Dürfen Affen Schokolade essen? Gesundheitliche Risiken für Primaten

Immer wieder sieht man, wie Tierparkbesucher Affen mit Schokolade füttern oder ihnen sogar süße Snacks anbieten - doch wie gefährlich ist das wirklich für die Gesundheit der Primaten? Während die Ernährung von Wildtieren für ihre Gesundheit entscheidend ist, stellt Schokolade eine besonders kritische Zutat dar, die für Affen schwere gesundheitliche Schäden verursachen kann.

Affe mit Schokolade im Zoo - Warnschild

Die natürliche Ernährung von Affen und ihre Anpassung

Die von Touristen mitgebrachten und von den Affen verzehrten Snacks seien extrem reich an Kalorien, Zucker, Salz und Milch, erklärte der Studienleiter Sylvain Lemoine von der Universität Cambridge. Das unterscheidet sich völlig von der üblichen Nahrung dieser Tierart, zu der Kräuter, Blätter, Samen und gelegentlich Insekten gehören. Berberaffen ernähren sich von Kräutern, Blättern, Samen und gelegentlich Insekten.

Eigentlich ist das Füttern der Makaken in Gibraltar verboten. Nach Angaben der Behörden droht bei Fütterung eine Geldstrafe von 500 Pfund (rund 577 Euro). Während des Beobachtungszeitraums der Studie machte Junkfood sogar fast ein Fünftel (18,8 Prozent) der von den Makaken verzehrten Nahrung aus. Dadurch verändere sich das Darm-Mikrobiom der Tiere, heißt es in der Studie.

Ernährung natürlicher Affen im Vergleich zu Snacks

Schokolade - ein gefährliches Gift für Primaten

  • Der Konsum dieser Lebensmittel könne bei ihnen zu grossen gesundheitlichen Problemen führen. In Extremfällen könnten die Tiere sogar verenden.
  • Besonders gefährlich sei Schokolade. Der Sprecher erinnerte an einen tragischen Zwischenfall aus dem Jahr 2009. Ein Weisskopfsaki-Jungtier sei gestorben, nachdem Zoogäste es mit unpassender Nahrung gefüttert hätten.
  • Hotdogs, Pommes, Kekse oder Schokolade haben auf dem Speiseplan der Tiere nichts zu suchen», mahnte ein Zoosprecher.
Weisskopfsaki im Zoo - Gesundheitswarnung wegen Schokolade

Zucker reagiert im Gehirn wie Kokain und macht ebenfalls süchtig. Entsprechend gibt es gute Gründe, auf ihn als Inhaltsstoff in Schokolade zu verzichten. Mit Sicherheit wirkt Zucker bei allen Primaten gleichermaßen. Schokolade besteht nicht nur aus Kakao, sondern aus einer Menge anderen Zutaten.

Zoos stellen Videos von fragwürdigen Aktionen ins Netz - und wollen aufklären: Immer wieder werden Affen mit falschem Futter, darunter Schokolade, gefüttert. Eine Gruppe von Weisskopfsakis, einer Affenart, musste dort offenbar einiges ertragen: „Sie haben die Tiere nicht nur gefüttert, sondern auch berührt, gestreichelt und am Schwanz gezogen.“

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Snack Risiko für Affen Ergebnisse
Schokolade Sehr hohes Risiko Veränderungen Mikrobiom, Tod
Pommes Hoher Salzgehalt Gesundheitliche Probleme
Eis Viel Zucker und Fett Störung Verdauung
Kekse Zucker und Zusatzstoffe Magenprobleme

Langfristige Wirkungen auf die Gesundheit der Tiere

Mitgebrachte Lebensmittel könnten laut Studien auch bei den Affen Krankheiten wie Diabetes verursachen. Besonders an Feiertagen kommen so viele Leute zu uns, dass man nicht alles bewachen kann. Weder mit Kameras noch mit Menschen an Ort und Stelle», sagte indes Zoodirektor Roman Horsky der Zeitung «MF Dnes».

Das Essen von Erde könnte bei den Makaken den Forschern zufolge dazu beitragen, den Magen der Tiere wieder ins Gleichgewicht zu bringen, indem es Bakterien und Mineralien liefere, die in der ungesunden Ernährung fehlen. Außerdem könnte sie dabei helfen, die Darmschleimhaut zu stärken und Reizungen zu lindern oder zu verhindern, die durch zu viel Zucker und Fett verursacht werden können.

Beobachtet wurde das Verhalten, bekannt als Geophagie, bei mehreren Gruppen der rund 230 Berberaffen, die auf dem Felsen von Gibraltar leben. Besonders auffällig: Je enger der Kontakt einer Gruppe zu Besuchern war, desto häufiger fraßen die Tiere Erde.

