Rappenecker Hütte Käsekuchen Rezept: Die Geschichte und das Geheimnis des berühmtesten Käsekuchens im Schwarzwald
Der legendäre Käsekuchen der Rappenecker Hütte hat im Schwarzwald längst Kultstatus erreicht. Zwischen Schauinsland und Dreisamtal gelegen, thront die Rappenecker Hütte auf 1.010 Metern und lockt seit Generationen Wanderer, Mountainbiker und Genießer mit uriger Gemütlichkeit und hausgemachten Spezialitäten. Ein ganz besonderer Höhepunkt ist dabei Stefans Käsekuchen, der eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte geschrieben hat - von den ersten Versuchen in der Hüttenküche bis hin zu einer regionalen Delikatesse, die auf Märkten und in Supermärkten im Südwesten Deutschlands nicht mehr wegzudenken ist.
Herkunft und Bedeutung der Rappenecker Hütte
Schwarzwald · 1.010 m ü. Zwischen Schauinsland und Dreisamtal - regionale Küche, Panoramablick und Schwarzwald-Ruhe seit dem 17. Jahrhundert. Die auf einer sonnigen Schwarzwaldalm mit schöner Sicht ins Dreisamtal liegende Hütte ist noch eine der urtümlichsten im Schwarzwald und lädt zu einer Vesperpause unter Apfelbäumen ein. Urige Gemütlichkeit in familiärer Atmosphäre.
Die im 17. Jahrhundert erbaute Hütte ist die erste solarbetriebene Gaststätte Europas. Seit 1987 ist sie außerdem Forschungsobjekt der Fraunhofer Gesellschaft für Solare Energiesysteme. Jedes Gericht erzählt von der Region, und besonders der Kuchen genießt legendären Ruf.
Die Entstehung von Stefans Käsekuchen
Die Geschichte von Stefans Käsekuchen begann in der Küche der Rappenecker Hütte, einem beliebten Ausflugs- und Wanderziel auf 1000 Meter Höhe, in Südbaden zwischen Schauinsland und Dreisamtal gelegen. Weil zum Kaffee nun mal ein gutes Stück Kuchen gehört, fing Pächter Stefan Linder an zu backen: Kirschplotzer, Apfelkuchen und Käsekuchen, „nach einem alten Rezept, das die Oma von der Rappenecker Hütte uns gegeben hatte“.
Das sprach sich herum. Schon bald kamen die Gäste nur wegen des Käsekuchens: „Rekord waren 50 Käsekuchen an einem Sonntag.“ Da steckte Stefan Linder in der Klemme. Es war zu viel für eine Hüttenküche und ein Anstoß zum Umdenken.
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Der Weg vom Hüttenrezept zur lokalen Berühmtheit
Linder kündigte seinen Pachtvertrag, backte in einer denkwürdigen Nacht des Jahres 2002 über 40 Käsekuchen und fuhr frühmorgens zum Markt auf den Freiburger Münsterplatz. „In vier Stunden war alles verkauft, direkt aus dem Auto“, erinnert er sich. Es sollte der Startschuss sein für „Stefans Käsekuchen“.
Der 50-Jährige Unternehmer erinnert sich in unserer Rubrik „Gut beraten“, wie vor rund 20 Jahren ein simpler Tipp alles ins Rollen gebracht hat: „Ende der Neunziger Jahre habe ich die Rappenecker Hütte in Oberried geführt, dort konnten zum Beispiel Wanderer und Mountainbiker einkehren, um was zu trinken und zu essen. Meinen Käsekuchen zum Beispiel. Unser Käselieferant war damals Thomas Breckle, der 25 Kilogramm schwere Käseräder gebracht hat. Mit meinem Käsekuchen hatte das natürlich nichts zu tun, aber er hat ihn damals probiert und war begeistert davon. Ich solle den doch auf dem Freiburger Münstermarkt verkaufen, unbedingt, hat er mir mit Nachdruck gesagt.“
Der Marktleiter war aber nicht der einzige, der skeptisch war. Ich selbst bin mir damals vorgekommen wie ein Schuljunge, ich war ja nicht mal gelernter Bäcker, das bin ich bis heute nicht. Mein bester Freund Axel Maier, Geschäftsführer vom Gasthaus Goldener Adler in Oberried, hat mich damals aber auch bestärkt und mir Mut gemacht, das wirklich durchzuziehen.
