Hoyer Gelee Royal im Honig: Wirkung und Anwendung

Gelée Royale, auch Bienenköniginnen-Futtersaft genannt, ist der Königinnenfuttersaft der Bienen. Wie Honig oder Propolis stammt es aus dem Bienenstock - doch der wertvolle Stoff kommt nicht dem gesamten Volk zugute. Von den Bienen erschaffen, für die Königin reserviert - Gelée Royale ist das wertvollste Geheimnis des Bienenstocks.

Was ist Gelée Royale und wie entsteht es?

Gelée Royale ist eine milchig-weiße, leicht säuerlich schmeckende Substanz, die von Ammenbienen zur Fütterung der Bienenkönigin produziert wird. Die Herstellung des königlichen Gelée obliegt allein den Bienen. Es wird in den Futtersaft- und vor allem den Oberkiefer-(Mandibel-)drüsen der Ammenbiene produziert. Rohstoffe sind Pollen und Honig. Nur zwischen ihrem 4. und 12. Lebenstag produzieren junge Arbeiterinnen als “Ammenbienen” das Gelée Royal, um die Larven und die Königin damit zu füttern.

Die Ammenbienen füllen die Wabe, in der die Larve wohnt, bis obenhin mit dem wertvollen Futtersaft, sodass die zukünftige Herrscherin geradezu im royalen Gelée schwimmt. Die Königin wird wesentlich länger damit versorgt, damit sie ihre Größe und Leistungsstärke erhält, die sie in ihrem langen, fast noch anstrengenderem Dasein dringend benötigt.

Ammenbiene füttert Larve mit Gelée Royale

Zusammensetzung

Gelée Royale enthält alle für die Entwicklung der Bienen wichtigen Nährstoffe sowie Enzyme und Bienenhormone. Gelée Royale enthält Eiweiße, Zucker, Fette sowie Mineralien, Spurenelemente und 16 Vitamine. Neben 60 bis 70 Prozent Wasser sind 11 bis 25 Prozent Zucker (Fruktose, Glukose, Saccharose), 9 bis 18 Prozent Proteine und Aminosäuren sowie 2 bis 8 Prozent Fette enthalten. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind: 10 - 23 % Zucker, 60 - 70 % Wasser, 9 - 18 % Proteine und Aminosäuren, 4 - 8 % Fette, Thiamin, Riboflavin, Pyridoxin, Niacin, Pantothensäure, Biotin, Folsäure, Sterine, Biopterin, Juvenilhormon und Neopterin, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Die zahllosen Hormone, Enzyme, Coenzyme und Vitamine sowie der enorm hohe Gehalt an Mineralstoffen sind bis heute nicht vollständig analytisch bestimmbar. Der Gehalt an 10-Hydroxy-2-decensäure, einer Fettsäure, ist ein Merkmal für die Produktqualität (1 bis 6 Prozent).

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Gewinnung und Verfügbarkeit

Der Bienenköniginnenfuttersaft wird in spezialisierten Imkereien gewonnen. Um das Bienenvolk zur übermäßigen Produktion dieses Saftes zu animieren, wird die Königin entfernt. Der Imker bringt dafür Kunststoff-Näpfchen in die Waben ein und bestückt diese mit einer winzigen Larve. Nach drei Tagen wird die Larve entfernt und der Vorrat an Gelée Royale (pro Zelle rund 0,3 Gramm) abgesaugt. Von dem anderen täglich produzierten Gelée royale kann nichts geerntet werden, da es von den Bienen selbst sofort ge- und verbraucht wird. Aus diesem Grunde muss Gelée royale in der für Imker arbeitsreichsten Zeit des Frühlings gewonnen werden.

Die Gewinnung von Gelée Royale ist sehr arbeitsintensiv und lohnt sich in Europa kaum. In wärmeren Regionen mit einer längeren Bienensaison kann der Gesamtertrag eines Volkes bis zu 500 Gramm betragen. Entsprechend hoch sind die Preise. Die Ernte von Gelée Royal ist äußerst aufwendig und wird daher nur von wenigen Imkern betrieben. Der Ernteertrag ist mit durchschnittlich 500 g jährlich pro Bienenvolk auch eher gering.

Gelée Royale wird heute vor allem in China und Südostasien (90 Prozent) sowie in Osteuropa produziert. Die Gewinnung ist sehr arbeitsintensiv und lohnt sich in Europa kaum. Wir beziehen unser Bienenköniginnenfuttersaft je nach Verfügbarkeit von kontrolliert biologisch arbeitenden Imkern aus Südamerika & Asien.

