Herkunft und Produktionsstandorte der Milka-Schokolade

Die lila Milka-Kuh kennt jedes Kind. Aber kaum jemand weiß, wo die Schokolade eigentlich produziert wird. Im baden-württembergischen Lörrach. Die berühmte Schokolade mit der lila Kuh wird dort seit über 100 Jahren hergestellt. Seit 1901 wird die Milka-Schokolade in Lörrach hergestellt und in einem lilafarbenen Umschlag angeboten, versehen mit dem Bild einer Kuh im Alpenpanorama.

Geschichte und Markenidentität

Am 17. November 1825 gründete der Schweizer Zuckerbäcker Philippe Suchard eine Confiserie in Neuenburg. 1826 erwarb er im Nachbardorf Serrières eine ehemalige Wassermühle und baute dort eine maschinelle Produktion von Tafelschokolade auf. Ihren Ursprung hat die Milka-Schokolade im schweizerischen Serrières in der Gemeinde Neuenburg, wo Philippe Suchard 1826 beginnt, Schokolade zu produzieren. 1880 verlegte er die Produktion nach Lörrach. 1901 wurde der Markenname „Milka“ registriert; das Akronym bildet sich aus den ersten Silben der Wörter „Milch“ und „Kakao“.

Seitdem ist die Verpackung lila und die Farbe ist mittlerweile eine geschützte Marke, die in der Lebensmittelindustrie kein anderer verwenden darf. 1972 kreierte die Agentur Young & Rubicam die lila Kuh. Ein Jahr später wurde sie zur zentralen Werbefigur und hatte ihren ersten TV-Auftritt. Im kollektiven Bewusstsein der Verbraucher ist die lila Kuh fest verankert.

Produktionsstandorte in Europa und weltweit

Milka ist eine Marke für Schokoladenprodukte des US-amerikanischen Nahrungsmittelkonzerns Mondelez International. Die Schokolade wird unter anderem im baden-württembergischen Lörrach, im vorarlbergischen Bludenz und im bulgarischen Swoge hergestellt. Produziert werden die Milka-Produkte (Tafelschokolade, Schokoriegel, Schokocreme, Pralinen, Saisonprodukte) in Mondelez-Werken in Belgien (Herentals), Deutschland (Lörrach), Frankreich (Strasbourg), Österreich (Bludenz), Polen (Poznań) und der Slowakei (Bratislava).

Das Milka Werk in Lörrach ist Europas größtes Schokoladenwerk von Mondelez. 1901 gegründet, sind am Standort heute rund 500 Mitarbeitende beschäftigt, die im Durchschnitt 4 Mio. Bis zu 4,5 Millionen Tafeln pro Tag: Eine Erfolgsgeschichte in lila. Damit ist das Schokoladenwerk der wichtigste europäische Standort von Mondelez International. Nicht nur die Produktion ist hier, auch Forschung und Entwicklung.

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Milka-Fabrik in Lörrach mit lila Kuh-Grafik an der Fassade

Lörrach: Stadt und Werk in enger Verbindung

„Das Herz von Lörrach ist lila“ schrieb die Badische Zeitung kürzlich und zeigt damit die enge Verbundenheit der Marke Milka mit der Stadt Lörrach im Süden Baden-Württembergs. Die enge Verbundenheit zwischen der Stadt und Milka wird nicht nur beim jährlichen Schokofest, bei dem sich die ganze Stadt lila färbt, deutlich. Überall finden sich Spuren der lila Kuh: Auf die Nordfassade der Lörracher Schokoladenfabrik wurde sie aufgemalt. Und zwischen dem heutigen Produktionsstandort und der ehemaligen Schokoladenfabrik schlängelt sich die Milkastraße entlang.

Mit rund 500 Mitarbeitern zählt die Schokoladenfabrik zum größten Arbeitgeber in Lörrach. Die Beschäftigten würden sich stark mit dem Unternehmen identifizieren. Es herrsche ein gutes Betriebsklima, das sich auch an der geringen Fluktuation von Personal zeige. „Wir haben viele Familien, die seit Generationen bei Milka arbeiten.“ Um einem Fachkräftemangel vorzubeugen, investiere man in Ausbildungsprogramme und Kooperationen mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach (DHBW) in den Fächern Elektrotechnik und Wirtschaftswissenschaften.

Für die Mitarbeiter hat das kompakte Firmengelände den Vorteil, dass sich Arbeit und Familie leichter miteinander verbinden lassen. Auf dem Firmengelände befindet sich eine Kindertagesstätte, die im Zusammenspiel von Mondelez und der Stadt entstanden ist. Die Einbindung der Marke in das Stadtbild und gemeinsame Projekte wie die Einrichtung einer betriebsnahen Kinderbetreuung oder die Veranstaltungsreihe "Lörracher Gespräche" zeigen die enge Kooperation.

Produktionskapazität, Sortiment und Forschung

500 Mitarbeiter arbeiten in der Schokoladenfabrik - knapp 500 Meter vom Lörracher Rathaus in der Innenstadt entfernt im Dreischichtbetrieb und produzieren täglich drei Millionen Tafeln. Das macht insgesamt 140.000 Tonnen Schokolade im Jahr. Auf diese Weise stellen die Lörracher täglich bis zu 4,5 Millionen Tafeln her, rein rechnerisch kommen so auf jeden der 500 Mitarbeiter 9.000 Tafeln. 70 Prozent der Produktion gehen in den Export.

Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Milka-Schokoladenfabrik in Lörrach tüftelt an neuen Produkten und bringt Ideen bis zur Industrie- und Marktreife. Jährlich gibt es neue, limitierte Tafelsorten. Was sich von den limitierten Editionen bewährt, kann ins Standardsortiment von rund 30 Sorten aufgenommen werden, wie zum Beispiel die Kombination mit Oreo-Keks. „Die Standard-Schokoladentafel, die wir hier produzieren, ist eines der wichtigsten Produkte im Portfolio von Mondelez. Die lange Tradition des Standorts ist einzigartig und das Werk innerhalb des Unternehmens das größte seiner Art in Europa“, sagt die Standortleiterin Kerstin Brohl.

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Forschungs- und Entwicklungsabteilung in einer Schokoladenfabrik

Von der Kakaobohne zur Milka-Tafel - Lieferketten und Rohstoffe

Die Kakaobohne ist der Schlüsselrohstoff für die Herstellung von Schokolade. Bis aus den Bohnen Schokolade wird, ist es ein langer und komplexer Prozess. Kakao wird zu 80 Prozent von Kleinbauern angebaut - weltweit sind dies etwa fünf bis sechs Millionen. Die Kakaobohnen kommen von der Elfenbeinküste, aus Ghana sowie Indien, Indonesien, Brasilien und der Dominikanischen Republik. Woher kommt die Bohne, die unser Leben versüßt? Wer handelt damit? Wo wird der Rohstoff noch verwendet? Ein Überblick.

Der Kakaobaum wächst nicht überall - nur entlang des Äquators ermöglichen Klima und Terrain eine artgerechte Züchtung. Die Bohnen müssen fermentieren, wodurch sie erst ihr Aroma erhalten. Dann müssen die Bohnen getrocknet werden, um transportiert werden zu können. Auf riesigen Matten verteilt, trocknen die Bohnen sechs bis zehn Tage in der heißen Tropensonne. Erst nach fünf Jahren können Kakaofrüchte zum ersten Mal geerntet werden. Kakao wird per Hand geerntet. Mit einer Machete werden die Früchte direkt am Stamm oder an den Astgabelungen abgeschlagen.

Die Kakaobohnen werden geröstet, geschält, gemahlen, gepresst mit Milchpulver und Zucker vermischt sowie gewalzt. Dann wird die Masse bis zu 48 Stunden conchiert, ein Rührverfahren, das die Schokolade cremig macht. Die Rezeptur von Milka ist geheim, die Zutaten sind es nicht und bestehen aus Kakao, Zucker und Milchpulver, hergestellt aus Milch aus der Alpenregion.

Nachhaltigkeit und Beschaffung

Bei der Beschaffung setzt Milka in Lörrach auf das nachhaltige Programm Cocoa Life. Dabei bezieht Milka in Lörrach Kakao aus dem nachhaltigen Beschaffungsprogramm Cocoa Life. Im Jahr 2020 hat Mondelez 68 Prozent des Kakaos für alle seine Schokoladensorten nachhaltig beschafft. Der Anteil soll sich in Zukunft erhöhen.

Kakaofelder und Trocknung von Kakaobohnen

Milka im Konzernkontext und Produktionsverlagerungen

1970 fusionierte Suchard mit Tobler zu der Firma Interfood S.A., was sich auch auf die Eigentumsverhältnisse von Milka auswirkte. Interfood wurde 1982 inklusive Milka durch den Kaffeehersteller Jacobs übernommen und die Firma Jacobs Suchard AG gegründet. Nach der Übernahme durch Kraft Foods wurde nach und nach auf den Namen „Suchard“ auf der Verpackung verzichtet. Heute läuft die Produktion unter dem Dach des Lebensmittelriesen Mondelez International.

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Milka stand im Lauf der Jahre nicht nur wegen Marketing, sondern auch wegen Verpackungs- und Gewichtsfragen in der Kritik: Milka stand auch 2025 in der Kritik, als die 100-Gramm-Tafel auf 90 Gramm reduziert wurde, nachdem zuvor der Preis erhöht worden war. Dabei ist die Größe der Packung gleich geblieben, die Tafel ist aber um 0,7 mm dünner geworden, sodass Kunden das geringere Gewicht kaum auffällt.

Tradition, Kultur und wirtschaftliche Bedeutung

Lörrach und Schokolade haben eine gemeinsam lange Geschichte. Paris riecht nach der Seine, Lörrach nach Schokolade - aber nur Einheimische wissen wirklich, dass Milkas Alpenmilchschokolade seit Jahrzehnten dort produziert wird. Daher wabern immer wieder mal süße Duftschwaden durch die Stadt. Bis zu 4,5 Millionen Tafeln Schokolade entstehen hier täglich. Damit ist das Milka-Werk ein Aushängeschild für die über 48.000-Einwohner-Stadt.

„Milka steht in Lörrach nicht nur für "Milch + Kakao" in lila, sondern für Qualität, Innovation und viele engagierte Mitarbeiter“, sagt die Wirtschaftsförderin Marion Ziegler-Jung. Denn mittlerweile werden jährlich 400 Millionen Tafeln Schokolade sowie 30 Millionen Osterhasen und Weihnachtsmänner verkauft - eine Erfolgsgeschichte auch für Lörrach. Tradition und Verbundenheit wird in Lörrach und bei Milka eben groß geschrieben.

Reportage über das Milka-Werk Lörrach und Produktionsprozesse

Ausblick

Milka bleibt eine der bekanntesten Schokoladenmarken und verbindet historische Wurzeln in der Schweiz mit moderner Produktion in Europa. Die Kombination aus Tradition, hohem Automatisierungsgrad, eigener Forschung und nachhaltiger Rohstoffbeschaffung prägt die Herstellung der Milka-Schokolade und die Rolle ihrer Produktionsstandorte, allen voran Lörrach.

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