Bahlsen Kekse: Festliches Sortiment und faszinierende Geschichte

Mehl, Zucker, Butter, vielleicht etwas Zitrone: Das Rezept für einen Keks ist denkbar einfach. Doch wie schuf man aus solch einem traditionellen englischen Gebäck ein deutsches Markenprodukt, das heute zu den bekanntesten Europas zählt? Die Geschichte von Bahlsen ist die eines außergewöhnlichen Unternehmers, innovativer Konzepte und einer fest verankerten deutschen Keks-Kultur.

Hermann Bahlsen und der Ursprung des deutschen Butterkekses

Geboren 1859 als Spross einer Tuchhändler- und Goldschmiededynastie, absolvierte Hermann Bahlsen eine kaufmännische Ausbildung und ging als Zuckerhändler nach London. Dort ließ er sich von den "Cakes" der Engländer begeistern. Nach Hannover zurückgekehrt, wurde er 1888 Teilhaber einer Biskuitfabrikation; am 1. Juli 1889 gründet er dann die „Hannoversche Cakesfabrik H. Bahlsen“ mit zunächst zehn Mitarbeitern.

Junges Hermann Bahlsen Porträt und London um 1880

In Hannover entwickelt Bahlsen seine ersten Butterkekse, die zunächst als „Butter Cakes“ verkauft werden. Als Namensgeber dient niemand Geringeres als Hannovers berühmtester Universalgelehrter Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716). So bekommen die Kekse nicht nur einen markanten Rahmen mit 52 Zähnen, sondern auch einen klangvollen, werbewirksamen Namen: Leibniz-Keks.

Der erste Durchbruch: Von London nach Chicago

Bereits wenige Jahre nach Gründung wächst das Unternehmen rasant. 1891 wird der LEIBNIZ Cakes geboren. Zwei Jahre später, 1893, erhält Bahlsen auf der Weltausstellung in Chicago für seinen LEIBNIZ-Keks die Goldmedaille. Die Jury betont, dass der feine Buttergeschmack einzig diesem Fabrikat eigen sei.

Weltausstellung Chicago 1893, Bahlsen Auszeichnung

Vom „Cake“ zum deutschen „Keks“

Da Kunden Schwierigkeiten mit dem englischen Wort „Cakes“ hatten, entschied sich Bahlsen 1911, den Begriff einzudeutschen: Der "Keks" war geboren. Wenige Jahre später griff sogar der Duden die neue Wortschöpfung auf. Heute ist "Keks" das Synonym für süßes Dauergebäck in Deutschland.

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Jahr Wichtige Entwicklung
1889 Gründung der Cakesfabrik in Hannover
1891 Erfindung des ersten Leibniz-Kekses
1893 Goldmedaille auf der Weltausstellung Chicago
1911 Einführung des Begriffs „Keks“

Technologische Innovationen: Produktion und Verpackung

Bahlsen war ein Pionier der Produktion und Verpackung. 1904 kam die erste patentierte, staub- und feuchtigkeitsfeste Dauerpackung, die TET-Packung, auf den Markt und hielt die Kekse lange frisch. Das TET-Zeichen, von einer altägyptischen Hieroglyphe inspiriert, symbolisiert „ewig während“. Bereits 1905 begann Bahlsen als erstes Unternehmen in Europa, den LEIBNIZ-Keks auf einem Fließband zu produzieren - acht Jahre vor Henry Ford in der Automobilindustrie.

TET-Packung und TET-Logo, 1904

Nummerierte und künstlerisch gestaltete Sammelmarken bewarben ab 1912 die Produkte. Bahlsen förderte zudem die Reklamekunst und ließ Dosen und Verpackungen von Künstlern gestalten.

Bahlsen in bewegten Zeiten: Weltkriege, Krisen und Innovation

Der Erste Weltkrieg brachte Produktionseinbrüche, Rohstoffmangel und Inflation; 1923 kostete eine Packung LEIBNIZ-Kekse bis zu 400 Milliarden Mark! Während der NS-Zeit nutzte das Unternehmen das System zu seinem Vorteil, was durch eine 2024 veröffentlichte Historikerstudie umfassend aufgearbeitet wurde. Ab den 1940er-Jahren mussten mindestens 200 Zwangsarbeiter aus sieben Ländern für Bahlsen arbeiten.

Firmenchronik: Bahlsen von 1889 bis heute

Während der Butterknappheit wurde der LEIBNIZ-Keks einige Jahre durch den Hartkeks „Union“ ersetzt. Doch 1948 lief die Produktion des Original-Rezepts mit Butter wieder an. In den Nachkriegsjahrzehnten expandierte das Unternehmen international, übernahm Firmen, entwickelte neue Produkte und stieg sogar ins Chips-Geschäft ein.

