Venus von Milo, Schokolade: Geschichte und Herstellung

Die Venus von Milo ist eine der bekanntesten Skulpturen der Welt und zugleich ein wiederkehrendes Motiv in Kunst, Popkultur und sogar in ungewöhnlichen Medien wie Schokolade. Die folgenden Abschnitte verbinden die Geschichte der berühmten Statue mit der kulturellen Verwendung von Schokolade, ihrer historischen Entwicklung und Herstellungsverfahren - zusammengestellt aus vorhandenen Textbausteinen und logisch verbindenden Ergänzungen.

Die Entdeckung und frühe Geschichte der Venus von Milo

Die 2.000 Jahre alte „Venus von Milo“ ist eines der berühmtesten Kunstwerke der Welt. Im April 1820 wurde sie von einem französischen Soldaten und einem griechischen Bauern auf der Ägäis-Insel Melos gefunden - und dem französischen König übergeben. Am 8. April 1820 wurde sie in Stücken auf der Insel von Melos gefunden.

Olivier Voutier, ein französischer Marinesoldat, dessen Schiff im Hafen der Insel lag, unternahm einen kleinen Landgang. Er sah einen Bauern, der in den spärlichen Ruinen einer antiken Schule Steine zum Bauen suchte. Yorgos Kentratos stand soeben im Begriff, einen nackten weiblichen Oberkörper aus weißem Marmor wieder der Erde anheimzugeben, weil er damit nichts anfangen konnte. Der Soldat, ein Hobby-Archäologe, überredete ihn, weiter zu graben. Man fand den passenden Unterkörper einschließlich reizvoll drapierter Beine und weitere Stücke.

Als die Nachricht von der Entdeckung sich verbreitete, benachrichtigte ein zweiter französischer Offizier, Jules Dumont d'Urville, den französischen Botschafter in Griechenland, den Marquis de Rivière. Er wiederum sorgte für den Versand der Statue nach Frankreich, wo sie dem König Ludwig XVIII. übergeben wurde. Nach sechswöchigem Gezerre, von dem manche behaupten, es sei Waffengewalt angewandt worden, erhielten die Franzosen den Zuschlag. Rund 6.000 Francs sollen sie letztlich gezahlt haben - kaum ein Zehntel des damaligen Schätzwerts.

Datierung, Autorenschaft und Rätsel

Heute weiß man, dass die Venus um 100 vor Christus entstand und vermutlich die Wandnische einer Schule zierte. Tatsächlich kann die Venus von Milo, ähnlich wie die Aphrodite von Capua, gemäß dem Louvre, eine römische Kopie einer ursprünglichen griechischen Skulptur aus dem späten 4. Jahrhundert v. Chr. sein. Weder liegen gesicherte Informationen über den Bildhauer noch über das Jahr vor, in dem sie geschaffen wurde. Letztlich herrscht sogar Unklarheit darüber, ob es sich bei der abgebildeten Figur tatsächlich um Venus bzw. Aphrodite handelt.

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Zur Zeit ihrer Herstellung - und vor allem unbeschädigt - dürfte die Venus von Milo aber nicht sonderlich aufgefallen sein, denn ihre Gestaltung folgt einigen im Hellenismus sehr weit verbreiteten Mustern für Skulpturen. In dieser Epoche schufen die Bildhauer keine individualisierten und lebensechten Abbilder ihrer Motive, sondern arbeiteten größtenteils nach genormten und meist auch idealisierenden Prototypen. Die Venus von Milo entspricht dem Körperbau und den in der Antike gängigen Schönheitsidealen.

Rezeption, Ikonographie und politische Debatten

Wann immer die Venus in Kultur und Gesellschaft auftaucht, offenbart sich ihre Rolle als Spiegel wechselnder Ideale und Projektionen. Die Venus bleibt nicht nur ein Meisterwerk der Antike, sondern auch ein Spiegel wechselnder Ideale und Projektionen. Populär ist die Venus von Milo bis heute. Bildende Künstler nutzen sie als Zitat, Schriftsteller erfinden Romane über den Verbleib ihrer Arme und die Unterhaltungsmusik von Miles Davis bis Prince ließ sich von ihr inspirieren.

Die sogenannte Venus von Milo (heute: Louvre) gewann im ausgehenden 19. Jahrhundert an Berühmtheit und wurde zum Symbol antiker Schönheit. Die Statue befindet sich seit Ende des 19. Jahrhunderts im Pariser Louvre und ist dort neben der "Mona Lisa" der große Publikumsmagnet. Erst in den letzten Jahren ist nun doch wieder Streit um die Göttin der Liebe ausgebrochen: Der Bürgermeister von Melos fordert von Frankreich die Rückgabe der Statue, bisher ohne Erfolg.

