Herkunft des Kakaos in Milka-Schokolade: Vom Baum bis zur Lilafarbenen Tafel

Kakao ist die zentrale Zutat der Schokolade, die wir täglich genießen, und seine Herkunft sowie Verarbeitung bestimmen maßgeblich Qualität, Geschmack und soziale wie ökologische Auswirkungen der fertigen Milka-Produkte. Die Schokolade, die wir heute so gerne naschen, wird unter anderem aus den verarbeiteten Samen der Frucht des Kakaobaums hergestellt. Die Ursprünge der Schokolade reichen bis in die Zeit der Maya zurück, die sie in ihren heiligen Ritualen verwendeten.

Botanische und historische Herkunft des Kakaos

Der Kakaobaum stammt ursprünglich aus den tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas. Als Kulturpflanze findet Kakao in den Tiefen des Amazonas seinen Ursprung. Neue Untersuchungen im Hochland von Ecuador zeigen, dass Kakao hier schon seit etwa 5500 Jahren genutzt wird. Die Geschichte der Schokolade beginnt in Südamerika, wo der Ursprung des wild wachsenden Kakaos vermutet wird. In Mittelamerika war der Kakaobaum bereits vor fast 4.000 Jahren bekannt.

Bei den Maya wurde die Kakaopflanze als Allheilmittel eingesetzt, unter anderem gegen Durchfall und Geburtsschmerzen. Vor den Azteken bereiteten schon die Maya schaumige Getränke auf Basis von Kakaomasse zu, die in Wasser gekocht wurde. Sie mischten Zutaten wie Früchte, Maismehl, Gewürze und sehr oft Chilischoten bei. Dieses energiespendende Getränk wurde von Soldaten, Adligen, dem Kaiser und Priestern genossen.

Im 16. Jahrhundert brachten die spanischen Eroberer die Kakaobohnen nach Europa. Gemahlen und mit Gewürzen verfeinert, wurden sie für die Zubereitung eines Getränks verwendet, das wegen seiner medizinischen und aphrodisierenden Eigenschaften beliebt war. Dieses “Getränk der Götter“ sowie das dazugehörende Geschirr verbreiteten sich nach und nach in ganz Europa.

Kakaobaum und historische Gefäße der Maya

Anbau: Wer produziert Kakao für die Schokoladenindustrie?

Kakao wird zu 80 Prozent von Kleinbauern angebaut - weltweit sind dies etwa fünf bis sechs Millionen. Die Kakaopflanze wurde seit dem ersten Jahrtausend v. u. Z. von den Maya angebaut; zuvor war er lange eine Wildpflanze. Global sind rund sechs Millionen Menschen in der Kakaoproduktion beschäftigt und sichern damit den Lebensunterhalt für 40-50 Millionen Menschen.

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Die Früchte des Kakaobaums, Kakaoschoten genannt, enthalten dreissig bis vierzig Bohnen, die von weissem Fruchtfleisch umgeben sind. Der Anbau von Kakao benötigt viel Aufmerksamkeit und Geduld, denn Kakao ist eine sehr sensible Frucht. Erst nach fünf Jahren können Kakaofrüchte zum ersten Mal geerntet werden. Kakao wird per Hand geerntet. Mit einer Machete werden die Früchte direkt am Stamm oder an den Astgabelungen abgeschlagen.

Fermentation und Trocknung - Schritte, die Aroma formen

Den Inhalt der Kakaofrucht, also die Samen und das Fruchtfleisch, schütten die Pflanzer auf Bananenblätter. Diese werden oben eingeschlagen. Samen und Fruchtfleisch fangen nun an zu gären. Diesen Prozess nennt man „Fermentation“. Um die Kakaomasse - die Grundzutat für die Herstellung von Schokolade - zu erhalten, muss zunächst die Fermentation der Kakaobohnen erfolgen. Diese führt zum Abbau des Fruchtfleischs und vor allem zu der Entstehung von Aromavorstufen, die später das typische Kakaoaroma ausbilden.

Im Anschluss beginnt das Trocknen der Kakaobohnen. Auf riesigen Matten verteilt, trocknen die Bohnen sechs bis zehn Tage in der heißen Tropensonne. Anschliessend werden die Bohnen getrocknet und an ihren Weiterverarbeitungsort transportiert. Dort werden sie geröstet, geschält und zerkleinert bis schliesslich der sogenannte Kakaobruch übrig bleibt. Dieser wird vermahlen und man erhält die Kakaomasse.

Fermentation und Trocknung von Kakaobohnen

Weltweite Anbauregionen und aktuelle Herausforderungen

Die moderne Nutzung des Kakaos hat sich von seinen Ursprüngen in Südamerika auf große Teile der Tropen ausgedehnt. Ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte der Kakao auch die Kolonien in Westafrika und Asien. Heute stammt ein großer Teil der weltweiten Produktion aus Westafrika: Die weltweite Erntemenge von Kakao wird im Jahr 2023/24 auf 4,45 Millionen Tonnen geschätzt, wobei allein Côte d’Ivoire mit 1,8 Millionen Tonnen dazu beiträgt.

