Milka Keks Schokolade: Inhaltsstoffe und Besonderheiten
Milka Schokolade ist eine beliebte Traditionsmarke, die seit den 1970er-Jahren durch ihre lila-weiße Kuh als Werbefigur unverkennbar ist. Viele Menschen haben Milka-Produkte zu Hause und verbinden die Marke mit Qualität. Doch was steckt wirklich in der Milka Keks Schokolade und wie unterscheidet sie sich in Zutaten, Verarbeitung und Transparenz von anderen Vollmilchschokoladen?
Grundaufbau der Rezeptur: Zucker, Milch und Kakao
Die Grundzutaten für jede Tafel Milka Schokolade sind Kakao, Milch und Zucker. Die Zutatenliste der Milka Alpenmilch Schokolade (als Beispiel) liest sich wie folgt: Zucker, Kakaobutter, Magermilchpulver, Kakaomasse, Süßmolkenpulver (aus Milch), Butterreinfett, Haselnüsse, Emulgatoren (Sojalecithin, E476), Aroma.
Zucker steht meist an erster Stelle der Zutatenliste und ist somit der Hauptbestandteil. Die erste Zutat der Liste und damit größter Bestandteil eines Schokohasen ist in der Regel Zucker - und nicht Kakao. Das bedeutet, dass der Hase in erster Linie süß schmeckt. Reiner Kakao ist von Natur aus bitter. Meist wird Saccharose, also Haushaltszucker, verwendet, um Geschmack und Konsistenz zu beeinflussen. Üblicherweise kommt dabei mittelfeiner Zucker zum Einsatz, der für die typische Schokoladentextur sorgt.
Kakaobutter und Kakaomasse: Fett und Geschmack
Kakaobutter, das Fett der Kakaobohne, steht oft an zweiter oder dritter Stelle in der Zutatenliste. Es muss in allen Schokoladen enthalten sein und sorgt für ein angenehmes Schmelzgefühl. Kakaomasse besteht aus gemahlenen Kakaobohnen und ist verantwortlich für den schokoladigen Geschmack. Auch hier ist bei der Schokoladenherstellung ein Mindestanteil festgeschrieben, der je nach Sorte variiert.
Die EU erlaubt jedoch, bis zu 5 Prozent des Kakaobutteranteils durch günstigere Fette wie Palmfett zu ersetzen. Die Verwendung von Palmfett ist umstritten, da es oft mit Umweltproblemen wie Entwaldung in Verbindung gebracht wird.
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Milchbestandteile: Magermilchpulver, Süßmolkenpulver, Butterreinfett
Die Milch kommt als Pulver in die Schokolade. Magermilchpulver, Süßmolkenpulver (aus Milch) und Butterreinfett sind typische Milchbestandteile in Milka Produkten. Die Milch wird für die Milka Alpenmilch Schokolade zu Milchpulver und Butterreinfett verarbeitet. Bei jedem Liter Milch, den wir von unseren Lieferanten erhalten, stellen wir damit sicher, dass dieser zu 100 Prozent aus den Tälern und Hochtälern der Alpen sowie aus dem Alpenvorland stammt.
Süßmolkenpulver entsteht als Nebenprodukt bei der Herstellung von Käse und besteht etwa zu 76 Prozent aus Milchzucker (Lactose). Die Zutat wird häufig für die Konsistenz und strukturgebende Eigenschaften eingesetzt, erhöht aber gleichzeitig den Zuckergehalt der Schokolade.
Zusatzstoffe: Emulgatoren, Aromen, Backtriebmittel
Emulgatoren wie Sojalecithin (E 322) und Polyglycerin-Polyricinoleat (E 476) sorgen dafür, dass sich zwei normalerweise nicht miteinander mischbare Substanzen wie etwa Öl und Wasser miteinander verbinden. Sojalecithin sorgt dafür, die Schokolade geschmeidig zu halten. Dieser Effekt kann auch durch die Zugabe von Kakaobutter erreicht werden. Um jedoch zusätzliche Kosten zu sparen, dient häufig Sojalecithin als technologischer Helfer, um die gewünschte Konsistenz zu erreichen.
Polyglycerin-Polyricinoleat, E 476 (beim Schokohasen von Milka eingesetzt) dient unter anderem als Stabilisator. Die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (ADI) beträgt 25 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Mit gut 100 Gramm Schokolade, die den Emulgator enthält, können Kinder* die sichere Aufnahmemenge pro Tag überschreiten. Es ist wichtig zu beachten, dass der ADI-Wert die Menge angibt, die täglich über die gesamte Lebensdauer ohne erkennbares Gesundheitsrisiko aufgenommen werden kann. Kurzfristige Überschreitungen des ADI-Werts stellen demnach in der Regel kein Gesundheitsrisiko dar. Der Zusatzstoff ist dennoch toxikologisch umstritten, da in Tierversuchen Gesundheitsschäden an Leber und Niere beobachtet wurden.
