Schweizer Zucker AG: Unternehmensstruktur, Beteiligungen und Aktionärsbasis

Die Schweizer Zucker AG verarbeitet als einziges Unternehmen in der Schweiz Zuckerrüben und versorgt den Schweizer Markt mit Zucker und den anfallenden Futtermitteln. Der SZU kommt dadurch hinsichtlich Menge, Qualität und Lieferbereitschaft eine marktführende Position zu. Unsere Produkte erfüllen die hohen Anforderungen der in der Schweiz produzierenden Lebensmittelindustrie an die Lebensmittelsicherheit. Besonderen Wert legen wir auf die stetige Verbesserung unserer Prozesse und Produkte.

Traditionell ist die Zuckerproduktion in der Schweiz eng mit den lokalen Landwirten und Transportgenossenschaften verbunden. In der Landwirtschaft sei man immer in Kontakt mit den Bauern und den Besitzern der Verarbeitungsbetriebe.

Organigramm der Schweizer Zucker AG mit Werken, Beteiligungen und Aktionärsgruppen

Struktur der Schweizer Zucker AG

Das 1912 gegründete Unternehmen mit Schweizer Produktionsstandorten in Aarberg und Frauenfeld beschäftigt rund 250 Mitarbeitende. Die Schweizer Zucker AG (SZU) verarbeitet als einziges Unternehmen in der Schweiz Zuckerrüben und versorgt den Schweizer Markt mit Zucker sowie die Landwirtschaft mit Futtermitteln.

Wir haben eine schlanke Organisation und eine hohe Effizienz der Abläufe im ganzen Unternehmen. Wir fördern eine hohe Identifikation unserer Mitarbeitenden mit ihren Aufgaben und gewähren ihnen in ihrem Handeln unternehmerischen Spielraum. Wir pflegen einen kooperativen Führungsstil mit klaren Zielsetzungen und weitreichender Selbständigkeit. Wir fördern Information und Kommunikation sowie die Ausbildung der Mitarbeitenden.

Die gesamte Produktionskette zur Gewinnung von Schweizer Zucker ist nach ökologischen Gesichtspunkten ausgerichtet. Der Zuckerrübenanbau folgt einer geregelten, gesunden Fruchtfolge. Bei den Produktionsprozessen werden der Energieverbrauch und die Immissionen minimiert und die Betriebsmittel in umweltverträglichen Kreisläufen wiederverwendet.

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Standorte und Produktion

In Aarberg werden daraus 60% des Energiebedarfs gewonnen, in Frauenfeld etwa 10% - in der thurgauischen Hauptstadt wird die Energie als Fernwärme auch zum Heizen verwendet und an die Stadt verkauft. Langfristig wolle man weg von Gas und fossilen Brennstoffen, dazu brauche es komplexe Anlagen. In Frauenfeld baue man einen Niedertemperaturtrockner. Die Produktion von Zucker soll schon bald ohne fossile Energieträger erfolgen - mit Holzkraftwerk, Niedertemperaturtrockner und Wärmepumpen.

Mit dem Neubau investiert die Schweizer Zucker AG in die Zukunft ihres Produktionsstandorts und in eine nachhaltigere Zuckerproduktion. Aus dem Abwasser entsteht Biomethan, ein erneuerbarer Energieträger. In der Kampagne 2025 wurden 11,5 Gigawattstunden Biomethan produziert.

Werksrundgang Aarberg und Frauenfeld: Energie- und Produktionskreisläufe

Beteiligungen und Partnerschaften

Holzkraftwerk Aarberg

Die Schweizer Zucker AG ist Mitbegründerin des zukunftsweisenden Altholzverwertungsprojekts in Aarberg. Das grösste Holzkraftwerk der Schweiz steht auf dem Areal der Schweizer Zucker AG und versorgt die Zuckerfabrik Aarberg mit über 60 Prozent der benötigten Energie.

Holzkraftwerk Frauenfeld (Bioenergie Frauenfeld AG)

Holzkraftwerk FrauenfeldDie Schweizer Zucker AG hat als gleichberechtigte Partnerin zusammen mit Energie 360° die Bioenergie Frauenfeld AG gegründet. Gemeinsam wird grüne Energie gewonnen und optimal genutzt.

Weitere Beteiligungen

Einzelne Beteiligungen des Unternehmens, etwa beispielsweise der Blumenerdenhersteller Ricoter, sind zwar attraktiv und erzielen hohe Margen.

