Aulonocara „Marmelade Cat“ — Haltung und Pflege im Malawisee-Aquarium
Der gescheckte Kaiserbuntbarsch (Aulonocara sp. „Marmelade Cat“) ist ein prächtiger Süßwasserfisch, der als Zuchtform bzw. Hybrid im Aquarium auftaucht und so in der Natur nicht vorkommt. Vermutlich ist er durch die Verkreuzung verschiedener Kaiserbuntbarscharten entstanden und wird deshalb oft als Hybride bezeichnet. Aus diesem Grund gibt es auch unzählige Farbvarianten; so ist jedes Tier ein Unikat.
Aussehen und Körperbau
Die Marmelade Cat-Variante des Kaiserbuntbarsches zeichnet sich durch ihre bunte, marmorierte Färbung aus. Die Farben variieren von leuchtendem Orange und Gelb bis zu tiefem Blau und Violett, oft mit weißen und schwarzen Flecken. Auffällig sind die großen Augen. Die Stirn fällt flach ab und endet in einem unterständigen Maul mit dicken Lippenwülsten. Der gescheckte Kaiserbuntbarsch weist bunte Farben auf, sodass er orange, aber auch rot oder rosé erscheinen kann, entsprechend sind seine Flossen eingefärbt. Blaue Tupfen finden sich in seinem Gesicht, ebenso auch blaue Bänder auf seinem Körper. Die lange und spitz ausgezogene Rückenflosse, sowie die filamentartige Afterflosse ist markant für die Männchen. Auch sind ihre Brustflossen etwas verlängert.
Größe, Alter und Steckbrief
- Endgröße: Männchen bis ca. 14-16 cm, Weibchen bis ca. 10-14 cm.
- Alterserwartung: etwa 4-6 Jahre.
- Wasserwerte: GH 10-30 °dGH, KH 6-30 °dKH, pH 7,0-8,0; Temperatur 24-27 °C (je nach Quelle 20-27 °C).
- Schwierigkeitsgrad: mittel bis für Fortgeschrittene.
- Beckengröße: empfohlen ab 200-300 Liter; für ausgewachsene, aggressive Tiere besser deutlich größere Becken (siehe Sozialverhalten).
Natürliche Herkunft und Lebensraumanspruch
Der Kaiserbuntbarsch stammt ursprünglich aus dem Malawisee in Ostafrika, wo er im felsigen Litoral mit Sandflächen lebt. Diese Fische sind in ihrem natürlichen Habitat an Sandflächen und Steinaufbauten angepasst: Die Steinaufbauten sollten bis unter die Wasseroberfläche reichen, damit die Tiere genügend Sichtschutz haben und Reviere bilden können.
Sinne und Nahrungsaufnahme
Diese Art zeichnet sich durch vergrößerte Öffnungen des Seitenlinien-Systems im unteren Kopf- und Wangenbereich aus. Zur Funktion dieser vergrößerten Öffnungen vermutet man, dass Aulonocara-Arten in der Lage sind, im Sand verborgene Kleintiere wahrzunehmen, sobald diese sich bewegen und leichte Druckwellen auslösen. Die Nahrung besteht aus kleinen Wirbellosen, die sie aus dem Sand filtern. Im Aquarium nehmen sie leicht Ersatzfutter an: Trocken-, Frost- und Lebendfutter sowie Granulat und Sticks.
Fütterungsempfehlungen
Der Marmelade Cat ist ein Fleischfresser (karnivor). Als abwechslungsreiche Ernährung eignen sich Artemia, Daphnien, Tubifex, Enchyträen sowie hochwertiges Granulat oder Flockenfutter für Cichliden. Pellets oder Sticks werden ebenfalls gefressen; Frost- und Lebendfutter können den Speiseplan bereichern. Gut genährt heißt nicht „fett“, sondern qualitativ hochwertig gefüttert.
Lesen Sie auch: Aulonocara Marmelade Cat: Aquarium-Ratgeber
Beckeneinrichtung und Wasserpflege
Als Bodengrund ist heller, feiner Sand optimal. Steine sollten zu Höhlen aufgeschichtet werden und gleichzeitig als Sichtschutz dienen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Hardscape gegen Umstürzen gesichert ist, damit die Fische nicht verletzt werden, wenn sie darin herumwuseln. Regelmäßig sollte das Wasser ausgetauscht und ersetzt werden; mit einer Strömungspumpe lässt sich der Sauerstoffanteil erhöhen, was zum Wohlbefinden der Tiere beiträgt.
