Herstellung und Trends von Schoko-Nikoläusen
Nikoläuse aus Schokolade gehören zu den beliebtesten Süßigkeiten in der Weihnachtszeit. Doch wie entstehen diese Schokoladenfiguren eigentlich, und welche aktuellen Trends gibt es bei ihrer Herstellung und Verarbeitung? In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die traditionelle und moderne Produktion von Schoko-Nikoläusen, ihre Sortenvielfalt sowie kreative Möglichkeiten, übrig gebliebene Schokoladenreste nachhaltig zu verwerten.
Traditionelle Herstellung von Schoko-Nikoläusen
Die Herstellung von Schoko-Nikoläusen erfolgt meist in handwerklicher oder teilautomatisierter Produktion. Wie Helga Seybold-Herweg von der Schokoladenfabrik Fesey in Riemerling betont, legt ihre Firma besonderen Wert auf Handarbeit: „Bei uns ist alles Handarbeit!“ Dabei wird keine Schokolade von anderen Figuren, wie Osterhasen, wiederverwendet. Die frische Produktion erfolgt stets auf Bestellung und garantiert so qualitativ hochwertige Ware.
Die Firma Fesey produziert hauptsächlich drei Sorten Schoko-Nikoläuse: Vollmilch, Zartbitter und weiße Schokolade. Zusätzlich gibt es eine religiöse Variante als Bischofsfigur mit Mitra und Stab, die vor allem in Bayern und Österreich beliebt ist. Die klassische amerikanische Variante mit Zipfelmütze und Gabensack wird in Norddeutschland und anderen europäischen Ländern verkauft. Die Gewichtsklasse der Figuren reicht von fünf Gramm bis hin zu imposanten vier Kilo.
Pro Weihnachtssaison verarbeitet Fesey rund 40 Tonnen Kuvertüre-Schokolade. Diese Schokolade wird zunächst eingeschmolzen und auf Temperatur gebracht, bevor sie in die Nikolause-Formen gegossen wird. Anschließend wird die Schokolade in den Formen geschleudert, damit sie sich gleichmäßig verteilt. Die Schleuderdauer richtet sich nach der Größe der Figur und reicht von etwa zwei Minuten für kleine Figuren bis zu mehreren Minuten für größere.
Eine Besonderheit ist das sogenannte „Schminken“ der Schoko-Nikoläuse. Dabei wird mit einem Pinsel Farbe an bestimmten Stellen aufgetragen und erst nach dem Trocknen die Kuvertüre in die Form gegossen. Nach dem Abkühlen werden die geschminkten Nikoläuse in Zellophantüten verpackt, während andere Varianten in Stanniolpapier in verschiedenen Farben eingeschlagen werden. Die Produktion für die Weihnachtssaison beginnt bereits im Sommer, um den hohen Bedarf rechtzeitig zu decken.
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Verarbeitung und Haltbarkeit von Schoko-Nikoläusen
Schokolade aus Schoko-Nikoläusen lässt sich bestens weiterverwerten, vor allem wenn Reste nach Weihnachten übrig bleiben. Die Haltbarkeit der Schokolade unterscheidet sich je nach Sorte: Dunkle Schokolade hält sich bis zu 24 Monate, Vollmilchschokolade etwa 18 Monate und weiße Schokolade circa 12 Monate.
Zum Weiterverarbeiten werden Schoko-Hohlkörper oft zerbrochen und anschliessend gehackt. Dabei legt man ein Brett auf die Arbeitsfläche und hackt die Schokoladenstücke mit einem großen Messer. Zum Schmelzen empfiehlt sich ein Wasserbad. Dazu füllt man etwas Wasser in einen Topf, auf dem ein kleinerer Topf eingehängt wird, wobei das Wasser den oberen Topf nicht berühren darf. Die zerbrochene Schokolade wird in den oberen Topf gegeben und bei kleiner Flamme vorsichtig erwärmt, wobei das Wasser nicht kochen darf, da nur der Wasserdampf für die Erwärmung sorgt. Das Wasser darf auf keinen Fall mit der Schokolade in Berührung kommen.
Alle Schokoladensorten lassen sich grundsätzlich schmelzen. Weiße Schokolade und Vollmilchschokolade schmelzen bei etwa 40 bis 45 Grad Celsius. Weiße Schokolade kann zwar geschmolzen werden, neigt jedoch dazu, schneller anzubrennen.
Kreative Möglichkeiten zur Weiterverwertung von Schokoladenresten
- Toppings und Streusel: Gehackte Schokoladenstücke eignen sich hervorragend zum Bestreuen von Süßspeisen wie Topfen, Pudding oder Kuchen. Vor dem Backen kann man die Schokostücke einfach unter den Teig mischen.
- Heiße Schokolade: Für eine leckere heiße Schokolade werden Schokostücke mit Milch oder Milchalternativen wie Hafer-, Soja- oder Mandelmilch erhitzt. Dabei kann der Kakaoanteil variiert werden, um den Geschmack herber oder süßer zu gestalten.
- Schokoladencremes: Geschmolzene Schokolade kann zum Bestreichen von Tortenböden oder als Füllung für Torten verwendet werden. Besonders lecker ist ein Mix aus 100 g gehackter Schokolade und 200 ml Schlagobers, der über Nacht kalt gestellt und anschließend steif geschlagen wird. Diese Creme eignet sich auch zum Verzieren von Cupcakes oder Desserts.
