Null-Kalorien-Schokolade: Fakten und Mythen rund um den Genuss
Schokolade ist eine der beliebtesten Süßigkeiten weltweit und kommt in unzähligen Geschmacksrichtungen und Variationen vor. Obwohl sie oft als ungesund gilt, da sie viel Fett und Zucker enthält, gibt es auch Aspekte, die für einen moderaten Konsum sprechen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten von Schokolade, ihre Inhaltsstoffe, gesundheitlichen Auswirkungen und Mythen, die sich um sie ranken.
Schokolade: Inhaltsstoffe und Kalorien
Schokolade besteht hauptsächlich aus Kakaomasse, Zucker und Kakaobutter. Je nach Sorte können weitere Zutaten wie Milchpulver, Vanille oder Sahnepulver hinzugefügt werden. Die Zusammensetzung variiert je nachdem, ob es sich um Vollmilch-, weiße oder dunkle Schokolade handelt. Zartbitterschokolade enthält mehr Kakao und dadurch weniger Zucker, aber mehr Fett. Vollmilch- und weiße Schokolade enthalten entsprechend mehr Zucker und weniger Fett.
Der Kaloriengehalt schwankt aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung. Im Durchschnitt liefert eine 100-Gramm-Tafel Schokolade 500 bis 600 Kilokalorien (2.093 bis 2.512 Kilojoule). Keine der Schokoladensorten ist also kalorienarm.
Ist Schokolade gesund?
Die Frage, ob Schokolade gesund ist, wird immer wieder diskutiert. Der Kakao in der Schokolade enthält einige gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Erste Analysen von Langzeitstudien deuten darauf hin, dass ein regelmäßiger Schokoladengenuss den Blutdruck positiv beeinflusst und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senkt. Dies könnte an den in der Kakaobohne enthaltenen Flavonoiden liegen. Flavonoide sind Pflanzenstoffe, die zur Gruppe der Polyphenole gehören und zu den Antioxidantien zählen. Ihre positive Wirkung auf die Gesundheit im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung gilt als belegt.
Die genannten Studien sind jedoch nur begrenzt aussagekräftig, da andere Gründe für diesen Effekt nicht sicher ausgeschlossen werden konnten. Kakao enthält zudem Mineralstoffe wie Magnesium und Eisen sowie Ballaststoffe und Vitamine der B-Gruppe.
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Macht Schokolade glücklich?
Schokolade enthält verschiedene Stoffe, denen eine stimmungsaufhellende Wirkung zugeschrieben wird. Kakaopulver enthält Theobromin, das ähnlich wie Koffein den Kreislauf anregt und die Stimmung verbessern kann. Ebenfalls stimmungsaufhellend können Phenylethylamin, das Cannabinoid Anandamid sowie die Serotonin-Vorstufe Tryptophan wirken.
Der stimmungsaufhellende Effekt kann jedoch nicht hinreichend durch die genannten Inhaltsstoffe erklärt werden, da die Mengen in Schokolade zu gering sind. Vermutlich sorgen auch psychische Faktoren dafür, dass wir uns glücklicher fühlen, wenn wir Schokolade essen. Studien haben gezeigt, dass Schokolade die Ausschüttung verschiedener Hormone wie Dopamin und Endorphine aktiviert, die Stresshormone hemmen und die Stimmung aufhellen. Vor allem die in der Schokolade enthaltenen Flavonoide haben einen Einfluss auf die Stresshormone.
Warum zu viel Schokolade ungesund ist
Auch wenn Schokolade einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben kann, sollte man nicht vergessen, dass Schokolade eine Süßigkeit ist, die viel Fett, Zucker und Kalorien enthält. Wer regelmäßig größere Mengen konsumiert, erhöht sein Risiko für Übergewicht und damit einhergehende Erkrankungen deutlich. Die gesunden Flavonoide stecken auch in vielen anderen Lebensmitteln wie Obst oder Kohl.
Ein hoher Konsum von zucker- und kohlenhydratreichen Lebensmitteln steht zudem im Verdacht, Akne und Pickel zu begünstigen. Die Entstehung der gewöhnlichen Akne (Acne vulgaris) unterliegt jedoch diversen Einflussfaktoren, die wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt sind. Zudem sorgt der in Schokolade enthaltene Zucker dafür, dass die Wahrscheinlichkeit, Karies zu bekommen, zunimmt.
