„Männer sind wie Waffeln, Frauen wie Spaghetti“ – Bedeutung und Erklärung
Wieso starren Männer oft minutenlang in die Luft? Warum ziehe ich im Gespräch mit meiner Frau immer den Kürzeren? Dieses Buch erklärt, was Frauen und Männer denken, was sie auf Touren bringt und ihn auf die Palme (und umgekehrt).
Das Bild: Waffeln und Spaghetti als Metaphern
Bei unserem letzten Timeout-Weekend für Paare (Männer sind anders, Frauen auch) „feierten“ wir die Unterschiede von Mann und Frau. Dabei stellte meine Frau das Konzept „Männer sind Waffeln, Frauen sind Spaghetti“ vor. Wenn wir eine Waffel genau betrachten, sehen wir eine Menge einzelner Kästchen die voneinander getrennt sind. Das Bild ist typisch für die Lebensgestaltung von Männern.
In jedes Kästchen passt nur eine Sache rein, also kommt die erste Alltagfrage in das erst Kästchen, die zweite in das nächste usw. Dafür gibt es einen Begriff: Soziologen nennen das „Kompartmentalisierung“. Die Lebensbewältigung von Frauen gleicht einem Teller Spaghetti. Jedes Spaghetti berührt mindestens ein anderes Spaghetti, sie kreuzen sich oder gehen nahtlos ineinander über. So sehen die Frauen ihr Leben. Alles steht in Beziehung zueinander. Das Leben ist ein Prozess.
Wie Männer „ticken“: Kästchen, Problemlösen, Stille
Der Mann ist von Natur aus ein Problemlöser. Er verbringt die meiste Zeit in den Kästchen, in denen er erfolgreich ist. In der Kommunikation sucht er ein Ergebnis. Wenn der Mann glaubt, dass das Gespräch mit seiner Frau erfolgreich werden wird, ist er sehr motiviert. Erscheint ihm aber das Gespräch sinnlos und er versteht sein Frau nicht, dann verliert er alle Motivation. Es macht sich Frust breit und es fallen Kommentare wie: „Hat das Gespräch überhaupt einen Sinn? Führt das noch zu was?“ Zusammenfassend gilt: Wenn Männer Probleme lösen können, dann fühlen sie sich am wohlsten.
Ein Störfaktor in der Beziehung zwischen Mann und Frau ist die Tatsache, dass Männer auch Kästchen ohne Worte haben. Darin sind Gedanken - z.B. aus der Vergangenheit, der Arbeit, angenehme Erfahrungen… - abgelegt, die sich aber nicht in Worte verwandeln. Es gibt auch noch die Kästchen, die sind einfach leer, es sind auch keine Gedanken drin. Dorthin geht der Mann um sich zu erholen.
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Wie Frauen „ticken“: Vernetzung, Multitasking, Diskutieren
Darum können Frauen oft mehrere Dinge gleichzeitig tun. Auch sie lösen Probleme, aber aus einer anderen Perspektive als Männer. Ein Problem einfach zu lösen ohne zusammenhängende Fragen zu klären, ist für die Frau nicht vorstellbar. Darum will sie auch immer alles ausdiskutieren und alle Ebenen eines Themas miteinander verbinden. Während sie alle Verbindungen herstellt, springt er hektisch von Kästchen zu Kästchen und versucht dem Gespräch zu folgen. Das führt zu Stress in der Paarbeziehung.
Wir Frauen nehmen das wahr und denken, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um ein Gespräch zu führen. Mit der Frage: „Was denkst du gerade?“ Stecken wir unseren Partner in eine Zwickmühle. Für Frauen jedoch ist es unvorstellbar auch nur für einen Augenblick keine Worte im Kopf zu haben. Damit er seine Frau nicht enttäuscht, wandert der Mann hektisch von Kästchen zu Kästchen und wenn er ein Kästchen mit Worten findet, dann verwickelt er sie in ein Gespräch.
Praktische Folgen für Partnerschaft und Kommunikation
Dass Frauen und Männer anders sind, wissen wir. Trotzdem scheitern wir immer wieder daran, dass wir einander nicht verstehen und meinen der Partner müsse Dinge genauso anpacken wie wir oder eben genauso funktionieren wie wir selbst. Bilder können uns helfen das Verhalten von Mann bzw. Frau besser zu verstehen und passende Wege der Kommunikation zu finden.
Wenn der Mann glaubt, dass das Gespräch mit seiner Frau erfolgreich werden wird, ist er sehr motiviert. Erscheint ihm das Gespräch sinnlos, dann verliert er alle Motivation. Die Autoren schildern dabei ihre persönlichen Erlebnisse und Erkenntnisse und helfen mit ihrer seelsorgerischen Erfahrung. Ein ganz besonderes Paar-Buch, das hilft, die Einzigartigkeit beider Geschlechter besser zu verstehen und ihr Leben bereichern, statt es auszulaugen - mit Schmunzel-Garantie.