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Schema der Energiepartnerschaften: Holzkraftwerke, Wärmepumpen, Fernwärme, Biomethan

Landwirtschaft AG der ZRA

Landwirtschaft AG der ZRADie Landwirtschaftsbetriebe der Zuckerfabrik Aarberg (ZRA) dienten ursprünglich der Einführung der Zuckerrübenkultur in den verschiedenen Anbaugebieten sowie der Rübenbeschaffung. Die heutige Landwirtschaft AG der ZRA führt drei Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Waadt. Die Betriebe in Avenches, Payerne und Ependes bewirtschaften eine Fläche von rund 360 ha, stellen Landflächen als Produktionsgrundlage zur Verfügung und helfen bei der wissenschaftlichen Zuckerrübenforschung.

Aktien der Landwirtschaft AG der ZRA

  • AktienkapitalDas Aktienkapital der Landwirtschaft AG der ZRA beträgt 1’020’000 Franken. Es ist eingeteilt in 3400 Aktien à nominell 300 Franken.
  • Aktueller BörsenkursDie Aktien werden über die OTC-X-Plattform der Berner Kantonalbank gehandelt, wo auch der aktuelle Börsenkurs einzusehen ist.
  • SteuerkursDer Steuerwert der Namenaktien der Landwirtschaft AG der ZRA zu nominal 300 Franken wurde von der Eidgenössischen Steuerverwaltung per 31. Dezember 2025 auf 2'950 Franken festgesetzt.
  • DividendeDie Dividende pro Aktie belief sich 2025 auf:Dividende bruttoCHF 0.00./.

Aktionärsstruktur und Governance

«Bei unserer Besitzerstruktur von rund 40% bei den Rübenbauern und 25% bei den Anbaukantonen könnten ein solche Gruppe ihre Anliegen schon auch anbringen oder auch ohne Wirkung ‚täubelen’».

Im Unternehmen herrschen eher «genossenschaftliche Verhältnisse», und die Interessen der Aktionäre stehen nicht unbedingt an erster Stelle. Es sind nicht die gleichen Personen in den Gremien, z.B. im Aktionariat und bei den Lieferanten.

Wir informieren Aktionäre, Mitarbeitende, Marktpartner und die Öffentlichkeit regelmässig mit hoher Transparenz über unsere Aktivitäten und Ergebnisse.

Aktionärsgruppen: Rübenbauern, Anbaukantone, übrige Investoren - Kreisdiagramm

Aktien Schweizer Zucker AG

  • AktienkapitalDas Aktienkapital der Schweizer Zucker AG beträgt 17’040’000 Franken. Es ist eingeteilt in 1’704’000 Aktien à nominell 10 Franken.
  • Aktueller BörsenkursDie Aktien werden über die OTC-X-Plattform der Berner Kantonalbank gehandelt, wo auch der aktuelle Börsenkurs einzusehen ist.
  • Steuerkurs Der Steuerwert der Namenaktien der Schweizer Zucker AG zu nominal 10 Franken wurde von der Eidgenössischen Steuerverwaltung per 31. Dezember 2024 auf 18.90 Franken festgesetzt.
  • DividendeDie Dividende pro Aktie belief sich 2025 auf:Dividende bruttoCHF 0.00./.

Börsenhandel und Marktbeobachtung

Ende der vergangenen Woche kletterten die Schweizer-Zucker-Aktien auf der OTC-X-Plattform der BEKB innert zwei Handelstagen von 30 auf 50 CHF - mittlerweile korrigierten die Valoren wieder auf 45 CHF. Am Markt gab es Gerüchte, eine Investorengruppe habe ein Auge auf die günstige Aktie geworfen - auch im Hinblick auf den Umstand, dass sich der Cash-Bestand des Unternehmens auf 82 Mio. CHF beläuft. Er habe keine Kenntnis von einer solchen Investorengruppe, sagt Stäger.

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Mit dem jüngsten Kursanstieg auf zuletzt 42.50 CHF ist die Dividendenfantasie mehr als eingepreist (die Dividendenrendite beträgt momentan bescheidende 0,7%). Obwohl der ausgewiesene Buchwert zum Ende des Geschäftsjahres bei über 77 CHF je Aktie lag und auch das Kurs-/Gewinnverhältnis mit unter 10 sehr niedrig ist, so müssen Aktionäre die spezielle Konstellation des Unternehmens beachten.

Finanzkennzahlen und Ergebnisentwicklung

Nach einigen flauen Jahren mit knapp ausgeglichenem Resultat hat die Schweizer Zucker AG für das Geschäftsjahr 2022/23, das am 30. September 2023 endete, ein Umsatzplus von 28,7% auf 285 Mio. CHF ausgewiesen. Der Überschuss erreichte eine Höhe von 4.5 Mio. CHF.