Steht in der Zutatenliste lediglich „Aroma“ (bei den Schokohasen von Lindt und Milka eingesetzt), handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um chemisch hergestelltes (synthetisiertes) Aroma. Vanillin kann künstlich hergestellt sein oder aus natürlichen Quellen stammen. Die natürliche Quelle muss dabei nicht unbedingt eine Vanilleschote sein. Vanillin kann beispielsweise mithilfe von Mikroorganismen aus Zuckerrübenschnitzeln produziert werden. Das ist wesentlich günstiger, als die Herstellung aus der echten Vanille. Die Kennzeichnung "natürliches Aroma" ist in diesem Fall zulässig.
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Keks- und Nusskomponenten: Weizen, Haselnussmasse und mehr
Milka Keks Schokolade kombiniert die Alpenmilchschokolade mit knusprigem Keks. Zutatenlisten von Produkten wie Milka Mmmax Schoko & Keks nennen: Zucker, pflanzliche Fette (Palm, Palmkern), Weizenmehl, Magermilchpulver, Kakaobutter, Kakaomasse, Süßmolkenpulver (aus Milch), Butterreinfett, fettarmes Kakaopulver (1%), Weizenstärke, Glukosesirup, Emulgator (Sojalecithine), Haselnussmasse, Backtriebmittel (E501, E500, E503), Speisesalz, Aromen, Säureregulator (E524).
Haselnussmasse wird meist nur in geringen Mengen beigemischt, um das Aroma abzurunden. In der Bezeichnung des Produktes kommt Haselnuss jedoch nicht immer vor. Manche Keksvarianten enthalten zudem Weizenmehl und Weizenstärke; daher sind diese Produkte nicht glutenfrei.
Versteckte Zucker und Süßungsmittel
Versteckte Zucker finden sich in Form von Süßmolkenpulver, Milchzucker und Gerstenmalzextrakt. Gerstenmalzextrakt verleiht der Schokolade eine harmonische Abrundung und eine leicht karamellige Note. Der dunkel gefärbte, süßliche Sirup entsteht durch den weitgehenden Abbau von Stärke zu Malzzucker, wodurch sein Zuckeranteil auf über 50 Prozent steigt.
Gesundheitliche Aspekte: Zucker, Laktose, Allergene
Ein hoher Zuckerkonsum kann zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen. Laktose ist Bestandteil aller Produkte, die aus Milch hergestellt werden; dieses Produkt enthält Laktose. Die Einschätzung beruht auf der Analyse der Verpackungsangaben. Gluten ist ein Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten wie Weizen vorkommt; Produkte mit Weizenmehl enthalten daher Gluten. Das Zutatenverzeichnis informiert über die im Produkt enthaltenen Zutaten in absteigender Reihenfolge. Das deutsche Lebensmittelrecht schreibt vor, dass allergene Zutaten im Zutatenverzeichnis hervorgehoben werden müssen.
Nachhaltigkeit und Palmöl: Problemfelder und Kennzeichnung
Folgender Inhaltsstoff ist aus Bestandteilen der Ölpalme hergestellt: Palmöl. Milka Alpenmilch Schokolade enthält kein Palmöl; wir verwenden Palmöl in einigen unserer Schokoladenfüllungen, Kuchen- und Keksprodukten. Palmöl ist bei Zimmertemperatur streichzart und ermöglicht deshalb eine cremige Konsistenz, wie das zum Beispiel bei Pralinenfüllungen gewünscht ist.
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Die Palmölproduktion führt in Indonesien und Malaysia zur massiven Zerstörung von Regenwäldern und Torfgebieten. Um Platz für Ölpalmplantagen zu schaffen, werden grosse Flächen von Regenwäldern gerodet. In Indonesien sind bereits über zwei Drittel der Regenwälder zerstört und zahllose Lebewesen vom Aussterben bedroht. Durch die Waldzerstörung wird so viel Kohlendioxid freigesetzt, dass Indonesien zum drittgrössten Treibhausgasemittenten geworden ist - nach den USA und China. Für den Anbau von Ölpalmen werden die Torfböden entwässert, wobei Kohlendioxid und Methangas freigesetzt wird. Zusätzlich wird bei der Brandrodung und den damit einhergehenden, alljährlichen Torf- und Buschbränden viel CO2 emittiert.
Palmöl kann als nachhaltig bezeichnet werden, wenn seine Produktion nicht zu Regenwald- und Torflandzerstörung und/oder zu sozialen Konflikten führt. Der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) geht zwar mit seinen Kriterien zur Zertifizierung in die richtige Richtung, wird aber leider auch von vielen Firmen als grünes Feigenblatt missbraucht. Bio-Suisse zertifiziertes Palmöl folgt Richtlinien, welche die Rodung von Flächen mit hohem Schutzwert verbieten.
