Die psychologische Bedeutung von Liebe: Warum es Glück bedeuten kann, Schokolade ganz alleine zu essen

Mögen Sie Schokolade? Naschen Sie gelegentlich Schokolade? Müssen Sie sich dazu motivieren, anstrengen, sind Sie danach völlig erschöpft? Wahrscheinlich NEIN! Genuss und Lebensfreude wünschen wir uns alle. Doch wie viel Platz haben sie wirklich in unserem Alltag? Hektik, Pflichten, Zeitdruck, die Lust und Last der Arbeit scheinen uns fest im Griff zu haben. Doch wenn wir immer wieder nur Pflichten erfüllen, das Gute vertagen, werden wir irgendwann nur noch funktionieren. Wir selbst bleiben auf der Strecke. Abgesehen davon, dass dieses Prinzip wenig Freude bringt, funktioniert es auch nicht. Denn nur der, dem es gut geht, kann anderen etwas abgeben.

Die Fähigkeit, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen und Momente reinen Genusses zu erleben, ist zentral für ein zufriedenes Leben - und findet einen einfachen, genussvollen Ausdruck darin, Schokolade ganz ohne schlechtes Gewissen, ohne Ablenkung und ohne Teilen zu genießen.

Schokoladenstück auf einsamem Teller - Symbol für Selbstfürsorge

Schokolade und Glück: Genuss als Teil selbstbewusster Fürsorge

Schokolade essen kann jeder - es geht einfach und macht Spaß. Nutzen wir doch dieses Können für unser ganzes Leben. Gut auf sich zu achten führt offenbar zu guten Gefühlen. Gute Gefühle führen dazu, dass man gut auf sich achtet. Es ist egal, wo Sie einsteigen, Hauptsache Sie tun es. Glückliches Denken ist eine bewusste Anstrengung, das Gute zu sehen, die Augen für das Gute im Leben zu öffnen, denn ob wir hin- oder wegschauen, abwerten oder genießen ist unsere Entscheidung.

Das Genießen eines Erfolges oder eines schönen Ereignisses steigert die Zuversicht, künftig Ähnliches zu erleben, fand Sonja Lyubomirsky. Ein Genussmoment kann vergrößert werden über Tage, Wochen, Monate. Der Genuss ist umso intensiver, je mehr Zeit wir uns nehmen, im Genuss schwelgen und dankbar dafür sind. Das ist Glück, was wir trainieren können.

Infografik: Kreislauf aus Genuss - Gute Gefühle führen zu Selbstfürsorge, daraus resultiert mehr Genuss

Ilona Bürgel, Psychologin und Autorin, beschreibt in ihrem Buch „Schokologie - Was wir vom Schokolade-Essen fürs Leben lernen können“, wie der Spagat zwischen Lust auf Leistung und Erhalt der eigenen Ressourcen gelingen kann. Sie zeigt, dass das Prinzip der Selbstfürsorge eine Voraussetzung dafür ist, dass wir etwas zum Abgeben haben - dass wir nicht aus leeren, sondern aus vollen Batterien leben.

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Die emotionale Basis: Warum wir zur Schokolade greifen

Emotionen und Essverhalten sind so eng verknüpft, dass wir sie nicht in jeder Situation voneinander trennen können. Der Griff zu Schokolade oder Chips hat nicht immer nur mit der Lust auf Süßes oder Salziges zu tun. Oft versprechen wir uns davon auch Trost oder Belohnung. Mit Süßigkeiten einen stressigen Tag vor dem Fernseher abschließen - das kann sich anfühlen wie eine Form von Selbstfürsorge. Wenn Sie eine solche Situation kennen, sind sie damit nicht allein.

Was wir essen, hängt nicht nur von unserem Hungergefühl ab. Es hat vielmehr mit Gewohnheiten und Emotionen zu tun. «Wenn wir essen, stoßen wir unter anderem Glückshormone aus, die dabei helfen, unser Anspannungssystem im Körper zu beruhigen», sagt die Psychologin Cornelia Fiechtl aus Wien. Emotionales Essen kommt vor allem in Stresssituationen vor. Aber auch bei Enttäuschung, Streit oder Einsamkeit.

