Dubai-Schokolade Lidl Hype Hintergründe
Ich wette, auch ihr habt euch schon gefragt: Was hat es bloß mit dieser mysteriösen Dubai-Schokolade auf sich? Warum flippen gerade alle wegen einer Schokolade aus Dubai aus? Es ist erstaunlich, wie schnell wir uns von Social Media einwickeln lassen.
Was ist die Dubai-Schokolade überhaupt?
Der Ursprung der Dubai-Schokolade liegt in Dubai selbst. Sarah Hamouda, die Chefin der Manufaktur "Fix Dessert Chocolatier", gilt als Erfinderin. Sarah Hamouda kreierte den Schokoriegel, um eine Heißhunger-Attacke während ihrer Schwangerschaft zu stillen. Diese Kreation verbreitete sich rasant über soziale Medien, wo Influencer Videos posteten, in denen sie die Schokolade probierten.
Die Mischung aus knusprigen Teigfäden und cremiger Pistazienfüllung traf den Nerv der Zeit. Die Zuckerbombe machte global Schlagzeilen, auch hier in Deutschland. Das Video wird unzählige Male geliked, reposted, gespeichert und vor allem nachgeahmt. Und so kam binnen kürzester Zeit die Dubai-Schokoladen-Knappheit, was den Trend nur noch weiter anheizte.
Der Run auf die Tafeln in Deutschland
In Deutschland entwickelte sich schnell ein Hype um die Dubai-Schokolade. Die Dubai-Schokolade hat in Deutschland einen regelrechten Hype ausgelöst. Konsumenten standen Schlange, um die begehrten Tafeln zu ergattern. Schokoladenfans stehen stundenlang an, um eine der begehrten Tafeln zu ergattern. Teilweise wurden nur 100 Tafeln pro Tag und Shop verkauft, was die Exklusivität und den Hype weiter steigerte.
Menschen standen Schlange, nur um eine einzige Tafel zu ergattern. Die Massenhysterie führte dazu, dass Konsumenten sogar Billig-Versionen der Schokolade im Dutzend beim Discounter kauften, Hauptsache, es stand "Dubai" drauf. Die Dubai-Schokolade wird zum Statussymbol: "Schaut her, ich habe eine, ich war der Erste!"
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Lidl, Discounter und Handel: Wie reagierte der Markt?
Lidl bringt in Deutschland Mitte Dezember seine Dubai-Schokolade auf den Markt. Die Schokolade der Eigenmarke Deluxe wird in zwei Varianten - Vollmilch und Zartbitter - erhältlich sein, teilt der Handelsriese mit. Damit biete er ein „begehrtes“ Produkt zum günstigen Lidl-Preis. Die Dubai-Schokolade wird zunächst im Rahmen einer limitierten Aktion mit 10.000 Tafeln in ausgewählten Lidl-Filialen erhältlich sein.
Mit einem einmaligen Event steigert der Frische-Discounter die Vorfreude auf die eigene Dubai-Schokolade. Am Samstag, den 23. November 2024, lädt Lidl in Deutschland in die Berliner Filiale in der Säntisstraße 49 ein: Ab 7 Uhr werden 500 Schokoladentafeln der Eigenmarke Fin Carré, verpackt in limitiertem Lidl-Geschenkpapier, an die ersten Kunden verschenkt. Doch unter den 499 regulären Schokoladen verbirgt sich eine exklusive Tafel der Dubai-Schokolade der Eigenmarke Deluxe. Der glückliche Gewinner dieser Dubai-Schokolade darf sich zusätzlich über einen Lidl-Einkaufsgutschein im Wert von 250 Euro freuen. Hinter drei anderen verpackten Tafeln verbirgt sich ein goldenes Ticket.
Der Discounter wollte bereits mit einem Event am vergangenen Samstag die Vorfreude auf die Dubai-Schokolade erhöhen: In einer Berliner Filiale wurden ab 7 Uhr 500 Schokoladentafeln der Eigenmarke Fin Carré an Kunden verschenkt. Unter den 499 regulären Schokoladen war eine Tafel Dubai-Schokolade. Der Gewinner dieser Dubai-Schokolade bekam zusätzlich einen Lidl-Einkaufsgutschein im Wert von 250 Euro.
