Reber Schokolade Bad Reichenhall: Geschichte und Produkte
Die Paul Reber GmbH & Co. KG ist ein traditionsreicher Pralinen-Produzent aus Bad Reichenhall und deutscher Marktführer im Bereich der Mozartkugeln. Das Unternehmen produziert nach eigenen Angaben täglich bis zu 500.000 Kugeln und vertreibt seine Produkte international unter dem Markennamen "Echte Reber-Mozartkugeln". Neben den berühmten Mozartkugeln umfasst die breite Produktpalette des Hauses Reber auch Pasteten, Schokoladentafeln, Pralinen und besondere Spezialitäten.
Unternehmensgeschichte der Paul Reber GmbH & Co. KG
1865 eröffnete der Münchner Konditormeister Peter Reber ein Café mit Konditorei in München. Innerhalb kurzer Zeit avancierte das kleine Kaffeehaus zu einem beliebten Treffpunkt für die Münchner Oberschicht. Das Ursprungshaus wurde bis 1938 in München betrieben. 1936 übernahm Reber das traditionsreiche Café Schiffmann in der Ludwigstraße in Bad Reichenhall.
1938 verlegte die Familie Reber den Stammsitz der Konditorei nach Bad Reichenhall. Im Zentrum der Stadt befindet sich seitdem das berühmte Café Reber. Das denkmalgeschützte Reber-Stammhaus mit Café-Reber, Ladengeschäft und Gastgarten steht weiterhin in der Ludwigstraße und zählt mit seinem Gastgarten "Mozart-Passage" zu den größten Kaffeehäusern Bayerns.
Eine Verkaufs-Filiale wird in der Altstadt von Salzburg betrieben.
Unternehmerische Entwicklung und Positionierung
Großvater Max zog mit Großmutter Paula und Vater Paul 1938 nach Bad Reichenhall, um hier in der königlichen Kurstadt das Café Reber zu eröffnen. Paul Botzleiner-Reber entwickelte aus dem ehemaligen Handwerksbetrieb die heute weltweit vertriebene Marke „Reber“, mit ihren typischen rot-goldenen Verpackungen. Seit mittlerweile über 160 Jahren steht Reber für Kontinuität, Qualität, Mut, Fleiß und für Menschen, die eine starke Marke repräsentieren.
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Peter Botzleiner-Reber, Mitgesellschafter der Reber Holding GmbH & Co. KG, ist im Familienunternehmen verantwortlich für das internationale Geschäft sowie die Entwicklung neuer Vertriebskanäle.
Seit 17 Jahren wird das Unternehmen zudem erfolgreich durch Geschäftsführer Bernhard Pfaff geleitet.
Ende der 1990er Jahre gründete Paul Botzleiner-Reber zudem die Rüdesheimer Confiserie mit Produktion in Rüdesheim. Diese Tochtergesellschaft stellt Alkoholpralinen her, wie zum Beispiel Asbach-Pralinen oder Verpoorten-Pralinen.
Das mittelständische Unternehmen bedient heute eine Marktnische innerhalb des etwa 20 Mrd. Euro schweren Süßwarenmarktes und produziert mit etwa 300 Mitarbeitenden ausschließlich in Premiumqualität.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1865 | Gründung des ersten Café Reber in München durch Peter Reber |
| 1936 | Übernahme Café Schiffmann in Bad Reichenhall |
| 1938 | Umzug des Unternehmens nach Bad Reichenhall |
| Ende 1990er | Gründung der Rüdesheimer Confiserie |
| 2021 | Erweiterung der Produktion auf sechs Fertigungslinien |
Sortiment und Spezialitäten
Überregionale Bekanntheit erlangte in der mehr als 150-jährigen Geschichte der Firma Reber nicht nur das Café, sondern vor allem die Echte Reber Mozart-Kugel® - eine süße Delikatesse aus Pistazien und Marzipan mit Schokoladenüberzug. Heute gehören auch Pasteten, Schokoladen-Tafeln und Pralinen unterschiedlichster Art zum Sortiment. Eine besondere Produktlinie sind die Reber-Kugeln mit Geschmacksrichtungen wie Himbeere oder Limone. Diese Varianten werden unter dem Markenzeichen Reber-Constanze-Kugel, als Hommage an W. A. Mozarts Frau Constanze, exklusiv hergestellt und vermarktet.
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Die Produktion der Reber Confiserien inklusive Fabrikverkaufsfläche erfolgt aktuell im Bad Reichenhaller Ortsteil Marzoll. Nach einer Standorterweiterung im Jahr 2021 verfügt die Fabrik nun über insgesamt sechs hochmoderne Produktionslinien.
