon-Vanille.

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Vanillezucker vs. Vanillinzucker in der Praxis

Bei Vanillezucker ist echtes Vanillearoma bzw. echtes Vanillearoma enthalten, da Vanilleschoten verwendet werden. Vanillinzucker enthält dagegen Zucker plus Vanillin, der künstlich oder aus natürlichen Quellen stammen kann. Wenn im Produkt „Natürliches Aroma“ steht, stammt dieses Aroma nicht aus der Vanille, sondern aus anderen natürlichen Ausgangsstoffen. Steht nur „Aroma“ in der Zutatenliste, ist es vermutlich künstlich hergestelltes Vanillin. Echter Vanillegeschmack kommt auch durch Vanilleextrakt aus der Vanilleschote, der zusätzlich zum Zucker verwendet werden kann.

Schwarze Pünktchen im Vanillezucker deuten nicht zwingend auf echte Vanille hin: Lemonr, sondern können von gemahlenen extrahierten Vanilleschoten stammen, deren Geschmack durch Zusatzstoffe wie Vanilleextrakt oder natürliches Vanillearoma entsteht.

Wie Vanillezucker selbst herstellen

Vanillezucker selbst herzustellen ist eine gängige Alternative. Hier ein einfaches Rezept:

  1. 250 g Zucker in ein verschließbares Gefäß geben.
  2. 1 Vanilleschote der Länge nach aufschneiden und das Mark herauskratzen.
  3. Vanillemark und die Schote zum Zucker geben.
  4. Gefäß verschließen und Vanillezucker einige Tage ziehen lassen.

Hinweis: Wenn in einem Rezept 1 Päckchen Vanillezucker steht, entspricht das 8 Gramm.

Bild: Typische Verpackungen von Vanillezucker und Vanillinzucker, sowie Vanilleschoten

Was ist Bourbon-Vanille?

Haben Sie schon von Bourbon-Vanille gehört? Diese Bezeichnung weist auf besonders hochwertige Vanille hin, die ausschließlich von den Bourbon-Inseln stammt (Madagaskar, Seychellen, Mauritius, Komoren, La Réunion). Die Bezeichnung geht auf das historische Île Bourbon zurück.

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Besonderheiten der Vanillepflanze und der Preisentwicklung

Die Vanillepflanze Vanilla planifolia ist eine empfindliche Orchidee, die anfällig für Missernten und Tropenstürme ist. Die Blüten müssen von Hand bestäubt werden, woraus sich hohe Arbeitskosten ergeben. 1 Kilogramm Vanilleschoten brachte 2017 etwa 600 Euro ein. Selbst Fairtrade-Siegel kann die Lebenslage der Bäuerinnen und Bauern nicht grundsätzlich verbessern. Aufgrund der Empfindlichkeit der Pflanze ist Vanille eine Rarität und der Preis hoch.

Bild: Vanillepflanze und Blütenhäufigkeit der Bestäubung von Hand

Was bedeutet das für Verbraucher?

Wenn du Wert auf natürliche Produkte legst, solltest du nach einer Zutatenliste fragen. Vanille selbst ist kein Aroma, sondern das Gewürz mit einem Bouquet verschiedener Aromen. Vanilleextrakt stammt zu 100 Prozent aus der Vanilleschote. Natürliches Vanillearoma stammt aus 95-100 Prozent Vanilleschote, für andere natürliche Quellen gelten strengere Kriterien. Vanillin kann aus echten Vanille oder synthetisch hergestellt werden. Der Großteil des heute verwendeten Vanillins stammt aus Laboren.

Infografik: Weg des Vanillins von der Schote bis zum Endprodukt

Zusammenfassung der Unterschiede

  • Vanillezucker: Zucker gemischt mit echter Vanille (Vanilleschoten) oder Vanilleextrakt; Schwartze Pünktchen können vorhanden sein.
  • Vanillinzucker: Zucker gemischt mit Vanillin; Vanillin kann künstlich hergestellt oder aus natürlichen Quellen stammen.
  • Vanillearoma vs. natürliches Vanillearoma: Aromastoffe, die aus Vanille stammen oder aus anderen natürlichen Quellen; „Aroma“ kann künstlich sein.
  • Bourbon-Vanille: hochwertige Vanille von den Inseln Vanille-Inseln (Madagaskar, Seychellen, La Réunion, Komoren, Mauritius).
  • Selbstherstellung von Vanillezucker ist möglich und oft ökonomisch sinnvoll.
Video: Überblick über Vanillearten, Vanillezucker und Vanillinzucker

Wichtige Gesundheits- und Qualitätsinfos

Vanillin gilt heute als gesundheitlich unbedenklich in Lebensmitteln und Kosmetika. Nur selten basiert Vanillin auf Guajakol aus Guajakbäumen oder Eugenol aus Nelkenöl. Das Aroma kann durch Fermentation oder Biotechnologie gewonnen werden; die Nachfrage nach echter Vanille bleibt hoch, weshalb Vanillin auch synthetisch hergestellt wird.

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