Heinz Honig, Blankenburg und der Harz: Geschichte, Persönlichkeiten und regionale Spezialitäten

Der Harz ist eine Region voller Geschichte, eindrucksvoller Landschaften und vielfältiger Traditionen. Zwischen Blankenburg, Rappbodetalsperre, Bodetal sowie dem alten Zisterzienserkloster Michaelstein bei Blankenburg (Harz) verbergen sich nicht nur spannende Biografien, sondern auch seltene kulinarische Spezialitäten, wie der berühmte „Echte Harzer Gebirgshonig“. Diese Region ist eng mit Menschen verbunden, deren Geschichten und Schicksale dem Harz bis heute ein einzigartiges Gepräge geben.

Regionale Spezialitäten: Der „Typisch Harz“-Honig

Ein besonderes Geschmackserlebnis bietet der Honig aus dem Harz, insbesondere jener von Imker Stephan Koppelin aus Hüttenrode. Geprägt durch das raue Harzer Klima sowie die weitgehende Abwesenheit der Landwirtschaft, befliegen seine Bienen hauptsächlich die umliegenden Wiesen, Wälder und die letzten Harzer Streuobstwiesen. Nach einer intensiven Prüfung hat der Harzer Tourismusverband seine Produkte unter der Regionalmarke „Typisch Harz“ ausgezeichnet. Das Siegel „Typisch Harz“ erhalten Produkte von besonderer Qualität und Regionalität, die nach traditionellen Rezepten bzw. Verfahren im Harz hergestellt werden.

Entlang der Rappbodetalsperre und bis zum Blauen See nahe Rübeland reicht das Sammelgebiet seiner Bienenvölker. Stephan Koppelin setzt in seiner Honigmanufaktur ganz auf eine naturnahe Bewirtschaftung seiner Bienenvölker. Durch das vielfältige Blütenangebot und die kurze Flugsaison in den Bergen wird der Honig jedes Volkes separat geerntet. Aus diesem Grund ist die Menge des Gebirgshonigs überschaubar und besonders wertvoll.

Imkerei im Harz: Bienenstöcke vor Bergpanorama, Blütenvielfalt

Die Glasmanufaktur Harzkristall zählt nun zu den über 50 Produzenten mit über 350 Produkten, die mit dem Label „Typisch Harz“ zertifiziert wurden. Produkte mit dem Herkunfts- und Qualitätssiegel "Typisch Harz" sind als regionale Spezialität anerkannt. Im Harz sind einige Hundert Quadratkilometer für den Honigbienenflug der Imker komplett gesperrt oder die Bienenhaltung ist hier nur unter der Einhaltung hoher Auflagen möglich. Auch dies trägt dazu bei, dass der leckere „Echte Harzer Gebirgshonig“ so selten ist.

Spezialität Zertifizierung Produzenten im Harz Besonderheiten
Gebirgshonig Typisch Harz >50 Naturnahe Herstellung, limitierte Erntemengen
Bienenwachs, Propolis, Gelée Royal Typisch Harz Mehrere regionale Imkereien Zertifizierte Regionalprodukte

Naturschutz und Streuobstwiesen als Herzensprojekt

Streuobstwiesen prägten einst das Bild vieler Harzer Dörfer - heute sind sie bedroht. Damit stirbt eine alte Tradition. Wertvolle Sorten wie die Blankenburger Knorpelkirsche (Züchter Severin ca. 1870) verschwinden. Liebhaber des Streuobstes haben den ersten gemeinnützigen Nordharzer Streuobstwiesenverein gegründet. Förderverein tätig, Gründungsmitglieder und im erweiterten Vorstand des Vereins aktiv. Unsere Bienen stehen von Anfang an in einem alten Streuobwiesengebiet.

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Historische Streuobstwiese im Harz mit alten Kirsch- und Apfelbäumen

Persönlichkeiten der Harz-Geschichte: Familiendrama und Zeitgeschichte

Die Familie Honig: Villa, Krieg und Verluste

Ohne Rittmeister Honig und dessen geerbtes Vermögen gäbe es die wirklich beeindruckende Villa im Wernigeröder Ortsteil Hasserode nicht. Sein Vater Heinrich hatte durch den Anbau von Zuckerrüben auf der Domäne Egeln bei Magdeburg und die Teilhabe an der von ihm gegründeten Zuckerfabrik beträchtlichen Reichtum erworben. Detlev Honig, geboren in Egeln bei Magdeburg, machte Karriere bei den 10. Dragonern in Allenstein (Ostpreußen). Nach der Eheschließung des Paares im Jahr 1890, kamen die Kinder Annemarie, Detlev, Heinz und Emmerich zur Welt.

Die Familie zog nach Berlin, wo weitere Kinder - Elisabeth, Esther, Ruth und Adolf - zur Welt kamen. Mit dem Ruhestand des Vaters fand sich die große Familie in Hasserode bei Wernigerode in einer Villa mit weitläufigem Park ein. Rittmeister a.D. Honig war kaisertreuer Patriot. Die vier ältesten Söhne Detlev, Heinz, Emmerich und Adolf zogen allesamt in den 1. Weltkrieg. Den Krieg und seine unmittelbaren Folgen überlebte nur der nach dem Vater benannte Detlev, der älteste Bruder.

