Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Eis und Schokolade
Speiseeis ist beliebt: Durchschnittlich verzehrt jeder Deutsche fast acht Liter Eis pro Jahr. Dass sich die angebotenen Produkte dabei qualitativ deutlich unterscheiden können, zeigt eine aktuelle Untersuchung von Stiftung Warentest. Die Tester untersuchten die Produkte auf ihre Sensorik (Geschmack), chemische beziehungsweise mikrobiologische Qualität sowie Verpackung und Deklaration.
Was verbindet Eis und Schokolade?
Schokoeis ist zum Niederknien lecker, wenn es aromatisch, kräftig nach Schokolade und süß schmeckt. Es fühlt sich im Mund anhaltend cremig, glatt und geschmeidig an. Enthält es Schokoladenstückchen, schmelzen sie zart im Mund - am besten gleichzeitig mit dem Eis. Maßgeblich für den Geschmack sind Sorte, Qualität und Menge des Kakaos. Weiteren Einfluss haben Schlagsahne, Sahne, Butter und Milch.
Unauffällig waren auch die Gehalte an Schadstoffen wie Kadmium aus Kakao oder Mineralöle. Auf kritische Keimgehalte stießen die Tester bei den Eisprodukten nicht. Die gute Nachricht: Auf kritische Keimgehalte stießen die Tester bei den Eisprodukten nicht.
Wann ist Schokoeis wirklich Schokolade?
Ist in Schokoeis wirklich Schokolade drin? Gemeinsam mit unserer Fachjury mussten wir lernen, dass Schokoladeneis, ob aus dem Supermarkt oder der Eisdiele, nicht zwingend Schokolade enthalten muss, die mit Kakaobutter gemacht wird und von sich aus cremig-schmelzend ist: Gemäß den Leitsätzen für die Produktion von Speiseeis reicht Kakaopulver, also die reine gemahlene Trockenmasse. Prinzipiell muss Schokoeis keine Schokolade enthalten, Kakao reicht.
Was viele nicht wissen dürften: Schokoeis muss keine Schokolade enthalten, die Zugabe von Kakao reicht aus. Die Leitsätze für Speiseeis schreiben für Schokoladeneis keine anderen Vorgaben vor, so Stiftung Warentest. Der Hersteller der Marke „Florida" etwa deklariert „mit Schokolade“ auf der Verpackung (und zeigt auch Schokoladenstücke), in der Zutatenliste findet sich jedoch nur Kakao.
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Viele Produkte werben mit Vollmilch- oder Zartbitterschokolade, tatsächlich bezieht sich das aber oft nur auf kleine Stückchen im Eis. Die eigentliche Eismasse wird häufig vor allem mit fettarmem Kakao hergestellt. Dieser enthält weniger Kakaobutter und ist meist aromatisch schwächer als echter Kakao oder Schokolade. Wer ein intensiveres Produkt sucht, sollte deshalb genauer prüfen, ob nur fettarmes Kakaopulver oder tatsächlich Kakao und Schokolade verarbeitet wurden.
Unterschiede in Zutaten und Herstellung: „Eis“ vs. „Eiscreme“
Viele Verbraucher setzen beide Begriffe gleich, tatsächlich beschreiben sie aber nicht dasselbe. „Eis“ ist der allgemeinere Begriff. Solche Produkte können mit pflanzlichen Fetten hergestellt sein, etwa mit Kokosfett. Milchfett darf enthalten sein, ist aber nicht zwingend vorgeschrieben. „Eiscreme“ ist dagegen klarer definiert. Sie muss mindestens 10 Prozent Milchfett enthalten, wie der Niedersächsische Landesverband für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erklärt. Damit ist sie in der Regel das hochwertigere Produkt. Ähnlich verhält es sich mit Milcheis oder Sahneeis, die ebenfalls an bestimmte Anforderungen gebunden sind und auf Milchbasis hergestellt werden.
