Manuka Honig Wirkung gegen Herpes: Erfahrungen, Studien und Anwendungstipps

Lippenherpes wird in der Medizin als “Herpes labialis” bezeichnet. Die Erkrankung wird durch ein Virus ausgelöst, das größtenteils bereits in der Kindheit aufgenommen wird. Anschließend verbleibt das Virus im Körper und schlummert in den Nervenzellen. Meist wird es durch Stress, Erkältungen oder Hormone wieder aufgeweckt. Je nachdem, wie ausgeprägt das Virus ist, kann ein einzelner Schub zwischen 7 und 10 Tagen lang anhalten. Dabei verläuft der Schub immer in mehreren Phasen. Er beginnt mit einem Ziehen, entwickelt sich zu nässenden Bläschen und wird zur Krustenbildung, bis alles vollständig abgeheilt ist.

Wenn das für Herpes typische Kribbeln an der Lippe auftritt, ist schnelle und wirksame Hilfe gefragt. Honig gegen Herpes ist für viele schon lange weit mehr als nur ein Hausmittel, das sich über Jahrhunderte bewährt hat! Bereits in der Antike wurde Honig gegen Herpes und andere Probleme angewandt. Honig hat schon immer eine große Bedeutung im medizinischen Sinne gehabt: Ärzte, wie Hippokrates verwendeten Honig, um den Heilungsprozess offener Geschwüre und Wunden zu beschleunigen.

Studienlage: Honig versus Aciclovir bei Herpes

In der Studie wurden 16 Patienten mit rezidivierenden Herpesattacken (acht labial, acht genital) im Wechsel mit Honig oder einer Acyclovircreme behandelt. Überraschenderweise waren Dauer der Herpesepisode, Schmerzempfinden, Verkrustung und Heilungszeit unter der Behandlung mit Honig sowohl beim Herpes labialis wie beim Herpes genitalis deutlich günstiger zu beeinflussen. In drei Fällen kam es zu einer kompletten Remission der rezidivierenden Herpesgeschwüre. Unter Acyclovir traten keine Rezidive auf. Drei Patienten entwickelten unter Acyclovir einen umschriebenen Juckreiz, während die Gabe von Honig keine unerwünschten Wirkungen zeigte. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die lokale Applikation von Honig bei Herpes labialis und genitalis sicher und effektiv ist bezüglich Management von Symptomen und Läsionen.

Manuka-Honig Glas und Löffel

Warum Manuka Honig?

Insbesondere der Manuka Honig ist aufgrund seines mehr oder weniger hohen MGO Gehalts interessant, wenn Du Honig als Hausmittel bei Lippenherpes einsetzen möchtest. MGO steht dabei für Methylglyoxal. Im weiteren Verlauf der Forschung, entdeckte Molan vor allem, welche Effekte die antibakterielle Wirkung des Honigs bei Heilungsprozessen von Wunden hat. 2006 konnte die TU Dresden den nicht-peroxiden Wirkstoff identifizieren: Methylglyoxal (MGO). Das Manuka Honig MGO ist ein Zuckerabbauprodukt, das erst in der Honigwabe, nicht im Blütennektar des Manukastrauchs selbst entsteht.

Der Methylglyoxal-Gehalt ist bis zu 100fach höher als in anderen konventionellen Honigsorten und verantwortlich für die außergewöhnlich antibakterielle Wirkung. Diese effektive antibakterielle Manuka-Honig-Wirkung wird durch die hohe Konzentration an Methylglyoxal ausgelöst. Manche krankenhäusliche Behandlung nutzt die medizinische Wirkung des „Bienengoldes“ der Manuka, sterilisiert mit Gamma-Strahlen für Behandlungen von Beingeschwüren („offenes Bein“), deren Heilungsprozess sehr schlecht voranzutreiben ist und nur schleppend erfolgt.

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Wirkmechanismen relevant für Herpes

  • Honig schützt durch hohen Zuckergehalt, geringe Wasseraktivität und bestimmte Inhaltsstoffe: Der hohe Zuckeranteil entzieht den Keimen das lebenswichtige Wasser.
  • Enzyme wie Glucoseoxidase setzen bei Kontakt mit Flüssigkeit Wasserstoffperoxid frei, das eine keimtötende Wirkung hat.
  • Manukahonig liefert zusätzlich keimhemmendes Methylglyoxal.
  • Honig bildet eine feuchte Wundumgebung, was die Regeneration der Haut begünstigt und Narbenbildung vorbeugen kann.
  • Honig ist entzündungshemmend und beruhigt die Haut.

