Schokolade: Wirkung auf Frauen — Gesundheit und Psyche
Sie gilt als Nervennahrung und Seelentröster - viele Menschen lieben Schokolade. Schokolade kann mehr als nur süß sein. Schokolade ist und bleibt ein Genussmittel, das sparsam genossen werden sollte. Schokolade gehört zu den beliebtesten Lebensmitteln der Deutschen. Die Wahrheit liegt also - wie so oft - irgendwo dazwischen.
Was ist Schokolade und welche Sorten gibt es?
Nüchtern betrachtet umfasst der Begriff Schokolade verschiedene verarbeitete Produkte, deren Hauptbestandteile aus der Kakaobohne stammen - vor allem Kakaobutter, Kakaomasse und Kakaopulver. Je nachdem, wie hoch der Anteil der Kakaobestandteile ist, lassen sich verschiedene Schokoladensorten unterscheiden. So enthält weiße Schokolade kein dunkel färbendes Kakaopulver, sondern nur die Kakaobutter. In Milchschokolade stecken mindestens 25 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, in Vollmilchschokolade 30 Prozent und bei Zartbitterschokolade sind es 50 Prozent. Neben Zartbitterschokolade gehört auch Bitterschokolade zur dunklen Schokolade. Obwohl es im Lebensmittelrecht nicht klar festgelegt ist, enthält diese in der Regel rund 70 Prozent Kakao, manche Sorten auch 85 oder sogar 100 Prozent. Eine Schokolade mit 100 Prozent Kakao besteht nur aus Kakaomasse und enthält keinen Zucker.
Worin unterscheiden sich dunkle und helle Schokolade?
Das ist einer der Gründe, warum dunkle Schokolade als gesund gilt: Schokoladen mit besonders hohem Kakaoanteil enthalten automatisch weniger Zucker. Gleichzeitig ist der Anteil an Kakao, der potenziell gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe enthält, höher. Im Verhältnis enthalten diese Sorten demnach weniger Zucker und Milchbestandteile - und schmecken entsprechend weniger süß und cremig, besitzen dafür aber ein intensives und leicht bitteres Kakaoaroma. Je höher der Kakaoanteil, desto bitterer schmeckt die Schokolade und desto dunkler sieht sie aus.
Welche Inhaltsstoffe sind relevant für Gesundheit und Psyche?
Besonders hoch ist der Anteil an Flavonoiden, einer Gruppe von färbenden und schützenden Stoffen, die zu den Polyphenolen gehören. Kakaobohnen übertreffen mit dem Gehalt dieser sekundären Pflanzenstoffe sogar Äpfel und Zwiebeln. Kakao enthält auch viele Antioxidantien, die durch die Bereitstellung von Stickstoffmonoxid die Blutgefäße erweitern. Die Antioxidantien im Kakao haben aber noch eine weitere Wirkung: Sie fangen freie Radikale ein, die deine Zellen angreifen, und machen sie unschädlich. Daneben punktet dunkle Schokolade mit wertvollen Mineralien und Spurenelementen wie Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor und Zink. Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure, die als Vorstufe von Serotonin bekannt ist. Kakaopulver enthält zudem Theobromin, das in seinem Aufbau dem Coffein ähnlich ist und anregend und leicht stimmungsaufhellend wirkt. Es ist erwiesen, dass der Kakao in der Schokolade neben Phenylethylamin auch Serotonin und Endorphine enthält. Phenylethylamin steht außerdem im Ruf, für die euphorischen Gefühle des Verliebtseins verantwortlich zu sein. Das Fett wiederum, das für den zarten Schmelz der Schokolade verantwortlich ist, mobilisiert Endorphine im Körper.
Wie beeinflusst Schokolade die Stimmung von Frauen?
Forschende diskutieren, ob Flavonoide sowie einige in Schokolade enthaltene Aminosäuren sich auch auf die Gehirnfunktion und die Stimmung auswirken. Einige Fachleute sind der Überzeugung, dass bestimmte Kakaobestandteile die Durchblutung des Gehirns fördern und via Interaktion mit bestimmten Botenstoffen (wie Serotonin und Dopamin) eine antidepressive Wirkung haben. Es wird angenommen, dass Schokolade den Serotoninspiegel im Gehirn anheben kann - und so ein ebenso angenehmes wie mildes "Antidepressivum" darstellen könnte. Das Serotonin in Schokoladen wirkt antidepressiv und stimmungsaufhellend. Phenylethylamin macht dich wach und steigert die Konzentration. Kurzum: Schokolade macht glücklich und kann an einem anstrengenden Tag im Büro Wunder wirken. Allerdings ist der Effekt gering und die Ursachen deiner Kopfschmerzen kann Schokolade nicht bekämpfen. In jedem Fall deuten Studien darauf hin, dass der stimmungshebende Effekt der Schokolade nicht von Dauer ist und nach etwa 30 Minuten wieder abnimmt. Die positive Wirkung entsteht deshalb weniger durch den biochemischen Weg, sondern durch das Erlebnis des Essens selbst. Schon Geruch, Geschmack und die cremige Textur aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn.