Das Ziel, Liebhaber feinster Schokoladen mit Reber-Produkten zu verwöhnen, wird kompromisslos verfolgt. So verzichtet die Firma Reber als einer der wenigen industriellen Hersteller auf billigere Zutaten wie Palm- oder Cocos-Öl.
Qualitätsversprechen und Nachhaltigkeit
Alle Produkte unterliegen der Qualitätsgarantie: Sie sind frei von künstlichen Aromen sowie Geschmacksverstärkern, enthalten keine künstlichen Farb- und Konservierungsstoffe und werden ohne gentechnisch veränderte Rohstoffe produziert. Reber Confiserien lässt seine Produkte durch externe Stellen (wie IFS Higher Level und UTZ-Certified) für Kakao nach Kontroll-, Nachhaltigkeits- und Sozialkriterien zertifizieren. Die Reber Gruppe ist Mitglied im Forum Kakao, das sich um fairen Handel und Nachhaltigkeit bei der Kakaoherstellung bemüht.
Die Produktion der Premium-Schokoladen in Bad Reichenhall erfolgt CO₂-neutral; die benötigte Energie wird durch eine eigene PV-Anlage auf den Dächern der Fabrikgebäude erzeugt.
Seit Bestehen der Firma war der Qualitätsanspruch sehr hoch: Nicht nur die Konditoren mussten höchsten Ansprüchen genügen, auch bei der Auswahl der Zutaten für die Süßigkeiten und Torten wurde Wert auf hochwertige Rohstoffe gelegt. Für die richtige Zusammensetzung der erlesenen Zutaten sorgen die von Generation zu Generation überlieferten Familienrezepte.
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Besondere Hinweise und Lebensmittelstandards
Um die Einhaltung der jüdischen Speisegesetze zu gewährleisten, werden die Herstellung und Herkunft der Zutaten regelmäßig von Kashrut-Experten überwacht. Gemäß Lebensmittelrecht sind alle wesentlichen Bestandteile auf den Verpackungen ausgewiesen. Selbstverständlich können bei Kreuzkontaminationen Spuren ausgewählter Allergene vorhanden sein, worauf mit dem Hinweis "Kann Spuren von … enthalten" aufmerksam gemacht wird. In den meisten Artikeln sind Nüsse oder Spuren von Nüssen enthalten.
Dabei ist besonders positiv hervorzuheben: Das komplette Mozartkugel-Sortiment ist glutenfrei. Daneben hat Reber auch weitere glutenfreie Spezialitäten im Sortiment.
Empfohlene Lagertemperatur für Reber-Produkte liegt bei 16-18 °C. Werden die Produkte jenseits der empfohlenen Temperatur gelagert, kann es zu Qualitätsverlusten kommen, insbesondere zu sogenanntem "Fettreif", der optisch an Schimmel erinnert, aber völlig unbedenklich ist.
Die Marke und ihr juristisches Umfeld
Zwischen dem Salzburger Mozartkugel-Hersteller Mirabell und Reber entbrannte Ende der 1970er Jahre ein Rechtsstreit um die Markenrechte. 1981 führte der Versuch österreichischer Regierungsbeamter zu Verhandlungen, Mozartkugeln rechtlich zum exklusiven Produkt österreichischer Produzenten zu erklären. Der Konflikt machte deutlich, welche Bedeutung die Marke "Mozartkugel" inzwischen weit über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus gewonnen hatte.
Das Unternehmen heute und aktuelle Herausforderungen
Als typisch bayerisches Familienunternehmen legt Reber großen Wert auf Tradition, Handwerk und höchste Qualität. Im Unternehmen werden Eigeninitiative, Kreativität und Fleiß gefordert. Die geografisch spezielle Lage, sowie der angespannte Wohnungsmarkt in der Urlaubsregion Bad Reichenhall erschweren die Mitarbeitersituation zusätzlich.
Die aktuelle Konsumlage stellt Reber sowohl national als auch international vor neue Herausforderungen. Veränderte Konsummuster, eine Zunahme an Freizeit und geänderte Wertevorstellungen, insbesondere bei jungen Menschen, wirken sich zunehmend auf die Personalnachfolge und die Ausbildungssituation aus. Das Unternehmen setzt sich daher auch gesellschaftlich und verbandspolitisch für bessere Rahmenbedingungen im Mittelstand ein und engagiert sich im BVMW.
Reber bietet als einer der wenigen industriellen Hersteller ein bodenständiges, inhabergeführtes Unternehmen mit bayerischer Tradition und kompromissloser Ausrichtung auf höchste Qualität, das auch nach über 160 Jahren im stark umkämpften Wettbewerbsumfeld erfolgreich ist.
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