Nussknacker Schokolade Lidl Herkunft und Hersteller

Beim Anblick der Schokolade im Supermarktregal läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Doch muss es immer das teure Markenprodukt sein oder sind günstige Varianten genauso gut?

Markenprodukt oder Eigenmarke: gleiche Hersteller, unterschiedlicher Preis

Kaum steht Milka, kinder oder Rittersport auf der Schokoladenpackung, schon muss tiefer in die Tasche gegriffen werden als bei No-Name-Produkten. Dabei dürfen die schokoladigen Eigenmarken der Supermärkte und Discounter nicht unterschätzt werden. Oft stecken nämlich dieselben Hersteller hinter den Produkten.

Wenn hinter Markenprodukten und Eigenmarken der Supermärkte und Discounter oftmals dieselben Hersteller stecken, stellt sich die Frage, weshalb beide Produkte nicht einfach zu einem ähnlichen Preis angeboten werden. Schließlich müssten die Kosten in der Herstellung identisch sein. Bei den Preisunterschieden geht es nicht etwa um eine andere Zusammensetzung der Zutaten. Vielmehr spielt die Weiterentwicklung der Ware sowie das Image des Unternehmens dabei eine große Rolle. Dadurch können die Markenprodukte vor allem auch durch Werbung weiterhin finanziert werden. Hinzu kommt, dass Hersteller von Markenprodukten natürlich hauptsächlich gerne ihre teuren Produkte verkaufen würden, als günstigere Doppelgänger. Es gibt allerdings Supermärkte und Discounter, die sich diese nicht leisten können oder wollen. Deshalb ist es für die Hersteller wirtschaftlich immer noch besser, ähnliche Produkte zu einem günstigeren Preis unter einem anderen Namen zu verkaufen und dauerhaft produzieren zu können, als eine nicht vollständig ausgelastete Produktionsstätte.

Woran man erkennt, ob Markenprodukt und Eigenmarke vom selben Hersteller stammen

  • Adressen können ein Indiz für den Hersteller sein: Rewe oder auch Aldi drucken beispielsweise den Namen des Produzenten von Eigenmarken meist auf die Packung. Es kann nämlich der Fall sein, dass auf dem Produkt der Eigenmarke die Adresse eines Warenlagers angegeben ist, während auf dem Markenprodukt der Firmensitz abgedruckt ist. Eine ähnliche Postleitzahl wäre in diesem Fall ein Indiz für denselben Hersteller.
  • Nährwertangaben und Zutatenliste: Diese sind meist auf der Rückseite der Produkte zu finden. Sind diese bei Markenprodukt und Produkt der Eigenmarke identisch, so könnte auch das ein Hinweis auf denselben Hersteller sein.
  • Etikett genau ansehen: Manchmal kommt es sogar vor, dass der Name des Markenartikels kleingedruckt auf dem Etikett des Eigenmarkenprodukts zu finden ist. Es lohnt sich also, genau hinzusehen.
  • Online-Datenbanken: Im Internet kursieren mittlerweile zahlreiche Datenbanken, welche verschiedenste Lebensmittel unter die Lupe nehmen und vergleichen.

Wer produziert die Schokolade für Aldi, Lidl, Rewe und Co.?

Um Verbraucherinnen und Verbrauchern die ewige Suche nach Herstelleradressen auf der Lieblingsschokolade zu ersparen, hat „t-online“ einige Produkte aus dem Süßwarenregal genauer unter die Lupe genommen und deren Hersteller verglichen.

Die meisten Schokoladenprodukte für die Aldi-Eigenmarke "Choceur" werden von der Wiha GmbH hergestellt, einem Unternehmen unter der Schirmherrschaft der August Storck KG. Die Wiha GmbH ist als Tochterunternehmen von Storck speziell dafür zuständig, Süßwaren exklusiv für Aldi herzustellen.

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Die August Storck KG produziert unter anderem Süßwaren wie „Merci“, „Dickmann's“ oder „Toffifee“. Storck ist ein Name, der für Tradition im Land steht. Heute beschäftigt Storck nach Eigenangaben mehr als 8300 Mitarbeiter an 22 Standorten weltweit. Zu den bekanntesten Marken des Unternehmens zählen Knoppers, Toffifee, Merci, Dickmann’s und Werther’s Original - Produkte, die in keinem Süßwarenregal fehlen dürfen.