Vom Freiburger Markt zum regionalen Klassiker
Am 4. April 2002 stand ich dann zum ersten Mal auf dem Münsterplatz und habe verkauft. Das Geschäft hat schnell richtig an Fahrt aufgenommen und ist stetig gewachsen. Heute produzieren wir 6000 Käsekuchen in der Woche, haben 15 Festangestellte und 50 Aushilfen, und den Käsekuchen gibt es in regionalen Edekas oder auf Märkten in Nürnberg, Würzburg oder Heidelberg.
Und im nächsten Jahr bauen wir auf der Fischerinsel in Schallstadt eine große neue Produktionshalle, da geht ein richtiger Traum in Erfüllung. Läuft alles nach Plan, wird an drei Produktionstagen der Mürbeteig gebacken, an den restlichen Tagen werden die blind ausgebackenen Formen befüllt: mit köstlicher Käsecreme aus Sahne und Magerquark, Zitronensaft, Zucker und Eischnee, pur oder auch mit Orangen-Mandarinen-Creme beziehungsweise mit Kirschen, Heidelbeeren, Himbeeren oder auch Rhabarber, je nach Saison.
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Auch wenn das Mischen riesige Rührmaschinen übernehmen, das meiste geschieht bei der Produktion in Handarbeit. Zum Beispiel das finale Durchrühren, für das schon mal der ganze Arm benötigt wird, um „Quarknester aufzuspüren“. Oder das Absprühen mit Eigelb, damit die Kuchen glänzen. Und natürlich das Aufsetzen der Früchte, kleine Farbtupfer auf dem Kuchen.
Regionale Zutaten und Handwerk
Die Früchte stammen ebenso wie die Zutaten größtenteils aus der Region. „Das schmeckt man“, konstatieren die Käsekuchen-Fans auf dem Markt, „das schmeckt nach Natur und wie selbst gemacht“, und sie meinen damit nicht nur die Käsekuchen mit Frucht, auch die Klassiker stehen mit rund 40 Prozent Anteil nach wie vor hoch im Kurs.
Beste Fleischqualität liefert uns Familie Riesterer vom Steiertbartlehof aus Oberried und Familie Vetter aus Sölden. Unser feines Bauernbrot und hausgemachte Kuchen aus der Backstube vom Steiertbartlehof in Oberried sind ein wahrer Genuss. Wurstwaren der Metzgerei Kaltenbach aus Schallstadt sorgen für unser vielfältiges und leckeres Vesperangebot. Mit viel Herzblut und handwerklicher Tradition wird hier alles in eigener Fertigung frisch hergestellt.
Produktvielfalt: Käsekuchen und mehr
Es gibt Käsekuchen pur oder auch mit Orangen-Mandarinen-Creme, Kirschen, Heidelbeeren, Himbeeren oder Rhabarber, je nach Saison. Natürlich darf auch der klassische Käsekuchen nicht fehlen, der nach wie vor einen bedeutenden Teil der Produktion ausmacht.
| Art des Käsekuchens | Beliebtheit (Anteil der Produktion) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Klassisch | ca. 40 % | Ohne Frucht, traditionelle Rezeptur |
| Mit Kirschen, Himbeeren, Rhabarber u.a. | ca. 60 % | Saisonal mit ausgewählten Früchten |
Käsekuchen zum Trinken?
Im Direktverkauf in Ebringen prangt er nicht nur auf Schachteln, sondern auch auf Stefans Käsekuchenlikör. Cremig-sahnig aus Weizen- und Zitrusbrand sowie Aromen hergestellt. Pur getrunken ein Gaumenvergnügen oder „mit Sahne vermischt ein göttliches Topping auf dem Käsekuchen“, verrät der Bäcker.
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Das Rezept-Geheimnis - und der Ursprung des Erfolgs
Stefan Linders Erfolgsrezept gehören in jedem Fall Quark, Eier, Milch und Zucker. Die genaue Rezeptur ist nicht bekannt, wohl aber die Erfolgsgeschichte, die er mit „Stefans Käsekuchen“ geschrieben hat. Die ersten zwei Wochen habe ich spätabends in der Restaurantküche meines Freundes Axel Maier die Käsekuchen fertiggemacht.