Mansplaining und moderne Begriffe der Geschlechterkommunikation
Was bedeutet Mansplaining? Wenn Männer Frauen die Welt erklären, selbst wenn ihre Zuhörerinnen mehr darüber wissen - dieses Phänomen kennt jede Frau. Ein lockeres Gespräch wandelt sich zum Vortrag. Die US-amerikanische Autorin Rebecca Solnit hatte 2008 in einem Zeitungsartikel beschrieben, wie ihr während einer Party ein Mann wortreich das von ihr geschriebene Buch erklärte.
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Solnits Erlebnis war eine Initialzündung, die andere zur Erfindung des Hashtags #mansplaining brachte. Es ist ein Wortspiel aus den englischen Wörtern „man“ und “splaining“, letzteres steht umgangssprachlich für „explaining“. Dieser Neologismus wurde 2010 von der New York Times zum Wort des Jahres erklärt. Für eine oft beobachtete Verhaltensweise war mit „Mansplaining“ ein Begriff geboren.
In Deutschland wandelte sich der Begriff zum Synonym für paternalisierende Ausdrucksweisen von Männern, also für unaufgeforderte und herablassende Belehrungen gegenüber Frauen, die mit einer Abwertung weiblicher Expertise einhergehen. Inzwischen wird das Wort auch zum Aufzeigen asymmetrischen Kommunikationsverhaltens von Männern und Frauen benutzt.
Wissenschaft, Kritik und Umgang
In der Forschung wird anerkannt, dass Männer beim Mansplaining nur selten provokative Absichten verfolgen. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass der Grund für Verhaltensweisen wie Mansplaining in der Sozialisation von Männern liegt. Mansplaining wird als eine Wortschöpfung angesehen, um auf traditionelle und moderne Geschlechterblindheit in der Kommunikation aufmerksam zu machen und hierarchische Geschlechterverhältnisse offenzulegen.
Mittlerweile gibt es im Internet eine Reihe deutschsprachiger Seiten, die Tipps dazu geben, wie mit mansplainenden Männern umgegangen werden soll. Dabei wird empfohlen, Mansplaining nicht einfach schweigend zu akzeptieren, sondern paternalistisches Verhalten klar zu benennen. Außerdem sei das aktive Einfordern von Redezeit wichtig, um im anschließenden Redebeitrag das eigene Wissen präsentieren zu können. Gezielt gestellte Nachfragen seien zudem dazu geeignet, zu enthüllen, dass mansplainende Männer häufig selbst kein tiefergehendes Wissen über das gerade erklärte Themengebiet besitzen. Im Zweifelsfall sei es auch möglich, das Gespräch einfach zu beenden.
Weitere verwandte Begriffe
Ein scheinbar ähnlicher Begriff ist das Manspreading. Es geschieht wortlos. Manspreading (spreading dt. ausbreiten) entwickelte sich ebenfalls zu einem populären Begriff für die breitbeinige Sitzposition, die viele Männer einnehmen. Allgemeiner steht der Ausdruck für das männliches Sich-Breitmachen. Manslamming (slamming, dt. zuschlagen, stoßen od. rammen) bezeichnet das Phänomen, dass Männer auf Gehwegen häufig nicht ausweichen und meist Passantinnen anrempeln, wenn diese nicht Platz machen.
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Wie Paare diese Unterschiede nutzen können
Das Schöpfer hat uns unterschiedlich geschaffen. Wir denken verschieden, verarbeiten Gefühle unterschiedlich, treffen Entscheidungen anders und lernen unterschiedlich. Humorvoll und einfühlsam erklären Bill und Pam Farrel, was IHN auf Touren bringt und SIE auf die Palme. Oder umgekehrt. Ein Buch für Paare - mit Schmunzel-Garantie.
| Metapher | Typisches Verhalten | Konfliktquelle |
|---|---|---|
| Waffel (Mann) | Kompartmentalisierung, Problemlöser, sucht Ergebnis | Wortlose Pausen, Fokus auf Lösung statt Gesprächsprozess |
| Spaghetti (Frau) | Vernetzung, Multitasking, will Ebenen verbinden | Viele Verbindungen überfordern den problemorientierten Partner |
Wenn Paare diese Unterschiede kennen, lassen sich Gespräche besser führen: Verständnis für Kästchen und Spaghetti schafft Geduld, weniger Missverständnisse und mehr Nähe.
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