Künstlerische Neuinterpretationen

Im 20. Jahrhundert wurde die Venus von Milo vielfach zitiert und verfremdet: Zu den bekanntesten Beispielen zählt "Vénus de milo aux tiroirs" von Salvador Dalí. In die 1936 reproduzierte, verkleinerte Gipsfigur platzierte Dali Öffnungen in die Stirn, die Brüste, den Bauchbereich und das linke Knie, die er durch Schubladen mit Pelzquasten wieder schloß. Die „Venus von Milo mit Schubladen" ist nicht das Ergebnis surrealistischer Traumarbeit. Sie ist das Ergebnis Dalís kritisch-paranoischer Methode, Sehnsüchte und Begierden der Menschen in skandalöser Weise in die Welt zu schleudern.

Auch in anderen Kulturbereichen finden sich immer wieder Verweise auf die berühmte Statue. So schrieb Prince einen Song mit dem Titel "Venus de Milo", ebenso Miles Davis. Sogar aus Legosteinen wurde die Venus von Milo (fast in Originalgröße) einmal nachgebildet. Die Statue dient als wiederkehrendes Motiv und Inspirationsquelle.

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Venus von Milo im Louvre - Fotografie der Statue

Venus aus Schokolade: Ausstellung, Provokation und Popkultur

Es gibt eine Ausstellung im Londoner Auktionshaus Sotheby's, in der alle Kunstwerke aus einem Material bestehen: Schokolade. Schon Wochen vor der Eröffnung sorgte die Schau "Chocolate" für Aufregung in der britischen Presse. Die Vorwürfe reichten von "Geschmacklosigkeit" bis zu "kultureller Degeneration". Grund für die Empörung: "Chocolate" zeigt keine appetitliche Kunst, sondern setzt sich provokativ und spielerisch mit der Schokolade auseinander.

In einer Glasvitrine steht die Venus von Milo gleich in neunfacher Ausfertigung. Pro Statue hat die schottische Künstlerin Lynn McPhail 700 Gramm weiße Schokolade verarbeitet. Damit die Figuren keinen Schaden nehmen, sind die Vitrinen unbeleuchtet. Lampen würden alles zum Schmelzen bringen. Der Venus drohte aber bereits Gefahr von anderer Seite: Ein vom Schokoladenduft verführter Besucher biß einer Venus in den Kopf.

Viele Arbeiten zeigen eine Art Haßliebe zur Schokolade. "Addiction" (Sucht) heißt die Installation von Elaine Eckford und Steven Nimmo. Nicht Heroin, sondern Schokolade liegt auf ihrem Fixerbesteck. Das zeigt: Schokolade kann gleichzeitig verlockend und abstoßend sein. "Wir wollen zeigen, daß die Leute Schokolade immer lecker finden und essen wollen, ganz egal, wie sie aussieht", sagt Laura Hamilton. Sie hat die Ausstellung zusammengestellt.

Venus von Milo aus weißer Schokolade - Repliken in Vitrinen

Kurzer Abriss der Geschichte der Schokolade

Die Geschichte der Schokolade ist eine lange Geschichte voller großartiger Ideen und, wie wir wissen, voller köstlicher Enden. Mehr als 2000 Jahre liegen zwischen dem ersten Kakaosieden der Mayas und der Welt der Schokolade, wie wir sie heute in ihren vielen Geschmacksrichtungen und Formen kennen. Diese lange Geschichte wurde manchmal durch Zufall geschrieben, häufiger jedoch durch Einzelpersonen und deren Wunsch, etwas Neues zu entdecken. Diese Menschen haben mit ihren Ideen die Entwicklung der Schokolade geprägt, aber sie sind nicht nur wegen ihrer Pionierarbeit in Erinnerung geblieben. Ihre Namen zieren auch heute noch die Verpackungen vieler Süßwarenprodukte.

Pioniere und technische Innovationen

Der erste Protagonist dieser langen Geschichte war der Niederländer Coenraad van Houten, der 1828 die hydraulische Presse erfand, die es ermöglichte, das heute verwendete Kakaopulver herzustellen. Auch der Engländer Francis Fry nutzte diese Technik, doch 1847 gelang ihm mit einer eigenen Idee ein weiterer Durchbruch: Kakaobutter galt bis dahin als Abfallprodukt, doch Fry verwendete sie anstelle von Wasser zum Mischen der Schokoladenmasse. Durch die Zugabe von Butter wurde die Schokolade flüssiger und konnte von nun an in Formen gegossen werden. Heute verdanken wir ihm all die Schokoladenfiguren, die wir jedes Jahr kaufen - von Schokoladenhasen über kleine Weihnachtsbaumfiguren bis hin zu lustigen und süßen Partygeschenken.

