Keine Schokolade mehr: Ursachen und Überwindung der Schokoladensucht

Viele Menschen kennen das Gefühl, ein starkes Verlangen nach Schokolade zu haben. Doch wann spricht man von einer Schokoladensucht und welche Ursachen stecken dahinter? Dieser Artikel beleuchtet die Symptome, Ursachen und Strategien zur Bekämpfung der Schokoladensucht, um Betroffenen einen Weg aus dem Teufelskreis zu zeigen.

Was ist Schokoladensucht?

In vielen Fällen entpuppt sich die vermeintliche Schokoladensucht als eine versteckte Zuckersucht. Beide Formen sollten ernst genommen werden. Eine echte Schokoladensucht erfüllt viele Kriterien klassischer Süchte, wie starkes Verlangen, Kontrollverlust, Toleranzbildung, Entzugserscheinungen und soziale Einschränkungen.

Typische Symptome der Schokoladensucht

  • Starkes Verlangen nach Schokolade: Ein großer Wunsch, Schokolade zu essen, der nicht durch andere Lebensmittel gestillt werden kann.
  • Zwanghafter Konsum: Das zwanghafte und häufige Essen von Schokolade, oft heimlich und mit schlechtem Gewissen.
  • Kontrollverlust: Die Unfähigkeit, die Menge der konsumierten Schokolade zu kontrollieren, was oft zu übermäßigem Essen führt.
  • Toleranzbildung: Es wird immer mehr Schokolade benötigt, um das gleiche Wohlgefühl zu erreichen.
  • Entzugserscheinungen: Körperliche und emotionale Symptome wie Kopfschmerzen, Unwohlsein, schlechte Laune oder Heißhunger, wenn auf Schokolade verzichtet wird.
  • Geheimhaltung: Heimliches Essen von Schokolade und Anlegen von Geheimvorräten, um den Konsum zu verbergen.
  • Ständiges Denken an Schokolade: Die Gedanken kreisen ständig um Schokolade, den nächsten Nachschub und die Möglichkeiten, sie unbemerkt zu essen.
  • Konsum trotz negativer Folgen: Weiterer Konsum von Schokolade trotz gesundheitlicher und emotionaler Folgen wie Gewichtszunahme, Verdauungsbeschwerden oder Zahnprobleme.
  • Abstinenzunfähigkeit: Schwierigkeiten, auf Schokolade zu verzichten, trotz des Wunsches, den Konsum zu reduzieren.
  • Einschränkung anderer Aktivitäten: Vernachlässigung sozialer Kontakte und anderer Aktivitäten zugunsten des Schokoladenkonsums.
  • Schlechtes Gewissen: Schuldgefühle nach dem Essen von Schokolade, auch wenn es nur eine kleine Menge war.
  • Weniger Hunger bei den Hauptmahlzeiten: Durch den hohen Schokoladenkonsum wird weniger Hunger bei den Hauptmahlzeiten verspürt.
  • Immer was im Haus haben: Ein ständiger Vorrat an Schokolade ist vorhanden.
  • Kurz vor Ladenschluss noch einkaufen gehen: Um den Vorrat aufzufüllen.
  • Immer Schokolade dabei haben: Stets Schokolade mit sich führen oder gedanklich planen, wo die nächste Ration besorgt werden kann.

Ursachen der Schokoladensucht

Die Ursachen für Schokoladensucht sind vielfältig und lassen sich auf körperlicher und emotionaler Ebene betrachten.

Körperliche Ursachen

  • Der Bliss Point: Viele Schokoladensorten großer Marken sind so zusammengestellt, dass sie maximales Vergnügen bereiten und Dopamin ausschütten. Diese Kombination aus Fett, Zucker und Salz erreicht den sogenannten Bliss Point, der es schwer macht, dem Appetit zu widerstehen.
  • Aktivierung des Belohnungszentrums: Der Konsum von Schokolade aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn, was zur Ausschüttung von Dopamin führt und ein Gefühl von Glück und Vergnügen erzeugt.
  • Stimmungsaufhellende Wirkung: Schokolade enthält Substanzen wie Theobromin, die sich anregend auf den Körper auswirken und die Stimmung aufhellen können.
  • Magnesiummangel: Ein Mangel an Magnesium kann das Verlangen nach Schokolade verstärken, da Magnesium eine entspannende Wirkung hat.
  • Hormonelle Einflüsse: Einige Wissenschaftler vermuten, dass das Hormon FGF21 (Fibroblasten-Wachstumsfaktor 21) eine Rolle bei der Entstehung von Heißhunger auf Süßigkeiten spielt.

Emotionale Ursachen

  • Emotionales Essen: Der Wunsch, mit Schokolade emotionale Bedürfnisse wie Stress, Trauer oder Langeweile zu stillen. Laut Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern ist unser Verhältnis zu Süßigkeiten vor allem erlernt.
  • Erlerntes Verhalten: Der Genuss von Süßem ist oft ein erlerntes Verhalten, das wir uns im Laufe des Lebens angeeignet haben. Wer im Kindesalter häufig sehr süße Dinge gegessen hat, der wird immer wieder nach noch süßeren Geschmäckern suchen.

Strategien zur Bekämpfung der Schokoladensucht

Um die Schokoladensucht zu bekämpfen, ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der sowohl körperliche als auch emotionale Aspekte berücksichtigt.

Ernährungsumstellung

  • Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Proteinen hilft, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und Heißhungerattacken vorzubeugen.
  • Gesunde Naschalternativen: Hochprozentige Schokolade (mit mindestens 70% Kakaoanteil) kann eine gesündere Alternative sein, da sie weniger Zucker enthält und länger sättigt. Trockenobst ist auch eine gute Alternative, sollte aber auch nur in Maßen konsumiert werden, da es viel Zucker enthält.
  • Bewusstsein für Zuckergehalt: Achten Sie auf den Zuckergehalt in Lebensmitteln und vermeiden Sie stark zuckerhaltige Produkte.
  • Stabilisierung des Blutzuckers: Vermeiden Sie starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels durch regelmäßige Mahlzeiten und komplexe Kohlenhydrate.
  • Geeignete Tagesration Süßigkeiten: Krehl empfiehlt so viel Süßigkeiten, wie in zwei Hände passen. Das sind nicht mehr als 10 Prozent des täglichen Energiebedarfs.

Lebensstiländerungen

  • Stressbewältigung: Finden Sie gesunde Wege, um Stress abzubauen, wie Sport, Yoga, Meditation oder Entspannungsübungen.
  • Ausreichend Schlaf: Schlafmangel kann das Verlangen nach Süßigkeiten verstärken. Achten Sie auf ausreichend Schlaf und eine gute Schlafhygiene.
  • Regelmäßige Bewegung: Sport und Bewegung helfen, den Stoffwechsel anzukurbeln und das Verlangen nach Schokolade zu reduzieren.
  • Bewusster Genuss: Essen Sie Schokolade bewusst und genießen Sie jeden Bissen. Vermeiden Sie es, Schokolade nebenbei oder aus Langeweile zu essen.

Psychologische Unterstützung

  • Verhaltenstherapie: Eine Verhaltenstherapie kann helfen, die Ursachen der Schokoladensucht zu erkennen und neue Verhaltensmuster zu erlernen.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann unterstützend wirken und Mut machen.
  • Professionelle Beratung: Bei schweren Fällen von Schokoladensucht kann eine professionelle Beratung durch einen Therapeuten oder Ernährungsberater sinnvoll sein.

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