Kakaoproduktion, Transparenz und Kritik
Ein wesentlicher Kritikpunkt an großen Herstellern ist die fehlende Transparenz in der Kakaoproduktion. Anbieter Mondelez legte die Lieferkette auf Anfrage nicht offen, sodass unklar bleibt, ob das Unternehmen weiß, von welchen Bauern der Kakao stammt, der für die Herstellung der Milka Alpenmilch verwendet wird. Laut Mondelez kommt der Kakao vorwiegend von der Elfenbeinküste und aus Ghana. Ob Mondelez den Fairtrade-Mindestpreis für seinen Kakao zahlt, ist unklar. Entwaldung und verbotene Kinderarbeit sind in der Kakaoproduktion nicht auszuschließen.
Mondelez teilte mit, dass 63 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in den wichtigsten Herkunftsländern Ghana, Elfenbeinküste und Indonesien bereits kartiert wurden. Bis Ende 2019 sollten 100 Prozent kartiert sein. Wir unterstützen seit vielen Jahren internationale Organisationen und verbessern mit unserem eigenen Kakao-Nachhaltigkeitsprogramm Cocoa Life die Lebensbedingungen der Bauern und ihrer Familien vor Ort. Mehr Informationen zu unserem Engagement findest du hier: www.cocoalife.org
Qualitätsmerkmale: Woran erkennt man hochwertigere Schokolade?
- Hochwertige Varianten erkennen Sie vor allem an einem hohen Kakaobutteranteil - ersichtlich an der vorderen Platzierung in der Zutatenliste.
- Begriffe wie Butterreinfett oder die Emulgatoren Sojalecithin und E 476 deuten darauf hin, dass mit der vergleichsweise teuren Kakaobutter gespart wurde.
- Grundsätzlich gilt: Je länger die Zutatenliste, desto stärker verarbeitet ist das Produkt.
Testergebnisse und Kritikpunkte an Milka Alpenmilch
In einem Milchschokoladen-Test schnitt die Milka Alpenmilch mit dem Gesamturteil "mangelhaft" ab. Nur eine Tafel wurde noch schlechter bewertet. Das Gesamturteil beruht auf den Teilergebnissen Inhaltsstoffe sowie Kakaoproduktion und Transparenz. Das Teilergebnis Inhaltsstoffe wurde mit "ausreichend" bewertet, da der Gehalt an Mineralölbestandteilen als "stark" erhöht eingestuft wurde und Aroma zugesetzt ist. Das Teilergebnis Kakaoproduktion und Transparenz fiel mit "ungenügend" aus.
Praktische Hinweise: Lagerung, MHD und Produktinformationen
Am besten lagert man Schokolade trocken und vor Wärme geschützt bei einer Temperatur von 14 bis 18 °C. Der weißliche Überzug auf der Schokolade nennt sich „Fettreif“. Es handelt sich hierbei nicht um Schimmel, sondern die Entstehung von „Fettreif“ hat mit der Lagertemperatur und den Zutaten der Schokolade zu tun. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt an, wie lange das Produkt - bei Einhaltung der Lagerbedingungen - mindestens haltbar ist.
Produktbeispiel: Milka Mmmax Schoko & Keks (Zutatenübersicht)
| Zutatengruppe | Beispielinhalte |
|---|---|
| Grundstoffe | Zucker, Magermilchpulver, Kakaobutter, Kakaomasse |
| Fette | Pflanzliche Fette (Palm, Palmkern), Butterreinfett |
| Keks | Weizenmehl, Weizenstärke, Backtriebmittel (E501, E500, E503) |
| Emulgatoren & Aromen | Sojalecithine, Aromen, Säureregulator (E524) |
| Nüsse | Haselnussmasse |
Worauf Verbraucher achten sollten
- Lesen Sie die Zutatenliste: Die Reihenfolge zeigt den Mengenanteil an - vorne stehende Zutaten sind mengenmäßig dominanter.
- Achten Sie auf Hinweise zu Allergenen wie Milch, Nüssen oder Gluten.
- Beachten Sie Nachhaltigkeitskennzeichnungen für Palmöl und Kakao, hinterfragen Sie jedoch Greenwashing.
- Weniger verarbeitete Produkte haben meist kürzere Zutatenlisten und weniger Zusatzstoffe.
Unser Fazit in Stichworten: Ein klassischer Vollmilch Schokohase bzw. eine Vollmilchschokolade besteht hauptsächlich aus Zucker, Kakaobutter, Milchpulver und etwas Kakao. Hochwertige Varianten zeichnen sich durch einen höheren Kakaobutteranteil und kürzere Zutatenlisten aus. Transparenz in der Kakaolieferkette und der Umgang mit Palmöl und Zusatzstoffen bleiben zentrale Themen für Verbraucher, die über Geschmack hinaus auch Wert auf Umwelt- und Sozialverträglichkeit legen.
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