Eine Erklärung liefert die Kindheit: Säuglinge, die gestillt werden, verknüpfen die Erfahrung von Nahrungsaufnahme mit Gefühlen wie Geborgenheit und Nähe. Die Kombination aus einem positiven Gefühl, dass du mit der Schokolade verbindest, mit einem unangenehmen emotionalen Zustand, der durch Stress ausgelöst werden kann, führt dann zum Verlangen nach Schokolade. Die Schokolade bringt dir durch die positive Verknüpfung, die du in deiner Kindheit gebildet hast, eine Erleichterung. Sie kann dir dabei helfen, eine aktuelle emotionale Belastung zu lindern.

Kind mit Schokolade - emotionale Prägung in der Kindheit

Schokolade als Symbol für Autonomie, Trost und Selbstbestimmung

Oft ist es nicht Hunger, sondern eine automatisierte Handlung oder ein auslösender emotionaler Zustand, der uns zur Schokolade greifen lässt. „Wir greifen in den Schrank, nehmen die Schokolade raus und denken gar nicht groß drüber nach“, sagt Nora-Sophie Nöh, psychologische Beraterin.Diese Muster entstehen oft in der Kindheit:

  • Chris hat sich in ihrer Kindheit, wenn die Stimmung zu Hause nicht gut war, eine Höhle gebaut. Dann hat sie Schokolade aus dem Vorrat stibitzt und sich eingeigelt, bis der Sturm vorübergezogen war. Durch dieses Ritual vermittelt ihr das Essen von Schokolade auch heute noch ein Gefühl von Sicherheit und innerem Frieden.
  • Barbara aß in Zeiten finanzieller Unsicherheit plötzlich viele Süßigkeiten, weil sie diese früher mit Stabilität verband.
  • Bei Birgit zu Hause wurden Süßigkeiten stark rationiert. Für sie ist Schokolade heute ein Symbol für Selbstbestimmung, Freiheit und Rebellion.

Jedes individuelle Essmuster hat seine eigene emotionale Geschichte. Die Klarheit über die genauen Zusammenhänge ist der erste Schritt und eine wichtige Voraussetzung, um den Heißhunger stoppen zu können.

Geteilte Freude oder Egoismus? Die Bedeutung, Schokolade alleine zu genießen

Regt sich bei Ihnen hier die Sorge, ein Egoist zu sein? Gut für sich sorgen heißt nicht schlecht für andere zu sorgen. Es ist überhaupt erst einmal die Voraussetzung dafür, dass wir etwas zum Abgeben haben, dass wir nicht aus leeren, sondern vollen Batterien leben.

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Die Schokoladenpsychologie plädiert für eine neue Lebensphilosophie: So funktioniert ein Perspektivwechsel vom sich Anstrengen, Erwartungen genügen müssen, nicht richtig sein und nicht alles schaffen hin zu einem genussvollen Umgang mit sich und dem Leben im persönlichen wie beruflichen Alltag.

  1. Ändern Sie Ihre Haltung: Glück sind die vielen kleinen täglichen Annehmlichkeiten und ein generelles Gefühl der Zufriedenheit mit dem Leben, nicht die seltenen emotionalen Highlights wie etwa eine Hochzeit. Also umgedacht und Augen auf!
  2. Fragen Sie sich: Was kann ich heute tun, dass ich mich wohl fühle? Diese Frage mit Soforteffekt heißt, nicht länger zu hoffen, der neue Auftrag, die neuen Schuhe oder eine Liebeserklärung würden uns dauerhaft glücklich machen. Sondern sie erinnert uns daran, selbst für unser Wohlbefinden zu sorgen.
  3. Leben Sie dankbar: Sehen Sie was Sie sind und haben. Notieren Sie täglich drei Dinge, für die Sie heute dankbar sind und warum. Steigern Sie so Ihr Wohlbefinden signifikant.
Psychologische Bedeutung von Genuss im Alltag - Interview mit Ilona Bürgel

Emotionen und Heißhunger: Warum wir manchmal nicht anders können

Heißhunger auf Schokolade scheint aus dem Nichts zuzuschlagen und nicht offen für Diskussionen zu sein. Die Ursachen für Heißhunger sind vielfältig:

  • Körperliche Faktoren wie der Blutzuckerspiegel, hormonelle Veränderungen durch Stress oder Schwangerschaft oder der Mangel an bestimmten Nährstoffen
  • Psychologische Faktoren wie Essen aus Langeweile oder Bequemlichkeit
  • Emotionale Faktoren wie Traurigkeit oder Kummer

Da die genauen Ursachen bisher nicht vollständig geklärt sind und oft eine Kombination emotionaler sowie physischer Faktoren zusammenwirkt, ist der bewusste Umgang mit eigenen Essmustern besonders wichtig.