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Auch Jordan und Timäus aus Dresden und vor allem Daniel Peter aus der Schweiz haben mit einer einfachen neuen Zutat die Geschichte der Schokolade geprägt: Dank ihnen und dem Milchpulver in den Labors von Henri Nestlé müssen wir uns nicht mehr mit dem bitteren Geschmack der Schokolade des 17. Jahrhunderts begnügen, sondern können süße Milchschokolade genießen.

Das Schweizer Kapitel

François-Louis Cailler brachte die Kunst des Desserts in die Schweiz, indem er zunächst eine Ausbildung in einer Schokoladenfabrik in Turin absolvierte und später dazu beitrug, die Schokoladenherstellung auf Massenproduktion umzustellen. Er ermöglichte auch seinem Schwiegersohn Daniel Peter die Durchführung der Experimente, die uns später die Milchschokolade bescheren sollten. Kurz nach Cailler eröffnete Phillipe Suchard seine Süßwarenfabrik. Hier erfand der spätere Erfinder der weltberühmten violetten Schokolade 1826 einen eigenen Mixer, um alle Schokoladenzutaten besser zu vermischen. Er prägte damit die gesamte Schokoladenwelt: Dieser Mischer wurde bald von Cailler, Peter und anderen verwendet.

Erst 1879, als Rodolphe Lindt die Conche erfand, wurde das Herstellungsverfahren weiter entwickelt. Damit erhielt die bis dahin harte und grobkörnige Schokolade durch einen dreitägigen Mischprozess eine cremig-weiche Konsistenz mit noch aromatischerem Geschmack. Lindt-Sprüngli ist auch für die Popularisierung der Weihnachtsmann-Schokolade verantwortlich. Während zunächst normale Milchschokolade den Markt dominierte, setzte der Berner Jean Tobler 1899 den nächsten Trend, als er die erste aromatisierte Sorte kreierte, indem er seiner speziell geformten Toblerone-Schokolade Mandeln und Honig hinzufügte.

Herstellung von Schokoladenfiguren - Vom Kakao zur Venus

Die Herstellung von Schokoladenfiguren wie einer Venus-Replik verbindet industrielle Verfahren mit Künstlerischem. Viele Techniken entstanden durch die Pioniere der Schokolade: Kakaopulver, Kakaobutter, Mixer, Conche und Gussformen. Ein typischer Herstellungsablauf umfasst das Mahlen der Kakaobohnen zu Kakaomasse, das Abpressen für Kakaobutter und Kakaopulver, das Temperieren der Schokolade und das Eingießen in Formen.

Beim Guss von Figuren werden oft spezielle Formkästen verwendet; weiße Schokolade benötigt besonders schonende Bedingungen, da sie sehr hitzeempfindlich ist. Damit die Figuren keinen Schaden nehmen, sind die Vitrinen unbeleuchtet. Lampen würden alles zum Schmelzen bringen. Für lebensgroße oder großformatige Schokoladenarbeiten sind zudem Kühlung, Feuchteregulierung und feste, stabile Stützen notwendig.

Schritt Beschreibung
Kakaobohnenverarbeitung Rösten, Brechen, Mahlen zur Kakaomasse
Pressen Abtrennung von Kakaobutter und Pulver
Conchieren Langzeitvermischung für Cremigkeit und Aroma
Temperieren Kontrolliertes Erhitzen/Abkühlen für Glanz und Bruchfestigkeit
Gießen in Formen Herstellung von Figuren, Pralinen und Tafeln
Nachbearbeitung Dekorieren, Bemalen, Verpacken

Kulturelle Schnittpunkte: Wenn Kunst, Duft und Schokolade sich treffen

Kunst als multimediale Erfahrung ist etwas Erstrebenswertes: Wir können Kunst sehen und manchmal berühren - warum also nicht auch riechen? In der Kunstgeschichte hat schon Marcel Duchamp mit Düften experimentiert. Auch die zeitgenössische Künstlerin Sissel Tolaas nutzt Gerüche als wirkungsvolles Motiv ihrer Arbeiten. Eine gute Idee wäre zum Beispiel gewesen, die entwickelten Düfte direkt im Ausstellungsraum zu präsentieren - quasi als direkte Erweiterung des Bildes.