Sozialverhalten, Aggressionspotenzial und Vergesellschaftung
Obwohl Aulonocara-Arten als Non-Mbuna gelten und oft als relativ friedlich beschrieben werden, ist der Aulonocara „Marmelade Cat“ mit zunehmendem Alter deutlich aggressiver als andere Aulonocara-Arten. Aulonocara marmelade cat sind deutlich aggressiver als andere Aulonocara-Arten. Bei der Vergesellschaftung mit anderen Malawicichliden bemerken Aquarianer oft große Probleme: Aulonocara marmelade cat wirken ja wie Non-Mbunas und haben trotzdem ein Aggressionspotential von Mbunas.
Mbuna aus dem Malawisee sind von Natur aus und in Gänze aggressiver als die meisten Nonmbuna Buntbarsch-Arten. Bei einer Pflege im Malawisee-Aquarium sollte man zwingend diese vorhandene Aggression mit in seine Besatzplanung einbeziehen. Beginnend mit Stress, welcher auch mit dem Tod anderer Insassen im Malawisee-Becken enden kann.
Würde man die Endkörpergröße der Aulonocara „Marmelade Cat“ mit der oft extremen Aggression berücksichtigen, ist Vorsicht geboten: Wir würden, wenn überhaupt, Malawisee-Aquarien nicht unter 600 Litern und einer Kantenlänge nicht unter 180 cm empfehlen. Wobei wir der festen Überzeugung sind, dass diese Tiere in einem naturnah angelehnten Malawisee-Becken grundsätzlich nichts verloren haben, betrachtet man die Menge an wirklich wunderschönen und natürlich vorkommenden Buntbarscharten aus dem See.
Bei der Haltung sollte man auf das richtige Verhältnis zwischen Männchen und Weibchen achten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Haltung im Harem mit 1:3 (1 Männchen zu 3 Weibchen) oder in Gruppen mit 3 Männchen und jeweils 3-5 Weibchen am unproblematischsten ist. In der Regel ist ein Männchen mit mehreren Weibchen empfehlenswert, um Aggressionen zu minimieren.
Lesen Sie auch: Aulonocara Marmelade Cat: Tipps für das Aquarium
Hybridenrisiko und Zuchtethik
Da es sich bei Aulonocara marmelade cat um einen Hybriden handelt, kreuzt diese Art sich mit anderen Aulonocara-Arten; würden wir, wenn noch andere Aulonocara im Malawi-Becken gehalten, unweigerlich weitere Hybriden entstehen. Sofern man diese im Malawisee-Aquarium dann doch einmal hat, möchten wir darum bitten, keine Nachkommen dieser Tiere an irgendjemanden weiterzugeben.
Fortpflanzung und Maulbrutpflege
Genauso wie andere Aulonocaras ist auch der Marmelade Cat ein Maulbrüter. Die Männchen sind ständig am Balzen; in Gegenwart laichbereiter Weibchen wird dies noch verstärkt. Die Männchen verteidigen ihre Höhle als Laichplatz, die Weibchen werden dazu in die Höhle geführt. Das Weibchen sammelt die abgelegten Eier mit dem Maul ein, wo diese auch vom Männchen befruchtet werden. Nach ungefähr 21 Tagen schlüpfen die Larven, die noch eine Weile von der Mutter umsorgt werden.
Sobald der Dottersack aufgebraucht ist, können die Jungfische mit sehr kleinem Lebendfutter wie Infusorien oder Pantoffeltierchen, frisch geschlüpften Artemia oder feinem Staubfutter an das Futter gewöhnt werden. Wichtig ist, die Jungfische und das Weibchen zu beobachten und bei Bedarf mit geeignetem Aufzuchtfutter zu versorgen.