Doch auch im Kakaosektor sind die Folgen des Klimawandels spürbar. Zunehmende Extremwetterereignisse in den Anbauländern, wie Dürren und Überflutungen haben 2023/24 zu erheblichen Ernteeinbußen geführt, wodurch die Rohstoffpreise für Kakao um knapp 60 Prozent gestiegen sind. Unter den Ernteverlusten und starken Preisfluktuationen leiden neben der Industrie auch viele Kleinbäuer*innen, deren Lebensunterhalt vom Verkauf der Kakaobohnen abhängt. Viele Anbaufamilien, besonders in Westafrika, leben unter der Armutsgrenze von derzeit 3,95 US-Dollar pro Tag.

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Soziale und historische Dimension

Bereits die Geschichte des Kakaoanbaus, die eng mit der Kolonialgeschichte verknüpft ist, zeigt die gewaltvolle Ausbeutung von Menschen und Ressourcen; ein Muster, das sich leider bis in die Gegenwart zieht. Durch die enorme Nachfrage in Europa kam es zu Engpässen in der Kakaolieferung. Eroberungskriege, Zwangsarbeit und die Einschleppung von Krankheiten dezimierten die Zahl der indigenen Bevölkerung Mesoamerikas enorm. Um den Arbeitskräftemangel auszugleichen, wurden innerhalb von 350 Jahren zwischen 15 und 20 Millionen Menschen vom westafrikanischen Kontinent nach Amerika gebracht und dort auf (Kakao-)Plantagen versklavt.

Große internationale Konzerne dominieren den Markt und üben eine erhebliche Marktmacht aus, wodurch die Kleinbäuer*innen stark benachteiligt werden. Trotz ihrer essenziellen Funktion als Rohstofflieferanten erhalten Kleinbäuer*innen nur einen Bruchteil der Profite, während der Großteil der Gewinne den Konzernen zugutekommt. Diese ungleiche Verteilung führt mitunter dazu, dass viele Kleinbäuerinnen unter prekären Bedingungen leben.

Kakaobäuerinnen auf Plantage

Milka: Marke, Produktion und Bezug zum Kakao

Milka ist eine der bekanntesten Schokoladenmarken in Deutschland und vielen anderen Ländern weltweit. Die Geschichte von Milka reicht zurück bis ins Jahr 1901, als die Marke vom Schokoladenhersteller Suchard auf dem Markt eingeführt wurde. Der Name ist eine Kombination aus den Worten “Milch” und “Kakao” und sollte die hohe Qualität der Schokolade betonen, die aus Milch und Kakao hergestellt wurde.

Am 17. November 1825 gründete der Zuckerbäcker Philippe Suchard eine Confiserie in Neuenburg. 1826 erwarb er im Nachbardorf Serrières eine ehemalige Wassermühle und baute dort eine maschinelle Produktion von Tafelschokolade auf. In den 1880er-Jahren brachte Suchard als erstes Unternehmen im größeren Stil Milchschokolade auf den Markt. Im Jahr 1901 wurde der Markenname „Milka“ registriert; das Akronym entstand aus der Zusammenziehung der Wörter „Milch“ und „Kakao“.

Seitdem wird die Milka-Schokolade in Lörrach hergestellt und in einem lilafarbenen Umschlag angeboten, versehen mit einer Kuh, der Milka-Kuh, samt Alpenpanorama. Die Farbe Lila spielt eine zentrale Rolle für die Marke Milka. Das bekannte lila Kuh-Logo wurde im Jahr 1972 eingeführt und hat sich seitdem zu einem der bekanntesten Markenzeichen in der Schokoladenindustrie entwickelt. Laut Angaben der Firma Kraft war das sogenannte Milka-Lila 1995 die erste abstrakte Farbmarke, die im weiten Sinn europaweit geschützt wurde.

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Milka-Tafel mit lilaner Verpackung und Kuh-Logo

Herstellungsstandorte und Eigentümer

Milka ist eine Marke für Schokoladenprodukte des US-amerikanischen Nahrungsmittelkonzerns Mondelez International. Die Schokolade wird unter anderem im baden-württembergischen Lörrach, im vorarlbergischen Bludenz und im bulgarischen Swoge hergestellt. Seit dem Jahr 2000 gehört Milka zum Nahrungsmittelkonzern Mondelez (früher Kraft Foods). Die enge Verbindung von Milka, Kuh und Lila überstand eine Reihe von Besitzerwechseln.