„Eiscreme“ ist das hochwertigere Produkt: Bei Eiscreme werden nur Fette verwendet, die aus Milch stammen, auch in Form von Butter und Sahne. Je weiter vorn in der Zutatenliste Butterreinfett (das Fett der Butter ohne Wasser und Molke), Sahne und Vollmilch stehen, desto mehr ist davon drin. Wenn es sich um "Eis" handelt, sind die Anforderungen nicht so streng. In der Regel sind die Zutaten deutlich günstiger, zum Beispiel wird das teurere Milchfett durch Kokosfett ersetzt. Eingesetzt werden auch entrahmte Milch und Erzeugnisse aus Molke, die ebenfalls kein Milchfett enthalten.
Fette, Zusatzstoffe und Textur
Laut Stiftung Warentest enthalten die meisten Produkte im Test ausschließlich Kakaobutter und Milchfett als Fett in der Eismasse. Einige Anbieter würden zudem hauptsächlich oder ausschließlich Kokosfett einsetzen - eine preiswerte Alternative zu Milchfett. Kokosfett ist preiswerter als Milchfett und außerdem neutral im Geschmack.
In industriellem Eis sind häufig Ersatzstoffe wie Kokosfett, Stabilisatoren und Emulgatoren enthalten. Emulgatoren, Aromen und Verdickungsmittel gehören zu den Zutaten, die nach Meinung der Jury in einem Eis nichts zu suchen haben. Hersteller setzen häufig Emulgatoren und Stabilisatoren ein. Diese Zusatzstoffe helfen dabei, die Struktur des Eises zu verbessern, indem sie unter anderem die Bildung großer Eiskristalle verhindern und Luft sowie Fett gleichmäßig im Produkt verteilen. Dadurch entsteht die typische, gleichmäßige und cremige Konsistenz.
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Ein wesentlicher Grund dafür, dass Supermarkt-Eis oft besonders cremig wirkt, liegt in der Zusammensetzung. Häufig wird dieser fluffige Effekt mit Zusatzstoffen wie Emulgatoren und Stabilisatoren erreicht. „So ein Eis kann man stehen und auftauen lassen, und am Ende hat es immer noch seine Form“, stellt Patissier Marco D’Andrea kopfschüttelnd fest. Diese Luftnummer spart dem Hersteller teure Zutaten, denn Eis wird nach Volumen (Liter) abgefüllt, nicht nach Gewicht. Viele Sorten aus dem Supermarkt werden mit Karamellsauce, Schokoladen-, Keks- oder Cookiestücken aufgepeppt. Unsere Juror:innen mögen es eher puristisch.
Kalorien, Zucker und Nährstoffunterschiede
Allerdings gibt es große Unterschiede in punkto Kalorien. Während die Bioschokoladeneiscreme von Roggenkamps Organics mit 336 Kilokalorien für 100 Gramm zu Buche schlägt, sind es bei Botterbloom Schokoladeneis nur 179 Kilokalorien. Tatsächlich wurden die Variationen mit mehr Kalorien auch geschmacklich besser bewertet. Neben Zucker belastet auch Fett das Kalorienkonto. Die fettreichsten Produkte im Test enthalten vergleichsweise viel Schokolade und Sahne.
Mit Süße geizen Eishersteller nicht. Neben Zucker verwenden sie oft auch Glukosesirup. Bioanbieter setzen etwa Rohrzucker und Manioksirup ein. Das zuckerreichste Eis im Test enthält pro 100 Gramm rund 28 Gramm Zucker. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation WHO setzt 25 Gramm pro Tag als strenge Obergrenze für einen durchschnittlichen Erwachsenen an.
Sensorik und Testergebnisse: Was überzeugt die Jury?
Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: 27 Varianten Schokoladeneis haben die Juror:innen bei unserem großen Test probiert, von jeder jeweils etwa eine Viertelkugel à 20 Gramm. Das macht nach einem halben Tag Verkostung mehr als 100 Gramm Zucker (die WHO empfiehlt höchstens 25 Gramm pro Tag), über 80 Gramm Fett und 1.350 Kalorien. Doch gute Qualität aus dem Supermarkt, so unser Fazit, ist die Ausnahme. Nur neun der Kandidaten können wir, teils mit Vorbehalten, empfehlen. Bestes Eis im Supermarkt zu finden, insbesondere die schokoladigen Sorten, ist also keine leichte Aufgabe.
Sieben von 20 Marken Schokoladeneis in Haushaltspackungen bekommen im Ergebnis das Qualitätsurteil „Gut“, zwei davon schaffen sogar ein „Sehr gut“ in der sensorischen Beurteilung. Gleich viermal vergaben die Tester die Note sehr gut in der sensorischen Beurteilung: allesamt Markenprodukte, darunter ein Bioeis. Neben dem Testsieger sind 6 weitere Eismarken insgesamt gut. 10 der 20 geprüften Produkte schneiden nur befriedigend ab. Das liegt etwa daran, dass sie geschmacklich nicht ganz überzeugen, oder das Etikett zu viel verspricht. Ein Discounter-Produkt sowie ein Milcheis aus einer Eis-Manufaktur schneiden wegen Kennzeichnungsmängeln nur ausreichend ab. Das ausführliche Test „Schokoladeneis" erscheint in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 24.04.2015) und ist unter www.test.de/schokoladeneis abrufbar.
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Beispiele aus dem Geschmackstest
- Häagen-Dazs Choc Choc Chip: Der Testsieger hat eine überraschend hellbraune Farbe. Obwohl das Eis nur Kakaopulver enthält, überzeugte es die Juroren mit schönem Milchschokoladengeschmack. Es wirkt im Mund glatt und cremig, hat eine sahnig-milchige Note. Außerdem gefiel, dass es weder zu luftig noch zu süß ist. „Ein ehrliches Eis“, sagte Jurorin Lara Priebe.
- Gelatelli Choco Fudge: Ein dunkles, schokoladiges Eis mit aromatischer Kakaonote und relativ viel echter Schokolade. Die Jury war sich allerdings einig, dass es ohne die Mandel-, Walnuss- und Pekannussstücke noch besser wäre.
- Ben & Jerry's What-a-lotta Chocolate Cookie Core: Eine der dunkelsten Supermarkt-Eissorten der Verkostung. Sehr dicht und kompakt, ohne eingerührte Luft. Ziemlich süß und zum Missfallen der Jury mit vielen Teigstücken.
- Dennree Schoko-Eis: Günstiges und solides Bio-Eis mit deutlicher Sahnenote und erfreulich kurzer Zutatenliste.
- Giolito Cioccolato puro: Das einziges Sorbet in der Runde, also ohne Milchfett oder andere zugesetzte Fette. Als veganes Eis überzeugt es auf ganzer Linie, als bestes Eis aus dem Supermarkt kann es allerdings nicht ganz überzeugen.
Tipps für den Einkauf: Worauf achten?
- Bezeichung prüfen: Steht „Eis“ oder „Eiscreme“ auf der Verpackung? Das sagt oft mehr über Zutaten und Qualität aus, als viele denken.
- Zutatenliste lesen: Achte auf Milchfett-Anteile (Butterreinfett, Sahne, Vollmilch) und darauf, ob nur Kakaopulver oder echte Schokolade verwendet wurde.
- Volumen vs. Gewicht: Große Packungen wirken oft günstiger. Eis wird nach Volumen abgefüllt, nicht nach Gewicht - hoher Luftanteil spart Kosten.
- Zusatzstoffe: Emulgatoren, Stabilisatoren und künstliche Aromen deuten auf industrielle Texturverbesserungen hin.
- Kalorien- und Zuckerwerte: Vergleiche Kalorien- und Zuckerangaben, insbesondere wenn du auf Kalorienzufuhr oder Zuckeraufnahme achtest.