Affen fressen Erde zur Verdauungsregulierung

Die Forschenden vermuten, dass die Touri-Snacks die Zusammensetzung des Darmmikrobioms der Tiere stören und Beschwerden hervorrufen. Aber die findigen Affen haben ein Gegenmittel gefunden, das sie lindert: Sie essen Erde. Dass die Tiere gezielt gegen Magenprobleme vorgehen, lässt sich zwar nicht endgültig beweisen, betonen die Studienautorinnen und -autoren. Doch die Muster sprächen stark dafür.

Ganz harmlos ist diese Gegenstrategie allerdings nicht. Ein Teil des gefressenen Bodens stammt aus Straßennähe und könnte mit Schadstoffen belastet sein. Das Team will den Boden nun genauer untersuchen und vor allem wissen, wie hoch die Schadstoffbelastung ist.

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Bitterschokolade, Milchschokolade und Kakao: Unterschiede für den Menschen, Risiken für Affen

Schokolade besteht aus Kakao sowie vielen weiteren Zutaten - darunter meist auch große Mengen Zucker. Bitterschokolade enthält weniger Zucker, einen höheren Kakaoanteil, ist aber für Affen genauso ungeeignet. Milchschokolade besteht hauptsächlich aus Milch, Zucker und nur wenig Kakao: Dem Affen Zucker geben - dafür hat Geo lino auch noch eine andere, hübsche Erklärung parat. Früher zogen wohl Leierkastenmänner mit Affen durch die Gegend.

Viele stellen inzwischen fest, dass Zucker ein „Schurke“ ist und sich in verschiedensten Lebensmitteln versteckt. Für Affen kann der Konsum von Schokolade aufgrund des enthaltenen Theobromins und des hohen Fett- und Zuckeranteils schwere Beschwerden verursachen - wie Verdauungsprobleme, Herz-Kreislauf-Störungen und im Extremfall zum Tod führen.

Warnung vor Schokoladefütterung im Zoo

Fütterungsverbot in Zoos - notwendige Vorsichtsmaßnahme

Zoos und Tierparks warnen immer wieder vor dem Füttern von Affen mit Menschen-Snacks. Besonders gefährlich ist Schokolade; bereits ein einziges Stück kann bei empfindlichen Primaten schwere Schäden, zum Teil sogar Todesfälle verursachen. Die häufigsten Symptome nach dem Konsum ungeeigneter Snacks sind Magenverstimmungen, Änderung des Darmmikrobioms und akute Erkrankungen.

Manche fragen sich nun, ob zusätzliche Wärter den jüngsten Zwischenfall hätten verhindern können. „Besonders an Feiertagen kommen so viele Leute zu uns, dass man nicht alles bewachen kann. Weder mit Kameras noch mit Menschen an Ort und Stelle“, erklärte Zoodirektor Roman Horsky.

Mit schimpansischem Spieltrieb äffte er zumeist nur die Gesten seiner Trainer nach. Auch in Grammatik und Semantik war Nim nicht fit. Manche Affen lernen Tricks und Zeichen, erfassen aber nicht den symbolischen Charakter von Sprache - noch weniger sind sie in der Lage, menschliche Nahrung sinnvoll zu bewerten.

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Tourismus und lokale Traditionen: Erde essen als Verdauungstrick

Die Snacklust des Menschen hat dazu geführt, dass die Berberaffen nun eine lokale Tradition pflegen: Erde essen. Der schützende Effekt der Erde bei Verdauungsproblemen durch ungesunde Snacks ist auch bei anderen Primaten wie Schimpansen und Lemuren bekannt. Unter den Berberaffen Gibraltars wird Geophagie wahrscheinlich sozial erlernt, vermuten die Forschenden, da es in den Gruppen reichlich Gelegenheit dazu gibt und unterschiedliche Gruppen jeweils eine Lieblingssorte Erde haben.

Im Winter, wenn weniger Besucher kamen, sank dagegen der Konsum von Touristenfutter um etwa 40 Prozent - und dadurch gleichzeitig auch der Erdkonsum um mehr als 30 Prozent, heißt es in der Studie. Forscher maßen einen Rückgang der Geophagie von 31 Prozent.

Fazit: Striktes Nein zu Schokolade für Affen

Zusammenfassend ist besonders Schokolade für Affen gefährlich und kann schwerwiegende Verdauungsprobleme, Störungen im Darmmikrobiom und sogar den Tod verursachen. Die Aufnahme von Erde zur Selbstregulation ist zwar ein bemerkenswerter Trick, ersetzt aber keine artgerechte Ernährung. Schokolade gehört nicht auf den Speiseplan von Primaten und sollte - ebenso wie andere Snacks - strikt gemieden werden.

Infografik: Auswirkungen von Schokolade auf Affen

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