Wie wird aus Kakaobohnen Milka-Schokolade? Technische Schritte

Nachdem die Bohnen fermentiert und getrocknet wurden, werden sie an ihren Weiterverarbeitungsort transportiert. Dort werden sie geröstet, geschält und zerkleinert bis schliesslich der sogenannte Kakaobruch übrig bleibt. Dieser wird vermahlen und man erhält die Kakaomasse. Die industrielle Produktion von Schokolade wurde durch zahlreiche technische Erfindungen verbessert: 1811 entwickelte Poincelet den Mélangeur, 1828 erfand Van Houten die Kakaobutterpresse, 1847 brachte Fry & Sons die erste feste Essschokolade auf den Markt und 1875 revolutionierte Daniel Peter die Milchschokolade mittels Milchpulver.

Für Tafelschokolade, wie die klassischen Milka-Tafeln, werden Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker, Milchbestandteile (Vollmilchpulver, Magermilchpulver) und Emulgatoren wie Sojalecithin gemischt, conchiert und zu einer homogenen Masse verarbeitet. Kakaobutter sorgt für das angenehme Schmelzgefühl; aufgrund ihres Preises erlaubt die EU, bis zu 5 Prozent des Kakaobutteranteils durch günstigere Fette wie Palmfett zu ersetzen.

Zusatzstoffe und Zutatenverständnis

Die Zutatenliste verrät, wie viel Kakao wirklich in der Schokolade steckt. Kakaomasse ist verantwortlich für das schokoladige Aroma; Kakaobutter ist das edle Fett. Zucker ist die süße Hauptzutat. Emulgatoren wie Sojalecithin (E 322) sorgen dafür, dass sich Öl- und Wasserphasen verbinden und die Schokolade geschmeidig bleibt. Polyglycerin-Polyricinoleat (E 476) kann als Stabilisator eingesetzt werden. Haselnussmasse dient häufig nur zur Abrundung des Aromas.

Zutatenliste einer Schokoladentafel: Zucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Milchpulver

Nachhaltigkeit, Siegel und Initiativen

Mittlerweile gibt es immer mehr Initiativen und Siegel, die darauf abzielen, die Arbeitsbedingungen im Kakaosektor zu verbessern und eine faire Entlohnung zu gewährleisten. Schokoladen in Bioqualität oder aus fairem Handel gewinnen zunehmend an Bedeutung und Beliebtheit, da Konsument*innen Wert auf Transparenz und bessere Preise für Bäuer*innen legen. Trotz dieser Ansätze bleibt die Herausforderung groß, da große internationale Konzerne den Markt dominieren und Kleinbäuer*innen oft nur einen Bruchteil der Gewinne erhalten.

Für Verbraucher*innen in Deutschland ist Kakao besonders präsent: Sie konsumieren jährlich rund 7,9 Kilogramm Schokolade pro Kopf. Die Preisschwankungen und Ernteausfälle wirken sich unmittelbar auf die Preise im Handel und auf die Lebensverhältnisse der Erzeugerfamilien aus.

Reportage zur Herkunft des Kakaos und Fair-Trade-Initiativen

Worauf sollten Verbraucher achten?

  • Transparenz: Angaben zu Herkunft und Siegeln (Fairtrade, Rainforest Alliance, Bio) auf der Verpackung lesen.
  • Inhaltsstoffe: Reihenfolge der Zutaten zeigt Anteil von Kakao und Kakaobutter.
  • Kritische Bewertung von Verpackungspraktiken: Gewicht und Füllvolumen vergleichen (Mogelpackungen wurden in der Vergangenheit bei Schokoladenmarken kritisch diskutiert).
  • Unterstützung nachhaltiger Initiativen: Kaufentscheidungen können Höherstufungen von Produzentenpreisen fördern.

Markenstory Milka - kurz gefasst

Milka vereint eine lange Markengeschichte mit intensivem Markenauftritt: Der Markenname wurde 1901 registriert; die lilafarbene Verpackung und die Milka-Kuh sind zentrale Elemente. Milka bietet ein breites Sortiment: klassische Tafeln in verschiedenen Geschmacksrichtungen, Schokoriegel, Pralinen, Kekse und neuere Innovationen wie Haselnusscreme. Die Tafelschokolade wird großteils weiterhin im Werk Lörrach hergestellt; daneben gibt es Standorte in Bludenz und Swoge.

Aspekt Kurzbeschreibung
Ursprung Kakao Tropische Regionen Mittel- und Südamerika; heute weltweit angebaut (viele Anbaugebiete in Westafrika)
Produktion Handernte, Fermentation, Trocknung, Röstung, Mahlen
Hauptzutaten Milka Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker, Milchpulver, Emulgatoren
Herstellungsstandorte Milka Lörrach (DE), Bludenz (AT), Swoge (BG)
Herausforderungen Klimawandel, Preisschwankungen, soziale Ungleichheit im Kakaosektor

Die Herkunft des Kakaos ist damit nicht nur eine botanische oder geografische Frage, sondern auch eine soziale, historische und wirtschaftliche. Wer die Herkunft seiner Schokolade kennt und kritisch hinterfragt, stärkt die Chance auf faire und nachhaltigere Produktionsketten.

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