Milka Schokolade: Inhaltsstoffe, Nachhaltigkeit und Kontroversen
Die Frage nach den Inhaltsstoffen von Schokolade, insbesondere bei beliebten Marken wie Milka, ist eng verknüpft mit Themen wie Nachhaltigkeit, fairer Handel und Transparenz in der Lebensmittelproduktion. Dieser Artikel beleuchtet die Inhaltsstoffe von Milka Schokolade, die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Kakaoproduktion und gibt Hinweise für einen bewussteren Schokoladenkonsum.
Inhaltsstoffe von Milka Schokolade
Die Inhaltsstoffe der Milka Tafelschokolade Zartherb umfassen: Zucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Magermilchpulver, Butterreinfett, Süßmolkenpulver (aus Milch), Emulgator (Sojalecithine), Haselnussmasse und Aroma. Diese Zutaten sind typisch für viele Milchschokoladensorten, wobei der genaue Anteil und die Qualität der einzelnen Komponenten variieren können.
Klimabelastung durch Schokolade
Schokolade ist nicht nur ein Genussmittel, sondern auch ein Produkt mit erheblichen Auswirkungen auf das Klima. Für ein Kilogramm Schokolade werden etwa 3,5 Kilo CO₂-Äquivalente verursacht. Dieser Wert ergibt sich aus verschiedenen Faktoren:
- Milch: Schokolade enthält häufig Milch, deren Produktion aufgrund der freigesetzten Treibhausgase klimaschädlich ist. Je höher der Milchanteil, desto größer der CO₂-Fußabdruck.
- Palmöl: Einige Schokoladenprodukte enthalten Palmöl. Um Platz für Palmölplantagen zu schaffen, werden in vielen Gebieten große Teile des Regenwaldes gerodet. Der Kohlenstoff, der im Regenwald gespeichert war, entweicht dann als Kohlendioxid in die Atmosphäre.
- Wasserverbrauch: Für die Produktion von Kakao wird sehr viel Wasser benötigt. Für ein Kilogramm Kakaobohnen werden bis zu 27.000 Liter Wasser benötigt, was bedeutet, dass in einer Tafel Schokolade etwa 1.700 Liter Wasser stecken.
Der Kakao-Markt: Machtkonzentration und ihre Folgen
Der Jahresumsatz der Schokoladenbranche beträgt fast 70 Milliarden Euro. Einige wenige Konzerne dominieren den Markt, darunter Mars, Nestlé, Ferrero und Mondelēz (Milka). In den Konzernen konzentriert sich die Macht. Sie drängen auf niedrige Preise, was die Erlöse bei den Bauern schmälert und daher am Ende die Anbaubedingungen verschlechtert. In den konsumierenden Industriestaaten wird Schokolade meist viel zu billig verkauft, um sie nachhaltig und fair produzieren zu können.
Kritik an Milka: Transparenz und Inhaltsstoffe
Milka steht immer wieder in der Kritik, insbesondere im Hinblick auf Transparenz und Nachhaltigkeit.
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- Mangelnde Transparenz: Ein Fall von schlecht deklarierten Schokohasen, bei denen die Zutaten aufgrund der Farbgebung kaum lesbar waren, brachte den Mondelez-Konzern in Erklärungsnot.
- Mineralölbelastung: Eine Untersuchung von Öko-Test aus dem Jahr 2019 ergab, dass die Alpenmilch-Schokolade von Milka stark mit Mineralöl belastet war.
- Herkunft des Kakaos: Es ist unklar, woher der Kakao für die Milka Schokoladen stammt. Mondelez verweigerte Öko-Test einen Einblick in die Lieferkette.
- Keine Zertifizierung: Milka Schokolade ist weder fairtrade- noch bio-zertifiziert.
- Anbaubedingungen: Die Hauptanbaugebiete für Kakao liegen in Ghana und der Elfenbeinküste. Aus diesen Gebieten gibt es immer wieder Berichte über die Rodung von Regenwäldern für Kakaoplantagen, Kinderarbeit, Hungerlöhne und unmenschliche Arbeitsbedingungen.