Auch bei Vanille verrät die Packung mehr, als man denkt
Besonders deutlich wird der Qualitätsunterschied bei Vanilleeis. Vanilleeis darf nur so heißen, wenn Vanilleextrakt, natürliches Vanillearoma oder Bestandteile echter Vanille verwendet werden. Eis mit Vanillegeschmack kann dagegen auch mit künstlich hergestelltem Vanillin aromatisiert sein. Selbst die kleinen schwarzen Punkte im Eis sind kein sicherer Hinweis auf hohe Qualität. Sie stammen nicht automatisch aus echtem Vanillemark, sondern können auch aus gemahlenen Vanilleschoten geringerer Qualität kommen.
Warum Geschmack, Textur und Deklaration relevant sind
Negativ fiel auf, wenn Eis am Gaumen keinen bleibenden Eindruck hinterließ. Schnell schmelzend, im Mund dünn und leicht stumpf, kein Geschmack nach Schokolade, sondern nur nach Kakaopulver, aromaarm, nur noch süß - so ein Eis ist keine Sünde wert. Die Tester stellten fest: Negativ aufgefallen sei auch, wenn das Eis nur nach Kakaopulver und nicht nach Schokolade oder „leicht stumpf" schmeckte.
Die meisten Produkte im Test enthalten ausschließlich Kakaobutter und Milchfett als Fett in der Eismasse. Einige Anbieter setzen hauptsächlich oder ausschließlich Kokosfett ein. Es ist preiswerter als Milchfett und außerdem neutral im Geschmack. Viele Sorten aus dem Supermarkt wurden mit Karamellsauce, Schokoladen-, Keks- oder Cookiestücken aufgepeppt, doch die Juror:innen bevorzugen oft puristische Sorten, die allein durch die Eismasse überzeugen.
Weitere Beobachtungen aus dem Test
- Die Tester untersuchten die Produkte auf ihre Sensorik (Geschmack), chemische beziehungsweise mikrobiologische Qualität sowie Verpackung und Deklaration.
- Sieben von 20 Marken Schokoladeneis in Haushaltspackungen bekommen im Ergebnis das Qualitätsurteil „Gut“, zwei davon schaffen sogar ein „Sehr gut“ in der sensorischen Beurteilung.
- Das teuerste Produkt im Test war Häagen-Dazs Classics Belgian Chocolate mit einem Preis von 11,10 Euro pro Liter und wurde Testsieger.
- Viele der 25 Produkte sind aromatisiert, echte Frucht bieten nur wenige; die Preise für Eis ziehen auch in diesem Jahr weiter an.
| Aspekt | Typisch für hochwertiges Schokoeis | Typisch für günstiges Supermarkt-Eis |
|---|---|---|
| Fettquelle | Milchfett, Butter, Sahne | Kokosfett, pflanzliche Fette |
| Schokoladengehalt | Echte Schokolade, Kakao mit Kakaobutter | Fettarmes Kakaopulver, wenig echte Schokolade |
| Textur | Cremig, dicht, wenig Luft | Volumig, viel Luft, Emulgatoren |
| Zusatzstoffe | Weniger Emulgatoren/Stabilisatoren | Häufig Emulgatoren, Verdickungsmittel |
| Kalorien (Beispiel) | Höher (z. B. 336 kcal/100 g) | Niedriger (z. B. 179 kcal/100 g) |
Viele kaufen Eis im Supermarkt, aber Vorsicht: Schon die genaue Bezeichnung auf der Verpackung verrät oft mehr über Zutaten und Qualität, als viele Verbraucher auf den ersten Blick vermuten. Beim Schokoeis eines Discounters warf das deklarierte „natürliche Schokoladenaroma mit weiteren natürlichen Aromen“ Fragen auf. Wie und woraus es hergestellt wurde, konnten die Tester weder nachvollziehen noch im Labor nachweisen. Darum haben sie die Deklaration des Schokoladeneises nicht bewertet und kein test-Qualitätsurteil vergeben.
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