Zusammenhang zwischen Herpes und Zuckerkonsum: Einfluss auf den Metabolismus und Prävention

Der Zusammenhang zwischen Herpesviren und dem Zuckerstoffwechsel rückt immer stärker in den Fokus medizinischer Forschung. Herpes ist bekanntermaßen eine Viruserkrankung, deren Ausbrüche häufig mit einer Immunschwäche, Stress oder Mangelernährung in Verbindung gebracht werden. Die verursachenden Viren schlummern in uns, teilweise viele Jahre, ohne dass wir Beschwerden hätten. Nicht alle Menschen tragen den Herpes-Virus in sich, aber wer sich einmal angesteckt hat, wird die fiesen Keime nie wieder los.

Mit der richtigen Ernährung kann ein Ausbruch von Lippenherpes gemildert, in vielen Fällen sogar vorgebeugt werden. Sind die Abwehrkräfte geschwächt, haben Herpesviren auf der trockenen Lippenhaut ein leichtes Spiel. Die Ernährungsweise spielt eine entscheidende Rolle in der Widerstandskraft gegen Herpesviren. Besonders eine nährstoffarme Ernährung bietet den Herpes simplex Viren perfekte Voraussetzungen zur Ausbreitung.

Rolle des Zuckerkonsums bei Herpesausbrüchen

Zucker- und fetthaltige Lebensmittel bieten wenig verwertbare Nährstoffe, dafür Zusatzstoffe, die wenig positive Eigenschaften für die Haut haben. Diese sind aber wiederum für eine Gesunderhaltung der Haut essentiell. Ein Überschuss an L-Arginin kann allerdings die Ausbreitung von Herpesviren beschleunigen. L-Lysin ist sozusagen das Pendant zu L-Arginin. Dieses Eiweißprotein sorgt für eine schnelle Wundheilung nach dem Ausbruch von Lippenherpes.

Fastfood und künstliche Zusatzstoffe, wie Glutamat, wirken sich negativ auf die Gesundheit aus und lassen Hautentzündungen schneller ausarten. Zuckerhaltige Nahrung trägt dazu bei, dass Entzündungsprozesse gefördert werden. Durch den Verzicht von Zucker und die Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen aus natürlichen Lebensmitteln wird die Abwehr gegen Herpesviren gestärkt. Eine Ernährungsumstellung sollte mindestens ein halbes Jahr andauern, um das Immunsystem nachhaltig aufzubauen.

Herpesvirus und Zuckerstoffwechsel - Infografik

Aminosäuren und Mikronährstoffe: Einfluss auf Herpes

Nicht nur Hormonschwankungen, Stress oder starke UV-Strahlung begünstigen einen Herpesausbruch. Auch Lebensmittel, die viel L-Arginin enthalten, werden mit Herpes in Verbindung gebracht. Sind beide Aminosäuren L-Lysin und L-Arginin in einem ausgeglichenen Verhältnis im Körper vorhanden, aktivieren sie das Abwehrsystem und den Zellaufbau.

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  • Lysinreiche Ernährung stärkt die Immunabwehr
  • Vegetarier und Veganer haben häufiger einen Lysin-Mangel
  • Aminosäuren unterstützen die schnelle Wundheilung

Menschen, die häufig an Herpes leiden, nehmen in der Regel viel zu wenig Lysin auf. Typisch ist der Lysin-Mangel für Vegetarier und vor allem Veganer, weil das Eiweiß klassischerweise nur in Fleisch (Rind, Hühnerbrust) und Eiern vorkommt, in geringen Mengen auch in Milchprodukten, Weizenkeimen und Nüssen. Hülsenfrüchte enthalten Lysin, aber in geringen Mengen.

Dr. Anne Fleck empfiehlt eine gezielte Nahrungsergänzung für Menschen, die wenig bis gar kein Fleisch konsumieren. Fleischesser können statt der Nahrungsergänzung zu einer guten Hühnerbrühe greifen, die sie selbst aus Knochen angesetzt haben. Beim langsam Auslösen gelangen viele Eiweiße, darunter auch Lysin, in die Suppe. Lysin kann nicht vom Körper hergestellt werden. Es gibt es in Tabletten-, Kapsel- und Pulverform.

Lebensmittel mit Lysin und ihre Wirkung auf Herpes

Herpesviren und das Risiko für Diabetes - Erkenntnisse der Forschung

Infektionen mit zwei häufig auftretenden Herpesviren können zu einem gestörten Zuckerstoffwechsel beitragen und das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen. Das berichten Forscher im Fachblatt „Diabetologia“. Von sieben untersuchten Herpesviren waren das Herpes-simplex-Virus 2 (HSV2) und das Cytomegalievirus (CMV) mit dem Auftreten von Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes verbunden. Personen, die zu Studienbeginn eine normale Glukosetoleranz hatten, entwickelten innerhalb von sieben Jahren mit 59 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit einen Diabetes oder Prädiabetes, wenn sie mit HSV2 infiziert waren. Eine CMV-Infektion steigerte das Risiko um 33 Prozent.