Die Manuka Honig Wirkung setzt mit diesen ablaufenden Prozessen ein: Die Zellwände der gesundheitsgefährdenden Bakterien werden zerstört. Die Folge ist das Absterben der Keime. Neben der antibakteriellen Wirkung gegen Keime, ist die Manuka-Pflanze auch wirksam gegen Viren und Pilze.

Manuka-Blüten und Strauch

Praktische Anwendung von Manuka Honig bei Herpes

Wenn Du Honig gegen Herpes einsetzen möchtest, solltest Du ein paar Dinge beachten. Dazu zählt auch, dass Du den richtigen Honig auswählst.

  1. Reinige die betroffene Stelle. Das solltest Du bestenfalls mit Einweghandschuhen und sehr vorsichtig machen.
  2. Nutze einen Einwegspachtel, um den Honig aus dem Glas zu entnehmen. Trage dann eine kleine Menge Honig auf.
  3. Lass den Honig anschließend mindestens 15 Minuten einwirken. Wiederhole die Anwendung bis zu viermal täglich.

Honig lässt sich schwer überdosieren, da er bei äußerlicher Anwendung gut verträglich ist. Du kannst ihn also ruhig häufiger verwenden und musst Dir keine Sorge machen, dass Du Deine Haut überlastest. Wir empfehlen Dir allerdings, nicht überlegt allerlei Hausmittel miteinander zu kombinieren. Neben Honig wird auch Propolis, das Harzprodukt aus dem Bienenstock, traditionell bei Herpes eingesetzt.

Welchen Manuka Honig wählen?

Wichtig ist, dass der Honig mindestens 400+ MGO besitzt. Besser ist es, einen Honig mit 800+ MGO zu wählen. Je höher der MGO Gehalt, desto potenziell wirkungsvoller der Honig. Bei hochwertigen Honigen, die z. B. in Deutschland abgefüllt werden, wird die antibakterielle Aktivität mit Hilfe des sog. MGO-Gehaltes angegeben. Der MGO-Wert muss von einem renommierten und unabhängigen Honiglabor analysiert worden sein. In Neuseeland hingegen wird die Qualität des Honigs mit dem sog. UMF (Unique Manuka Factor) angegeben. UMF ist ein geschütztes Bewertungssystem der Unique Manuka Factor Honey Association aus Neuseeland.

Ob es sinnvoll ist, normalen Honig zu verwenden, ist fraglich. Der herkömmliche Blüten- oder Waldhonig enthält kein MGO. Er ist also nicht so wirksam, wie neuseeländische Versionen.

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Manuka Honig MGO-Siegel auf Glas

Nebenwirkungen, Sicherheit und Einschränkungen

Das Brennen beim Auftragen: Gerade bei offenen oder rissigen Bläschen kann das Auftragen kurzzeitig brennen. Das ist meist unbedenklich und verschwindet schnell. Sollte das Brennen jedoch länger anhalten, solltest Du lieber auf die Nutzung verzichten. Honig wurde bereits zu magischen und rituellen Zwecken den Göttern als Opfergabe und Geschenk offeriert.

Honig kann konventionelle Therapien nicht ersetzen. Manukahonig gilt als wertvolle Ergänzung, ersetzt aber keine ärztliche Behandlung. In der Wundversorgung kann er sinnvoll sein, wenn er in geprüfter, steriler Form verwendet wird. Für offene Wunden darf deshalb ausschließlich medizinischer Honig verwendet werden, niemals Speisehonig.

Babys und Säuglingen unter zwölf Monaten sollte kein Honig verabreicht werden, da sich ihre Darmflora noch nicht komplett entwickelt hat und sie sich dadurch mit dem seltenen, aber lebensgefährlichen Säuglingsbotulismus infizieren können. Durch das vollständig entwickelte Immunsystem können die Sporen in der Mutter abgetötet werden, sobald sie im Verdauungstrakt ankommen. Somit kann kein Toxin entstehen und die Giftstoffe nicht mit dem Baby in Berührung kommen.

Bei schweren oder tiefen Wunden bleibt hingegen die Behandlung mit Antiseptika und Antibiotika unausweichlich. Auch für Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist Vorsicht geboten. Nicht jeder Honig ist gleich wirksam. Die Herkunft der Pflanzen, das Bienenvolk und die Verarbeitung bestimmen die Zusammensetzung stark.

