Katsurabaum (Cercidiphyllum japonicum): Der nach Lebkuchen duftende Baum

Der Katsurabaum, auch Lebkuchenbaum oder Kuchenbaum genannt (Cercidiphyllum japonicum), ist ein faszinierendes Ziergehölz aus Ostasien, das im Herbst mit einem einzigartigen Duft nach frischem Gebäck, Zimt und Karamell die Gartenbesucher begeistert. Dieses beeindruckende Gehölz ist nicht nur für seine aromatische Herbststimmung bekannt, sondern auch für eine farbenprächtige Laubfärbung und einen auffallend anmutigen Wuchs.

Blickfang im Herbst: Katsurabaum im Garten

Herkunft und Systematik

Der Lebkuchenbaum stammt ursprünglich aus Japan und China, wo er natürlich an Flussufern und in Gebirgswäldern wächst. Der Kuchenbaum gehört in eine eigene Pflanzenfamilie (Cercidiphyllaceae). Die Arten der Gattung Cercidiphyllum sind lebende Fossilien: Es gibt heute nur noch zwei Arten, die in China und Japan überlebt haben. Die Gattung war jedoch im Tertiär mit weiteren Arten in der gesamten nördlichen Hemisphäre weit verbreitet.

In Japan gehört der Kuchenbaum zu den wirtschaftlich wichtigen Forstbäumen, unter anderem wegen seines fein gemaserten Holzes, das leicht zu bearbeiten ist.

Katsurabaum im natürlichen Habitat an einem Flussufer in Japan

Am Naturstandort entwickelt er sich mit den Jahren zu einem prächtigen Baum, der Wuchshöhen von bis zu 30 Metern erreichen kann. Im Garten gepflanzt bleibt er aber deutlich kleiner.

Wuchs und Habitus

Obwohl er sich am Naturstandort mit der Zeit zu einem mit 30 Meter Wuchshöhe recht großen Baum entwickeln kann, wird der Lebkuchenbaum in mitteleuropäischen Gärten selten höher als 15 Meter und bleibt eher ein kleiner Baum oder Großstrauch. Cercidiphyllum japonicum wächst als Baum oder mehrstämmiger Großstrauch und erreicht Höhen von acht bis zehn Metern, selten bis zu 20 oder 30 Metern. Oftmals wächst er vom Boden aus mehrstämmig, was ihm ein malerisches Äußeres verleiht, zumal die einzelnen Stämme gelegentlich zum Drehwuchs neigen.

Lesen Sie auch: Weihnachtlicher Marzipanbaum Genuss

Die jungen Triebe sind rotbraun glänzend, die Borke ist graubraun und löst sich in breiten Streifen vom Stamm. Im Alter entwickelt sich die Krone von einer kegel- oder trichterförmigen Silhouette hin zu einer rundlichen oder schirmförmigen, leicht hängenden Krone. Sehr alte Exemplare sind nicht selten breiter als sie hoch sind.

Pro Jahr wächst der Lebkuchenbaum etwa 30 Zentimeter in die Höhe und 15 Zentimeter in die Breite. Sein Herzwurzelsystem ist kräftig, hebt aber Beläge oder Pflasterungen nur selten an und dringt nicht in Entsorgungssysteme ein.

Schematische Darstellung: Wuchsformen und Kronenentwicklung des Katsurabaums

Blätter: Form und Farbe

Die fünf bis acht Zentimeter langen Blätter des Lebkuchenbaums sind sommergrün, eiförmig-elliptisch und an der Blattbasis herzförmig eingeschnitten. Besonders auffallend ist die Dimorphie der Blätter: Blätter an Kurztrieben sind herzförmig, an Langtrieben stehen die breit-ovalen bis elliptischen Blätter gegenständig. Die Blattstiele sind bis zu 6 Zentimeter lang und meist auffällig dunkelrot gefärbt.

Der Austrieb der Blätter erfolgt schon früh im Jahr und ist ein hübscher Anblick, oft leuchten die jungen Blätter anfangs karminrot oder bronzefarben und wechseln später in frisch- bis mattgrün. Auf der Blattunterseite schimmern sie fahlgrün-bläulich oder weiß-grün und sie können leicht behaart sein.

Das größte Farbspektakel zeigt der Lebkuchenbaum aber im Herbst: Dann leuchtet sein Laub in den schönsten Gelb-, Orange- und Rottönen. Bei schattigen Standorten changiert die Blattfärbung sogar ins Cremefarbene. Auf sauren Untergründen fällt die prächtige Herbstfarbe der Blätter besonders intensiv aus.