Der konsolidierte Jahresabschluss weist ein Plus bei den Nettoerträgen von 24,1% auf 345.8 Mio. CHF aus. Der Reingewinn konnte mit 7.3 Mio. CHF (Vorjahr: 2.6 Mio. CHF) mehr als verdoppelt werden. Der Betriebsgewinn von Schweizer Zucker verdreifachte sich vor allem dank hoher Marktpreise für Zucker 2022/23 im Vergleich zum Vorjahr auf 18.9 Mio. CHF.

Innert Jahresfrist haben sich die Kennzahlen für die Gesellschaft deutlich verbessert - der konsolidierte Cashflow stieg auf 34.4 Mio. CHF (+ 52,9%) und der Bestand an flüssigen Mitteln wurde von 70.5 Mio. CHF auf 82.0 Mio. CHF markant erhöht.

Doch wer hier «versteckte» Werte sieht, betreibt eine reine Kennzahlenbetrachtung. Den hohen Bestand an Barmitteln braucht das Unternehmen beispielsweise, um den Produzenten die Ernte abzukaufen. Der Erlös aus dem Zuckerverkauf fliesst erst Monate später zurück zu Schweizer Zucker.

Infografik Finanzkennzahlen 2022/23: Umsatz, EBIT, Reingewinn, Cashflow

Dividendenaussichten

Erstmals seit dem Jahr 2013/14 soll den Aktionären wieder eine Dividende von 30 Rappen ausgeschüttet werden. «Dafür machen wir jedes Jahr eine Beurteilung und auch eine Einschätzung der Zukunft», antwortet der CEO auf die Frage, ob sich die Investoren nun auf eine stete Ausschüttung freuen könnten.

Marktumfeld, Anbau und Regulierung

Die Zuckerrübenanbaufläche nahm 2022/23 leicht ab, von 16’434 auf 15’867 Hektar. Wegen der guten Ernte kletterte die Zuckerproduktion von 211’000 auf 227’000 Tonnen. Für die laufende Kampagne nahm die Fläche erstmals seit vielen Jahren wieder etwas zu. Die Verlängerung der bestehenden Stützungsmassnahmen des Bundes für den Anbau und die Erhöhung der Rübenpreise wirkten sich positiv aus.

Entscheidend für den Preis sei, wie viel Zucker in Europa produziert werde - wenn in Europa ein Überschuss herrsche, werde es auch für die Schweizer Produzenten schwierig. An der Grenze wird die heimische Produktion mit einem Zoll von 7 Rappen pro Kilo auf ausländische Zuckereinfuhren geschützt. Die Produzenten erhalten aber auch Direktzahlungen.

Die Zuckerrübe ist unter den Ackerkulturen das am stärksten subventionierte Produkt. Der Bauer erhält pro Jahr 2100 CHF pro Hektar Zuckerrüben. Bei einer Anbaufläche von rund 16’500 Hektar im Vorjahr sind das rund 35 Mio. Die Schweizer Bauern können wegen der vergleichsweise kleinen Betriebsgrössen und der oft hügeligen Anbaufläche nicht ohne Unterstützung mit ausländischen Pflanzern konkurrieren.

Die Direktzahlungen sind bis 2026 gesichert, als Überbrückung geplant und werden jeweils vom Parlament gutgeheissen. Die Zuckerrübenbranche kämpft momentan darum, dass die befristete Regelung beim nächsten Parlamentsentscheid im Jahr 2026 zum Dauerzustand wird.

Wettbewerb und Abnehmerbeziehungen

Stäger winkt aber ab, wenn man die Schweizer Zucker AG und ihre Zulieferer als Monopolist bezeichnet. Das Verhältnis mit den Abnehmern aus der Lebensmittelindustrie, etwa Schokoladen-, Backwaren- oder Süssgetränkehersteller, sei kein einfaches. Diese möchten möglichst tiefe Preise, und es gebe keine Verpflichtung oder Mindestabnahmemenge für Schweizer Zucker - die Schweizer Industrie kann beliebig ausländischen Zucker verwenden.

In der Schweiz stammen rund 70% des konsumierten Zuckers aus dem Inland. Hier nicht mit einberechnet ist jedoch der Zuckeranteil von Lebensmitteln, die bereits verarbeitet importiert werden. Vom im Inland hergestellten Zucker werden überraschenderweise nur rund 15% als Kristall-, Beutel- oder Würfelzucker verkauft.