Ergänzende Hausmittel und Kombinationen

Neben dem bewährten Propolis und neuseeländischem Honig kannst Du Zitronenmelisse, Teebaumöl oder Zinksalbe verwenden. Allerdings solltest Du davon absehen, die Hausmittel alle gleichzeitig zu nutzen. Das kann Deine Haut weiter reizen. Bei Zinksalbe solltest Du ebenfalls vorsichtig sein! Viele Studien deuten darauf hin, dass Honig gegen Herpes helfen kann. Seine entzündungshemmenden Eigenschaften beruhigen die Haut, während er das Austrocknen durch seinen Zuckergehalt begünstigt. Da Honig dennoch viel Feuchtigkeit beinhaltet, wird die Haut anschließend gut gepflegt und hydriert.

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Propolis-Tube und Manuka-Honig

Qualität, Kauf und Lagerung

Manuka-Honig wird traditionell als Naturheilmittel gepriesen. Er wird aus dem Nektar der Südseemyrte (Leptospermum scoparium) gewonnen, die in Neuseeland und Teilen Australiens heimisch ist. Diese Art Honig ist ausschließlich in Neuseeland und in Teilen Australiens aufzufinden. Der Manuka-Baum oder auch Strauch ist praktisch überall zu finden, da seine Wachstumsbedingungen sehr flexibel sind.

Manuka-Honig ist mindestens sechsmal so teuer wie andere Honigsorten. Aufgrund seines hohen Preises gibt es viele Fälschungen auf dem Markt. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, ob der Anbieter Mitglied des neuseeländischen Branchenverbandes „Unique Manuka Factor Honey Association“ oder der „Australian Manuka Honey Association“ ist, da diese Honige auf Reinheit geprüft und zertifiziert werden. Auf den Produkten findet sich daher oft ein UMF-Wert (Unique Manuka Factor), der angibt, wie stark der Honig gegen Keime wirken kann.

Gehört Honig in den Kühlschrank? Honig als Lebensmittel sollten Sie an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahren, da er hitze- und lichtempfindlich ist. Von einer Lagerung im Kühlschrank wird abgeraten, da Honig bei Kälte kristallisiert und wieder erhitzt werden muss, um flüssig zu werden. Bei zu hoher Hitze besteht die Gefahr, dass die Enzymaktivität und somit die gesundheitsfördernden Eigenschaften beeinträchtigt werden. Das Brennen während der Anwendung ist meist unbedenklich und verschwindet schnell.

Erfahrungen und Fazit aus Berichten

Positive Manuka Honig Erfahrungen lassen sich in vielerlei Hinsicht verzeichnen, denn sowohl für die innere, als auch für die äußere Anwendung ist der Neuseeland-Honig bestens geeignet. Generell eignet sich die Anwendung von Manuka Honig bei Erkältungen, wie auch bakteriellen Infektionen im Allgemeinen. Bei Entzündungen von Wunden, im Mundraum oder Rachen sorgt der hohe Methylglyoxalgehalt dafür, dass keine weiteren Krankheitserreger in die Wunde oder die offene Stelle im Mundraum eindringen können. Bei Antibiotika-resistenten Erregern kann die Manuka Honig Anwendung von Erfolg sein.

In weiteren Untersuchungen wurde Honig direkt mit Aciclovir verglichen: Bei rund 16 Patienten zeigte sich, dass der Honig in Bezug auf Schmerzreduktion, Krustenbildung und Heilungsdauer der Salbe spürbar überlegen war. Obendrein scheint Honig gegen Herpes gut für Personen geeignet zu sein, die zu Nebenwirkungen bei Aciclovir neigen. Die Salbe könnte Juckreiz auslösen. Dieser wurde bei der Anwendung von Honig bei Lippenherpes aber nicht beobachtet.

Anwendung von Manuka Honig bei Lippenherpes - Anleitung

Kurze Anwendungs-Checkliste

  • Bei erstem Kribbeln schnell handeln: Honig auftragen, mindestens 15 Minuten einwirken lassen.
  • Reinigen, Handschuhe und Einwegspachtel verwenden.
  • Mindestens MGO 400+, besser 800+ wählen.
  • Bis zu viermal täglich wiederholen; auf anhaltendes Brennen achten.
  • Bei schweren Verläufen oder Immun­schwäche Arzt konsultieren.
Aspekt Honig (Manuka) Aciclovir
Schmerzreduktion in Studie besser wirksam
Heilungsdauer verkürzt (Studie) wirksam
Nebenwirkungen keine in Studie Juckreiz möglich
Rezidive teilweise Remissionen keine Rezidive in Studie

Die antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften des Manuka-Honigs machen ihn zu einem interessanten Hausmittel und in bestimmten Fällen zu einer ergänzenden Therapieoption bei Herpes. Entscheidend ist aber die Qualität des Honigs und die richtige Anwendung. Honig gegen Herpes kann Linderung bringen, ersetzt jedoch nicht immer eine ärztliche Behandlung.

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