Lesen Sie auch: Leitfaden zur Honigpfirsichbaum-Pflege

Herbstfärbung und Blattdimorphie des Lebkuchenbaums

Der berühmte Duft - Ein Phänomen im Herbst

Kurz vor dem Laubabwurf und auch danach beginnt das Laub des Katsurabaumes, Cercidiphyllum japonicum, intensiv nach Kuchen, Lebkuchen, frischem Brot oder Karamell zu duften. Insbesondere bei feuchter Witterung ist das Aroma von Zimt und Gebäck besonders stark ausgeprägt. Die Erscheinung dauert nur wenige Wochen an - etwa so lange, bis das Fallaub zersetzt ist.

Viele Beobachtungen zeigen, dass der Duft nur im Vorbeigehen und vor allem aus dem abgefallenen Laub wahrnehmbar ist. Stehenbleiben und gezielt riechen bringt meist nichts; der Duft ist äußerst flüchtig und verschwindet schnell. Die Geruchsintensität kann zudem von Standortbedingungen wie Bodenart, Feuchtigkeit und Temperatur sowie sogar von der Tageszeit und individuellen Wahrnehmungen abhängen.

Unterschiedliche Länder nehmen verschiedene Duftnoten wahr: In Deutschland ist es primär Lebkuchen, in England wird er oft als verbrannter Zucker oder Toffee beschrieben, in den USA riechen manche Besucher fruchtige oder zuckrige Noten, sogar nach Erdbeere oder Zuckerwatte.

Herbstlaub und Duft: Erklärvideo zum Lebkuchenbaum

Der botanische Name „Kuchenbaum“ leitet sich explizit von diesem herbstlichen Aroma ab, auch wenn manche Exemplare gar nicht oder kaum duften und manche Nasen immun dagegen zu sein scheinen. Fakt ist: Duft gibt es meist nur bei Blättern, die ihr Chlorophyll schon abbauen (Herbstlaubeffekt oder bei Sommertrockenheit).

  • Am stärksten ist der Duft bei feuchtem Wetter.
  • Frisches grünes Laub riecht nicht.
  • Paradebeispiel für einen Baum, der oft erst im Vorbeigehen ein Aroma freisetzt.

Ursachen für das Aroma

Die Duftbildung steht mit biochemischen Prozessen während des Abbaus von Blattzellen (Fermentation, Oxidation von Zuckern) im Zusammenhang. An dem Prozess sind vermutlich Mikroorganismen und Pilze beteiligt. Eine Rolle könnten auch Bodeneigenschaften (wie der lokale pH-Wert oder die Bodenfeuchte) spielen.

Lesen Sie auch: Kakaobäume erfolgreich selbst ziehen

Chemische Formel und Erklärung: Aroma-Entwicklung beim Katsurabaum

Blüte und Früchte

Vor dem Austreiben der Blätter im Frühjahr (März/April) erscheinen die kleinen, rötlichen Blütenbüschel des Katsurabaums. Die Blüten sind zwar zierlich und keineswegs auffallend, bieten aber dem Kenner einen schönen Anblick. Der Kuchenbaum ist „zweihäusig“, was bedeutet, es gibt männliche und weibliche Bäume. Die weiblichen Blüten sind rötlich, die männlichen weiß.

Nach der Blüte entwickeln sich in den Blattachseln fünf bis sechs Millimeter (manchmal bis zu 2 cm) lange Balgfrüchte, in denen sich die Samen befinden. Die Früchte werden aber nur von älteren Exemplaren ausgebildet.

Standort und Bodenansprüche

Der Katsurabaum gedeiht an allen sonnigen bis halbschattigen Plätzen im Garten, sofern diese einen nährstoffreichen, tiefgründigen und frischen Boden haben. Bestens geeignet sind sandig-lehmige Böden. Auch auf steinigem Lehmboden und sandigen Tonböden kommt er zurecht. Je saurer der Boden, desto intensiver fällt die Herbstfärbung aus. Er bevorzugt kühle Standorte in lichtem Schatten mit ausreichender Luft- und Bodenfeuchte.

Mit Trockenheit kommt der aus Japan stammende Baum schlecht zurecht, und sehr kalkreiche, trockene Böden werden schlecht vertragen - in solchen Fällen reagiert Cercidiphyllum japonicum mit Blattabwurf. Der Wasserbedarf, besonders im Sommer, ist hoch, daher ist ein konstantes und reichliches Wässern ratsam.

Standorteignung Bodeneignung Wasserbedarf
sonnig bis halbschattig sauer bis alkalisch, sandig-lehmig hoch (feucht, aber nicht staunass)

Pflanzung und Pflege

Da der Lebkuchenbaum mit den Jahren sehr ausladend werden kann, planen Sie ausreichend Abstand zu den Nachbargehölzen ein. Prinzipiell kann der Kuchenbaum ganzjährig gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Die beste Pflanzzeit ist aber das Frühjahr.