Glasgefäß mit gefriergetrocknetem Gelée Royale

Darreichungsformen und Anwendung

Wenn Sie Gelée Royal kaufen möchten, werden Sie mit einer Reihe an Darreichungsformen konfrontiert. Gelée Royale wird frisch in Trinkampullen und gefriergetrocknet in Kapseln verkauft, teilweise gemischt mit Propolis oder Blütenpollen, aber auch mit Extra-Vitaminen (z.B. Vitamin C) oder Aloe vera angereichert. Das Gelée Royal wird dazu gefriergetrocknet und in eine Kapselhülle gefüllt. Kapseln werden häufig auch als Kombinationspräparate angeboten, beispielsweise Gelée Royal mit Propolis und Blütenpollen. Gelée Royale in Honig ist eine gute Alternative zu Trinkampullen oder pures Gelée Royale. Der Honig mildert den leicht bitteren Geschmack von Gelée Royal ab und so können Sie den Honig einfach auf dem Brot oder als Zugabe im Müsli genießen.

Die Ampulle kann mit einem Getränk Ihrer Wahl (bis auf Milch) verdünnt werden, dadurch wird der leicht bittere Geschmack von Gelée Royal abgemildert. Die Trinkampullen sind häufig als Kombinationspräparate erhältlich. Besonders praktisch für unterwegs sind Lutschtabletten, denn für die Einnahme benötigen Sie kein Wasser. Direkt beim Imker können Sie frisches, pures Gelée Royale kaufen. Bei der inneren Einnahme liegt die Normaldosis bei 500 mg pro Tag. Bei der Einnahme von puren Gelée Royal oder Trinkampullen ist die sublinguale Einnahme besonders empfehlenswert, d.h. unter der Zunge.

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Als sogenannte Schönheits- oder Aufbaukur wird generell eine Dauer von drei bis sechs Wochen empfohlen. Dafür nehmen Sie Trinkampullen, Tabletten oder Kapseln täglich nach den Angaben des Herstellers ein. Gelée Royale Gesichtsfluid, Creme und Serum können regenerierend, straffend und feuchtigkeitsaktivierend wirken.

Verschiedene Darreichungsformen: Ampullen, Kapseln, Creme

Sicherheit, Risiken und Qualität

Achtung: Gelée Royale kann bei empfindlichen Personen zu teilweise schweren, lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen führen können. Das gilt insbesondere für Personen, die an Atopie oder Asthma bronchiale leiden. Arzneimittel mit Gelee Royale müssen einen diesbezüglichen Warnhinweis tragen, Nahrungsergänzungsmittel nicht, sollten es aber eigentlich. Auch wer auf Bienen- oder Wespenstiche allergisch reagiert, sollte besser auf die Produkte verzichten. Ebenso schwangere und stillende Frauen. Die Verbraucherzentralen fordern die Hersteller auf, wegen des hohen Gefährdungspotentials freiwillig Warnhinweise auf ihre Verpackungen zu drucken und nicht auf den Gesetzgeber zu warten.

Es ist außerdem möglich, dass Bienenprodukte wie Propolis oder auch Gelee Royale giftige Pyrrolizidinalkaloide enthalten. PA sind natürliche Inhaltsstoffe verschiedener Pflanzen und können beim Menschen das Erbgut schädigen und Krebs hervorrufen. Sie werden über die Blütenpollen in die Bienenprodukte eingetragen. PA können auch in kleinen Mengen ein Risiko für die Gesundheit darstellen. Seit Juli 2022 gelten Höchstmengenregelungen für PA in Nahrungsergänzungsmitteln (VO (EU) 2020/2040). Die gesetzliche Höchstmenge beträgt dann für Nahrungsergänzungsmittel mit pflanzlichen Inhaltsstoffen einschließlich Extrakten 400 Mikrogramm pro Kilogramm.

Für Gelée Royale gibt es eine internationale ISO-Norm (ISO 12824:2016) mit zwei unterschiedlichen Qualitäten. Diese unterscheiden sich in der Art der Fütterung. In der hochwertigen bekommt das Bienenvolk nur die natürliche Nahrung. Für das geringer wertige Gelée Royale erhalten die Bienen zusätzlich Futterlösungen, üblich unter anderem in China. Diesbezügliche Angaben findet man bei den angebotenen Produkten leider nicht. Die ISO-Norm für Gelée Royale hat übrigens nichts zu tun mit den manchmal genannten ISO-Normen 9001 und 9002 für Qualitätsmanagement.

Suchen Sie nach Packungshinweisen oder fragen Sie beim Hersteller/Importeur nach, ob deren Gelée-Royale-Produkte auf Pyrrolizidinalkaloide und Tierarzneimittelrückstände untersucht wurden. Gelée Royale kann Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten. Für Nahrungsergänzungsmittel, die vor Juli 2022 in den Verkehr gebracht wurden, gab es Übergangsregelungen.

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Was sagt die Forschung? Nachweise und Grenzen

Wichtig: Faktisch konnten die vermeintlich positiven Wirkungen von Gelée Royale noch nicht so fundiert nachgewiesen werden, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) daraus sogenannte Health Claims ableiten würde. Die EFSA hat die von Herstellern eingereichten Werbeaussagen geprüft und festgestellt, dass kein ursächlicher Zusammenhang zwischen diesen und dem Verzehr von Gelée Royale besteht. Aussagen, wonach Gelée Royale die Immunabwehr unterstützt oder positive Wirkungen auf den Stoffwechsel, Blutgefäße, Drüsenfunktionen, Hautgesundheit, Vitalität sowie Herzgesundheit und normale Cholesterin- bzw. Blutfett-Spiegel habe, sind somit irreführend und damit unzulässig.