Marktfluss: Inlandproduktion, Importe, Industrieabnahme, Konsum

Führung und Transformation

Dies war der letzte Jahresabschluss von Guido Stäger. Ende 2024 tritt er nach 13 Jahren als CEO von Schweizer Zucker altersbedingt zurück. «Alles geht einmal zu Ende, jetzt gilt es eine gescheite Beschäftigung zu finden», sagt der scheidende Chef auf die Frage, ob er gerne geblieben wäre.

In seine Amtszeit fielen für die Zuckerbranche entscheidende Ereignisse, wie der Abschluss der Fusion der Zuckerfabriken Frauenfeld und Aarberg zur Schweizer Zucker AG, das Ende der EU-Zuckerordnung, Preiseinbrüche und Missernten. «Der Zusammenschluss der beiden Fabriken war wichtig, im Ausland sind alle Produzenten grösser, da braucht es nicht zwei Unternehmen, die sich konkurrenzieren», fügt Stäger an.

Schweizer Zucker wolle ein modern aufgestelltes Unternehmen sein, dazu gehöre auch die Nachhaltigkeit. «Die Energie aus den Holzkraftwerken ist aber auch nicht gerade billig», sagt Stäger.

Digitale Arbeitswelt und Kulturwandel

Die Schweizer Zucker AG hat heute moderne, flexible Arbeitsplätze und nutzt zeitgemässe Kollaborations-Tools. Eingeschränkte Möglichkeiten für flexibles Arbeiten, uneinheitliche Hardware, eine umständliche interne Kommunikation: Dies sind nur einige der Gründe, warum sich Fernando Kummer, Leiter Informatik der Schweizer Zucker AG, dazu entschied, die Kommunikations- und Kollaborations-Tools zu modernisieren.

Die IT des Unternehmens hatte gemäss Fernando Kummer zwar vor der Modernisierung eine gute und stabile Struktur, doch wurde sie den modernen Arbeitsweisen nicht mehr gerecht. Viele Büromitarbeitende konnten nicht aus dem Homeoffice arbeiten oder telefonieren. «Wir wollten für alle Mitarbeitenden einen modernen, flexiblen Arbeitsplatz inklusive zeitgemässer Kollaborations-Tools zur Verfügung stellen.»

Darum entschied sich die Schweizer Zucker AG für die Einführung von Microsoft 365 sowie die Erneuerung der Telefonanlage. Bei der Einführung von Microsoft-Services ist das Governance- und Permission-Management für Microsoft Teams, SharePoint und Azure Active Directory zentral. Kummer erklärt: «Die Default-Rechte müssen unbedingt spezifisch angepasst und regelmässig überprüft werden. Mit den modernen Arbeitstools können Mitarbeitende heute sowohl im Büro, Zuhause sowie unterwegs effizient arbeiten.

Aber auch Mitarbeitende in der Produktion und Instandhaltung profitieren immens: In diesen Abteilungen wird gerade der Informationsaustausch durch den Smartphone-Einsatz deutlich vereinfacht. Einerseits können Sie dank Smartphone und M365 einfach aufs Intranet zugreifen oder Arbeitsaufträge einsehen. Anderseits können sie Maschinendefekte per Smartphone fotografieren und in der Cloud speichern, wo sie anderen Nutzern zur Verfügung stehen.

Im Zuge der Modernisierung veränderte sich die Arbeitsweise der Mitarbeitenden im ganzen Unternehmen markant. «Insbesondere mit der Nutzung von Microsoft Teams findet gerade ein Kulturwandel statt. Auch bei dieser Entwicklung betont er die schrittweise Einführung und auch das Heranführen der Mitarbeitenden an die neuen Tools. «Technisch sind solche Tools schnell implementiert, aber die Einführung im Arbeitsalltag erfordert viel Zeit», ist Fernando Kummer überzeugt.

Darum setzte das Unternehmen auch beim Change-Management auf personelle und fachliche Unterstützung von Swisscom. Die Change-Experten von Swisscom haben gemeinsam mit der Schweizer Zucker AG für verschiedene Nutzergruppen spezifische Use Cases und ein Schulungskonzept ausgearbeitet. Für Fernando Kummer ist die Möglichkeit, nicht nur die Technologie von Swisscom zu beziehen, sondern auch das Change-Management, ein grosser Vorteil: «Unser Engineering-Partner übernimmt neben der technischen Umsetzung auch das Change Management.

