Koala Kakao Geschichte
Woran denkst du bei Kakao? An ein leckeres Getränk aus Kakaopulver und Milch, wahlweise heiß oder kalt? Stell dir vor, ohne die Azteken würden wir den Kakao gar nicht kennen! Und damit auch keine Schokolade!
In Mittelamerika nämlich wurde die Kakaopflanze zuerst angebaut. Die Pflanze selbst stammt von der Yucatán-Halbinsel des heutigen Mexikos. Die wilde Kakaopflanze wuchs damals bereits in den Tieflagen des Amazonas. Der Kakaobaum war in Mittelamerika bereits vor fast 4.000 Jahren bekannt. Man nutzte das Fruchtfleisch pur oder vergoren als alkoholisches Getränk. Am Kakaobaum wachsen längliche Früchte. In den Früchten befinden sich die Samen. Diese Samen werden auch Kakaobohnen genannt. Aus diesen Kakaobohnen stellt man den Kakao her. Dafür werden sie geröstet und gemahlen. So entsteht ein Brei. Der wird gepresst und dadurch zu Kakaopulver.
Frühe Kulturträger: Olmeken, Maya und Azteken
Die Olmeken (ca. 3.000 v. Chr. bis 200 n. Chr.) in Mexiko gaben der Pflanze auch den Namen "kakawa" aus dem später "Kakao" entstand. In Ecuador entstand reger Handel mit Kakao. Jahrhunderte später kultivierten die Maya den Kakaobaum, bauten große Felder und entwickelten Bewässerungssysteme. Die Maya nutzten den Kakao vielfältig: Das Kakaogetränk der Maya wurde als eine Art Weihwasser benutzt, um den Übergang des Jugendlichen in das Erwachsenendasein zu zelebrieren. Kakao wurde auch als Allheilmittel bei Durchfall, Masern oder Geburtsschmerzen vielfältig genutzt.
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts n. Chr. begann die Hochkultur der Azteken. Die Azteken waren eine der ersten Hochkulturen, die den Kakao auch tranken und sogar als Heilmittel verwendeten. Auch die Azteken betrachteten den Kakao als sehr wertvoll. Kakao wurde als Zahlungsmittel eingesetzt. Hier begann die Geschichte der Schokolade.
Vom amerikanischen Ursprung nach Europa
Es war Christoph Kolumbus im Jahre 1502, der Kakaobohnen als erster Europäer zu Gesicht bekam. Er bezeichnete die Kakaobohnen als eine Art Mandeln und schenkte ihnen noch keine Aufmerksamkeit. Erst der Eroberer Hernán Cortés nahm das Kakaogetränk zu sich. Nachdem sie das Aztekenreich erobert hatten, brachten die Spanier den Kakao mit nach Europa. Nachdem die Spanier in Mittelamerika gelandet waren und es den ersten Austausch zwischen ihnen und den Azteken gab, wurde der Kakao von einer Gruppe Mönche mit zurück nach Europa zum spanischen Königshof gebracht. Dort stieß die neue Pflanze allerdings zunächst auf wenig Begeisterung aufgrund ihres bitteren Geschmacks. Langsam gelangte Kakao nach Europa. Erst Ende des 16. Jahrhunderts erfuhr Kakao wachsenden Zuspruch.
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Heißgetränke waren zu dieser Zeit sehr beliebt, und so entstand das Wort "chocolatl" aus dem später "chocolate" wurde. Das Wort Kakao ist auch aztekisch. Es wird von cacahuatl abgeleitet. Das Getränk, das auch schon die Maya aus den Kakaobohnen zubereiteten, wurde chocolatl genannt. Eigentlich bedeutet das “bitteres Wasser, denn xococ = bitter und atl = Wasser.
Verbreitung und soziale Bedeutung in Europa
Um 1700 verbreitete sich Kakao von Spanien aus in den Adelsschichten anderer europäischer Länder. Durch die Zugabe von Zucker und anderen Gewürzen wie Zimt oder Anis entwickelte sich die Kakaokultur, vor allem im familiären Kreis. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts fand das Schokoladegetränk Einzug in das Bürgertum. Es entstanden Kaffeehäuser sowie Schokoladestuben. Bei den Adelsfamilien kam es rasch in Mode, nachdem man es gesüßt trank. Kakao war auch so teuer, dass nur reiche Leute ihn sich leisten konnten.
So wurde der Kakao im 18. Jahrhundert eher mit dem Süden Europas und somit mit der Kirche und der Aristokratie verbunden, während der Kaffee, als Gegenspieler des Kakaos, eher mit dem Norden Europas und somit dem Protestantismus und dem Mittelstand assoziiert wurde.
Technische Entwicklung und Industrialisierung
Bис zum 19. Jahrhundert veränderte sich die Herstellung nur geringfügig. Anfang des 19. Jahrhunderts fand eine rasante technische Entwicklung der Schokoladeherstellung statt. Ab 1828 begann die moderne Schokoladeproduktion. Durch die Entwicklung des modernen Kakaopulvers durch den Chemiker Coenraad Johannes van Houten kam es zur Industrialisierung der Schokolade. Mit der Entwicklung der Dampfmaschine, um Bohnen automatisch zermahlen zu können, und der Herstellung des Kakaopulvers war es möglich, eine formbare, feine Schokolademasse herzustellen. Die Kakaomasse wurde durch Zuckerbeigabe immer süßer.
