Herkunft und Geschichte der Milka Schokolade
Es gibt drei Dinge, mit denen die Schweiz in der Welt berühmt geworden ist: Schweizer Käse, Schweizer Uhren und Schweizer Schokolade. Eine der heute bekanntesten und erfolgreichsten Schweizer Schokoladenmarken ist zweifelsohne Milka, auch wenn sie schon lange nicht mehr in der Schweiz hergestellt wird.
Die Anfänge: Philippe Suchard und die frühe industrielle Schokoladeproduktion
Am 17. November 1825 gründete der Schweizer Zuckerbäcker Philippe Suchard eine Confiserie in Neuenburg. Der Konditor Philippe Suchard aus Neuchâtel eröffnete 1825 ein Süßwarengeschäft, in dem er ausschließlich selbst hergestellte Süßwaren anbot. Er warb für ein neuartiges handgemachtes Dessert, die «[le] chocolat fin de sa fabrique» (französisch für „feine Schokolade aus eigener Herstellung“), deren Rezept jedoch nicht überliefert ist.
1826 erwarb er im Nachbardorf Serrières eine ehemalige Wassermühle und baute dort eine maschinelle Produktion von Tafelschokolade auf. Bereits ein Jahr später begann er in dem benachbarten Ort Serriéres in einer leerstehenden Mühle mit der industriellen Herstellung von Tafelschokolade. In der gemieteten ehemaligen Wassermühle produzierte er anfangs 25-30 kg Schokolade täglich.
Sogar die Maschinen konstruierte und baute er eigenhändig. Ab den 1880er Jahren war Suchard der größte Schweizer Schokoladenhersteller. Die Schokolade war erfolgreich, aber es begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch ein Verdrängungswettbewerb unter den Schweizer Schokoladenherstellern.
Milchschokolade, Markenname und das lilafarbene Erkennungszeichen
In den 1880er-Jahren brachte Suchard als erstes Unternehmen im größeren Stil Milchschokolade auf den Markt. 1898 brachte Suchard erstmals Milchschokolade auf den Markt, eine Variante, die Daniel Peter 1875 durch Zugabe von Kondensmilch entwickelt hatte. Die wurde schnell zum beliebtesten Produkt des Unternehmens.
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Da aber die Basisrezeptur nicht schutzfähig war, folgten auch andere Marken diesem Trend. Der gute Geschmack allein reichte also nicht zur Differenzierung. Die gelang Suchard 1901 mit einem doppelten Marketing-Clou: Zum einen gab das Unternehmen der Milchschokolade einen eigenen Namen, nämlich Milka - nicht wahnsinnig originell abgeleitet von „Milch und Kakao“. Es war im Jahr 1901 als der Markenname “Milka” erstmals registriert wurde. Das Akronym bildet sich aus den ersten Silben der Wörter „Milch“ und „Kakao“.
Zum anderen erhielt die Verpackung einen lilafarbigen Aufdruck eines Alpenpanoramas mit Kuh. 1901 verpackte man sie in lila, mit Kuh und Alpenpanorama bedrucktes Papier und taufte sie nach den Hauptbestandteilen Milch und Kakao auf den Namen Milka. Seitdem wird die Milka-Schokolade in Lörrach hergestellt und in einem lilafarbenen Umschlag angeboten, versehen mit dem Bild einer Kuh im Alpenpanorama.
Dazu muss man wissen, dass Lila zu Anfang des letzten Jahrhunderts eine No-Go-Farbe war. Aber „Marke sein“ heißt eben „anders sein“ und von diesem mutigen Schritt, der Verbindung der Farbe Lila mit Milka, profitiert die Marke noch heute, insbesondere nachdem 1973 die „lila Kuh“ in die Werbung eingeführt wurde. Die enge Verbindung von Milka, Kuh und Lila überstand eine Reihe von Besitzerwechseln.
Markenschutz, Farbe und Rechtsstreit
Der vom Konzern gewählte lila Farbton spielt eine zentrale Rolle für die Marke Milka. Seit 1995, direkt nach der Reform der Markengesetzgebung, wurde das „Milka-Lila“ als eine der ersten Farbmarken registriert. Laut Angaben der Firma Kraft war das sogenannte Milka-Lila 1995 die erste abstrakte Farbmarke, die im weiten Sinn europaweit geschützt wurde.