Um den hohen Nährstoffbedarf des Gehölzes zu decken, sollten Sie bereits bei der Pflanzung etwas Hornspäne oder Kompost in das Pflanzloch geben. In den ersten Wochen nach der Pflanzung hat der Lebkuchenbaum einen hohen Wasserbedarf und benötigt regelmäßige Wassergaben. Ein Gießrand sorgt dabei dafür, dass das Wasser direkt am Wurzelballen ankommt und nicht zur Seite hin abfließt.

Cercidiphyllum japonicum ist ein sehr pflegeleichtes Gehölz, reagiert aber empfindlich auf Trockenheit. In langer Hitze sollte unbedingt gewässert werden, sonst wirft er sein Laub ab. Düngen Sie im Frühjahr mit Kompost oder Hornspänen.

Rückschnitt, Winterhärte und Besonderheiten

Ein Rückschnitt ist in der Regel nicht erforderlich. Der Japanische Kuchenbaum entwickelt sich ohne Schnitt zu einem anmutigen Baum. Entfernen Sie lediglich abgestorbene Äste und Triebe; zur Größenbegrenzung sollten nur einjährige Triebe eingekürzt werden. Aufgrund seiner guten Winterhärte überdauert der Lebkuchenbaum ganzjährig im Garten, selbst Exemplare im Kübel können draußen überwintern. Lediglich der junge Austrieb ist leicht spätfrostgefährdet.

Gestaltung und Verwendung im Garten

Sein malerischer, ausladender Wuchs und seine spektakuläre Färbung machen den Lebkuchenbaum zu einer perfekten Solitärpflanze. Besonders im Herbst ist er ein lebendiger Blickfang im Garten. Aufgrund des dichten Wurzelwerks eignen sich zur Unterpflanzung konkurrenzstarke Stauden wie Storchschnabel, Elfenblumen oder niedrig wachsende Ziergräser.

Kombination: Lebkuchenbaum als Solitär mit Unterpflanzung

Der Lebkuchenbaum kann auch als Hochstamm gezogen werden und wirkt vor immergrünen Gehölzen und auf großen Rasenflächen besonders majestätisch. Junge Pflanzen lassen sich sogar als Kübelpflanze kultivieren.

Sorten des Lebkuchenbaums

Vom Lebkuchenbaum sind nur wenige Sorten im Handel und diese leider nur schwer erhältlich. Eine sehr schön wachsende Sorte ist ‘Pendulum’, deren Zweige bogig überhängend wachsen. Der ‘Rotfuchs’ hingegen begeistert mit einem purpurfarbenen Laubkleid und bleibt mit einer Wuchshöhe von nur sechs Metern deutlich kleiner als die Art.

Vermehrung und Krankheiten

Lebkuchenbäume lassen sich durch Aussaat und Stecklinge vermehren. Für die Aussaat erntet man im Oktober/November die feinen Samen aus den Früchten und bewahrt sie bis zum Frühjahr auf. Dann werden sie unter Glas ausgesät. Die beste Zeit, um Stecklinge zu schneiden, ist im Mai/Juni.

Der Lebkuchenbaum ist relativ robust und wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Gelegentlich tritt die Verticillium-Welke, eine pilzliche Erkrankung, auf - bei welk erscheinendem Laub ist dies abzuklären. Trockenheitsstress führt ebenfalls zu Blattfall, wobei der Baum meist nach ausreichendem Wässern wieder zuverlässig austreibt.

Wissenswertes und Erlebnisse

Viele Gartenfreunde schwärmen von den Erlebnissen rund um den "sagenumwobenen Duft", der offenbar nicht jedes Jahr und nicht bei jedem Menschen gleich intensiv wahrgenommen wird. Wer sich unsicher ist, sollte im Herbst einen Spaziergang in Parks unternehmen, in denen Kuchenbäume wachsen. Es lohnt sich, die eigenartige Mischung aus Herbstfärbung und süßlichem Geruch zu erleben - und am besten pflanzt man den Katsurabaum an einen oft genutzten Weg im eigenen Garten, um in den Genuss seines Aromas zu kommen.

Gartenbesucher genießen den Duft und die Herbstfarben des Lebkuchenbaums

Ob für Duftliebhaber, Herbstfans oder Freunde urtümlicher, dekorativer Bäume - Cercidiphyllum japonicum ist und bleibt ein Highlight in jedem Garten.

tags: #baum #der #nach #lebkuchen #riecht #katsurabaum

Populäre Artikel: