Schokolade ohne Kakao selber machen – Rezept und Hintergrund

Wie schön wäre es, wenn Schokolade aus gesunden Zutaten bestehen würde? Das ist kein Traum! Wir haben uns an eine selbstgemachte Schokolade gewagt, die aus nur 4 Grundzutaten besteht und sowohl vegan als auch gesünder als herkömmliche Schokolade ist.

Warum selbstgemachte Schokolade?

Gerade bei Süßigkeiten bin ich ein großer Fan diese selbst herzustellen. Ihr kennt die genauen Inhaltsstoffe und müsst vor dem Naschen erst etwas „arbeiten“ - dadurch tut man seinem Körper etwas Gutes und nascht gleichzeitig auch weniger. Die Zubereitung der selbstgemachten Schokolade ist wirklich einfach. In nur wenigen Schritten und ca. 15 Minuten könnt ihr die eigene Schokolade fertig machen.

Selbstgemachte Schokoladentafel mit Nüssen und Trockenfrüchten

Vor- und Nachteile gegenüber industrieller Schokolade

Zugegeben, unsere selbstgemachte Schokolade ist nicht kalorienfrei. Doch sie ist vegan, enthält deutlich mehr gesunde Inhaltsstoffe, keinen raffinierten Zucker, keine Geschmacksstoffe und keine weiteren chemischen Zutaten. Geschmacklich ist die selbstgemachte Schokolade anders als die gekaufte, steht ihr aber in keiner Weise nach - die eigene Schokolade schmeckt richtig gut! Und ihr könnt mit gutem Gewissen naschen!

Schokolade macht glücklich. Kein Wunder, dass die Deutschen im Durchschnitt mehr als neun Kilogramm Schokolade pro Jahr verputzen. Schokolade muss man nicht fertig im Supermarkt kaufen, sondern kann sie auch selbst gestalten. In diesem Artikel gibt es die besten Tipps, um Schokolade selbst zu machen. Ganz gleich, ob mit oder ohne Kakaobutter, vegan oder ohne Zucker - bei diesen Rezepten ist für jeden etwas dabei.

Zutaten für die vegane Grund-Schokolade (ca. eine Tafel / Menge variierbar)

  • Kakaobutter: Kakaobutter in Lebensmittelqualität verleiht der selbstgemachten Schokolade das gleiche Mundgefühl wie hochwertige Schokolade und kann temperiert werden (damit sie nicht so leicht schmilzt).
  • Kakaopulver oder Alternativen: Kakaopulver (ungesüßt) oder bei kakaofreien Varianten Carob, fermentierte Sonnenblumenkerne oder gemahlene Hafer-/Getreideprodukte.
  • Süßungsmittel: Ahornsirup, Agavendicksaft oder Kokosblütenzucker - zum Süßen des Schokoladen-Rezepts (nach Geschmack).
  • Nussmus: Nussmus (z.B. Haselnuss-, Mandel- oder Cashewmus) für Cremigkeit und Geschmack.

Als Hauptzutaten benötigt ihr dafür Kakaobutter, Kakaopulver, Süßungsmittel (Kokosblütenzucker/Agavendicksaft) und Nussmus (z.B. Haselnuss-, Mandel-, oder Cashewmus). Zu den Grundzutaten könnt ihr alles ergänzen, was ihr gerne mögt.

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Schritt-für-Schritt-Rezept für vegane Schokolade (mit Kakaobutter)

  1. Zuerst die Kakaobutter im Wasserbad schmelzen lassen. Vorsicht: Es darf kein Wasser zur Kakaobutter oder später zur Schokoladenmischung gelangen.
  2. Sobald sie geschmolzen ist, nimmt man sie vom Herd.
  3. Die Vanilleschote längs halbieren und das Vanillemark mit einem Messer aus der Schote kratzen und mit den anderen Zutaten zur geschmolzenen Kakaobutter hinzufügen.
  4. Kakaopulver, Sirup und Vanilleextrakt (falls verwendet) dazugeben und mit einem Schneebesen oder Handrührgerät gut durcheinander mischen, bis die Masse klumpenfrei ist.
  5. Die Schokolade in eine Silikonform oder ein mit Backpapier ausgelegtes Blech füllen und mit dem gewünschten Topping dekorieren.
  6. Für etwa 30 Minuten im Kühlschrank kühlen (oder mindestens eine Stunde im Kühlschrank bzw. ca. 20 Minuten im Gefrierfach fest werden lassen).