Historisches Foto der Villa Hasserode im Park, Familie Honig vor dem Haus

Das Schicksal von Jack Heinz Honig: Von Alsenz in die USA

Jack Heinz Honig wurde im Dezember 1921 als Heinz Jakob Honig in Alsenz in der Nordpfalz geboren. Schon in seiner frühen Kindheit ereilte die Familie ein tragisches Schicksal: 1924 starb der Vater Julius Honig unerwartet an Herzversagen. Die Familie Honig war damit die einzige jüdische Familie im Ort. Die Brüder besuchten die Volksschule in Alsenz und fühlten sich als die einzigen jüdischen Kinder nicht integriert. Im Alter von elf Jahren wechselte Jack auf das Gymnasium in Bad Kreuznach. An dieser Schule waren noch andere jüdische Schüler, allerdings herrschte dort eine antisemitische Stimmung.

Die Reichspogromnacht 1938 überlebte Jack als 16-jähriger in Neustadt/Weinstraße im Haus seines Onkels. Das Haus wurde geplündert, die Synagoge angezündet. Die jüdischen Männer wurden ins KZ Dachau abtransportiert - unter ihnen auch Jack. Mitte Januar 1939 wurde er wieder entlassen. Die zweieinhalb Monate im KZ haben Jack zu einem anderen Menschen gemacht, was er später als Wendepunkt in seinem Leben bezeichnete. Dank der jüdischen Hilfsorganisation HIAS konnte Jack mit einem Kindertransport nach England entkommen und später in die USA weiterwandern.

Historische Dokumentation: Kindertransporte und jüdisches Leben im Harz

In New York angekommen, begann für ihn ein neues Leben: Er arbeitete als Bäcker, heiratete später Molly und gründete eine Familie. Im Frühjahr 1943 trat Jack der US-Armee bei. Während seines Einsatzes als Besatzungssoldat in Frankreich und Deutschland arbeitete er vor allem als Dolmetscher. Nach dem Krieg kehrte er in die USA zurück. Die Familie Honig engagierte sich ehrenamtlich, nahm sogar eine indische Flüchtlingsfamilie auf und engagierte sich tief in ihrer neuen Heimat.

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Heinz Hoenig: Schauspieler aus dem Harz

Heinz Hoenig (* 24. September 1951 in Landsberg am Lech) ist ein deutscher Schauspieler. Er wuchs in Harlingerode am Harz (heute ein Stadtteil von Bad Harzburg im Landkreis Goslar) auf. Seinen Durchbruch als Filmschauspieler hatte er 1981 als Funkmaat Hinrich in Wolfgang Petersens Das Boot.

Zu seinen bekanntesten Rollen zählen der skrupellose Spekulant Rottmann in Der große Bellheim (1992), Erich „King“ Grobecker in Der Schattenmann (1995), der Nachtclubbesitzer Sugar in Der König von St. Pauli (1998) und Axel Ropert in Die Affäre Semmeling (2002). Für seine schauspielerischen Leistungen in den Wedel-Mehrteilern wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Goldenen Kamera und dem Bambi.

Filmset von

Er arbeitete unter anderem als Silberschmied, Tischler, Imbiss-Mitarbeiter und Streetworker für das Antidrogenprojekt Release in Berlin. Nach einem Gastspiel von John Allens Theatre of All Possibilities ging er mit Allen in die USA, um bei ihm Schauspielunterricht zu nehmen. 1975 gab Hoenig sein Filmdebüt in dem schwarzweißen Filmdrama Unter dem Pflaster ist der Strand von Helma Sanders-Brahms. Seit 2018 ist Hoenig unregelmäßig als Onkel Mike in der ZDF-Krimireihe Herr und Frau Bulle zu sehen. Im Sommer 2019 nahm Hoenig als Kakadu verkleidet an der ersten Staffel der ProSieben-Sendung The Masked Singer teil.

Jahr Rolle/Serie/Film Besonderheit
1981 Das Boot (Funkmaat Hinrich) Durchbruch im deutschen Film
1992 Der große Bellheim (Rottmann) Auszeichnung Goldene Kamera
1998 Der König von St. Pauli (Sugar) Auszeichnung Bambi
2002 Die Affäre Semmeling (Axel Ropert) Hauptrolle in TVNOW-Serie
2019 The Masked Singer Kakadu-Kostüm, 8. Platz

Hoenig gründete 2002 die Initiative „Heinz der Stier“ für traumatisierte und sozial benachteiligte Kinder und erhielt 2005 von Kinderlachen einen Kind-Award. 2016 gründete er das Unternehmen „Heinz Hoenig-Schmiede UG“. Sein Privatleben ist vielfältig: Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete er 2019 erneut und wurde noch zweimal Vater. Im Dezember 2002 veröffentlichte Hoenig seine Autobiografie Meine Freiheit nehm ich mir: Erinnerungen an 50 wilde Jahre.

Schauspieler Heinz Hoenig mit Auszeichnungen und Familie

Blankenburg, Honig und Harz: Verwurzelte Geschichte

Blankenburg ist eng verbunden mit Traditionen wie der Streuobstwiesenkultur und zählt zu den wichtigsten Orten für Naturschutz, regionale Spezialitäten und spannende Biografien. Im Zusammenspiel von Landschaft, Menschen und Geschichte entfaltet die Region Harz jeden Tag ihre inspirierende Vielfalt und Lebendigkeit.

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Panorama von Blankenburg mit Harzer Landschaft und historischen Gebäuden

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