Prisma Keramik Glasur: Eigenschaften und Anwendung
Keramikglasuren sind das Herzstück der kreativen Keramikgestaltung. Sie bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Farbe und Muster auf deinem Tonwerk zur Geltung zu bringen. Ob Anfänger oder Fortgeschrittene, die wesentlichen Schritte beim Arbeiten mit Glasuren bleiben gleich: Vorbereitung des Werkstücks, Auswahl der Glasurart, Auftragen und Brennen.
Vorbereitung des Werkstücks
Bevor es ans Glasieren geht, ist es essenziell, das Werkstück von Staubresten zu befreien. Eine saubere Oberfläche ist entscheidend, um eine optimale Haftung der Glasur zu gewährleisten. Vernachlässigt man diesen Schritt, riskiert man, dass die Glasur während des Glasurbrandes abläuft. Nach dem Auftragen der Glasuren werden unsaubere Stellen und der Boden sauber abgewischt. Tropfnasen werden mit einem scharfen Messer entfernt.
Arten von Keramikglasuren
Die Entscheidung betrifft nicht nur das Aussehen, sondern auch die Eigenschaften der Glasur. Pulver oder flüssig? Steinzeug oder Steingut? Deko-Objekt oder Gebrauchsgegenstand? Falls ihr ganz neu in der Welt der Keramik seid, solltet ihr euch als Erstes überlegen, ob ihr mit Pulver- oder Flüssigglasuren arbeiten wollt. Natürlich könnt ihr beide wählen bzw. experimentieren, trotzdem gibt es einige Dinge, die ihr euch im Vorfeld überlegen solltet.
Pulverglasuren (Natura)
Pulverglasuren sind noch nicht streichfertig. Sie gehören noch mit Wasser und Hilfsmitteln angerührt. Sie werden mit Wasser angerührt und sollten idealerweise einen Tag lang quellen. Ein wichtiges Detail bei der Verwendung von Pulverglasuren ist das Sieben, um Klümpchen zu entfernen. Einige spezielle Effektglasuren dürfen jedoch nicht gesiebt werden. Das Ansetzen von Glasuren erfolgt in der Regel unter Zusatz von 50 - 60 g (ml) Wasser, bezogen auf 100 g trockene Glasur. Voluminöse Glasuren benötigen einen etwas höheren Wasseranteil als spezifisch schwere Glasuren. Die Glasur sollte eine sämige Konsistenz haben. Um eine optimale Oberfläche zu erzielen, sollte die Glasur nach dem Aufrühren durch ein Glasursieb (Maschenweite ca. 0,2 mm) gesiebt werden. Es kann überdies sinnvoll sein, Brennproben mit unterschiedlichen Wasseranteilen anzufertigen.
Natura-Glanzglasuren zeigen spiegelnde Lichtreflektion an der Oberfläche, die je nach Färbung oder Trübung mehr oder weniger transparent oder deckend sein können. Sie werden oft als Grund oder als Überzug für Dekorationen verwendet. Hierfür sind farblose und weiße Glasuren hervorragend geeignet. Um das farbliche Erscheinungsbild noch interessanter zu gestalten, bietet es eine ganze Reihe gesprenkelter Effektglasuren an, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Das uneinheitliche Erscheinungsbild drückt dekorative Lebendigkeit aus. Ungleichmäßige Oberflächen, Trübungen, Färbungen, Ausscheidungen oder Kristallisationen, Lüster- und Metalleffekte entstehen durch das Reaktionsvermögen der unterschiedlichen Rohstoffe im Brand.
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Flüssigglasuren (Prisma)
Flüssigglasuren sind speziell für den Pinselauftrag streichfertig aufbereitet. Ein Anmischen ist also nicht nötig, man spart Zeit und schont die Gesundheit durch Vermeidung von Staub. Die Prisma-Serie bietet ein breites Programm streichfertig aufbereiteter Glasuren für den Pinselauftrag. PRISMA Glasuren von WELTE sind bleifreie, flüssige, glänzende und Effekt-Glasuren in streichfertiger Form für Oberflächen voller Brillianz und Effekt. Die streichfertig aufbereiteten Glasuren für den Pinselauftrag bieten gute Streichfähigkeit, Grifffestigkeit und hohe Anwendungssicherheit. Vor dem Auftrag aufschütteln. Es reichen in der Regel zwei deckende Aufträge. Ideal für den Hobbykeramiker, den Schul- und Sozialbereich.