Die Kooperation zwischen dem Louvre und dem Pariser Parfum-Label Buly 1803 zeigt, wie Museen mit Parfüm, Merch und multisensorischen Projekten spielen, um Kunst anders erfahrbar zu machen. Unter dem Motto „From Museum to a Perfume“ wurden acht internationale Parfümeur*innen beauftragt, Düfte zu kreieren, die von wichtigen Werken der Pariser Kunstinstitution inspiriert sein sollen. Die Statue der Nike von Samothrake beispielsweise kommt ursprünglich von der griechischen Insel Samothraki. Der von ihr inspirierte Duft enthält Noten von Myrrhe, Tuberose und Magnolie, die auch in Griechenland wachsen - und symbolisch für Macht, Kampfgeist und Erfolg stehen.

Wer wollte nicht schon immer wie die Venus von Milo riechen - ja, wer eigentlich? Die teuren Düfte werden natürlich nicht nach jahrhundertealter Leinwand oder antikem Gestein müffeln. Auch, wenn diese Vorstellung durchaus lustig ist, griffen die Parfümeur*innen tiefer in die Assoziationskiste. Grundsätzlich spricht natürlich nichts gegen die Idee, sich Gedanken über den Geruch eines Bildes (oder besser eines Bildinhalts) zu machen. Kunst als multimediale Erfahrung ist sogar etwas sehr Erstrebenswertes.

Reportage über die Ausstellung „Chocolate“ und schokoladene Venus-Repliken

Fallbeispiele: Provokation und Publikum

Die Ausstellung "Chocolate" zeigte, daß Schokolade nicht nur Nahrungsmittel ist, sondern kulturell aufgeladen werden kann. Schon Wochen vor der Eröffnung sorgte die Schau für Aufregung in der britischen Presse. "Death by Chocolate: Eat this in Rememberance of Me" heißt das Werk der englischen Künstlerin Hermione Allsopp. Es gibt eine lebensgroße nackte Frau, die mit gekreuzten Armen in einem Glaskasten liegt. Der Rand ist mit weißen Rosen geschmückt. Viele Besucher reagierten zwiespältig: "Die meisten Schoko-Kunstwerke machen mir Spaß", findet eine Londoner Besucherin. Larry, ein Tourist aus Texas, schüttelt den Kopf. "Ich finde es gruselig."

Der Besuch eines Museums ist heute oftmals auch ein Ort für Kooperationen mit Marken: Der Louvre zum Beispiel arbeitet seit Jahren mit Labels zusammen - von Airbnb-Aktionen bis zu einer Uhren-Kollektion mit Swatch oder als Kulisse für Videodrehs. Bei der Kollaboration mit Buly 1803 handelt es sich um eine sinnliche Erfahrung, die die eigentliche Kunst allerdings nur entfernt betrifft. Es ist eine Strategie, Merch unter die Leute zu bringen - ein bisschen viel Chichi um Accessoires, die nicht das Kunstverständnis fördern, sondern den Konsum.

Warum die Venus von Milo in Schokolade weiterlebt

Die Venus von Milo fasziniert bis heute: eine Frauenfigur ohne Arme, schlichter weißer Marmor, gefunden von einem Ziegenhirten, über die Jahrhunderte zum Symbol für antike Schönheit geworden. Die Statue dient als Motiv in zahlreichen Medien - und in der Schokoladenkunst findet sie eine spezielle, provokative Form der Reproduktion. Damit verbinden sich Fragen von Wert, Vergänglichkeit, Kommerz und kultureller Bedeutung. Dass die Statue auch in Schokolade nachgebildet wird, zeigt, wie ikonisch das Bild geworden ist: Es lässt sich reproduzieren, dekodieren und in neue Kontexte bringen - bis hin zur köstlichen (und kontroversen) Imitation.

So bleibt die Venus von Milo nicht nur ein Objekt der Kunstgeschichte, sondern ein immer wieder neu interpretierter kultureller Referenzpunkt - von Dalí bis zur schokoladigen Vitrine im Museumsshop.

Quellen und weiterführende Hinweise

  • WDR Zeitzeichen: WDR 5. Eine Sendung zum Fund und zur Rezeption der Venus von Milo.
  • Historische Berichte zur Entdeckung auf Melos und zum Weg der Statue in den Louvre.
  • Berichte und Rezensionen zur Ausstellung "Chocolate" im Auktionshaus Sotheby's.
  • Studien zur technischen Entwicklung der Schokoladenherstellung (van Houten, Fry, Lindt, Cailler, Suchard, Peter, Tobler).

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