Die Käsekuchen werden mit viel Herzblut und handwerklicher Tradition, aber auch in zeitgemäßer, effizienter Produktion hergestellt. Das Team ist eingespielt, im wahrsten Sinn des Wortes, denn eigentlich sind Linders Mitarbeiter Musiker. Sie kamen als Band von Portugal nach Deutschland. Die Gruppe hat sich inzwischen aufgelöst, drei sind trotzdem geblieben. In der Backstube gibt Tiago den Ton an, denn der Chef ist nur noch selten dort. Längst ist aus seiner Idee eine Marke geworden, die es zu vermarkten gilt.
Auch in Städten wie Stuttgart, Ludwigsburg, Karlsruhe, Offenburg, Ulm und Lörrach gehören die gelben Schachteln zum festen, wöchentlichen Angebot. Wer dort nicht hinkommt, kann beim Händler um die Ecke Ausschau halten nach dem Emblem mit dem freundlichen Kuchenbäcker und seiner schwarzen Melone.
Rappenecker Hütte und Erlebniswandern - Die perfekte Kombi
Erlebniswanderung auf Freiburgs Hausberg: Schauinsland - Schniederlihof - Rappenecker Hütte - Kirchzarten. Mit 1.284 Metern ist Freiburgs Hausberg, der Schauinsland, einer der höchsten Schwarzwaldberge. Schon die Fahrt mit der längsten Umlaufseilbahn Deutschlands ist ein Erlebnis und weitere warten rund um den Gipfel.
Der Weg zum Schniederlihof führt zunächst Richtung Museums-Bergwerk. Weiter entlang zahlreicher Blumenwiesen, mit traumhaftem Ausblick auf den Feldberg und auf Hofsgrund geht es hinunter zum original erhaltenen Schwarzwälder Bauernhof aus dem Jahre 1593, dem Schniederlihof, heute Bauernhausmuseum mit Vesperstube.
Rast mit Schwarzwälder Speckbrot im Schniederlihof: Wo schmeckt ein leckeres Schwarzwälder Speckbrot besser als vor der Kulisse eines alten Schwarzwaldhofes, in dem man während einer Führung auch viel Wissenswertes über die raue Lebensweise der früheren Schwarzwaldbauern erfährt.
Gleich nach dem Schniederlihof führt ein Wiesenweg Richtung Engländerdenkmal und weiter auf einem ansteigenden Waldweg Richtung Aussichtsturm, von dem man einen herrlichen Panoramarundblick ins Rheintal, über die Schwarzwaldhöhenzüge, bis hin zu den Alpen und den Vogesen genießen kann. In östliche Richtung geht es nun vorbei am Sonnenobservatorium bis zum Kohlplatz und dann auf einem schmalen Wanderpfad über den Höhenrücken, mit schönem Blick auf Freiburg, immer leicht bergab zur Rappenecker Hütte mit ihrer Zahnwehkapelle.
Nach einem gemütlichen Vesper beginnt jetzt der Abstieg nach Kirchzarten. Nur wenige Schritte von der Hütte entfernt geht es in den Wald auf einem gut ausgeschilderten Weg steil bergab bis nach Dietenbach. Direkt hinter dem kleinen Ort befindet sich Kirchzarten mit seinen netten Straßencafés in der Fußgängerzone. Mit der Höllentalbahn geht es zurück nach Freiburg.
Praktische Hinweise zur Hütte
- Betriebsferien: 11. Juli - 31. Juli
- Saisonstart: 1. August
- Exklusive Nutzung für Gruppen von November bis April möglich
- Anfahrt über Oberried, ab Freiburg ca. 25 Minuten mit dem Auto
- Erreichbar über zahlreiche Wanderwege von Oberried, Kirchzarten oder via Schauinsland
Schon der Anblick allein macht gute Laune - und so ist Stefans Käsekuchen nicht nur ein kulinarisches Highlight, sondern längst ein Stück Schwarzwälder Gastronomiekultur.
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