Schadstoffe in Schokolade
Kakao kann - je nach Standort des Kakaobaums - mit Cadmium belastet sein. Dies trifft vor allem auf Kakaopulver aus Südamerika zu, da Kakaopflanzen dort häufig auf vulkanischem Boden wachsen, der viel Cadmium enthält. Da dunkle Schokolade den höchsten Kakaoanteil aufweist, hat sie auch den größten Cadmiumgehalt.
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Cadmium ist ein chemisches Element, das in größeren Mengen Schäden an Nieren und Knochen hervorrufen kann. In der Europäischen Union darf Kakaopulver seit 2019 einen Wert von 0,6 Milligramm Cadmium pro Kilogramm nicht überschreiten. Außerdem sollte man seinen Schokoladenkonsum aufgrund des erhöhten Aluminiumgehalts in Kakao besser in Grenzen halten. Auch Aluminium kommt im Boden vor und kann so in die Pflanze gelangen.
Die verschiedenen Schokoladensorten
Schokolade gibt es in diversen Sorten und Geschmacksrichtungen - von ganz hell bis ganz dunkel, mit Nüssen, Nougat oder Fruchtstückchen. Die Kakaoverordnung regelt die Verwendung der Bezeichnung "Schokolade". Schokolade muss je nach Sorte bestimmte Anteile an Kakaomasse und Kakaobutter enthalten, damit sie den Namen tragen darf. Kakaomasse wird aus gemahlenem Kakaobohnenbruch hergestellt. Kakaobutter ist das Fett aus den Kakaosamen.
Vollmilchschokolade
Vollmilchschokolade muss mindestens zu 12 Prozent aus Kakaomasse und zu 18 Prozent aus Kakaobutter bestehen. Sie enthält außerdem 22 Prozent Milchpulver und etwa 46 Prozent Zucker. Ihr Fettgehalt liegt bei rund 30 Prozent.
Dunkle Schokolade
Dunkle Schokolade muss mindestens zur Hälfte aus Kakao bestehen, damit sie sich so nennen darf. Davon entfällt der größte Teil auf die Kakaomasse und ein kleiner auf Kakaobutter. Schokolade mit einem Kakaoanteil von 50 bis 60 Prozent heißt Halb- beziehungsweise Zartbitterschokolade. Bei über 60 Prozent nennt man sie Extra- oder Edelbitter. Es gibt sogar Schokolade mit über 90 Prozent Kakaoanteil.
Je mehr Kakao, desto weniger Zucker und desto mehr Fett ist enthalten, da Kakao sehr fetthaltig ist. Deshalb ist Bitterschokolade auch die kalorienreichste Sorte. Dafür enthält zum Beispiel eine Edelbitterschokolade mit 85 Prozent Kakaoanteil nur noch 14 Prozent Zucker. Dunkle Schokolade gilt als die gesündeste Schokoladensorte, auch wenn sie etwas mehr Kalorien hat.
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Weiße Schokolade
Weiße Schokolade erhält ihre helle Farbe dadurch, dass sie nur Kakaobutter (28 Prozent) und keine braune Kakaomasse enthält. Mit bis zu 55 Prozent Zucker stellt sie die ungesündeste Variante dar. Ihr Fettgehalt liegt etwas über dem von Milchschokolade.
Zuckerfreie Schokolade
Wer möglichst wenig Zucker zu sich nehmen will und zugleich auf die süße Nascherei nicht verzichten möchte, für den gibt es ein wachsendes Angebot an fast zuckerfreier Schokolade. Fast, denn den Produkten ist zwar kein Zucker zugesetzt - Zutaten wie Milchpulver enthalten jedoch von Natur aus kleinere Mengen Zucker.
Den zuckerfreien Varianten wurde ein Zuckeraustauschstoff wie Maltit oder Erythrit als Süßungsmittel zugefügt. Schokolade ohne Zucker hat durchschnittlich etwas weniger Kalorien als das Original, ihr Fettgehalt ist ähnlich.
