Palmöl in Keksen und anderen Lebensmitteln: Inhaltsstoffe, Auswirkungen und Alternativen

Palmöl ist ein vielseitiges Fett, das in zahlreichen Lebensmitteln und Produkten enthalten ist. Es wird jedoch aus ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Gründen zunehmend kritisch betrachtet. Dieser Artikel beleuchtet die Inhaltsstoffe von Palmöl, seine Verwendung in Keksen und anderen Lebensmitteln, die damit verbundenen Probleme und mögliche Alternativen.

Was ist Palmöl und Palmkernöl?

Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen, während Palmkernöl aus den Kernen der Palmfrüchte stammt. Die Ölpalme, die über 20 Meter hoch werden kann, gedeiht hauptsächlich in tropischen Regionen in der Nähe des Äquators. Indonesien und Malaysia sind die Hauptanbaugebiete.

Die Ölpalme ist im Vergleich zu anderen Pflanzenölen wie Raps, Soja oder Sonnenblume besonders ertragreich und liefert bei gleicher Anbaufläche die fünffache Menge Öl. Das gewonnene rohe Palmöl wird in Raffinerien für die weitere Verwendung aufbereitet.

Eigenschaften und Verwendung von Palmöl

Palmöl ist ein äußerst vielseitiges Fett mit folgenden Eigenschaften:

  • Bei Zimmertemperatur streichfeste, cremige Konsistenz
  • Hitzestabil
  • Lange haltbar
  • Geschmacksneutral

Aufgrund dieser positiven Eigenschaften wird Palmöl gerne und häufig in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Es findet sich in jedem zweiten Supermarktprodukt, einschließlich Keksen, Schokoaufstrichen, Chips, Tiefkühlpizzen und Fertiggerichten. Auch in Kosmetika wie Hautcremes und Lippenstiften sowie in Wasch- und Reinigungsmitteln ist Palmöl enthalten. Darüber hinaus wird es in der chemischen Industrie (z. B. für Kerzen), im pharmazeutischen Bereich (z. B. zur Herstellung einiger Medikamente) und in Biokraftstoffen wie Biodiesel und E10 verwendet.

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Kritik an Palmöl: Ökologische und soziale Folgen

Die steigende Nachfrage nach Palmöl hat seit 1990 zu einer Verdopplung der Anbauflächen für Ölpalmen weltweit geführt. In Indonesien hat sich die Fläche im gleichen Zeitraum sogar verzehnfacht. Mittlerweile erstreckt sich der Anbau weltweit auf etwa 19 Millionen Hektar. Dieser Anstieg bringt jedoch erhebliche ökologische und soziale Probleme mit sich:

  • Umweltzerstörung: Ölpalmen wachsen fast ausschließlich in Gebieten, in denen zuvor Regenwälder existierten. Für die Palmölgewinnung werden daher riesige Flächen Regenwald gerodet, meist durch Brandrodung. Dadurch entstehen große Mengen an Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2). Zudem speichern Ölpalmen weniger CO2 als die Pflanzen natürlicher Regenwälder, was die Erderwärmung und den Klimawandel zusätzlich fördert.
  • Verlust des Lebensraums von Tieren: Regenwälder sind besonders artenreich. In den Monokulturen der Palmölplantagen finden Tiere wie Orang-Utans, Elefanten und Nashörner keinen Lebensraum mehr oder werden durch Brandrodung bedroht.
  • Soziale Ungerechtigkeit: Die großen Produktionsmengen großer Industriekonzerne lassen die Weltmarktpreise sinken und erschweren das Leben von Kleinbauern. Häufig kommt es auch zu Landkonflikten und Vertreibungen indigener Völker, die dadurch ihre Lebensgrundlage verlieren.

Gesundheitliche Aspekte von Palmöl

Naturbelassenes Palmöl ist aus gesundheitlicher Sicht nicht grundsätzlich schädlich. Unbehandeltes oder kaltgepresstes Palmöl enthält einen hohen Anteil an Beta-Carotin und anderen Carotinoiden sowie Vitamin E und Coenzym Q10, die als Antioxidantien wirken und zellschädigende Stoffe im Körper bekämpfen können. Die enthaltene Ölsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure, kann das „schlechte“ LDL-Cholesterin senken und sich positiv auf den Blutdruck und das Herz-Kreislauf-System auswirken.