Die Discounter Lidl und Aldi Süd halten sich bedeckt. Man richte sich nach den Wünschen der Kund:innen, heißt es. Rewe, Kaufland und Penny halten an Hype fest. Rewe-Kaufmann Thomas Wurm aus der Nähe von Augsburg spricht von einer "anhaltenden Nachfrage", auch wenn diese "wie erwartet" ein geringeres Ausmaß habe als 2024. Penny sieht derzeit noch "eher einen Hype". Mit der Nachfrage sei man immer noch "sehr zufrieden". Kaufland erklärt, davon auszugehen, dass sie auch Anfang dieses Jahres noch einmal beliefert würden.
Ist der Hype vorbei?
Der anfängliche Ansturm hat also nachgelassen. Ist der Hype um Dubai-Schokolade damit vorbei? Edeka-Kaufmann zu Dubai-Schokolade: "Hype definitiv vorbei". "Der Hype ist definitiv vorbei", sagt Edeka-Kaufmann Christian Gerstmann gegenüber der "Lebensmittel Zeitung" (LZ). Zunächst sei der Verkauf durch die Decke gegangen. Die ersten Chargen, und zwar ganz egal, von welchem Hersteller sie waren, seien nach einer Woche ausverkauft gewesen. "Mittlerweile verzeichnen wir 70 Prozent weniger Nachfrage nach Dubai-Schokolade als zur Hochphase Anfang November", schildert er.
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Marktforscher:innen kommen hingegen zu einem eindeutigen Ergebnis: Der Trend ist vorbei. 2025 werde von ihm "kaum noch die Rede sein", heißt es in der "Trendstudie 2025" vom Augsburger Institut für Generationenforschung. Im Einzelhandel ist man sich im Ergebnis also uneinig darüber, ob der Hype um die Dubai-Schokolade sein Ende erreicht hat.
Geschmack, Qualität und Kundenreaktionen
Alle wollten wissen, wie die Kombination aus Schokolade, Pistaziencreme und Kadayif-Teigfäden wohl schmeckt. Die Delikatesse mag schmecken, ist aber leider auch eine Kalorienbombe. Immerhin kommt der 200-Gramm-Riegel “Can't Get Knafeh Of It” von FIX mit sage und schreibe 992 Kalorien und 60 Gramm Fett einher.
Die Reaktionen der Kunden auf die Dubai-Schokolade von Lidl waren gemischt. Einige waren begeistert und lobten den Geschmack, während andere enttäuscht waren. Ein Kunde auf Reddit postete ein Foto der "Dubai-Style"-Schokolade der Marke J.D. Gross und bewertete sie mit 7,5 von 10. Andere Nutzer äußerten sich weniger begeistert und bemängelten den Geschmack oder den Preis. Ein Nutzer schrieb: "Ich habe mehr Geschmack in einer Pappschachtel gefunden." Ein anderer beschrieb seine Erfahrung als "trockene Cerealien überzogen von Schokoladenersatz".
Qualitätsprüfungen und Gesundheitsbedenken
Das Verbraucherministerium führte eine Stichprobe von acht Schokoladenprodukten durch, die als Dubai-Schokolade beworben wurden. Dabei fielen alle Proben durch. Es wurden Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl entdeckt. Fast alle Proben hätten mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an qualitativen Zutaten vorgetäuscht.
Drei Proben stammten aus der Türkei und enthielten Sesam, ohne dass dies auf der Packung stand. Für Sesam-Allergiker sei dies gesundheitsschädlich. In fünf der acht Proben sei keine Schokolade enthalten gewesen, sondern Palmöl. Diese Proben stammten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und enthielten eine fast doppelt so hohe Menge wie der erlaubte Höchstwert für Glycidyl-Fettsäureester - eine Substanz, die als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird. Die Forschenden fanden bei der Untersuchung weitere Mängel. Zum Beispiel fanden sie Farbstoffe, die in der Zutatenliste nicht angegeben waren.
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Der Verbraucherschutz Baden-Württemberg warnte vor dem Produkt, und auch Stiftung Warentest äußerte sich negativ. Vier von sechs getesteten Tafeln sollten ihrer Meinung nach gar nicht im Handel erhältlich sein.