Vegane Schokolade
Auch das Angebot an veganen Schokoladensorten wächst. Die Milchbestandteile werden darin durch Alternativen auf Basis von Hafer, Reis, Mandel oder Soja ersetzt. Genau genommen dürfen die entsprechenden Produkte dann nicht mehr Schokolade genannt werden. Deshalb stehen auf der Verpackung häufig Bezeichnungen wie "Kuvertüre". Da dunkle Schokolade generell keine Milchbestandteile enthält, ist sie häufig vegan.
Schoko-Mythen auf dem Prüfstand
Um Schokolade ranken sich viele Mythen. Hier sind einige der häufigsten im Check:
- Dunkle Schokolade ist immer hochwertiger: Falsch. Die Qualität hängt von der Verarbeitung der Kakaobohnen ab. Hochwertige Hersteller verarbeiten die ganze Bohne inklusive der Kakaobutter, während industrielle Hersteller die Kakaobutter extrahieren und durch billige Öle ersetzen.
- Dunkle Schokolade ist gesund: Es kommt darauf an. Dunkle Schokolade enthält weniger Zucker und mehr gesunde Kakaomasse mit Ballaststoffen, Antioxidantien und Vitamin D. Allerdings können auch hier ungesunde Ersatzfette enthalten sein.
- Schokolade verursacht unreine Haut: Nicht unbedingt. Schuld an Pickeln sind eher der zugefügte raffinierte Zucker, die fetthaltigen Öle und das Milchpulver in minderwertiger Schokolade.
- Schokolade macht dick und erhöht den Cholesterinspiegel: Bei maßvollem Genuss ist das unwahrscheinlich. Der Fettanteil in Schokolade besteht hauptsächlich aus Stearinsäure, die den Cholesterinspiegel stabilisiert. Übergewicht ist eher das Resultat von schlechter Ernährung, mangelnder Bewegung und genetischer Veranlagung.
- Schokolade macht süchtig: Zumindest zum Teil. Schokolade enthält Theobromin, ein anregendes Alkaloid, das eine ähnliche Wirkung wie Koffein hat. Außerdem aktiviert der Zucker und das Fett in der Schokolade das Belohnungssystem im Gehirn.
Innovationen auf dem Schokoladenmarkt
Die Schokoladenindustrie ist ständig in Bewegung und bringt innovative Produkte auf den Markt.
- Hitzebeständige Schokolade: Der Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat ein Kakaoprodukt namens "Vulcano" entwickelt, das hitzebeständiger ist und weniger Kakaobutter enthält.
- Schokolade mit Fruchtsaft: Britische Forscher haben eine Schokolade entwickelt, bei der ein Teil des Fettes durch Fruchtsaft-Tröpfchen ersetzt wurde.
- Schokolade mit Kakaosaft: Ritter Sport hat mit "Cacao y Nada" eine Schokolade vorgestellt, die ausschließlich aus Kakao besteht und mit Kakaosaft gesüßt wird.
- Schokolade mit Kakaofruchtpulver: Lindt & Sprüngli hat eine Schokolade auf den Markt gebracht, die mit Kakaofruchtpulver des Startups Koa gesüßt ist.
- Schokolade mit Zuckeralternativen: Zotter bietet eine Linie von Schokoladen an, die mit Zuckeralternativen wie Datteln, Kokosblütenzucker oder Erythrit gesüßt sind.
- Vegane Schokolade: Valhrona hat mit "Amatika 46 %" eine vegane Grand-Cru-Schokolade auf den Markt gebracht, die aus Madagaskar-Kakao und Mandeln besteht.
Schwedische Schokoladenkultur
Besonders faszinierend ist die schwedische Schokoladenlandschaft. Von traditionsreichen Klassikern bis hin zu modernen Kreationen bietet sie alles, was das Herz eines Schokoladenliebhabers begehrt. Unter den schwedischen Schokoladenmarken ist Marabou die unbestrittene Königin. Seit ihrer Gründung im Jahr 1916 steht Marabou für höchste Qualität und unvergleichliche Cremigkeit. In jeder Tafel dieser Marke spiegelt sich die perfekte Kombination aus Tradition, handwerklichem Können und der Liebe zum Detail wider. Neben Marabou sind vor allem Fazer und Cloetta als zentrale Figuren in der schwedischen Süßwarenlandschaft zu nennen. Fazer, ursprünglich aus Finnland, ist bekannt für seine beliebten Schokoladen- und Lakritzsorten.
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