Lindt Goldhase Safari: Hintergrund, Geschichte und rechtliche Aspekte des berühmten Schoko-Hasen

Der Lindt Goldhase ist aus den Ostertagen und speziell aus den Pralineregalen im Frühjahr nicht mehr wegzudenken. Als Symbol der Schweizer Schokoladenkultur steht er heute für hochwertige Confiserie, den Zauber von Kindheitserinnerungen und ganz besondere Traditionen. Doch was steckt hinter der Legende des Goldhasen, warum ist er so besonders - und warum sorgt sein goldener Farbton regelmäßig für juristische Schlagzeilen?

Die Entstehungsgeschichte des Lindt Goldhasen

Die Geschichte besagt, dass die junge Tochter eines Maître Chocolatier zu Ostern einen Hasen im langen Gras entdeckte, als die Familie gerade einen traditionellen Osterbrunch abhielt. Aufgeregt fragte sie, ob sie nach draußen gehen könne, um mit dem Tierchen zu spielen. Ihr Vater stimmte zu, doch während sie zur Tür rannte, verschwand der Hase schon blitzschnell im Gebüsch, sodass nicht einmal mehr das Bommelschwänzchen zu sehen war. Noch Tage später war das Mädchen untröstlich. Ihr Vater überlegte lange, wie er sie aufmuntern könnte, und kam auf eine glänzende Idee. Er beschloss, einen Hasen anzufertigen, damit sie ihren kleinen Freund immer finden konnte: Der Lindt GOLDHASE war geboren.

Illustration der Entstehungsgeschichte des Lindt Goldhasen

Seit 1952 gibt es den Hasen in Goldfolie, seit 1994 im aktuellen Farbton. Nicht zu vergessen die anrührende Geschichte zur Genese des Produkts: Demnach wurde der Goldhase 1952 von einem Maître Chocolatier kreiert, der seine Tochter trösten wollte, da diese über das Verschwinden eines Hasen traurig war.

Design, Varianten und Produktion

Nichts geht so tief wie Kindheitserinnerungen. Mit dem Goldhasen zeigt Lindt, wie man daraus ein Multimillionengeschäft macht. Die Zutaten: zuckersüsse Milchschokolade und die Hasenanatomie mit dem überproportional grossen Kopf, die das Kindchenschema bedient. Markengurus erklären die Magie des Goldhasen mit seinen multisensorischen Eigenschaften: Auf dem Förderband an der Kasse bimmelt das Glöckchen, die Folie knistert beim Auspacken, und beisst man ihm die Ohren ab, hört man das charakteristische Knacken.

Detailaufnahme Lindt Goldhase - Glöckchen, rote Schleife, Goldfolie

Der Renner unter den Goldhasen ist noch immer der gold-rote Klassiker aus Milchschokolade. Daneben gibt es das Bunny auch aus weisser Schokolade, in zartbitter, mit Haselnuss, Erdbeere oder Pistazie. In der Miniaturausführung bringt der Goldhase gerade mal 10 Gramm auf die Waage, in der Jumboversion ist es ein Kilo.

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Variante Gewicht (g) Besonderheiten
Milchschokolade 10, 50, 100, 200, 1.000 Klassiker mit rotem Band und Glöckchen
Weisse Schokolade verschiedene Alternative für Liebhaber milder Schokolade
Zartbitter, Haselnuss, Erdbeere, Pistazie ausgewählte Größen Saisonale und limitierte Sorten

Erhältlich sind die Osterhasen in siebzig Ländern auf allen fünf Kontinenten. Verkauft werden sie im stationären Handel und online. Wichtige Verkaufspunkte sind zudem die unternehmenseigenen Lindt-Shops und die Flughäfen von São Paulo über Dubai bis Mumbai und Sydney. Im sechs Milliarden Franken schweren Portfolio der Schokoladenmeister aus Kilchberg rangiert die Hasen-Franchise auf Platz drei, hinter den Ganzjahres-Klassikern Lindor und Excellence. Bei den saisonalen Produkten ist der Hase aber die Nummer eins.

Produziert aber wird der Meister Lampe vom Zürichsee im deutschen Aachen, selbstverständlich nach Schweizer Regeln. Die Produktion ist hoch rationalisiert, trotzdem dauert die Herstellung pro Häschen eine Stunde.

Produktionslinie von Lindt Goldhasen in Aachen

Weil der Kakaopreis bis 2024 gestiegen ist, kostet der 100-Gramm-Hase heute 5.95 Franken - fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Für manche ist das zu teuer: Kürzlich schmiss ein deutscher Supermarkt den Hasen aus dem Sortiment.