Rechtliche Auseinandersetzungen um die Bezeichnung
Der Hype um die Dubai-Schokolade zog auch rechtliche Konsequenzen nach sich. Der Süßwarenvertrieb Alina Wilmers Verwaltungs GmbH, der die echte Dubai-Schokolade der Marke "Fex Dessert" aus Dubai importiert, mahnte Lidl, Aldi und Lindt ab. Der Vorwurf: Die Bezeichnung "Dubai-Schokolade" sei irreführend, da die Schokolade nicht in den Vereinigten Arabischen Emiraten hergestellt werde.
Wilmers forderte die Unternehmen auf, strafbewehrte Unterlassungserklärungen abzugeben. Lindt reagierte und benannte seine Schokolade in "Lindt Dubai Style Chocolade" um. Für Lidl, Aldi und die weiteren Anbieter stand eine Unterlassungsklage mit weitreichenden Folgen bevor: Im schlimmsten Fall drohte der sofortige Verkaufsstopp.
Wilmers argumentierte, dass die Verwendung des Namens "Dubai-Schokolade" irreführend und unzulässig sei, da die Schokolade nicht aus Dubai stamme. Wilmers argumentierte, dass Aldi Süd gegen die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) verstoße. Die LMIV legt einheitliche Regeln für die Kennzeichnung von Lebensmitteln fest, um Verbraucher über Inhaltsstoffe, Allergene, Nährwerte und Herkunft besser zu informieren.
Original vs. Copycats: Wer verkauft das Original?
Die originale Dubai-Schokolade gibt es nur in Dubai an wenigen Orten zu kaufen. Es gibt keine autorisierten Vertriebshändler:innen oder Wiederverkaufende, keinen Laden und auch keine FIX-Franchises in einem anderen Land als Dubai. Die Marke postet regelmäßig Hinweise auf ihren sozialen Kanälen, in denen sie daran erinnert, dass die offiziellen Produkte nur über Deliveroo in Dubai und Abu Dhabi, am offiziellen FIX-Stand im Duty Free des Dubai International Airport Terminal 3, in den Minibars des Jumeirah Marsa Al Arab Resorts und immer dann, wenn besondere Veranstaltungen auf den offiziellen FIX-Kanälen angekündigt werden, erhältlich sind.
Im Gegensatz zu vielen europäischen Produkten - Champagner, Parmigiano Reggiano, Kalamata-Oliven - gibt es für die Schokolade aus Dubai keine geschützte Ursprungsbezeichnung (DOP). So löste der Trend eine weitere Sache aus: eine Flut an Trittbrettfahrenden. Der Markt wurde binnen kürzester Zeit mit Produkten geflutet, die anfangs den Namen Dubai-Schokolade trugen. Nun findet man in europäischen Supermärkten fast nur noch Süßigkeiten mit der Bezeichnung Dubai “Style” Schokolade - Betonung auf Style! Mit dem Original haben die meisten Produkte nicht viel zu tun, günstig sind sie dennoch nicht.
Ich habe mich wirklich lange gegen Dubai-Schokolade gesträubt und gewehrt. Ich war mir sicher, dass es nur ein kurzweiliger Trend sei, der genauso schnell verschwinden würde wie er gekommen war. Aber überraschenderweise ist dieser Fall nicht eingetreten. Okay, der enorme Hype ist etwas abgeklungen, ja. Aber dennoch hat sich diese Pistazienschokolade als ein stets beliebtes Lebensmittel etablieren können. Wer weiß, vielleicht mutiert sie eines Tages sogar zum Klassiker?
Wirtschaftliche und kulturelle Auswirkungen
Die Beliebtheit des Produkts hat sogar Auswirkungen auf den Tourismus. Aida Mohammad Al Busaidy, Associate Vice President of Consumer Advocacy beim Dubai Department of Economy and Tourism (DET), sagt, es gäbe immer mehr Besuchende, die den Erwerb einer Dubai-Schokolade als wesentlichen Bestandteil und Grund für den Besuch des Emirates sehen. "Während die genauen Daten noch analysiert werden, sind die ersten Marktforschungsergebnisse vielversprechend. Und was bemerkenswert ist, ist die wirklich globale Anziehungskraft", sagt Al-Busaidy. "FIX ist mehr als nur ein virales Dessert. Es erzählt eine Geschichte von Unternehmergeist, handwerklicher Qualität und kosmopolitischer Anziehungskraft, die alle das Wesen Dubais widerspiegeln."