Sowohl HSV2 als auch CMV scheinen unabhängig von anderen Risikofaktoren zur Entwicklung der Zuckerkrankheit beigetragen zu haben. Der Effekt zeigte sich auch unter Berücksichtigung von Geschlecht, Alter, BMI, Bildungsniveau, Rauchen, körperlicher Aktivität, Diabetes der Eltern, Bluthochdruck, Fettstoffwechselwerten, Insulinresistenz und Nüchternblutzucker. Zudem war das Vorkommen von HSV2 mit dem Langzeitblutzuckerwert HbA1c assoziiert.

Die Autoren sahen in ihren Ergebnissen ein Anzeichen dafür, dass diese Herpesviren zur Entwicklung eines gestörten Glukosestoffwechsels beitragen könnten.

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Herpesvirus Erhöhte Wahrscheinlichkeit für (Prä-)Diabetes
Herpes-simplex-Virus 2 (HSV2) 59%
Cytomegalievirus (CMV) 33%

Herpes-zoster und Diabetes: Klinische Beobachtungen

In einer aktuell publizierten Beobachtungsstudie zeigte sich ein deutlicher Anstieg der Hospitalisierungsraten wegen Herpes zoster (HZ) bei Diabetes-Patienten verglichen mit denen ohne Diabetes (15,9 vs. 6,0 pro 100.000). Von den 3.423 im betrachteten Zeitraum beobachteten Krankenhauseinweisungen wegen HZ entfielen 17,9 Prozent auf Diabetes-Patienten. Diabetes erhöhte auch das Risiko für Re-Hospitalisierungen und schwere Komplikationen. Nach zwei Jahren lag dieses Risiko für Menschen mit Diabetes bei 10,8 Prozent und für Nicht-Diabetiker bei 6,6 Prozent.

Herpesviren und Zuckerstoffwechsel - wissenschaftliche Erkenntnisse

Präventionsstrategien: Ernährung und Lifestyle

Durch regelmäßige, lysinreiche und argininarme Ernährung kann die Ausbreitung von Herpesviren eingedämmt werden. Ausschließlich hochwertige Pflanzenöle aus Raps, Walnüssen oder Oliven verwenden. Auf eine gute Vitamin-C-Zufuhr achten, so beispielsweise über (Bio-) Gemüse und Zitrusfrüchte. Mindestens 1,5 - 2 Liter Wasser tagsüber trinken, auch ungesüßter Tee oder Gemüsebrühe sind dabei gut.

Um den Darm, der die Schaltzentrale des Immunsystems ist, weiter zu stärken, sollten Sie möglichst viel Gemüse und Bitterstoffe wie Petersilie, Rauke, Chicorée und Löwenzahn essen. Omega-3-Fettsäuren helfen dem Immunsystem zu funktionieren. Bewegung - zum Beispiel eine halbe Stunde spazieren gehen pro Tag - fördert die Verdauung, hält den Darm agil, ist gut für die Durchblutung. So kommen die Nährstoffe besser in die Zellen. Regelmäßiger und ausreichend Schlaf ist essenziell, da nachts Leber und Niere auf Hochtouren entgiften.

Empfehlungen zur Prävention

  1. Zuckerkonsum gezielt reduzieren
  2. Lysinreiche Lebensmittel in den Speiseplan einbauen
  3. Ausgewogene Zufuhr von Mikronährstoffen
  4. Regelmäßige Bewegung und ausreichender Schlaf
  5. Stressreduktion und Entspannungstechniken anwenden
Präventionsstrategie Herpes & Diabetes - Ernährung & Lifestyle

Impfung als ergänzende Präventionsmaßnahme

Diabetes gehört zu den Grunderkrankungen, die die STIKO für eine Indikationsimpfung mit dem Herpes-zoster-Totimpfstoff bei Personen ab 50 Jahren empfiehlt. Der Grund: die erhöhte gesundheitliche Gefährdung durch Herpes zoster und dessen Komplikationen.

Eine bessere Blutzuckereinstellung, Impfungen oder eine frühzeitige antivirale Behandlung von Patienten mit frühen HZ-Symptomen gehören zu den empfohlenen Maßnahmen.

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Fazit zur Wechselwirkung von Herpes, Ernährung und Zucker

Eine nährstoffarme, zuckerreiche Ernährung, ein gestörter Aminosäurenhaushalt und eine schlechte Mikronährstoffversorgung fördern nicht nur die Ausbreitung von Herpesviren, sondern beeinflussen auch den Zuckerstoffwechsel negativ. Infektionen mit bestimmten Herpesviren erhöhen das Risiko für (Prä-)Diabetes. Eine bewusste Ernährung, ausreichende Bewegung und gegebenenfalls präventive Impfungen helfen, die Widerstandskraft zu stärken und den Krankheitsverlauf zu mildern.

Herpesprävention durch Ernährung und Lifestyle - Übersicht

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