Markenrecht und die Bedeutung des Goldtons

Der „Goldhase“ von Lindt ist der mit Abstand meistverkaufte Schoko-Osterhase in Deutschland - und seine Farbe ist so bekannt, dass sie Markenschutz genießt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe stellte am Donnerstag höchstrichterlich fest, dass sich der charakteristische Goldton der Folie als sogenannte Benutzungsmarke durchgesetzt hat. Der Schweizer Hersteller konnte nachweisen, dass eine Mehrheit der potenziellen Käufer die goldene Farbe mit Lindt verbindet. Selbst der Goldton ist mittlerweile als Marke höchstrichterlich geschützt. Die Richter des deutschen Bundesgerichtshofs stützten sich dabei auf eine Umfrage, wonach 70 Prozent der Befragten den spezifischen Goldton des Goldhasen erkannten und zuordnen konnten.

Infografik: Die Entwicklung des Lindt-Goldtons als Marke

Im Mai 2017 hat sich Lindt die Farbmarke „gold (Pantone Premium Metallics coated 10126 C)“ beim DPMA für Schokohasen eintragen lassen. Laut DPMA-Sprecher Huber hat so eine „Benutzungsmarke“ dieselben Wirkungen wie eine registrierte Marke. „Die Farbe darf vor allem nicht beschreibend sein und muss auch als Marke tauglich sein“, erläutert Sprecher Til Huber. Das Urteil ist ein Erfolg für den Schweizer Traditionshersteller, bedeutet aber noch nicht automatisch, dass Konkurrenten keine goldenen Schokohasen im Sortiment haben dürfen. Dafür muss jeweils gerichtlich festgestellt sein, dass die Lindt-Marke tatsächlich verletzt wird - zum Beispiel weil Verwechslungsgefahr besteht.

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Rechtsstreitigkeiten und Konkurrenzdruck

Der Dauerstreit um die Goldhasen geht weiter. Seit Jahren streiten sich die beiden Schokoladenhersteller Lindt und Riegelein um ihre Hasen in Gold. Hat einer den anderen kopiert? Da sind sich nicht mal die Gerichte einig. Zwischen 2002 und 2013 bissen sich die Schweizer an den goldenen Schokohasen der fränkischen Confiserie Riegelein die Zähne aus. Der Streit landete gleich zweimal in höchster Instanz beim BGH. Am Ende durfte der Riegelein-Hase bleiben, wie er ist.

In Deutschland setzten die Kilchberger Anwälte durch, dass die Konkurrenz - in diesem Fall die Confiserie Heilemann - keine Schoggihasen verkaufen darf, die eine ähnliche Form wie das Schweizer Original aufweisen. Aber das ist gar nicht so einfach: Der Lindt-Hase wird seit seinen Anfängen 1952 in Goldfolie angeboten, seit 1994 im aktuellen Ton. Das OLG Frankfurt hatte das wiederholt verneint und damit dem Riegelein-Hasen zunächst die Koexistenz mit seinem Kollegen mit dem roten Bändchen gesichert. Aber der Wettbewerbssenat des BGH in Karlsruhe zog den Fall noch einmal an sich.

Reportage: Der Goldhase und der Streit um die Goldmarke

Im laufenden Streit mit der schwäbischen Confiserie Heilemann, der Anlass für die BGH-Entscheidung war, muss das Münchner Oberlandesgericht (OLG) nun prüfen, ob das der Fall ist. Lindt hat seinen Goldhasen mit dem typischen roten Band und Glöckchen im Jahr 2000 als Marke schützen lassen. Zwar trägt der Riegelein-Hase kein rotes Bändchen, aber auch er ist in Goldpapier gepackt und in Sitzform gegossen.

Kinderemotionen, Marketing und wirtschaftlicher Erfolg

Mit mehr als 500 Millionen verkauften Exemplaren in den vergangenen drei Jahrzehnten und einem Marktanteil von über 40 Prozent (2017) ist der Lindt-Hase klarer Marktführer. 150 Millionen Schokoladehasen sollen rund um Ostern jeweils in die Einkaufstheken hoppeln. Die Schleife macht den Unterschied: Der Lindt-Goldhase, nur echt mit Glöckchen. „In Gold gekleidet, mit rotem Band geschmückt und mit einer Glocke versehen“ - so beschreibt der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt seinen bekannten hockenden Osterhasen.

Nichts geht so tief wie Kindheitserinnerungen. Die Marke Lindt zeigt mit dem Goldhasen, wie man daraus ein Multimillionengeschäft macht.

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Emotionale Lindt Goldhase Werbekampagne für Ostern

Im Wettbewerb um den Inbegriff von Tradition, Schönheit und Geschmack setzt der Lindt Goldhase immer wieder Maßstäbe - und ist dennoch regelmäßig im juristischen Kreuzfeuer der Markenschutzdebatte.

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