1875 war es Daniel Peter, der die erste Milchschokolade herstellte. Dazu verwendete er das von Henri Nestlé erfundene Milchpulver. 1873 entwickelten die Schweizer das Conchier-Verfahren und die Milchschokolade. Die Schweizer erfanden im 19. Jahrhundert entscheidende Verfahren, die Schokolade in Tafelform populär machten. Tafelschokolade gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. Noch bis ins 19. Jahrhundert wurde Schokolade in Apotheken als “Kräftigungsmittel” verkauft. Trinkschokolade verlor langsam an Bedeutung, dafür genoss man Schokolade in fester Form.
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Wirtschaftliche und ökologische Schattenseiten
Allerdings hat dieser Aufstieg der Schokolade auch Schattenseiten. Der Kakao und sein Anbau sind mit dem Kolonialismus verknüpft, der Anbau der Pflanze erfolgte unter Ausbeutung von Menschen in den Kolonien, wie z.B. in Afrika. Zusätzlich ist Kakao heute einer der größten Treiber der Entwaldung. Kakao ist eine sehr arbeitsintensive Pflanze. Durch Preisdumping ist der Anbau von Kakao nicht existenzsichernd und es kommt zum Einsatz von Kinderarbeit. Dazu kommt noch eine globale Dominanz von wenigen großen Unternehmen. Diese Unternehmen propagieren Kakao heute als Superfood, da diesem Eigenschaften wie Stresshemmung, Entzündungslinderung, eine aufputschende Wirkung und die Förderung von Glücksgefühlen zugeschrieben werden.
Konsum, Geschmack und heutige Produktion
Der Konsum selbst stieg in Form von Tafeln, Pastillen, Eis oder Desserts deutlich an. Bis zum 19. Jahrhundert veränderte sich die Herstellung nur geringfügig. Erst im 18./19. Jahrhundert wurden größere Mengen von Kakaobohnen in Bremen gehandelt. 70 Prozent der Ernte kommt von dort. Die größten Produzenten sind die Elfenbeinküste und Ghana.
Kulturgeschichte: Kakao als Genuss und Spiel
Die Verwendung von Kakao bzw. der Schokolade sowohl als Lebensmittel als auch als Medizin ist für Lateinamerika und Europa belegt. Schokolade wurde als generell kräftigend, leicht verdaulich und als Aphrodisiakum empfohlen. Die Pflanze wurde in vielen Kulturen als wertvoll betrachtet und in religiösen sowie sozialen Ritualen verwendet.
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Wissenschaft und Vermittlung
Nach einem sehr gelungenen und überaus gut besuchten 102. Stiftungsfest stand bereits zwei Tage später der nächste Programmpunkt auf dem Plan. Zunächst gab uns Julian einen Einblick in die Herkunft der Kakaopflanze und ihre frühe Nutzung. Nach diesem Einstieg ging die Geschichte weiter mit der Verbreitung des Kakaos und seiner Ankunft in Europa. Nachdem der erste Erfolg des Kakaos etabliert war, verbreitete sich dieser durch den transatlantischen Handel in Europa und fand somit auch seinen Platz in den Konflikten Europas.
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Im Laufe dieser Zeit entwickelte sich die Zubereitung von Schokolade kaum, jedoch stieg die produzierte Menge erheblich an. Nach seinem Vortrag gab es noch eine anregende Diskussionsrunde, in welcher Ergänzungen zu Julians Vortrag hinzugefügt oder auch einzelne Fakten diskutiert wurden. Zu guter Letzt gab es noch ein von Julian organisiertes Schokoladentasting. In diesem gab es verschiedene Tafeln Schokolade zu probieren, die nach dem prozentualen Anteil ihres Kakaoanteils aufsteigend sortiert waren. Nach diesem Schokoladentasting wurden alle Zuhörer entlassen und konnten sich im Sinne der Scientia mit neuem Wissen und neuen Gedanken auf den Nachhauseweg machen.
Kurze Tabelle: Meilensteine der Kakao- und Schokoladengeschichte
| Periode / Jahr | Ereignis |
|---|---|
| vor ~4000 Jahren | Kultivierung des Kakaobaums in Mittelamerika (Olmeken) |
| 16. Jahrhundert | Kolumbus sieht Bohnen (1502), Hernán Cortés bringt Kakao nach Europa (1528) |
| 17.-18. Jahrhundert | Verbreitung in Europa, Mode bei Adel und Klerus, Einführung von Zucker und Gewürzen |
| 1828 | van Houten entwickelt Kakaopulver → Beginn der Industrialisierung |
| 1873-1875 | Conchier-Verfahren; Daniel Peter entwickelt Milchschokolade mit Nestlé-Milchpulver |
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