In ihrem Rechtsstreit gegen die Verdener Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag, die für die Verpackung ihrer 500-Gramm-Gebäckmischung einen ähnlichen lilafarbenen Grundton verwendete, entschied der Bundesgerichtshof 2004 in einem Grundsatzurteil, dass die Farbe Lila und verwechselbare Farbtöne bei Verpackung von Schokoladenwaren weiterhin nur für Milka-Produkte verwendet werden dürfen. Seitdem darf keine andere Schokolade ohne Lizenz von Milka in einer lila Verpackung verkauft werden.
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Eigentümerwechsel und internationale Einbindung
Nach dem Tod des Gründers führte sein Schwiegersohn und Teilhaber Carl Russ-Suchard (1838-1925) die Firma weiter. Philippe Suchards eigener Sohn war bereits 1883 verstorben. 1970 fusionierte Suchard mit Tobler zu der Firma Interfood S.A., was sich auch auf die Eigentumsverhältnisse von Milka auswirkte. 1970 schlossen sich die beiden Schweizer Schokoladenhersteller Suchard und Tobler (Toblerone) in der Holdinggesellschaft Interfood zusammen, die 1982 von dem Bremer Kaffeehersteller Jacobs übernommen wurde (Jacobs-Suchard).
1990 verkaufte die Jacobs-Familie das Unternehmen an den US-Tabakkonzern Philip Morris (Marlboro), dem auch der US-Nahrungsmittelkonzern Kraft General Foods gehörte. 2001 brachte Philip Morris Kraft Foods an die Börse, hielt aber weiterhin die Mehrheit der Anteile. 2007 verkaufte die Altria Group (seit 2003 Muttergesellschaft von Philip Morris) das Unternehmen an seine eigenen Aktionäre. Seit dem Jahr 2000 gehört Milka zum Nahrungsmittelkonzern Mondelez (früher Kraft Foods). Milka ist eine Marke für Schokoladenprodukte des US-amerikanischen Nahrungsmittelkonzerns Mondelez International.
Produktion, Standorte und Sortiment
Produziert werden die Milka-Produkte (Tafelschokolade, Schokoriegel, Schokocreme, Pralinen, Saisonprodukte) in Mondelēz-Werken in Belgien (Herentals), Deutschland (Lörrach), Frankreich (Strasbourg), Österreich (Bludenz), Polen (Poznań) und der Slowakei (Bratislava). Die Schokolade wird unter anderem im baden-württembergischen Lörrach, im vorarlbergischen Bludenz und im bulgarischen Swoge hergestellt. Die Tafelschokolade wird großteils weiterhin im Werk Lörrach (Deutschland) an der „Milkastraße“ hergestellt.
Das Sortiment der Tafelschokolade umfasst verschiedene Geschmacksrichtungen, z. B. Haselnuss, Erdbeere und andere. Das Sortiment ergänzen Sonderproduktionen in exotischen und anlass- oder saisonal bezogenen Geschmacksrichtungen (z. B. Bratapfel zu Weihnachten). Zu Ostern werden große Schokohasen und kleine Schokoeier angeboten. Milka ist eine der wenigen Schokoladen-Marken außerhalb des Hochpreissegmentes, von der Tafeln mit einem geringeren Gewicht als den üblichen 100-Gramm-Tafeln angeboten werden.
| Produktkategorie | Beispiele |
|---|---|
| Tafelschokolade | Alpenmilch, Haselnuss, Luflée |
| Riegel / Snack | Tender, Nussini, Milka Leo |
| Kooperationen / Co-Branding | Milka & Oreo, Milka & Daim, Milka & LU |
| Saison & Aktionen | Weihnachtsmänner, Ostereier, Sondereditionen |
| Brotaufstrich | Haselnusscreme (mit Sonnenblumenöl statt Palmöl, Stand: 2020) |
Werbung, Markenimage und kulturelle Präsenz
Milka hat seit den 1960er-Jahren „Zärtlichkeit“ bzw. „tenderness“ als zentrales Werbethema gesetzt. In den 1960er- und 70er-Jahren gestaltete die in Bludenz lebende Grafikerin und Kinderbuch-Illustratorin Susi Weigel saisonale Schmuckhüllen für Milka-Tafeln. Für die 1974 neu auf den Markt gebrachte Kinderschokolade Junior gestaltete sie unter anderem die Hülle, der Dino auf der Werbung und auch das Packungsbild selbst stammen von Susi Weigel.