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PMS, Heißhunger und Frauenwohlbefinden
Manche Frauen entwickeln kurz vor dem Beginn ihrer Menstruation einen besonderen Heißhunger auf Schokolade. Eine Erklärung dafür: Schokolade enthält auch Magnesium, das dem Körper der Frau vor den Tagen entzogen wird. Aber auch die stimmungsmachenden Stoffe Coffein und Theobromin in der Schokolade dürften sich auf das prämenstruelle Syndrom günstig auswirken. Amerikanische Forscher stießen auf diesen Stoff, als sie Menschen untersuchten, die unter Liebeskummer litten - und deshalb große Mengen Schokolade aßen. Die Forscher folgten, dass die Schokoladensucht eine Art Selbstmedikation gegen den Mangel an Phenylethylamin ist. Da diese Substanz bei bestimmten Formen der Depression erniedrigt ist, schlossen Forscher, dass das der Grund für Schwermut sein könnte.
Schokolade, Stress und kognitive Leistung
Dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaogehalt kann helfen, bei Prüfungen oder Vorstellungsgesprächen besser abzuschneiden und dabei das Herz zu schonen. Denn die in der Kakaobohne enthaltenen Flavonoide machen resistent gegen Stress. Für ihre Studie haben die Forscher 65 gesunde Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe bekam eine halbe Tafel schwarzer Schokolade, die andere Gruppe erhielt eine gleich aussehende Schokolade, in der aber keine Flavonoide enthalten waren. Nach zwei Stunden wurden die Versuchsteilnehmer einem standardisierten Stresstest unterzogen: Sie mussten ein zehnminütiges Vorstellungsgespräch mit freier Rede und Kopfrechnen absolvieren. Das Ergebnis war eindeutig: Wer die „echte“ Schokolade gegessen hatte, dessen Organismus hat weniger der Stresshormone Cortisol und Adrenalin produziert, eine Bestätigung des Befundes lieferte auch der Flavonoidtest. „Wir vermuten, dass schwarze Schokolade aufgrund der darin enthaltenen Flavonoide auf Ebene der Nebennieren vor der körperlichen Reaktion auf Stress schützt, indem sie die Stresshormonfreisetzung reduziert“, folgert Petra Wirtz.
Herz-Kreislauf, Gefäße und Diabetes
Studien zufolge können Flavonoide mit ihrer antioxidativen Wirkung die Haut vor UV-Schäden schützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken. Kakao wirkt gefäßschützend und minimiert das Risiko für Herzkrankheiten und Bluthochdruck. Je mehr Flavonoide in deinem Getränk enthalten sind, desto stärker wird der Blutdruck gesenkt. Die bisherigen Studienergebnisse beziehen sich zum größten Teil auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und lassen ein vorsichtig positives Zwischenfazit zu: In Maßen genossen kann dunkle Schokolade dazu beitragen, die Blutgefäße vor Arteriosklerose zu schützen und das Risiko für Herzinfarkte zu verringern. In einer Metaanalyse der bereits erschienenen Studien wurden die Daten von 114.009 Patienten ausgewertet. Das Ergebnis: Menschen, die viel Schokolade naschten, hatten ein um 37 Prozent niedrigeres Risiko für einen Herzinfarkt und ein um 29 Prozent verringertes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Die Gefahr, an Diabetes zu erkranken, war bei ihnen um 31 Prozent reduziert. Allerdings wurden nur Beobachtungsstudien ausgewertet und nicht zwischen den verschiedenen Schokoladensorten unterschieden.
Vorteile und Grenzen für spezielle Frauen-Gesundheitsfragen
Einzelne dunkle Sorten können Milchbestandteile enthalten, sodass vor dem Genuss grundsätzlich ein Blick auf die Zutatenliste geworfen werden sollte. Klassische Bitterschokolade ist frei von Milch und Laktose und somit auch eine Option für Personen mit Laktoseintoleranz oder einer Milcheiweißallergie. Der Blutzuckerspiegel steigt deutlich langsamer als nach Verzehr von Milchschokolade und das Verlangen nach weiteren Süßigkeiten ist für einen längeren Zeitraum gestillt. Schokolade ist nicht gleich Schokolade: Eine gute Schokolade sollte so wenig Zutaten wie möglich beinhalten. Zucker sollte nicht an erster Stelle in der Zutatenliste stehen. Viele Hersteller sparen hier und ersetzen die teure Zutat durch billiges Butterreinfett.