Praktische Hinweise zur Aufzucht und Eingriffe
Wenn Du Junge nachziehen willst, dann mit entsprechender Ausrüstung: Kaufe ein anständiges Aufzuchtbecken - viele Quellen empfehlen zumindest 120 Liter für gezielte Aufzucht, andere halten aber auch kleinere Aufzuchtbecken im Bereich 12 Liter für möglich. Ich halte ebenfalls absolut nichts vom vorzeitigen Trennen der Jungen von der Mutter resp. dem Ausschütteln der Jungen. Wenn der Fisch in der Brutphase ist, so zieht er sich in der Regel zurück bzw. in eine Höhle und verweilt dort bis die Jungfische den Dottersack aufgebraucht haben. Danach sind die Jungen alt genug und auf sich angewiesen.
Sobald Du mehr Erfahrungen gesammelt hast, wirst Du von selber bemerken, dass Du das Balzverhalten Deiner Fische beeinflussen kannst - und dies lediglich mit Wasserwechseln, entsprechenden Temperaturunterschieden und einem gut genährten Weibchen. Wichtig ist einfach, dass Du das Weibchen bzw. die Jungen beobachtest und sobald der Dottersack aufgebraucht ist, diese beginnst zu füttern und natürlich auch das Weibchen.
Lesen Sie auch: Wie viele Kalorien hat mein Marmeladenbrot?
Es kommt vor, dass das Weibchen nach dem „Spucken“ der Jungen bei Gefahr diese wieder ins Maul nimmt; daher ist es wichtig, das Weibchen nicht unnötig zu stressen (z. B. durch ständiges Hantieren am Aufzuchtbecken oder während Wasserwechseln). Solange das Weibchen keinen Laichansatz hat, kann der Bock so lange balzen, wie er will - es passiert nichts. Je mehr Weibchen Du einsetzt, desto mehr Junge wird es geben.
Vergesellschaftung mit Wirbellosen und anderen Fischen
Da Wirbellose wie Zwerggarnelen, Schnecken oder Muscheln von ihnen eher als Zwischensnack betrachtet werden, sollten sie besser nicht mit ihnen zusammen gepflegt werden. Mit Fischen ist eine bedingte Vergesellschaftung möglich; wegen des Aggressionspotenzials empfehlen sich eher Artbecken oder großzügige Beckengrößen und bedachte Besatzplanung.
Praktische Pflege-Tipps
- Beckenvolumen großzügig wählen: ab 250-300 l minimal, besser größer; für sehr aggressive oder große Tiere deutlich darüber (bis 600 l empfohlen).
- Sand als Bodengrund, stabile Steinaufbauten mit Höhlen und Sichtschutz.
- Haremshaltung (1 M:3 W) oder Gruppenhaltung mit Weibchenüberschuss bevorzugen.
- Wasser regelmäßig wechseln, auf konstante Parameter achten.
- Hochwertiges, abwechslungsreiches Futter (Trocken, Frost, Lebend) verwenden.
- Aufzucht: Ruhe und passende Aufzuchtgefäße bzw. Erfahrung sind wichtig; frühzeitiges Eingreifen kann mehr schaden als nützen.
Zusammenfassung der wesentlichen Merkmale
| Merkmal | Angaben |
|---|---|
| Herkunft | Hybridform aus Malawisee-Arten (Aulonocara/Metriaclima) |
| Größe | Männchen bis 14-16 cm, Weibchen bis 10-14 cm |
| Beckengröße | Ab 200-300 l empfohlen; für ausgewachsene Tiere größer (bis 600 l empfohlen) |
| Temperatur | 24-27 °C |
| Wasserwerte | GH 10-30, KH 6-30, pH 7,0-8,0 |
| Futter | Karnivor: Trocken-, Frost-, Lebendfutter, Granulat, Sticks |
| Verhalten | Territorial, mit zunehmendem Alter aggressiver; Maulbrüter |
Der gescheckte Kaiserbuntbarsch ist ein attraktiver, farbenprächtiger Aquarienfisch mit speziellen Anforderungen: durch die Hybridherkunft, das erhöhte Aggressionspotenzial und die Maulbrutpflege sollten Halter besonders bei Vergesellschaftung, Beckengröße und Zucht verantwortungsvoll planen.
tags: #Aulonocara #Marmelade #Cat #Haltung #und #Pflege