Al-Busaidy meint, die Schokolade würde mittlerweile genauso zur modernen kulturellen Identität Dubais gehört wie traditionell Datteln und Gold. "Sie stärkt den Ruf Dubais als Reiseziel für einzigartige, hochwertige Erlebnisse", sagt sie.
Produktdiversifikation und "Dubai-Style" überall
Mittlerweile gibt es fast alles in einer Dubai-Geschmacksrichtung. In Bäckereien gibt es Dubai Style Kuchen, Croissants und sogar Milkshakes. Egal, wohin man geht, die Chance ist hoch, dass auf der Karte mindestens einmal etwas mit Dubai im Namen steht. Die Kreativität scheint dabei endlos zu sein. Namhafte internationale Schokoladenmarken wie Lindt, Godiva und Galaxy sind ebenfalls mit von der Partie. Lindt bietet in der Schweiz Kurse zur Herstellung eigener Dubai-Schokoladentafeln an, die von Maître Chocolatiers geleitet werden.
Auf dem europäischen Festland setzte ich meine Marktforschung fort und verköstigte Dubai Milch in einem österreichischen Hofladen und ein ekelhaft süßes Dubai Style Chocolate Gelato in Athen. Jedes Mal, wenn ich die typische pistaziengrüne Farbe irgendwo sehe, von Lebensmittelverpackungen über Kleidung bis hin zu Werbungen, habe ich nun eine pawlowsche Reaktion, die ein sofortiges Verlangen nach Zucker in mir auslöst.
Tabelle: Ausgewählte Aspekte des Hypes
| Aspekt | Fakt |
|---|---|
| Ursprung | FIX Dessert Chocolatier, Dubai |
| Hauptzutaten | Schokolade, Pistaziencreme, Kadayif-Teigfäden |
| Beliebte Verkaufsorte | Duty Free Dubai Intl. Airport, Deliveroo Dubai/Abu Dhabi, ausgewählte Supermärkte |
| Rechtslage | Abmahnungen wegen irreführender Bezeichnung; Gerichtsurteil in Köln zu Herkunftsbezeichnung |
| Qualitätsprüfungen | Stichprobenfunde: Verunreinigungen, Palmöl, nicht deklarierte Allergene |
| Kalorien | Ca. 992 kcal pro 200-g-Riegel (Original FIX) |
Warum funktioniert der Hype? Psychologie und Marketing
Die Wahrheit ist, dass es hier nicht um Geschmack oder Qualität geht. Nein, es geht um das Image. Dubai-Schokolade klingt nach Luxus, nach Exotik, nach einem Hauch von "1001 Nacht". Vier Buchstaben fassen den Hype perfekt zusammen: FOMO - die "Fear of Missing Out" (zu Deutsch: Angst, etwas zu verpassen). Es genügt, wenn ein paar Influencer ihre glamourösen Unboxing-Videos posten, und schon fühlen sich alle, als ob sie etwas verpassen, wenn sie diese Schokolade nicht besitzen.
Dubai steht für Luxus, Überfluss und den Wunsch, sich von der Masse abzuheben. Und wenn wir ehrlich sind, kaufen viele von uns das Gefühl mit: das Gefühl, sich etwas Besonderes leisten zu können, dazuzugehören. Die Dubai-Schokolade ist letztlich eine perfekte Fallstudie dafür, wie leicht wir uns vom oberflächlichen Glamour verführen lassen.
Ausblick
Ob der Hype weiter wachsen wird oder das Ende bereits erreicht ist, bleibt abzuwarten. Wenn die Preise für Kakaobohnen und Pistazien, die beide derzeit hoch sind, weiter steigen, wird dies wahrscheinlich die Attraktivität der Luxusschokolade auf der ganzen Welt beeinträchtigen. Vielleicht wird die Ozempic-Generation in Zukunft aber auch ganz auf Süßigkeiten verzichten.
Nach den Gerichtsentscheidungen und den Stichprobenprüfungen dürften Begriffe wie "Dubai-Style" weiterhin die Regale füllen, während das Original nur an wenigen offiziellen Punkten erhältlich bleibt. Die Messlatte für Qualität und Innovation wurde durch FIX höher gelegt und soll mit aller Kraft geschützt werden.
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