Die Nussknacker-Schokolade von Choceur wird also von einem echten Branchenriesen produziert - und das zum günstigen Discounterpreis. Das zeigt: Auch hinter scheinbar einfachen Produkten steckt oft große Markenkompetenz. Die Nussknacker-Schokolade ist eines der beliebtesten Produkte aus dem Choceur-Sortiment. Die Nussknacker-Schokolade von Choceur zählt zu den echten Klassikern im Sortiment von Aldi. Für viele Deutsche ist sie ein Kultprodukt, das beim Einkauf im Discounter regelmäßig im Warenkorb landet.

Choceur Nussknacker Verpackung und Herstellerangabe

Welche Hersteller beliefern Lidl, Penny, Rewe und Kaufland?

Die Stollwerck GmbH erzeugt außerdem Schokoladenware für die Eigenmarken von Lidl, Rewe und Co. Die "Choceur Alpenmilch 100 Gramm"-Schokolade hingegen stammt von der Stollwerck GmbH. Bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen: Hergestellt wird „Choceur“ von Wiha GmbH, einem Unternehmen der August Storck KG.

Eine beliebte Eigenmarke für Süßwaren bei Lidl nennt sich „Fin Carré“. Sorten wie beispielsweise „fin Carré Alpenmilch“ oder „fin Carré Nuss Kracher Voll-Nuss“ produziert die Solent Übach-Palenberg GmbH & Co. KG. Das Unternehmen fungiert exklusiv als Lebensmittelhändler der Schwarz-Gruppe, also Kaufland und Lidl.

Ausnahmen wie beispielsweise die Sorte „fin Carré Bubble Vollmilch Luftschokolade“ oder „fin Carré King Size Neo“ werden hingegen von der Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG produziert, die unter anderem zur Krüger Group gehören. Diese gehört zu den weltweit führenden Schokoladenherstellern und produziert unter anderem auch für bekannte Marken wie Trumpf, Aero und Schogetten. Doch nicht nur für Lidl, auch andere Discounter und Supermärkte wie beispielsweise Rewe und Kaufland beliefert der Konzern.

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Auch für Penny produziert Stollwerck GmbH Schokoladenprodukte. Die Rede ist von der Eigenmarke „Choco'la“ mit ihrer „Very Fair Schokolade“ und der „Best Moments“-Schokolade. Es gibt allerdings einige Ausnahmen: So stammt beispielsweise die Sorte „Choco'la Ganze Mandeln in Vollmilchschokolade mit ganzen Mandeln“ von Ludwig Schokolade GmbH - einem Mitglied der Krüger Group.

Bei Rewe stammen zahlreiche Eigenmarkenprodukte in Sachen Schokolade von der Stollwerck GmbH. Produkte der Rewe-Eigenmarke „Ja!“ wie beispielsweise „Ja! Alpen-Vollmilch Schokolade“ oder „Ja! Brownie Edel-Vollmilch Schokolade 190 Gramm“ stammen aus der Herstellung der Firma. Doch auch der Schweizer Konzern Halba liefert Rewe zahlreiche Schokoladenprodukte. Vor allem Artikel aus der Eigenmarkenreihe „Rewe Beste Wahl“, wie etwa die Bourbon Vanille Schokolade oder Edel Bitter stammen aus dieser Herstellung.

„K Classic“ gilt als beliebte Eigenmarke bei Kaufland. So zum Beispiel die „K Classic Alpenvollmilch Traube-Nuss 100 Gramm“, die von der Ludwig Schokoladen GmbH & Co. KG hergestellt wird. Doch auch für Kaufland ist die Stollwerck GmbH erneut ein wichtiger Hersteller. Produkte wie „K Classic Edel Alpen Sahne Schokolade 200 Gramm“ oder „K Classic Edel Rum Traube Nuss 200 Gramm“ gehen darauf zurück. Somit kann die Stollwerck GmbH als besonders wichtiger Hersteller von Schokoladenprodukten für Eigenmarken von Supermärkten und Discountern gesehen werden.

Produktionsanlagen Storck / Stollwerck (symbolisch)

Vergleich: Nussanteil, Zucker und Aromastoffe in Nuss-Schokolade

Unter den Schokoladentafeln, die im "Teuer oder Billig"-Test untersucht wurden, befanden sich drei Produkte von den Marken Lindt (1,92 €), Ritter Sport (1,12 €) und Milka (0,95 €) sowie die vergleichsweise günstigeren Alternativen von den Discountern Real (0,79 €), Netto und Aldi Süd (jeweils 0,75 €). Die Preise, die sich auf die jeweils gleiche Menge an Nussschokolade beziehen, unterscheiden sich recht deutlich. Doch wie sieht es bei den Inhalten aus? Sind die teuren Markentafeln auch ihr Geld wert?