Risiken: Kalorien, Zucker, Fett und Schadstoffe
Das Problem ist, dass Schokolade - anders als Gemüse, Obst und Nüsse, die ebenfalls sekundäre Pflanzenstoffe enthalten - ein hoch verarbeitetes Lebensmittel ist. Neben den wertvollen Inhaltsstoffen der ursprünglichen Kakaobohne stecken in Schokolade auch reichlich Zucker und Fett. Insgesamt hat Schokolade eine hohe Energiedichte, enthält also viele Kalorien (im Durchschnitt etwas über 500 Kilokalorien pro 100 Gramm); und das gilt auch für die dunklen Sorten, in denen weniger Zucker steckt. Wer eine 100-g-Tafel Schokolade isst, der deckt bereits ein Viertel seines täglichen Kalorienbedarfs von rund 2.000 Kilokalorien. Je nach Sorte kann Schokolade hohe Mengen an Zucker und gesättigten Fettsäuren liefern. Bei einem übermäßigen Konsum schlägt der Kalorienvorteil ins Gegenteil um und ein Anstieg des Körpergewichts wirkt sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System aus. Zudem ist die Kakaopflanze dafür bekannt, insbesondere in den Bohnen Schwermetalle wie Cadmium anzureichern, das in großen Mengen nierentoxisch und krebserregend wirkt. Schokolade wird deshalb von Behörden stichprobenartig auf ihren Cadmiumgehalt überprüft.
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Wie viel Schokolade ist gesund - Empfehlungen für Frauen
Klare Empfehlungen dazu, wer besonders von den Wirkungen profitiert und in welchen Mengen Schokolade gesund ist, gibt es bislang jedoch nicht. Fachleute raten von Schokolade als Genussmittel nicht generell ab (wobei Bitterschokolade eher zu empfehlen ist) - das bedeutet aber dennoch nicht, dass man aus gesundheitlichen Gründen jeden Tag eine Tafel Schokolade essen sollte. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher, Süßigkeiten, also auch Schokolade, auf höchstens 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr zu beschränken. Bei einem durchschnittlichen Erwachsenen entspricht das etwa 25 Gramm pro Tag, also ein bis zwei Stücke. Ideal ist es, Schokolade bei gleichbleibender Temperatur, am besten zwischen 16 und 18 Grad, zu lagern. Im Kühlschrank kann es Schokolade schnell zu kalt werden. Dann bildet sich eine hässliche weißliche Schicht aus Zuckerreif auf der dunklen Oberfläche.
| Schokoladensorte | Kakaoanteil | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Dunkle/Bitterschokolade | ab 50-70 %, oft 70-85 % | reich an Flavonoiden, weniger Zucker |
| Vollmilchschokolade | ca. 25-50 % | cremig, süßer, mehr Milchbestandteile |
| Weiße Schokolade | 0 % (nur Kakaobutter) | viel Fett und Zucker, keine Kakaomasse |
Praktische Tipps für Frauen: bewusst genießen
Damit Schokolade Freude bereitet, ohne zur Belastung für die Gesundheit zu werden, hilft es, bewusst mit ihr umzugehen. Lieber ein Stück hochwertige dunkle Schokolade langsam auf der Zunge zergehen lassen, als eine ganze Tafel nebenbei zu essen. Wähle Sorten mit hohem Kakaoanteil (mindestens 70 Prozent). Sie enthalten weniger Zucker, mehr wertvolle Flavonoide und sorgen durch den intensiven Geschmack dafür, dass du automatisch weniger brauchst. Überlege dir feste Genussmomente, in denen du Schokolade isst. So bleibt der Überblick erhalten. Wenn du durch die Supermarkt-Regale streifst, stehst du vor gefühlt tausend verschiedenen Schokoladen. Als Faustregel gilt: Je billiger die Tafel, desto mehr Zucker enthält sie. Achte auf Schokolade mit Edelkakao. Du magst es nachhaltig? Dann greif am besten zur Bio-Schokolade oder Schokolade ohne Palmöl oder -fett. Fairtrade- und UTZ-Siegel stellen sicher, dass mehr von deinem Geld bei den Plantagen-Mitarbeitern landet und der Anbau umweltverträglich erfolgt.
Kurze Merkhilfe
- Bevorzugt dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil (≥70 %).
- Maximal etwa 20-30 g pro Tag als Faustregel, um Kalorien im Blick zu behalten.
- Auf Zutatenliste achten: Zucker nicht an erster Stelle.
- Schokolade langsam genießen - so reicht weniger für Zufriedenheit.
- Für PMS-Beschwerden kann dunkle Schokolade kurzfristig Erleichterung bringen, ersetzt aber keine Therapie.
Schokolade bleibt ein Stück Genuss, das uns kurz innehalten lässt, uns Freude schenkt und uns daran erinnert, wie schön kleine Glücksmomente im Alltag sein können.
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