Auch Aussagen mit Krankheitsbezug wie "Senkung des Blutdruckes", "Entzündungshemmend, daher geeignet bei Autoimmunkrankheiten wie Rheuma" oder "hilfreich bei Depressionen und Angstzuständen" sind nach Artikel 7 (3) des Lebensmittelinformationsgesetzes verboten. Humanstudien, die eine Wirksamkeit von Bienenprodukten gegen Krebs zeigen, gibt es nicht. Diskutierte Effekte von Gelée Royale auf den Blutzucker-Spiegel, die Leberfunktion sowie das Körpergewicht konnten bisher ebenfalls nicht nachgewiesen werden.

Es existieren jedoch eine Reihe von Tierversuchen, In-vitro-Studien und vereinzelten kleineren Humanstudien, die interessante Effekte beschreiben, etwa auf Hautzellen, Wundheilung oder bestimmte Biomarker. Diese Studien bilden zunächst interessante theoretische Ansätze, sind aber keine Belege für die zahlreichen gesundheitsbezogenen Werbeaussagen. Mit den üblichen Dosierungsempfehlungen kann nicht mit Vitaminen angereichertes Gelée Royale einen Beitrag zur Bedarfsdeckung mit diesen Mikronährstoffen leisten.

Interview: Wissenschaftler erklärt Grenzen der Forschung zu Gelée Royale

Empfehlungen für Verbraucher

  • Achten Sie auf die Zutatenliste: Wenn auf der Verpackung oder in der Werbung das Immunsystem erwähnt wird, bezieht sich dies in der Regel auf zugesetzte Vitamine, meist synthetisches Vitamin C, nicht auf das Gelée Royale.
  • Achten Sie auf Herkunft und Prüfsiegel; Bio-Logo dürfen nur Produkte tragen, für die eine zugelassene Kontrollstelle bescheinigt hat, dass sie biologisch erzeugt wurden.
  • Schwangere und Stillende sollten Gelée Royale vermeiden, bis ausreichende Sicherheitsdaten vorliegen.
  • Personen mit Atopie, Asthma oder Allergien gegen Bienenprodukte sollten Gelée Royale nicht verwenden.
  • Frisches Gelée Royale sollte gekühlt bei 0 bis 5 Grad Celsius gelagert werden; tiefgefroren ist es zwei bis drei Jahre haltbar.
  • Fragen Sie Hersteller nach Untersuchungen auf Pyrrolizidinalkaloide und Tierarzneimittelrückstände.

Gelée Royale in Kosmetik und Apitherapie

Gelée Royale ist ein beliebter Inhaltsstoff in Anti-Aging- und Pflegeprodukten. In der Apitherapie wird Gelée Royal vielfältig eingesetzt. Gelée Royale findet vielfältige Anwendungen. In der Apitherapie wird Wechseljahrsbeschwerden mit Gelée Royal häufig in Kombination mit Propolis behandelt. Gelée Royale überzeugt leider nicht durch seinen guten Geschmack - es schmeckt bitter-säuerlich. Gelée Royale Gesichtsfluid, Creme und Serum können regenerierend, straffend und feuchtigkeitsaktivierend wirken.

Lagerung und Haltbarkeit

Frisches Gelée Royale kann gekühlt bei 0 bis 5 Grad Celsius bis zu einem halben Jahr aufbewahrt werden, tiefgefroren ohne Nährstoffverlust zwei bis drei Jahre. Frisches Gelée Royal verliert seine Wirkstoffe, wenn es mehr als vier Stunden Licht und Luft ausgesetzt ist. Daher sollte das Gelée Royal am besten im Kühlschrank lichtgeschützt (z.B. in einem dunklen Glas) gelagert werden. Die Aufbewahrung in der Tiefkühltruhe ist auch ohne Qualitätsverluste möglich, jedoch sollte es nur einmalig aufgetaut werden. Gelée Royal Kapseln und Tabletten mit gefriergetrockneten Gelée Royal kann auch bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.

Fazit zu Wirkung und Anwendung

Die beeindruckenden Effekte von Gelée Royale im Bienenstaat sind gut dokumentiert: Die spezielle Ernährung macht aus einer identischen Larve eine fruchtbare und langlebige Königin. Für den Menschen sind jedoch die meisten gesundheitsbezogenen Aussagen nicht durch belastbare wissenschaftliche Daten belegt. Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln nutzen häufig Zusätze wie Vitamin C, um erlaubte Werbeaussagen auf der Verpackung zu rechtfertigen; diese Aussagen beziehen sich dann auf die zugesetzten Mikronährstoffe, nicht auf das Gelée Royale selbst. Vorsicht ist geboten bei Allergikern, Schwangeren, Stillenden und bei Produkten aus Regionen mit bekannten Rückstandsproblemen.

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