Das Bahlsen-Fest-Sortiment: Klassiker und moderne Varianten

Seit über 130 Jahren begleitet Bahlsen Familien durch den Alltag und zu besonderen Festen, insbesondere mit dem feierlichen Sortiment. Klassiker wie der LEIBNIZ Butterkeks, das Flaggschiff des Portfolios, gibt es in vielfältigen Varianten: Vollkorn, Kakaokeks, Dinkel, Hafer oder zuckerreduziert. Für besondere Ernährungsbedürfnisse bietet Bahlsen mittlerweile auch gluten- und laktosefreie Kekse sowie Produkte mit Dinkelmehl aus kontrolliertem Vertragsanbau.

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  • LEIBNIZ Original Butterkeks
  • LEIBNIZ -30% Zucker
  • LEIBNIZ Vollkornkeks
  • LEIBNIZ Haferkeks
  • LEIBNIZ Kakaokeks
  • LEIBNIZ Dinkelkeks
  • LEIBNIZ Minis (auch gluten- und laktosefrei)
  • LEIBNIZ Choco (Butterkeks mit Schokoladenschicht)

Neuere Kreationen wie LEIBNIZ Keks N' Cream - zwei Kekse mit schokoladiger Cremefüllung - und thematische Sortimentserweiterungen (LEIBNIZ Minis, ZOO-Kekse) machen das Angebot generationsübergreifend attraktiv.

Verschiedene Sorten des Bahlsen Fest-Sortiments

Spezielle Verpackung und Markenidentität

Markant und unverwechselbar: Der LEIBNIZ Original Butterkeks kommt seit 1971 in einer gelben Verpackung, die bis heute das Markenbild prägt. In den letzten Jahren hat Bahlsen das Verpackungsdesign mehrfach modernisiert, wobei leuchtendes Gelb und die typische Keksform erhalten geblieben sind.

Das TET-Zeichen - eine aufgehende Sonne und eine Schlange - findet sich noch immer auf vielen Packungen als Symbol für Haltbarkeit und Tradition.

Meilensteine & besondere Ereignisse

  • 1898: Erste Leuchtreklame für LEIBNIZ-Kekse am Potsdamer Platz, Berlin
  • 1912: Beschäftigung von 1.700 Mitarbeitern
  • 1973: Einführung von LEIBNIZ Choco, der beliebte Butterkeks mit Schokolade
  • 1987: Markteinführung des LEIBNIZ Vollkornkeks
  • 2013: Der Diebstahl des goldenen Leibniz-Kekses, das Firmenwahrzeichen am Stammhaus Hannover, ging um die Welt
Goldener Leibniz-Keks am Bahlsen-Stammhaus, Hannover

Nach dem spektakulären Keks-Diebstahl 2013 verteilte Bahlsen 52.000 Kekspackungen an soziale Einrichtungen - und der goldene Keks kehrte dank "Krümelmonster" wieder zurück.

Familientradition und moderne Verantwortung

Bahlsen ist ein deutsches Familienunternehmen, das heute 2.500 Mitarbeitende weltweit beschäftigt und 2020 etwa 130.000 Tonnen Gebäck pro Jahr produzierte. In der Unternehmensführung gab es im Laufe der Zeit mehrere Übergänge innerhalb der Familie Bahlsen, aber die Werte blieben erhalten. Aktuell setzt sich die Firma verstärkt für gesellschaftliche Verantwortung ein, beispielsweise im Bereich Erinnerungskultur an die NS-Zeit und durch Unterstützung für Initiativen rund um Demokratie, Vielfalt und Toleranz.

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Das aktuelle Bahlsen-Führungsteam und soziale Projekte

Alexander Kühnen, aktueller CEO, wirbt für ein weltoffenes, zukunftsgerichtetes Bahlsen. Das Unternehmen bleibt nicht nur beim Backen innovativ, sondern auch in der Art, wie es sich als Teil der Gesellschaft begreift.

Fazit: Vom Familienbetrieb zum globalen Keks-Imperium

Der LEIBNIZ-Butterkeks und das festliche Kekse-Sortiment von Bahlsen stehen für Genuss, Familienmomente und deutsche Unternehmenskultur - von der Gründung durch Hermann Bahlsen bis zur Gegenwart. Kontinuierliche Innovation, traditionsbewusste Rezepturen und soziale Verantwortung machen Bahlsen auch heute noch zur Nummer Eins auf dem deutschen Keksmarkt.

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