Das Leben ist ungewiss: Essen wir den Nachtisch zuerst – Bedeutung, Geschichte und Psychologie des Desserts
Das Sprichwort „Das Leben ist ungewiss, iss den Nachtisch zuerst“ bringt auf spielerische und tiefgründige Weise die Wertschätzung des Augenblicks zum Ausdruck. Es steht sinnbildlich dafür, das Beste nicht aufzuschieben und das Leben in vollen Zügen zu genießen - sei es in kulinarischer oder emotionaler Hinsicht.
Die tiefe Bedeutung des geflügelten Spruchs
Der Satz „Das Leben ist ungewiss, iss den Nachtisch zuerst“ erinnert uns daran, dass Genuss und Freude nicht warten sollten. Bei Familienessen oder unter Freunden kommt das Beste immer zum Schluss. Deshalb haben wir, wie die Römer, das Beste für das Ende hinterlassen. Und das nicht nur bei Familienessen. Es wurde immer gesagt, dass das große Geschäft in einem guten After-Dinner geschlossen ist.
Wie heißt es noch so schön: am Wochenende zählen keine Kalorien! Vorbei der Streit ums größere Stück Kuchen und Schluss mit trockenen Kuchenüberbleibseln des vergangenen Wochenendes. Luftdicht verpackt und kühl gelagert warten die süßen Schweinereien auf alle nachtischhungrigen Seemänner und Seefrauen, die in unseren Heimathafen einlaufen.
Historische Wurzeln: Dessert von Rom bis heute
Das Neugierigste und was viele vielleicht nicht wissen, ist, dass der Brauch, Süßigkeiten zu essen, bis ins alte Rom zurückreicht. Der Nachtisch war, wie man einem großartigen Essen den letzten Schliff verpasst. Es ging darum, alles, was zuvor gegessen wurde, zu verbessern und eine wichtige Ergänzung in Bezug auf die Nährstoffversorgung zu sein. Vergessen Sie nicht, dass viele traditionelle Süßigkeiten Produkte wie Nüsse, Getreide, Öl usw.
Dessert hat seine Wurzeln im römischen Reich. Zu diesem Brauch nannten die Römer es secundae mesae. Der arabische Einfluss wurde ebenfalls festgestellt. In den arabischen Ländern wurden Zuckersüßigkeiten mit Nüssen populär gemacht. In der Tat haben einige Süßigkeiten wie Rosegones arabischen Ursprung.
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Vom Mittelalter zur Moderne
Die Aufnahme von Süßigkeiten war immer auf die Jahreszeit bezogen. Während der Fastenzeit war es zum Beispiel auch typisch, dass die Aufnahme traditioneller Süßigkeiten zunahm. Das Fasten und die Abstinenz zwangen dazu, den Mangel an Nahrung durch den Verzehr süßerer Produkte zu lindern. Der Brauch, in der Fastenzeit und zu Ostern Süßigkeiten zu essen, ist bis heute geblieben.
Jetzt wissen wir, woher die Gewohnheit kommt, Süßigkeiten im Dessert oder am Ende einer Mahlzeit zu essen. Unsere Vorfahren haben es bereits getan.
Psychologie und Wissenschaft: Warum wir Dessert wollen
Das Gefühl kennen wohl die meisten Menschen: Nach einem sättigenden Essen hat man noch Lust auf Süßes. Die Grundlagen davon hat nun ein internationales Forschungsteam unter Federführung des Kölner Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung ermittelt.
Demnach ist der sogenannte Dessertmagen im Gehirn verankert: Dieselben Nervenzellen, die uns nach einer Mahlzeit ein Sättigungsgefühl geben, sorgen auch dafür, dass wir dann noch Lust auf Süßigkeiten haben. In der Studie untersuchten die Forscher um Henning Fenselau die Reaktion von Mäusen auf Zucker. Dabei stellten sie fest, dass Mäuse auch dann Desserts essen, wenn sie völlig gesättigt sind, wie das Team im Fachjournal „Science“ schreibt.
Untersuchungen des Gehirns ergaben, dass dafür eine bestimmte Gruppe von Nervenzellen verantwortlich ist. Diese sogenannten POMC-Neuronen würden aktiv, sobald der Körper Nahrung aufgenommen habe. Wenn Mäuse satt sind und Süßes essen, schütten diese Nervenzellen nicht nur Botenstoffe aus, die Sättigung signalisieren, sondern auch ein körpereigenes Opiat, das ß-Endorphin. Dieses löst der Studie zufolge ein Belohnungsgefühl aus, das die Tiere dazu veranlasst, noch mehr Zucker zu essen.
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Hirnuntersuchungen an Versuchspersonen ergaben, dass beim Menschen die gleiche Hirnregion auf Zucker reagiert. Dort befänden sich - wie bei Mäusen - viele Opiat-Rezeptoren in der Nähe von Sättigungsneuronen. „Aus evolutionärer Sicht macht das Sinn: Zucker ist in der Natur selten, liefert aber schnell Energie“, sagte Studienleiter Fenselau. Das Gehirn sei so programmiert, dass es die Aufnahme von Zucker dann steuere, wenn er verfügbar sei. Die Ergebnisse könnten für die Behandlung von Übergewicht bedeutend sein.
| Faktor | Wirkung auf Dessert-Konsum |
|---|---|
| Genuss & Belohnung | Aktivierung von Endorphinen im Gehirn |
| Tradition | Verankerung im Familien- und Kulturleben |
| Sättigung | Spezielle Neuronen für „Dessertmagen“ |
| Saison & Ritual | Mehr süße Speisen zu Festen |
| Evolution | Instinkt zur Energieaufnahme durch Zucker |
Dessertkultur heute: Vielfältig und kreativ
Nach dem Essen (oder zu jeder Tageszeit) eine süße Mahlzeit zu essen, ist eine Freude. Crewmitglied und Wunderwaffe Ellen backt nicht nur fleißig Becher und Teller im Ofen unserer Manufaktur, sondern auch fantastische Küchlein im heimischen Backofen. Nun gibt es ihre süßen Kreationen auch bei uns im Bootshaus - neben den kleinen Küchlein zaubert sie noch weitere famos-fluffige Desserts. Der Clou an der Sache: alle Desserts gibt es im praktisch-schönen Glas.
- "Manhattan-Michel" - cremiger Käsekuchen mit Himbeerpudding-Topping
- "Herr der 7 Möhren" - saftiger Karottenkuchen mit Frischkäse-Butter-Topping
- "Käpt'n Krunch" - Schokoladenfreude pur
Zu diesen drei Paradebeispielen heuern auch immer wieder neue Köstlichkeiten an - je nach Saison und vor allem Fasson der professionell-unprofessionellen und dennoch überaus talentierten Hobbybäckerin, die sich eigentlich mehr als Bastlerin versteht.
Das Coda Dessert Dining: Berliner Dessertkultur auf Michelin-Niveau
Das Leben ist ungewiss. So spät bin ich in meinem ganzen Leben noch nicht in ein Sternerestaurant eingekehrt - die Zeiger der Uhr neigen sich gegen 22 Uhr, doch ich bin keinesfalls spät dran. Das CODA Dessert Dining in Berlin hat ein bisher einzigartiges Konzept: die gesamte Menüfolge solle auf Techniken aus der Pâtisserie beruhen und somit von vornherein quasi aus Desserts bestehen. Tatsache ist, dass seit 2021 zwei Michelin-Sterne über dem Lokal leuchten, was eine komplette Enttäuschung zumindest sehr unwahrscheinlich macht.
Schon die Anreise zum CODA ist ein kleines Abenteuer. Bei der Ankunft am Lokal dann der nächste, aber irgendwie doch erwartbare Schock: von außen betrachtet könnte das mit zwei Michelin-Sternen gekrönte Restaurant gut und gerne ein Bestattungsinstitut beherbergen. Allerdings sammelt sich mit der Zeit immer mehr auffallend junges und durchaus schick gekleidetes Publikum vor dem Etablissement, um Einlass zu erbitten.