Digitale Transformation: M365, Teams-Governance und Change-Management

Kundenorientierung, Produktsicherheit und Marktleistung

KundenorientierungWir halten engen Kontakt zu unseren Kunden und richten unsere Produkte und Dienstleistungen nach ihren Bedürfnissen aus. Für unsere Kunden sind wir dank hoher Qualität der Produkte und zuverlässiger Lieferbereitschaft ein langfristig verlässlicher Partner.

ProduktsicherheitUnsere Produkte erfüllen die hohen Anforderungen der in der Schweiz produzierenden Lebensmittelindustrie an die Lebensmittelsicherheit, dazu gehören auch die notwendigen Massnahmen, um Lebensmittelbetrug zu vermeiden. Verlässliche zertifizierte Qualitätsstandards und die Rückverfolgbarkeit unserer Produkte unterstützen uns dabei in hohem Masse.

MarktleistungUnser Zucker gelangt als Qualitätsprodukt über den Detailhandel zum Kunden oder wird durch die Nahrungsmittelindustrie zu hochwertigen Lebensmitteln verarbeitet. Durch die Rundumverwertung der Rübe entstehen wertvolle Nebenprodukte für die Landwirtschaft. Eine Ausweitung der Aktivitäten in verwandte Gebiete wird laufend angestrebt. Die hohe Innovationstätigkeit und das Erschliessen neuer Geschäftsfelder spielen dabei eine wichtige Rolle.

Rohstoffbeschaffung und Interprofession

RohstoffbeschaffungDie Schweizer Zucker AG versteht sich als Partnerin der Schweizer Landwirtschaft. Sie übernimmt und verarbeitet die angebauten Zuckerrüben. Sie erwartet von den Zuckerrübenproduzenten einen Rohstoff in optimaler Qualität und in ausreichender Menge zu einem wettbewerbsfähigen Preis. Menge und Preis werden jährlich in der Interprofession ausgehandelt. Die Schweizer Zucker AG fördert die Bestrebungen der Branche im Hinblick auf einen nachhaltigen und effizienten Rübenanbau.

Gesundheitspolitische Debatte

Es ist auf den ersten Blick widersprüchlich, wenn der Staat Geld ausgibt, um Rüben anzubauen und auf der anderen Seite hohe Kosten wegen eines zu hohen Zuckerkonsums der Bevölkerung stemmen muss. Zucker ist in den vergangenen Jahren ins Visier der Gesundheitspolitik geraten. Der Zuckerkonsum soll reduziert werden.

«Da wird politisch etwas übertrieben», sagt Stäger. Der Konsument lasse sich als Individuum nicht reglementieren. Es gebe zudem eine Eigenverantwortung. Man könne alles übertreiben: Ein Liter Süssgetränk pro Tag sei zu viel, eine Flasche Wein aber auch. «Wenn es in der Pizza 2% Zucker hat, geht es darum, dass der Teig aufgeht». Mehl ist wie Zucker auch Kohlenhydrat und wirkt sich auch als Energielieferant auf den Stoffwechsel aus.

Tabellarische Übersicht: Kapital, Steuerwerte und Dividenden

Gesellschaft Aktienkapital Anzahl Aktien Nennwert Steuerkurs (Stichtag) Dividende 2025 brutto
Schweizer Zucker AG 17’040’000 CHF 1’704’000 10 CHF 18.90 CHF (31.12.2024) 0.00 CHF
Landwirtschaft AG der ZRA 1’020’000 CHF 3’400 300 CHF 2’950 CHF (31.12.2025) 0.00 CHF
Vergleichstabelle: Aktienkapital, Nennwert, Steuerkurse, Dividenden

Ausblick und zentrale Herausforderungen

Die grössten Herausforderungen sind gemäss Stäger die Sicherung des Zuckerrübenanbaus und der Schutz vor Schädlingen, Krankheiten und konkurrierenden Ackerkulturen. Wegen Klimaveränderungen und strengeren Auflagen für Pflanzenschutzmittel als im angrenzenden Europa werden die Erträge tendenziell sinken.

Überall in Europa protestieren die Bauern, seit einigen Wochen auch in der Schweiz. Sie fordern höhere Preise für ihre Produkte. «Ich kann ihren Frust verstehen», sagt Stäger. Im Moment sei der Preis gerade recht gut, aber er komme immer wieder unter Druck. Die Lebensmittelpreise sind über 20 Jahre weniger gestiegen als der Preis für andere Produkte. Die Politik müsse den Produzenten mit geeigneten Massnahmen ein Auskommen garantieren.

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