Ernährungswissenschaftlerin Sabine Reichhold hat sich die sechs verschiedenen Produkte genauer angesehen. Auf den ersten Blick erkennbar ist die Tatsache, dass die Schokolade von Aldi Süd ("Nussknacker") wesentlich mehr Nüsse beinhaltet als die Milka-Schokolade. Während alle günstigeren Sorten im Schnitt 27 Gramm Nüsse enthielten, sind es bei Milka lediglich 20 Gramm. Die Expertin führt die Einsparung bei Milka darauf zurück, dass in den letzten Jahren die Preise für Haselnüsse drastisch angestiegen sind. Deshalb gehe der Hersteller sparsamer damit um.

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Doch neben dem Nüssen und Kakao gibt es noch einen weiteren Inhaltsstoff, welcher untersucht wurde: der Zucker. Die Netto-Schokolade hat dabei am wenigsten Zucker mit rund 37 Gramm je 100-Gramm-Tafel. Stolze zehn Gramm mehr hat die Edelmarke Milka mit 47 Gramm. Demnach besteht also fast die Hälfte der Tafel aus Zucker.

Vanillin oder Vanilleextrakt? Die Tafeln von Real, Milka und Lindt enthalten das Aroma "Vanillin" - bei den Produkten von Aldi Süd, Netto und Ritter Sport wird natürliches Vanilleextrakt verwendet. Während Letzteres zu 100 Prozent von echten Vanilleschoten stammt, ist Vanillin ein rein chemischer Aromastoff.

Stiftung Warentest und weitere Testergebnisse

Stiftung Warentest untersuchte 2018 insgesamt 24 Tafeln Schokolade. Dabei wurde vor allem auf den Geschmack, das Aussehen und die Konsistenz der Produkte geachtet. Das Ergebnis zeigt auch hier: Das Markenprodukt ist nicht immer gleich das beste. Platz eins belegte nämliche eine Schokolade, die zu den eher unbekannteren Marken gehört: „Die gute Schokolade“. Die gibt es bei Rewe, Edeka und Co. sogar für einen fairen Preis.

Die Aldi Süd Nussknacker Edel-Vollmilchschokolade mit ganzen Haselnüssen wurde in der Ausgabe 12/2013 der Stiftung Warentest mit der Note 2,4 ("gut") bewertet. Im Test wurden insgesamt 26 Nuss-Schokoladen verschiedener Hersteller untersucht. Dabei schnitten Edelmarken wie Lindt, Feodora und Hachez am besten ab. Die Aldi Süd Nussknacker teilte sich mit anderen günstigeren Alternativen wie Nussbeisser von Aldi Nord und Fin Carré von Lidl eine gute Bewertung.

Die sensorische Beurteilung der Aldi Süd Nussknacker wurde mit der Note 2,0 ebenfalls als "gut" bewertet. Der Geschmack wurde als kräftig süß mit deutlicher Kakao- und Milchnote sowie einer markanten Röstnote beschrieben. Die Nüsse wurden als leicht knackig und bissfest wahrgenommen. Der Nussanteil der Aldi Süd Nussknacker wurde mit 28 Prozent gemessen, was den deklarierten 27 Prozent entspricht. Der Kakaoanteil lag bei 32 Prozent, was ebenfalls der Deklaration entspricht.

Mit einem Preis von etwa 0,59 Euro pro 100 Gramm ist die Aldi Süd Nussknacker eine vergleichsweise günstige Option im Vergleich zu teureren Markenprodukten.

Vergleichstabelle Nussanteil und Zucker (symbolisch)

Sicherheitsaspekte: Mineralöl-Rückstände und Deklaration

Als generelles Problem bei Schokoladen ist das Vorhandensein von Mineralöl-Rückständen zu nennen. Als schließlich die verschiedenen Nuss-Schokoladen im Labor untersucht wurden, konnten in der Eigenmarke "Tip" von Real Mineralöl-Rückstände nachgewiesen werden, welche gesundheitlich bedenklich seien. Die Rückstände können sich in verschiedenen Organen ablagern und zu Schäden bei den Lymphknoten und der Leber führen. Stiftung Warentest hat in fast allen getesteten Schokoladen aromatische Mineralöle nachgewiesen, die als potenziell krebserregend gelten. Die Mengen waren jedoch geringer als in früheren Tests von Adventskalender-Schokoladen. Die Schokoladenindustrie forscht derzeit an Möglichkeiten, die Mineralölbelastung in Produktion und Lieferkette zu reduzieren.