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Das alternativlose, fünfgängige Menü wird wahlweise mit einer Getränkebegleitung „ohne Umdrehungen“ oder mit Alkohol offeriert: bei der zweiten Variante kommt auch anstelle von Wein durchaus mal ein „Berliner Weisse“ zum Einsatz, doch auch bei der ersten Option haben sich die Macher einiges einfallen lassen. So kostet die fünfgängige Variante mit alkfreier Begleitung unter der Woche € 128, wobei zum nicht ganz geringen Preis von € 40 das Signature Dish des Hauses, der Caviar Popsicle, zusätzlich bestellt werden kann. Es handelt sich dabei um eine mit Kaviar ummantelte Glace am Eisstengel, die beim Publikum offenbar sehr gut ankommt.
Nach vollbrachtem Auftakt werden die Portionsgrößen ab jetzt nochmals deutlich zulegen, zumal sich nun auch die flüssigen Begleiter hinzu gesellen. Jetzt wird es richtig ernst, denn ein Dessert im 1. Gang stellt natürlich etwas Außerordentliches dar. Zu einem Getränk von Mandelmilch mit Akzenten von Aprikose, Kaffee und Koriander serviert man als erstes gelbe Tomate, Kichererbse und Zitrone. Die Tomate findet in dreierlei Texturen Eingang in das Gericht, den Großteil der optischen Aufmerksamkeit beansprucht das Baiser von Aquafaba. Zum Sorbet der Tomate gesellen sich Tapiokaperlen mit Spritzern von Zitrone, eine Kichererbsenmousse und halbgetrocknete Tomaten.
So geleite ich sanft zum Dessert über - pardon, da bin ich ja schon die ganze Zeit. Wie man sieht, sind Etiketten wie zum Beispiel „Amuse, Hors d’œuvre, Pré-Dessert“ in diesem Lokal wertlos, da die Grenzen absolut fließend verlaufen und die Interpretation des Charakters von einem jeden Gang dem Gutdünken des Gastes überlassen bleibt.
Desserts in der Literatur: Freundschaft und Bedeutung
Das Buch beinhaltet eine sehr schöne Geschichte über Freundschaft und die Bewältigung eines schrecklichen Verlustes, die mit sehr viel Humor und Herz erzählt wird. Denn es ist ein wunderbarer Gedanke, dass man plötzlich etwas geschenkt bekommt, das von jemandem stammt, der verstorben ist und den man schmerzlich vermisst.
Ausschnitt aus Das Leben ist kurz, iss den Nachtisch zuerst: Lizzy kommt mit einem zusammengerollten Bogen Bastelpapier unter dem Arm zurück. Ihrem Hang zur Dramatik folgend, entrollt Lizzy den Bogen mit einem Ruck aus dem Handgelenk. Als erstes springen mir zwei Bleistiftzeichnungen der Kassette ins Auge. Lizzy hat nicht alle Schlüssellöcher an die richtige Stelle gesetzt, aber ansonsten ist ihre Abbildung ziemlich gut.
Die Suche nach dem Schlüssel ist allerdings zeitweise etwas zäh, da sich einige Situationen ziemlich in die Länge ziehen und die Gespräche Jeremys über den Sinn des Lebens und die Suche nach sich selbst, irgendwann etwas viel werden. Zusammenfassend lohnt sich ein Besuch hier allein schon deshalb, weil die in diesem Hause praktizierte Ästhetik nicht nur in Deutschland, sondern auch über die Grenzen der Republik hinaus bislang einzigartig geblieben ist.
„Wo Süßes ist, da ist auch Hoffnung“
Hamburg ohne Franzbrötchen? Das ist wie Fischmarkt ohne Aale-Dieter, wie Lütt ohne Lütt, wie ein Treppenhaus ohne Klatsch. Ein saftiger Hefeteig mit Zimt und Zucker - simpel und so lecker. Und immer dran denken: wo Süßes ist, da ist auch Hoffnung.
„Das Leben ist ungewiss, iss den Nachtisch zuerst“ - Dieses Motto ist mehr als nur eine Aufforderung zum Genuss. Es steht für Wertschätzung der kleinen Freuden, das Feiern von Traditionen und die Verbindung von Wissenschaft, Geschichte und Kultur des Desserts.
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