Wenn die Schokolade fest ist, kann man sie in Stücke brechen und erhält damit sozusagen „Bruchschokolade“. Meine liebste Variante ist, ein großes Backblech mit Backpapier auszulegen und die flüssige Schokolade ganz dünn darauf zu verteilen. Ich gefriere diese immer ein und hole mir nach Bedarf ein Stück aus der Gefriertruhe.

Schokolade auf Backblech als Bruchschokolade

Toppings & Mix-Ins

Es gibt zahlreiche optionale Zusätze (oder Toppings), mit denen ein Rezept für selbstgemachte Schokolade ergänzt werden kann. Ich mache immer gerne ein ganzes Blech mit unterschiedlichen Nüssen und Trockenfrüchten, so dass ich immer etwas Abwechslung habe. Zum Verzieren der Schokolade: Gieße die geschmolzene Mischung in die Form deiner Wahl und streu die Zutaten (z.B. Nüsse, Samen, gepuffter Quinoa/Reis, Trockenfrüchte) darüber.

Varianten: Schokolade ohne Kakao (kakaofreie Alternativen)

Was also, wenn man Schokolade ohne Kakao herstellen könnte? Tatsächlich gibt es bereits erste Unternehmen, die alternative Zutaten verwenden. Anstelle von Kakaobutter und Kakaomasse werden bei kakaofreier Schokolade alternative Zutaten verwendet.

Die Marke ChoViva, die vom Münchener Start Up Planet A Foods hergestellt wird, nutzt heimische Sonnenblumenkerne. Diese werden fermentiert und anschließend geröstet - ähnlich wie die Kakaobohnen. Auf diesem Weg entwickelt sich laut ChoViva die schokoladentypischen Aromen. Anschließend werden die Kerne gemahlen, mit pflanzlichen Fetten, Zucker und gegebenenfalls Milchpulver vermischt und über mehrere Stufen weiter vermahlen, conchiert und gewalzt, bis die Konsistenz normaler Schokolade ähnelt.

Das britische Start-up Win Win UK (ehemalig WNWN Food Labs) hat eine vegane kakaofreie Schokolade auf den Markt gebracht. Anstelle von Kakao wird italienisches Carob und in unterschiedlichen Kombinationen Reis und Proteinpulver aus Sonnenblumenkernen eingesetzt. Carob ist ein Pulver, das aus den getrockneten Früchten des Johannisbrotbaums produziert wird.

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Infografik: Zutaten für kakaofreie Schokolade (Sonnenblumenkerne, Carob, Hafer)

Wie schmeckt die Alternative?

Die Hersteller versprechen, dass die Schokolade, die ohne Kakaobohnen hergestellt wird, dennoch zartschmelzend und aromatisch schmecke. Allerdings soll ihr Geschmack etwas milder und weniger vollmundig sein als der von konventioneller Schokolade. Einige Produkte punkten mit einem milden, cremigen Geschmack. Andere Schokoladen sind aufgrund der Verwendung von Nüssen oder anderen Geschmackszutaten eher intensiv.

Rezeptidee: Kakaofreie Schokolade mit Sonnenblumenkernen (inspirierend)

Je nach vorgesehenem Einsatzzweck werden der Masse anschließend weitere Zutaten wie Zucker und Pflanzenfett hinzugefügt, ehe sie - ähnlich wie Schokolade - conchiert wird. Dadurch soll sie einen ebenso zarten Schmelz wie Schokolade erhalten. Planet A Foods s.r.o. betont, dass der CO₂-Fußabdruck von ChoViva deutlich geringer ist als der von Schokolade, dies liege laut Hersteller daran, dass die Kakao-Alternative in Europa produziert wird und die verwendeten Sonnenblumenkerne aus der Region stammen.