Flüssigglasuren von Welte: Die Prisma-Glasuren zeichnen sich durch ihre Streichfähigkeit und Grifffestigkeit plus einer hohen Anwendungssicherheit aus. Durch neue und optimierte Aufbereitung und Verflüssigung lassen sich beim Pinselauftrag gleichmäßige Schichtdicken erzielen. Bei Bedarf können sie mit Wasser verdünnt werden. Es empfiehlt sich beim Glasieren von rohen Scherben der Zusatz von 5 - 8 Prozent Leim (KUR 5), bezogen auf die trockene Glasur.
Auftragen der Glasuren: Techniken und Praxistipps
WELTE-Glasuren eignen sich für alle Auftragsarten: Pinselauftrag, Tauchen, Beschütten und Spritzen. Bei Pulverglasuren wird das Werkstück vollständig eingetaucht, übergossen oder mit einem Pinsel aufgetragen. Fertigglasuren hingegen trägt man mit einem weichen Pinsel in dünnen Schichten auf. Wichtig ist hier das Trocknen der Schichten, bevor die nächste aufgetragen wird. Um eine gleichmäßige Deckung zu erreichen, wechselt man die Richtung der Pinselstriche bei jeder Schicht.
Flüssigglasuren für den Pinselauftrag bieten gute Streichfähigkeit, Grifffestigkeit und hohe Anwendungssicherheit. Vor dem Auftrag aufschütteln. Es reichen in der Regel zwei deckende Aufträge. Bei der Zubereitung entsteht, anders als bei Pulverglasuren, kein Staub.
Brennbereich und Brennverhalten
Die Prisma-Glasuren erzielen die schönsten Brennergebnisse bei 1060 °C, wobei der Brennbereich zwischen 1020 und 1080 °C liegt. Eine Temperatursteigerung glättet leicht den Glasurspiegel. Brennbereich 1020 - 1080° C. Die Steingutglasuren können wie herkömmliche Glasuren gegen Abdampfungen anderer Glasuren empfindlich sein. Die Glasuren - komplett untereinander mischbar - erzielen die schönsten Brennergebnisse bei 1060 °C.
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Die Glasur dient der Oberflächenveredelung von Keramikprodukten wie Steingut, Steinzeug und Porzellan und ist im Gegensatz zum kristallinen porösen Grundstoff eine glasartige, geschlossene Oberflächenschicht. Ab einer Brenntemperatur von 1250 °C sind Steinzeuge vom Scherben dicht gebrannt. Porzellan wird bei Temperaturen bis 1400 °C dichtgebrannt. Es ergeben sich interkristalline glasartige Phasen, die eine geschlossene Porosität und gegebenenfalls eine Selbstglasur liefern.
Eigenschaften und Empfehlungen für den Gebrauch
Alle WELTE-Glasuren sind bleifrei und laut Gefahrstoffverordnung nicht kennzeichnungspflichtig. In ihrer Aufbereitung und Anwendung sind sie unproblematisch. Da sie nicht immer säurestabil sind, empfehlen wir, die Eignung für Ess- und Trinkgeschirr vorab zu prüfen. Bei Geschirren verringert die Glasur die Oberflächen-Rauheit und macht sie so leichter zu reinigen.
Grundsätzlich könnt ihr an der äußeren Wand des Bechers jede beliebige Glasur nehmen, den oberen Rand und die Innenseite solltet ihr auf jeden Fall mit einer lebensmittel-geeigneten Glasur einstreichen. Meistens könnt ihr mit einfarbigen Glasuren, vor allem mit weißen, nichts falsch machen. Trotzdem solltet ihr auf jeden Fall in Verbindung mit Gebrauchsgegenständen immer nach einem Sicherheitsdatenblatt fragen. Ihr könnt auch einen kleinen Säure-Test durchführen: Mach eine Probe mit deiner Glasur auf einem Tonstück und brenn das Ganze. Danach legst du eine Zitronenscheibe über Nacht, oder für min. 8 Stunden, auf den Scherben. Wenn sich die Glasur nicht verändert kannst du sie im privaten Gebrauch für Teller, Becher, etc. nehmen, falls sie sich doch verändert hat, solltest du sie lieber nicht nehmen!