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Der vom Konzern gewählte lila Farbton spielt eine zentrale Rolle für die Marke Milka. 1972, die Milka cow named Lila („Lila“ being German for lilac, purple, violet) became the face of their advertising campaigns and has remained so to the current day. Milka hat viele alpine Ski-Stars seit 1995 gesponsert, darunter mehrere Welt- und Olympiasieger. In den 1990er Jahren wurde durch die Milka-Fernsehwerbung der Werbeschauspieler und Musiker Peter Steiner bekannt, dessen Lied „It’s cool man“ es sowohl in die deutsche als auch in die österreichische und Schweizer Hitparade schaffte.
Kritik, Verbraucherschutz und Mogelpackungsvorwürfe
Nach der Übernahme durch Kraft Foods wurde nach und nach auf den Namen „Suchard“ auf der Verpackung verzichtet. Rezepturen wurden verändert. Die große, ursprünglich 300 Gramm schwere Tafel behielt ebenfalls optisch nahezu ihre früheren Abmessungen, wog oft aber nur 270 Gramm, was sie unter Beibehaltung des Verkaufspreises damit unter Umständen teurer machte. Es wurden Sorten angeboten, deren Umverpackung zwar so groß wie die einer 100g-Tafel schienen, deren Inhalt aber 93, 90, 87 und dann 81 Gramm wog. Da die Erscheinung der neuen Produkte mit geringerem Gewicht dem der ursprünglich üblichen Verpackungen ähnelte, erhoben Verbraucher Vorwürfe ihrer Irreführung, und die Verbraucherzentrale Hamburg kritisierte dies.
Milka stand auch 2025 in der Kritik, als die 100-Gramm-Tafel auf 90 Gramm reduziert wurde, nachdem zuvor der Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro erhöht worden war. Dabei ist die Größe der Packung gleich geblieben, die Tafel ist aber um 0,7 mm dünner geworden, sodass Kunden das geringere Gewicht kaum auffällt. Darüber hinaus stand Milka dafür in der Kritik, dass sich bei einigen Schoko-Weihnachtsmännern die Gewichts- und sonstigen Pflichtangaben nicht direkt von außen erkennbar befinden. Auf diese Vorwürfe reagierten Gerichte und Verbraucherverbände unterschiedlich; so entschied das LG Bremen in einem Verfahren, dass Milka Mogelpackungen nicht in Verkehr bringen durfte.
Marktstellung und Bedeutung heute
Milka gehört neben Mars, Ferrero, Nestlé, Lindt und Hershey zu den größten Süßwarenherstellern der Welt. Mondelēz (Cadbury, Côte d'Or, Freia, LU, Marabou, Milka, Oreo, Toblerone) ist heute der Konzern, unter dessen Dach Milka weltweit vertrieben wird. Über die Jahrzehnte hat Milka das Sortiment erweitert und Co-Branding-Partnerschaften eingegangen, etwa „Milka & Oreo“ oder „Milka & Daim“.
Milka ist eine der bekanntesten Schokoladenmarken in Deutschland und vielen anderen Ländern weltweit. Die Geschichte von Milka reicht zurück bis ins Jahr 1901, als die Marke vom Schokoladenhersteller Suchard auf dem Markt eingeführt wurde. Der Name ist eine Kombination aus den Worten „Milch“ und „Kakao“ und sollte die hohe Qualität der Schokolade betonen, die aus Milch und Kakao hergestellt wurde.
Viele erinnern sich sicherlich noch an den barttragenden alten Greis namens Peter Steiner der mit dem lockeren Spruch „It´s cool man“ durch die Fernsehbilder ging. Heute gibt es eine Vielzahl an Geschmacksrichtungen der Schokolade wie z.B. Haselnuss, Erdbeere und andere. Der Kreativität der Schokolatiers sind hierbei keine Grenzen gesetzt und so werden die Sorten ständig erweitert. Auch saisonbedingte Spezialitäten wie Bratapfel werden, allerdings nur im Winter, angeboten.
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