Problematisch wird Palmöl jedoch durch die industrielle Verarbeitung. Beim Raffinationsprozess durch die große Hitze von 200 Grad Celsius können wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen und Fettschadstoffe wie Glycidyl-, 3-Monochlorpropandiol-Fettsäureester (3-MCPD) sowie 2-Monochlorpropandiol-Fettsäureester (2-MCPD) entstehen. Glycidol kann als krebserregend gelten, während 3-MCPD als möglicherweise nierenschädigend und krebserregend eingestuft wird und 2-MCPD als eventuell nieren- und herztoxisch.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von 0,8 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag für 3-MCPD und dessen Fettsäureester ermittelt. Marktchecks der Verbraucherzentralen zeigen jedoch, dass Produkte bei ungünstiger Lebensmittelauswahl Schadstoffmengen enthalten können, die vor allem bei Kindern oft über der täglich tolerierbaren Menge liegen. Seit dem 1. Januar 2021 gelten Höchstgehalte für 3-MCPD-Fettsäureester in verschiedenen Lebensmitteln, um Verbraucher besser zu schützen.

Wie man Palmöl meiden kann

Verbraucher, die Palmöl meiden möchten, haben verschiedene Möglichkeiten:

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  1. Zutatenverzeichnis prüfen: Seit 2014 muss Palmöl auf dem Zutatenverzeichnis von Lebensmitteln aufgeführt werden. Achten Sie auf die Bezeichnungen Palm, Palmfett oder Palmöl.
  2. Frische Lebensmittel bevorzugen: Kaufen Sie möglichst frische Lebensmittel und bereiten Sie Speisen selbst zu, um sicherzustellen, dass kein Palmöl enthalten ist.
  3. Palmölfreie Alternativen wählen: Viele Hersteller bieten mittlerweile palmölfreie Alternativen an, beispielsweise Schokoaufstriche mit Sheafett und Sonnenblumenöl, Chips ohne Palmöl, palmölfreie Schokolade und Margarine.
  4. Auf Zertifizierungen achten: Zertifiziertes Palmöl, erkennbar am RSPO-Siegel (Round Table on Sustainable Palmoil) oder der Palm Oil Innovation Group (POIG)-Zertifizierung, kann eine nachhaltigere Option darstellen. Bio-Palmöl wird unter strengeren Auflagen produziert, beispielsweise ohne synthetische Dünger und Pestizide.
  5. Inhaltsstoffe in Kosmetika und Reinigungsprodukten überprüfen: In Kosmetik- und Reinigungsprodukten können sich Inhaltsstoffe aus Palmöl hinter Bezeichnungen wie Sodium Palmitate, Isopropyl Palmitate, Palm Kernel Alcohol, Glyceryl Palmitate oder Palmstearin verbergen. Apps wie Codecheck können helfen, Palmöl in Produkten zu identifizieren.

Palmöl in Keksen: Beispiele und Alternativen

Palmöl ist aufgrund seiner Eigenschaften ein häufiger Bestandteil von Keksen. Es sorgt für eine cremige Konsistenz und lange Haltbarkeit. Viele beliebte Kekssorten enthalten Palmöl, darunter auch Klassiker. Glücklicherweise gibt es jedoch auch zahlreiche Keksmarken und -sorten, die ohne Palmöl auskommen.

Einige Beispiele für Kekse, die Palmöl enthalten können:

  • Othello Keks von Wikana (enthält RSPO-zertifiziertes Palmöl)
  • Produkte von Ferrero
  • Produkte von Leibniz
  • Produkte von Mulino Bianco
  • Produkte von Lotus Bakeries
  • Viele Produkte von Supermarkt-Eigenmarken

Alternativen für palmölfreie Kekse sind beispielsweise:

  • Kekse und Schokoladen von Sonnentor (in eigenen Geschäften oder im Bioladen)
  • Produkte von Bio-Marken wie Alnatura, Allos, Barnhouse, Gepa, Rapunzel oder Rosengarten

Palmölboykott: Eine sinnvolle Strategie?

Den Rohstoff Palmöl grundsätzlich zu boykottieren und komplett durch andere Pflanzenöle zu ersetzen, ist keine einfache Lösung. Andere Öle benötigen oft mehr Anbaufläche, um die gleiche Menge Öl zu liefern. Zudem können auch der Einsatz anderer Fette ökologische und gesundheitliche Folgen haben.

Eine sinnvolle Strategie ist es, den Konsum von nicht nachhaltig produziertem Palmöl so gut es geht zu vermeiden und auf Produkte mit Bio-Palmöl oder palmölfreie Alternativen umzusteigen. Durch bewussten Konsum können Verbraucher einen erheblichen Einfluss auf das Palmöl-Dilemma nehmen und zu einer nachhaltigeren Produktion beitragen.

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