Verzicht und Kontrolle beim Essen lösen das Problem nicht, wie aus zahlreichen Coachings hervorgeht. Im Gegenteil: Durch Diäten und strikte Ernährungspläne wird Heißhunger oft erst erzeugt, in der Regel aber verstärkt. Die Tatsache, dass Diäten nicht funktionieren und der sogenannte Jo-Jo-Effekt nicht nur zum alten Gewicht, sondern oft sogar zu einer weiteren Zunahme führt, zeigt diesen Zusammenhang. Kontrolle und Verzicht verstärken diese Muster auf Dauer weiter.

Auch Alternativprodukte funktionieren nicht, wenn sie nicht dieselbe emotionale Wirkung besitzen wie Schokolade. Was deinem Körper in dem Moment fehlt, ist eine emotionale Unterstützung.

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Schema: Teufelskreis emotionales Essen - Genuss, Verzicht, Schuldgefühle

Wie wir Genussmomente bewusst trainieren können

Positives Denken stärkt das Immunsystem. Eine Untersuchung der Technikerkrankenkasse zeigte, dass Optimisten auch in stressigen Prüfungsphasen seltener krank werden. Außerdem betrachten sie Stressphasen eher als Herausforderung und gehen deshalb anders, Ressourcen schonender, damit um. Julia Boehm und Laura Kubzansky von der Harvard School of Public Health haben herausgefunden, dass Optimismus, Zufriedenheit und Glück das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern.

Gute Gefühle durch Genuss (wie beim genussvollen alleinigen Schokoladenessen) können also ganz reale gesundheitliche Vorteile bringen; Menschen mit positiver Lebenseinstellung verhalten sich generell gesünder, z. B. in Bezug auf Essen, Bewegung und Schlaf.

Ein Genussmoment kann vergrößert werden über Tage, Wochen, Monate. Der Genuss ist umso intensiver, je mehr Zeit wir uns nehmen, im Genuss schwelgen und dankbar dafür sind. Das ist Glück, was wir trainieren können.

Emotionale Auslöser Beispielhandlung Gefühl nach dem Genuss
Stress Schokolade essen, um sich zu beruhigen Kurzfristige Entspannung, oft gefolgt von Schuldgefühlen
Kindheitserinnerungen Bestimmte Sorte Schokolade naschen Geborgenheit, Nostalgie
Rebellion/Selbstbestimmung Tafel Schokolade allein essen Freiheit, Selbstwert
Langeweile/Bequemlichkeit Unüberlegtes Naschen Ablenkung vom Alltag

Liebe geht durch den Magen - und manchmal durch die eigene Tafel Schokolade

Liebe ist auch Geschmackssache: Wer sein Essen mit anderen teilt, teilt oft auch sein Herz. Doch manchmal heißt Liebe, sich selbst ein Stückchen Glück ganz ohne Rechtfertigung zu gönnen. Es ist zuallererst eine Frage der Einstellung, selbst gut für sich zu sorgen und sich ein gutes Leben zu erlauben. Wenn wir Schokolade essen, wissen wir genau, was wir wollen. Wir wissen, was zu uns passt. Zudem handeln wir sofort und nicht irgendwann.

Gemeinsames vs. einsames Genießen - Infografik zur Bedeutung für Wohlbefinden

Schokolade mit Freude und Genuss zu essen heißt, das Leben auf der Schokoladenseite zu entdecken. Es geht darum, nicht länger so zu tun, als ob es uns gut geht, sondern aktiv dafür zu sorgen, dass es uns gut geht. Investieren Sie in sich selbst. Wenn man das Muster in der Tiefe erkennt und dann aktiv loslässt, reduziert sich der innere Drang, ohne dass man sich quälen muss. Dann kann man Schokolade mit Freude und Genuss essen, man hat nur nicht mehr so oft Lust darauf wie vorher.

Schokolade als Symbol für Selbstliebe und Lebensfreude

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