- Schoko-Crossies: Mit Cornflakes oder auch ungesüßten Dinkelflocken, gemischt mit geschmolzener Schokolade und Nüssen, lassen sich köstliche Crossies herstellen, die nach dem Trocknen knusprig sind.
- Schoko-Fondue: Geschmolzene Schokolade kann für Fondue verwendet werden. Dazu wird sie in einem Gefrierbeutel im Wasserbad geschmolzen und in ein Fondue-Gefäß gegeben. Obst, Marshmallows oder Kekse können darin eingetaucht werden.
- Schokoladenlikör: Aus Schoko-Nikoläusen lässt sich Schokoladenlikör herstellen, indem man geschmolzene Schokolade mit Sahne, Puderzucker und Rum mischt und den Likör anschließend in Flaschen abfüllt.
- Schokoladentäfelchen und Bruchschokolade: Schokolade wird geschmolzen, auf Backpapier gegossen und mit verschiedenen Toppings wie Nüssen, Trockenfrüchten, Streuseln oder Krokant verziert. Nach dem Abkühlen bricht man die Schokolade in Stücke und genießt sie als leckeren Snack.
Praktische Tipps zur Resteverwertung
Die Verwertung von Schokoladenresten ist nicht nur nachhaltig, sondern auch köstlich. Beispielsweise können Schokoladenreste im Küchenmixer fein gemahlen und unter Muffin- oder Kuchenteige gerührt werden. So vermeiden Sie, dass Schokostückchen beim Backen zu sehr am Boden oder Rand anbrennen.
Eine weitere Idee ist die Herstellung von Trinkschokolade am Stiel: Geschmolzene Schokolade wird in kleine Formen gegossen und mit einem Löffel oder Stäbchen versehen. Nach dem Erkalten lassen sich die Schokoladenstangen ideal in heißer Milch auflösen.
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Wer es knusprig mag, kann kleine Schoko-Crossies herstellen, indem man geschmolzene Schokolade mit Mandeln und Cornflakes mischt und trocknen lässt.
Auch als Glasur für Kuchen eignen sich übrig gebliebene Schoko-Nikoläuse hervorragend. Für eine 26cm Springform benötigt man etwa 175 g Schokolade, um den Kuchen zu überziehen. Für Gugelhupf und ähnliches genügen schon 150 g.
Trends und Automatisierung in der Schoko-Nikoläuse-Produktion
Die Industrie erkennt verstärkt die Herausforderungen durch den Fachkräftemangel und Energieeffizienz. Auf der einen Seite wird die Automatisierung der Produktion vorangetrieben - Roboter kommen zum Beispiel beim Verpacken oder Gießen der Schoko-Hohlfiguren zum Einsatz.
Claus Cersovsky von der Firma Rübezahl berichtet, dass modulare Automatisierung und eine Schoko-Produktions-Plattform angestrebt werden, um flexibler auf Marktanforderungen reagieren zu können. Auch die Losgröße 1 gewinnt an Bedeutung, um individuellen Kundenwünschen besser entsprechen zu können.
Interessant ist auch der Vergleich mit der Automobilindustrie, von der die Schokoladenproduktion teilweise Techniken übernimmt. Die Fertigung von Saisonartikeln für Weihnachten und Ostern macht ca. 75 % der Gesamtproduktion aus. Die Rüstzeiten für die Verpackungsmaschinen betragen dabei zwischen einer und zwei Schichten, während neue Figuren in der Gießerei innerhalb von ein bis zwei Stunden geformt werden können.
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Ernährungswissenschaftliche Aspekte und Schokoladensorten
Dunkle Schokolade enthält mehr Proteine und Flavonoide, die sich vorteilhaft auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken können. Außerdem sorgt sie für einen langsameren Anstieg und Abfall des Blutzuckerspiegels, was Heißhungerattacken vorbeugt. Vollmilchschokolade enthält hingegen mehr Milchfett und Zucker, ist aber für die Massenproduktion günstiger.
Die Kombination von Vollmilch- und Zartbitterschokolade (85 % Kakaoanteil) im Verhältnis 3:1 ist für viele ein optimaler Kompromiss aus Geschmack und gesundheitlichen Vorteilen.
Zusammenfassung der Verwertungsmöglichkeiten für Schoko-Nikoläuse
| Verwendung | Beschreibung |
|---|---|
| Backen | Schokostücke in Muffins, Kuchen oder Crossies verarbeiten |
| Heiße Schokolade | Schokolade mit Milch oder Milchalternativen schmelzen |
| Schokoladencreme | Schlagsahne mit Schokolade vermischen und als Füllung oder Topping nutzen |
| Schoko-Fondue | Geschmolzene Schokolade mit Obst, Marshmallows oder Keksen genießen |
| Schoko-Likör | Likör aus geschmolzener Schokolade, Sahne, Zucker und Rum herstellen |
| Schoko-Bruch | Schokolade auf Backpapier gießen und mit Toppings verzieren |
| Trinkschokolade am Stiel | Schokolade schmelzen, formen und zum Eintunken in heiße Milch verwenden |
| Glasur und Dekoration | Schokolade als Kuchenüberzug oder für Schoko-Raspeln verwenden |
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