Jacobs Suchard und die Welt der Schokolade: Eine Reise durch Tradition und Geschmack

Die Welt der Schokolade ist vielfältig und reich an Geschichte. Von traditionsreichen Marken bis hin zu innovativen Neuentdeckungen bietet sie Genuss für jeden Geschmack. Dieser Artikel beleuchtet einige Aspekte dieser faszinierenden Welt, von der Geschichte bekannter Marken bis hin zu neuen Trends in der Schokoladenherstellung.

Côte d’Or: Eine belgische Tradition mit Abstrichen?

Die Schokoladenmarke Côte d’Or, einst präsenter im deutschen Einzelhandel und zeitweise im Besitz der Jacobs Suchard-Gruppe, bedient heute, als Teil des Mondelez-Konzerns, vor allem Belgien, die Niederlande und Frankreich. Die Sorte „Noir Intense“ (70% Kakaoanteil) kommt in Karton und Alufolie verpackt daher.

Ein Blick auf die Zutatenliste offenbart jedoch einige Kritikpunkte: Die Angabe "mindestens 30%" Kakaomasse lässt vermuten, dass wenig aromatische Kakaomasse verwendet wird. Das Vorhandensein von Butterfett in einer dunklen Schokolade kann als Qualitätsmangel gedeutet werden. Zudem wird Kakaopulver zugesetzt und "Aroma" verwendet, was üblicherweise synthetische Vanille bedeutet.

Beim Auspacken offenbart die Tafel einen seidenmatten Schein, bricht leicht und verströmt einen Geruch nach Gummi und verbranntem Holz. Der erste Mundeindruck bestätigt diesen Eindruck, mit einem Geschmack von überröstetem Kakao, Bitterkeit und staubigem Traubenzucker. Glücklicherweise fällt das hinzugefügte Butterreinfett neben der Kakaobutter kaum auf. Mit der Zeit wird eine Säure spürbar, die den Zucker auffängt und den Geschmack leicht verbessert, doch der Gummigeschmack bleibt bestehen.

Chocolaterie Monbana: Französische Schokoladenkunst seit 1934

Die französische Kakao-Marke Chocolaterie Monbana hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1934 einen erstklassigen Ruf in der Welt der Schokoladenliebhaber erarbeitet. Mit einer reichen Tradition und Leidenschaft für handwerkliche Perfektion hat sich Monbana zu einem Synonym für unvergleichlichen Genuss entwickelt.

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Die Geschichte von Chocolaterie Monbana begann im Ersten Weltkrieg, als sich Louis Guattari und Pierre-François Lardet in den Schützengräben begegneten. Lardet war Gründer der berühmten Schokoladenmarke Banania. Seine Leidenschaft für Schokolade führte ihn zum Entschluss, 1934 eine eigene Kakaofabrik zu gründen. Der Name Chocolaterie Monbana ist eine Hommage an seinen Freund Pierre-François, denn Monbana bedeutet soviel wie "Meine Banania".

In der Nachkriegszeit, die von Mangel und unausgewogener Ernährung geprägt war, reicherte Louis sein Schokoladenpulver auf Basis von Kakao- und Bananenmehl mit Vitaminen und Mineralsalzen an, um zu einer vollwertigeren Ernährung beizutragen.

Chocolaterie Monbana bezieht ihre Kakaobohnen von den besten Anbaugebieten weltweit. Sorgfältig ausgewählt und mit Hingabe verarbeitet, entfalten die edlen Bohnen ihr volles Aroma. Durch eine meisterhafte Röstung werden die einzigartigen Geschmacksnuancen hervorgehoben und in feinstes Kakaopulver verwandelt.

Monbana bietet eine umfangreiche Palette an köstlichen Produkten für alle Schokoladenliebhaber, darunter verführerische heiße Trinkschokoladen in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die Marke verwendet ausschließlich die feinste Kakaobutter und hochwertige Zutaten, um ein unvergleichliches Geschmackserlebnis zu garantieren.

Barry Callebaut und die rosafarbene Revolution: Ruby Schokolade

Bisher gab es nur drei natürliche Schokoladenfarben: Schwarz, Braun und Weiß. Nun kommt erstmals eine rosa Variante in den Handel. Doch der Hersteller glaubt, dass bald eine weitere Farbe hinzukommt.

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Der Marktstart von Ruby steht kurz bevor, der ersten von Natur aus rosafarbenen Schokolade. Die ungewöhnliche neue Süßigkeit ist im Handel erhältlich. Seit den 1930er-Jahren kannte man die Süßigkeit nur in drei Farben: Schwarz, Braun und Weiß. Hersteller Barry Callebaut rechnet für die kommenden Jahre jedoch mit weiteren Schokoladenfarben. „Ich würde mich nicht wundern, wenn es in Zukunft auch völlig natürliche grüne Schokolade gibt“, sagte Bas Smit, Marketingdirektor von Barry Callebaut. Das Unternehmen liefert nicht an Endkunden, sondern nur an Schokoladenproduzenten.

Der Schweizer Branchenriese lässt derzeit die Kakaobohne systematisch wissenschaftlich untersuchen. Forscher der Jacobs-Universität Bremen sollen Schnelltests ermöglichen, um vor Ort im Anbaugebiet untersuchen zu können, ob der entsprechende Baum zum Beispiel Ruby-Bohnen trägt oder gar eine weitere völlig neue Sorte.

Die Entdeckung von Ruby ist aus Sicht von Fachleuten eine Sensation. Zwar kommen ständig neue Schokoladensorten in den Handel. „Dabei geht es aber immer nur um Varianten“, sagte Smit. Die Hersteller ändern die Zutaten, die Verarbeitung oder die Textur. „Diesmal aber haben wir eine neue Sorte entdeckt.“ Zuletzt geschah das vor über 80 Jahren, als der Schweizer Konzern Nestlé erstmals weiße Schokolade herstellte und verkaufte.

Auch bei Ruby stammte das erste Produkt von Nestlé, mit der Schokolade von Barry Callebaut. Die Schweizer verkaufen ihren Schokoriegel Kitkat als Edition Sublime Ruby. Die Konkurrenz bleibt derweil noch zurückhaltend. Ritter Sport jedenfalls will sich an die neue Schokolade vorerst nicht heranwagen, ähnlich wie der deutsche Marktführer Milka. „Aktuell ist nichts geplant“, hieß es von beiden Seiten. Trotzdem sieht man die Markteinführung bei Ritter Sport positiv - weil die neue Sorte Kakao als wichtigste Zutat von Schokolade betone.

Ähnlich sieht es auch Torben Erbrath, Geschäftsführer beim Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) und dort zuständig für den Fachbereich Schokolade: „Endlich wird beim Thema Schokolade mal wieder über Qualität und Geschmack gesprochen und nicht über Zucker, Fett und Preise.“ Erbrath traut Ruby zu, einen Teil des Markts an sich zu ziehen. Mehr Schokolade werden die Deutschen wegen der neuen Farbe aber wohl nicht essen. Seit Jahren liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei etwa 9,5 Kilogramm pro Jahr.

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