Herstellung von kakaofreier Schokolade mit Sonnenblumenkernen

Tipps zur Lagerung, Temperierung und Fehlervermeidung

  • Die Reste kannst du in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank 2-3 Wochen oder im Gefrierschrank 3-4 Monate aufbewahren.
  • Ja, aber die Schokolade sollte vorher temperiert werden, vor allem wenn man nicht flexible Förmchen verwendet. Kakaobutter verleiht der selbstgemachten Schokolade dieselbe zartschmelzende Konsistenz wie hochwertige Schokolade.
  • Zur Vermeidung von weißen Stellen/Flecken: Wenn die Schokolade zu schnell in den Kühlschrank gestellt wird, kann es zu weißen Stellen/Flecken auf der Schokolade kommen. Sie ist zwar genießbar, sieht aber nicht besonders schön aus.
  • Es gibt mehrere Möglichkeiten, zersetze Schokolade zu retten. Wenn sich die Schokolade getrennt hat, körnig oder pastös geworden ist, kannst du kochendes Wasser hinzufügen. Sobald ein bestimmter Wasseranteil erreicht ist, wird sich die Masse wieder zusammenfügen.

Ist Schokolade ohne Kakao nachhaltig?

So köstlich eine Schokoladentafel aus echtem Kakao auch ist, der Weg zum Endprodukt ist geprägt von ökologischen und sozialen Problemen. Der Anbau von Kakao ist weltweit einer der größten Entwaldungstreiber. Naturzerstörung, hoher Pestizideinsatz, damit verbundener Verlust der Artenvielfalt oder Wasserverschmutzungen, die Liste der Auswirkungen auf die Umwelt ist lang. Auch soziale Aspekte wie niedrige Löhne, Ausbeutung und Kinderarbeit sind ein großes Problem.

So gesehen bietet die Schokolade aus dem Labor eine ökologische Alternative. Kein Pestizideinsatz, keine Entwaldung und statt Kakaobohnen zur Röstung und Weiterverarbeitung einmal um die halbe Welt zu transportieren, hat man durch Zutaten wie Sonnenblumenkerne oder Hafer kürzere Transportwege. Klar ist aber auch - für die Kleinbäuerinnen und -bauern vor Ort ist dies keine Lösung. Sie brauchen faire und existenzsichernde Preise und Unterstützung, um ihre Anbausysteme nachhaltiger und damit resilienter gegen die Klimakrise zu machen. Und das gelingt nur durch eine nachhaltige Transformation des Kakaosektors.

Hinweis zur Kennzeichnung

Wussten Sie, dass Schokolade ohne Kakao gar nicht Schokolade heißen darf? Welche Produkte Schokolade genannt werden dürfen, regelt die Definition der EU. Gemäß dieser muss Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaoanteil enthalten (Kakaomasse und/oder Kakaobutter). Lebensmittel, die statt Kakao die Schoko-Alternative nutzen, dürfen nicht die Bezeichnung Schokolade tragen. Denn der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) dürfen Informationen über Lebensmittel Verbraucher nicht täuschen - insbesondere nicht über deren Zusammensetzung.

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Unsere Tipps für nachhaltigen Schokogenuss

  • Nachhaltigkeitssiegel - die Mischung macht's: Bei Siegeln am besten auf den Kauf von Bio-Schokolade in Kombination mit anderen Siegeln wie Fairtrade und Rainforest Alliance achten.
  • Wertschöpfung vor Ort fördern: Achten Sie beim Kauf von Schokolade auf Initiativen, bei denen der Großteil der Wertschöpfung vor Ort stattfindet, das heißt, die Schokolade wird in den Anbauländern selbst hergestellt.
  • Informiert euch, teilt Wissen und fragt bei eurem Lieblingsschokoladenhersteller nach, ob die Schokolade fair ist.

Praktische Hinweise

Was ist der Unterschied zwischen dunkler Schokolade vs. Milchschokolade? Die Prozentangaben auf Schokoladentafeln geben an, wie viel Kakaomasse (in diesem Fall Kakaopulver - und Kakaobutter) in der Tafel enthalten ist. Eine Schokoladentafel mit 70 % Zartbitterschokolade beispielsweise enthält in der Regel 70 % Kakaoerzeugnisse und 30 % Zucker.

Für vegane Vollmilchschokolade kann Kakaobutter verwendet werden, sie ist zu 100 Prozent frei von Tierprodukten und findet Anwendung in zahlreichen süßen Rezepten. Es ist leicht eine vegane Schokolade selber zu machen, also ohne den Einsatz von tierischen Produkten.

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