Odenwälder Lebkuchen Eberhardt: Geschichte und Herstellung
Das traditionsreiche Familienunternehmen Wilhelm Eberhardt oHG aus Reichelsheim-Beerfurth im Odenwald blickt auf eine über 90-jährige Geschichte der Herstellung von Lebkuchen und Schokoladenwaren zurück. Bereits im 19. Jahrhundert wurde am landwirtschaftlichen Hof mit dem Backen von Brot begonnen, bevor 1931 Wilhelm Eberhardt das Unternehmen gründete und den Fokus auf Lebkuchen setzte. Seitdem hat sich das Produktportfolio stetig erweitert und umfasst heute neben den Odenwälder Lebkuchen zahlreiche Schokoladenfiguren, die insbesondere zu Weihnachten und Ostern eine große Rolle spielen.
Geschichte des Unternehmens Eberhardt
Der Ursprung der Firma liegt im landwirtschaftlichen Betrieb der Familie, der bereits im 19. Jahrhundert erste Backwaren produzierte. Vor rund 90 Jahren, im Jahr 1931, gründete Helmut Gräbers Großvater die Firma Wilhelm Eberhardt e.K. in Beerfurth und begann mit der Herstellung von Lebkuchen. Bald ergänzten weitere Backwaren wie Zwieback, Buttergebäck, Anisgebäck, Spritzgebäck und Magenbrot sowie Süßwaren aus Zucker wie Lutscher und Hohlfiguren das Sortiment. Insbesondere die Verarbeitung und Herstellung von Schokolade gewann in den späten 1940er Jahren an Bedeutung, als erste Schokoladenfiguren wie Weihnachtsmänner und Osterhasen gefertigt wurden.
Heute führt Helmut Gräber das Unternehmen in der fünften Generation und bewahrt dabei die bewährte Tradition einer handwerklichen Herstellung mit höchsten Qualitätsansprüchen. Das Unternehmen legt großen Wert darauf, sämtliche Teige für die unterschiedlichen Gebäcksorten selbst herzustellen und dabei auf den Einsatz von Farb- und Konservierungsstoffen zu verzichten.
Herstellung der Odenwälder Lebkuchen
Die Odenwälder Lebkuchen sind eine regionale Spezialität, die sich von den bekannten Nürnberger Lebkuchen unterscheidet. Charakteristisch ist, dass sie ohne Fett und Eier, dafür aber mit Honig, Zucker und Aromagewürzen hergestellt werden. Dadurch sind die Lebkuchen besonders lange haltbar, ganz ohne Zusatz von Konservierungsstoffen. Die Form der Lebkuchen variiert, am beliebtesten sind herzförmige Varianten, denen eine glücksbringende und orientalisch inspirierte Bedeutung zugeschrieben wird. Neben Herzen werden auch Sterne und eckige Formen gebacken, wobei die eckigen eine bessere Ausbeute ergeben würden.
Die Herstellung beginnt mit dem Anrühren des Teiges schon Tage vor dem Backen, gefolgt von einer langen Ruhezeit, die als eine Art natürliche Vorverdauung wirkt und die Bekömmlichkeit verbessert. Beim Backen ist die Kunst, dass der flache Teigling beim Aufgehen seine Stabilität behält und nicht zusammenfällt. Die Lebkuchen werden klassisch mit einer Mandel verziert, nicht mit Glasur.
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In der Zeit vor Weihnachten lagern die Backbleche mit Lebkuchen in der Backstube, die zwischen Weihnachten und Ostern auch als Zwischenlager für Schokoladenhohlfiguren dient. Ein Blech enthält je nach Form unterschiedlich viele Stücke: 20 eckige, 15 herzförmige oder 12 sternförmige Lebkuchen. Die meisten Lebkuchen werden lose in Kartons für die Schausteller auf Weihnachtsmärkten verkauft. Für den regionalen Einzelhandel und den eigenen Werksverkauf werden sie verpackt in durchsichtigen Tüten angeboten.
Herstellung von Schokolade und Schokoladenfiguren
Die Schokoladenherstellung ist ein zentraler Bestandteil der Eberhardt Back- und Schokoladenwaren, mit der das Unternehmen sich weit über die Region hinaus einen Namen gemacht hat. Die Kakaobohnen stammen aus Ghana (Afrika), Java (Indonesien) und Kolumbien (Südamerika). Im Betrieb werden die Bohnen zunächst gewalzt und dann zu Vollmilch-, dunkler und weißer Schokolade verarbeitet. Dabei ist wichtig, dass die Schokolade ständig in Bewegung bleibt und bei einer konstanten Temperatur von etwa 30 Grad Celsius gehalten wird.
In den Monaten von August bis Ostern werden täglich zwischen 200 und 400 Kilogramm Schokolade verarbeitet. Die Fertigung läuft in dieser Zeit durchgehend, während die Backstube meist nur als Lager dient. Die Schokoladenhohlfiguren werden nach traditionellen Vorlagen hergestellt und sind in über 80 verschiedenen Formen und Größen verfügbar. Sie reichen von kleinen, leichten Hasen (11,5 cm, 30 g) bis hin zu imposanten großen Figuren, wie einem 64 cm großen Hasen oder einem 65 cm hohen Weihnachtsmann mit einem Gewicht von bis zu 2,5 Kilogramm.
Bei der Herstellung der Schokoladenfiguren wird viel Wert auf Handarbeit gelegt. Jede Form wird einzeln befüllt, eingespannt und nach einem rotierenden „Schleuderdurchgang“ manuell geprüft. Mehrfarbige Figuren, zum Beispiel Osterhasen mit weißen Innenohren und Pfoten, werden zunächst mit weißer Schokolade bemalt, bevor die dunkle Schokolade eingefüllt wird. Auch die Dekorationsschleifen werden von Hand gebunden - ein Zeichen für die Liebe zum Detail und die hochwertige Verarbeitung.
Vertrieb und Bedeutung des Unternehmens
Die Produkte von Eberhardt finden sich in vielen regionalen Geschäften, auf Weihnachtsmärkten und Festen sowie im Fabrikverkauf in Beerfurth. Besonders bei Firmenkunden sind die Lebkuchen und Schokoladenfiguren als Geschenk für Kunden und Mitarbeiter sehr beliebt. Die gleichbleibend hohe Qualität der Produkte seit fast einem Jahrhundert ist ein wesentlicher Grund für die Beliebtheit und den Erfolg.
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Die Odenwälder Lebkuchen und Schokoladenartikel der Firma Eberhardt sind im südhessischen Raum und in Süddeutschland bekannt und geschätzt, unterscheiden sich jedoch im Geschmack und in der Herstellung von anderen bekannten Lebkuchenarten, etwa denen aus Nürnberg.
Qualität und Tradition
Helmut Gräber, der heutige Firmeninhaber, betont, dass trotz moderner Techniken die Handarbeit stets ein wichtiger Teil des Herstellungsprozesses bleibt. Die verwendeten Rezepturen und Füllmengen wurden im Lauf der Firmengeschichte kaum verändert, um die gewohnte Qualität und Kundenfreundlichkeit aufrechtzuerhalten. Seine Leidenschaft für das Handwerk beschreibt Gräber als „einen ganz klaren Traumberuf“. Trotz der täglichen Arbeit mit süßen Verführungen und dem süßen Duft der Schokolade, der das gesamte Werksgelände durchzieht, ist er dennoch professionell und genießt hin und wieder kleine Naschereien.
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