Die Geschichte der Argenta Schokolade in Wernigerode: Vom lokalen Wirtschaftszweig zum Unternehmen des Monats
Die Geschichte der Argenta Schokolade ist eng mit der Stadt Wernigerode verbunden. Im 19. Jahrhundert erlebte die Schokoladenherstellung in Deutschland einen Aufschwung, und auch in Wernigerode entstanden zahlreiche Schokoladenfabriken.
Wernigerode als Zentrum der Schokoladenproduktion
Wernigerode entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum der Schokoladenproduktion. Es gab sechs Betriebe allein in Wernigerode. "Das war ein bedeutender Wirtschaftszweig. 1 500 Leute waren dort beschäftigt - die Schokoladenfabriken waren der größte Arbeitgeber in Wernigerode, mehr noch als die metallverarbeitenden Werke", sagt Christian Juranek, Geschäftsführer der Schloss Wernigerode GmbH. Die Berliner Morgenpost berichtete im Jahr 1926, dass es in Wernigerode vier große und zwei kleine Fabriken gab, die Schokolade herstellten, was für eine Stadt dieser Größe sehr ungewöhnlich war.
Das Ende der Blütezeit und die Gründung der Argenta Schokoladenfabrik AG
Die Blütezeit der Wernigeröder Schokoladenindustrie ging jedoch schnell zu Ende, und bereits ein Jahr später waren die meisten Betriebe insolvent. Nur die Ferdinand Konatzki AG, die 1916 in Hasserode gegründet wurde, konnte wirtschaftlich überleben. 1928 wurde sie von der Rudolf Karstadt AG erworben, die den Namen "Argenta" als Marke für eine edle Tafelschokolade schützen ließ. Die Argenta Schokoladenfabrik AG wurde am 3. Juli 1935 gegründet.
Die Zeit des Nationalsozialismus und die Enteignung
Allzu lange konnten sich die Kunden allerdings nicht an der Argenta Schokolade erfreuen. 1943 wurde die Produktion eingestellt, da in Hasserode ein Rüstungsbetrieb einziehen sollte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb 1946 enteignet und zunächst als Volkseigener Betrieb (VEB) Süßwaren weitergeführt.
Die Schokoladenindustrie in der DDR
Wie in ganz Deutschland waren auch im Osten zahlreiche Betriebe der Schokoladenbranche zerstört oder im Krieg zu Rüstungsbetrieben umgebaut worden. Eine schnelle Wiederaufnahme einer kontinuierlichen Produktion war auch wegen fehlender Rohstoffe nicht möglich. Mit dem „Volksentscheid in Sachsen“ vom 30. Juni 1946 begann man in der Deutschen Demokratischen Republik damit, die meisten Betriebe in Volkseigentum umzuwandeln.
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Ab 1953 kam auch wieder Schokolade in die Geschäfte der DDR. Qualität und Menge der in der DDR angebotenen Schokoladenwaren hingen stark von der Verfügbarkeit der Rohstoffe ab. Waren Schokoladenersatzprodukte im Westen längst verschwunden, gab es sie im Osten bis zum Ende der DDR. Das bekannteste Produkt war die „Schlager Süßtafel“ von Zetti, die ganz ohne Kakaobestandteile auskam.
Das Ende der DDR und die Neugründung in Weißenfels
Mit dem Ende der DDR 1989/1990 wurden zahlreiche Betriebe der Schokoladenindustrie geschlossen, von Firmen aus dem Westen aufgekauft oder privatisiert. Nach der Wende 1989/90 kam das vorläufige Aus für den Süßwarenhersteller. Erst einige Jahre später kamen mit der „Ostalgie“ ehemalige DDR-Marken zurück auf den Markt.
Im Jahr 2004 produzierte die Schokoladenmanufaktur unter dem alten Markennamen in Weißenfels. Die Weißenfelser Schokoladenmanufaktur Argenta setzt nach dem Wechsel der Geschäftsführung auf Wachstum und will schrittweise neue Absatzmärkte erschließen. Im April dieses Jahres haben die bisherigen Argenta-Inhaber Wolfgang und Ursula Dietrich den Familienbetrieb an die United Chocolate GmbH verkauft.
Argenta heute
Die Argenta Schokoladen GmbH wurde im November 2008 als "Unternehmen des Monats" geehrt. Die Entwicklung des Unternehmens seit 2002 ist phantastisch. Die Jahresproduktion hat 12.500 Tonnen überschritten. Der jährliche Umsatz nähert sich der 60-Millionen-Euro-Marke.
Zu den bekanntesten Artikeln gehören Brockensplitter und Nougattüten. Argenta hat nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 14 Millionen Euro in den Weißenfelser Standort investiert. Mittlerweile werden Argenta-Produkte in fast 30 europäische Länder geliefert.
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Die Schokoladentradition Wernigerodes
Vom 28. Oktober bis zum 1. November 2015 verwandelt sich die Altstadt von Wernigerode in eine Schoko-Erlebniswelt. Auf dem Marktplatz vor dem historischen Rathaus präsentieren Top-Chocolatiers aus unterschiedlichen Ländern ihre erlesenen Produkte und laden ein beim Direktverzehr oder Einkauf für Zuhause die Vielfalt der Schokolade zu entdecken. Bei einer Stadtführung erfahren wir mehr über die Schokoladentradition und -geschichte Wernigerodes.
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