Einige Schokoladen fielen im Test negativ auf, darunter Produkte von Rapunzel, Ritter Sport und Kaufland, die durch falsche Angaben auf der Zutatenliste kritisiert wurden. Die Deklaration wurde bei manchen Produkten beanstandet; in Bezug auf die Inhaltsstoffe wurden bei der Aldi Süd Nussknacker jedoch keine bedenklichen Stoffe gefunden. Die Deklaration wurde dort mit der Note 3,5 als "befriedigend" bewertet.

Warum Eigenmarken oft günstiger sind

Eigenmarken sind günstiger, weil Supermärkte sowie Discounter direkt bei Herstellern in großen Mengen produzieren lassen und somit teure Zwischenhändler umgehen. Sie verzichten zudem auf kostspielige Werbung und setzen auf weniger aufwändige Verpackungen. Diese Einsparungen werden an die Kunden weitergegeben. Die Eigenmarken unterscheiden sich immens im Preis - in der Regel sind diese nämlich deutlich billiger. Wer bei Aldi einkaufen geht, muss sich für die günstigeren Produkte oft bücken. Denn die oberen Regale, auf Blickhöhe der Kunden, bieten Platz für die Markenware.

Nur weil die Eigenmarke von Aldi günstiger ist, heißt es also nicht, dass weniger Qualität dahinter steckt. Im Gegenteil: Wie dieser Fall beweist, unterläuft die Nussknacker-Schokolade den gleichen Herstellungsprozess wie die anderen Schokoladen von Storck. Dazu werden teils ähnliche, teils identische Zutaten verwendet. Auch Stiftung Warentest bestätigt in regelmäßigen Abständen, dass günstige Eigenmarken in vielen Fällen mit den teuren Markenprodukten mithalten können.

Herstellungsprozess von Schokolade (Erklärvideo)

Welche Marken produziert Storck noch für Discounter?

Neben der Aldi-Schokolade Choceur ist die Firma Storck auch als Hersteller weiterer Eigenmarken-Produkte aktiv. So produziert Storck für Aldi auch unter den Marken Château, van Bolten Nussbeisser, Riquet Nussknacker, Scholetta Riesen Schoko Küsse und Bermont Kräuterli. Auch die "Choceur Alpensahne", die "Feine Weisse" und weitere Schokoladensorten stammen aus den Produktionsstätten des Traditionsunternehmens. Produkte der eigenen Marke wie Toffifee oder Knoppers, sind in den Aldi-Filialen im Vergleich nur wenig vertreten.

Die identische Adresse auf der Rückseite der „Nussbeisser“-Schokolade und den bekannten Storck-Produkten legt nahe, dass die Süßigkeiten aus demselben Werk stammen. Die WIHA GmbH, Paulinenweg 12, 33790 Halle (Westfalen) ist als Hersteller der Aldi Süd Nussknacker angegeben. Wer sich mit der deutschen Süßwarenindustrie auskennt, wird stutzig: Am gleichen Standort befindet sich auch das Werk der August Storck KG, einem der größten und renommiertesten Süßwarenhersteller Deutschlands. Wie Recherchen über das Unternehmensportal Northdata zeigen, ist die WIHA GmbH tatsächlich Teil der Storck-Gruppe.

Praktische Hinweise für Verbraucher

  • Wer sparen will, kann oft bedenkenlos zur Eigenmarke greifen: Viele Discounter-Eigenmarken sind qualitativ vergleichbar mit Markenprodukten.
  • Beim Vergleich lohnt sich ein Blick auf Zutatenliste, Nährwertangaben und Herstelleradresse auf der Verpackung.
  • Für ernährungsbewusste Käufer ist wichtig: Ein hoher Zuckerkonsum kann zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen.

Markenprodukte werden im Handel oft als No-Name-Produkte getarnt. Auch hinter der Eigenmarke von Aldi steckt ein namhafter Schokoladenproduzent. Viele Kunden legen zunehmend Wert darauf, beim Wocheneinkauf zu sparen. Der Griff zu den Eigenmarken der Discounter ist dabei eine beliebte Methode, um den Einkauf günstig zu halten. Denn trotz ihres Preises unterscheiden sich die Alternativen der Eigenmarken nicht signifikant von den Markenprodukten. Teilweise stammen diese sogar von demselben Hersteller wie die Markenwaren, sowie bei der Schokoladen-Eigenmarke Choceur bei Aldi.

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