Fairtrade und andere Siegel
Um Schokolade nachhaltiger zu gestalten, ist es wichtig, auf Zertifizierungen und Siegel zu achten.
- Fairtrade: Das Fairtrade-Siegel steht für bessere soziale Bedingungen, das Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit, den Verzicht auf bestimmte Chemikalien, die Unterstützung einer nachhaltigen Produktion sowie die Sicherung von Mindestpreisen und die Zahlung von Prämien zur Förderung von Gemeinschaftsprojekten. Für Mischprodukte mit dem Fairtrade-Siegel gilt, dass alle Zutaten, die es Fairtrade-zertifiziert gibt (Kakao, Zucker, Vanille), auch vollständig nach Fairtrade-Standards gehandelt worden sein müssen. Die Fairtrade-Sozialstandards gelten gemeinhin als deutlich strenger als die von UTZ / Rainforest Alliance.
- GEPA: GEPA geht über andere faire Handelsrichtlinien hinaus. 70 Prozent der Mischprodukte enthalten über 75 Prozent fair gehandelte Zutaten, wobei GEPA hier 100 Prozent anstrebt. GEPA arbeitet direkt und langfristig mit verschiedenen, demokratisch organisierten Kleinbauerngenossenschaften zusammen und fördert diese.
- Bio-Siegel: Das Bio-EU-Siegel berücksichtigt nachhaltige Aspekte wie Dünger, Schädlingsbekämpfung und Fruchtwechsel. Mindestens 95 Prozent der Inhaltsstoffe müssen aus kontrolliert ökologischem Anbau stammen. Da bei Bio-Produkten zahlreiche Pestizide verboten sind, profitieren auch die Arbeiter vor Ort davon. Die weniger verbreiteten Siegel der Bio-Anbauverbände setzen oft noch strengere Anbau- und Verarbeitungsstandards.
- UTZ / Rainforest Alliance: Diese Siegel stehen für minimale Nachhaltigkeit und mehr ökonomische Effizienz, aber nicht unbedingt für fairen Handel. Bei Rainforest Alliance sollten fast 100 weiche (und 15 harte) Kriterien die Kakaoproduktion umweltschonender und wirtschaftlicher machen. Beide Label haben sich zusammengetan und wollen ab 2021 gemeinsame, neue Kriterien einhalten.
Tipps für einen bewussteren Schokoladenkonsum
Um Schokolade etwas klimafreundlicher zu gestalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Fairtrade- und Bio-Produkte: Kaufe Schokolade und Schokoladenprodukte, die mit Fairtrade- und Bio-Siegeln ausgezeichnet sind.
- Milch und Palmöl vermeiden: Um Schokolade etwas klimafreundlicher zu gestalten, kannst du Schokolade und Schokoladenprodukte kaufen, die keine Milch und kein Palmöl enthalten. Mittlerweile gibt es viele vegane Schokoladen, die keine Milch enthalten und damit eine etwas bessere CO₂-Bilanz aufweisen. Schokoladentafeln enthalten meist kein Palmöl, bei anderen Schokoladenprodukten (Pralinen, Schokoriegel, Keksen mit Schokoglasur, Schoko-Aufstrich) solltest du genauer hinschauen.
- Kleine Anbieter unterstützen: Kaufe die Schokolade nicht bei den oben genannten Konzernen, sondern bei kleinen Anbietern, die Bio- oder Fair-Trade-Siegel tragen.
- Boykott ist keine Lösung: Schokolade im Allgemeinen zu boykottieren, ändert leider nichts an der Grundsituation, da dies den Bauern vor Ort die Lebensgrundlage nehmen würde.
Gesundheitliche Aspekte
Obwohl Schokolade unterschiedliche positive Eigenschaften nachgesagt werden (z.B. Senkung des Cholesterinspiegels, Reduzierung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen), sollte man diese Aussagen nicht pauschal bestätigen. Es ist wichtig zu beachten, dass die meisten Schokoladensorten einen hohen Zuckergehalt haben und daher in Maßen genossen werden sollten.
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