Effekte, Farben und chemische Grundlagen
Je höher die Brenntemperatur und die erreichbare Beständigkeit, desto eingeschränkter ist die Farbpalette. Während die Farbe Weiß durch Dispersion des Lichts (u. a. bei Zugabe von Zinnoxid oder Zirkoniumoxid) entsteht, lassen sich andere Farben nur durch Zugeben färbender Metalloxide erreichen. Bekannt ist die blaue Cobaltglasur. Grün entsteht durch Chromoxid, Brauntöne durch Mangan oder das oft bereits enthaltene Eisen.
Die uneinheitlichen Erscheinungen, wie Trübungen, Ausscheidungen oder Kristallisationen, entstehen durch das Reaktionsvermögen der unterschiedlichen Rohstoffe im Brand und zeigen den einzigartigen Charakter echter Keramik. Zusätzliche Effekte können auch durch Kombination verschiedener Glasuren übereinander erzielt werden.
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Sicherheits- und Qualitätsaspekte
Niedriggebrannte bunte Keramikglasuren enthalten oft noch lösliche Bestandteile, die beim Gebrauch so viel Substanz abgeben, dass sie noch giftig sind. Porzellangegenstände, die bei 1450 °C glattgebrannt sind, gelten dagegen als unbedenklich - auch wenn sie an sich giftige Farbsubstanzen enthalten. Alle WELTE-Glasuren sind bleifrei und laut Gefahrstoffverordnung nicht kennzeichnungspflichtig.
EUH208-141 Enthält Tricobalttetraoxid. Diese Kennzeichnung ist wichtig bei bestimmten Effektglasuren mit cobalthaltigen Zusätzen. Bei gewerblichen Verbrauchern sind Laborzertifikate erforderlich.
Praktische Tipps für Hobbykeramiker
- Reinige das Werkstück gründlich von Staub vor dem Glasieren.
- Bei Pulverglasuren: mindestens 24 Stunden quellen lassen und durch ein etwa 0,2 mm Sieb passieren.
- Bei Flüssigglasuren: vor Gebrauch gut aufschütteln; in der Regel genügen zwei deckende Schichten.
- Wechsle die Pinselrichtung bei jeder Schicht für gleichmäßige Deckung.
- Führe Brennproben mit unterschiedlichen Wasseranteilen und Brenntemperaturen durch.
- Prüfe Glasuren für Gebrauchsgegenstände mit einem Zitronen-Säure-Test oder fordere ein Sicherheitsdatenblatt an.
- Bei rohen Scherben 5-8 % Leim (KUR 5) zur Glasur hinzufügen, bezogen auf die trockene Glasur.
Vergleich: Steingut- vs. Steinzeug-Glasuren
| Kriterium | Steingut-Glasuren | Steinzeug-Glasuren |
|---|---|---|
| Brennbereich | niedriger | höher (dichter gebrannt) |
| Verwendung | vorwiegend Ziergegenstände | für dicht gebrannte Gebrauchsgegenstände geeignet |
| Frostsicherheit | nicht frostsicher | frostbeständiger |
| Effektvielfalt | große Auswahl an Effekten | effektreich, aber eingeschränktere Farbpalette bei hohen Temperaturen |
Herstellerhinweise und Markt
Welte, die Kölner Glasurenschmiede, überzeugt durch sein Engagement für die Keramik und bietet eine große Produktvielfalt an Flüssig- sowie Pulverglasuren und Farben. Die Prisma-Serie von Welte ist ideal für Hobbykeramiker. BOTZ produziert seit Jahrzehnten vorwiegend flüssige Glasuren mit hoher Qualität. Mayco und Chrysanthos sind weitere bekannte Hersteller, die durch lange Erfahrung, Anleitungen und Produktvielfalt die Anwender unterstützen.
Habt ihr euch schon einmal gefragt, welche Keramikglasuren zu euch passen? Die richtige Glasur zu finden ist nicht so leicht, wenn ihr bestimmte Sachen gestalten wollt oder ihr völlig neu in diese Welt eintaucht. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, euren Keramikbedarf des Vertrauens zu Rate zu ziehen, denn hier erfahrt ihr wesentlich mehr Dinge, die nicht im Internet niedergeschrieben sind und bekommt manchmal sogar Tipps aus eigenen Erfahrungen mit.
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