Emma Schweiger und ihre Rolle als Tilda in "Honig im Kopf": Darstellung, Handlung und Rezeption
In dem Film „Honig im Kopf“ von Til Schweiger geht es um die Krankheit Alzheimer. Die 11-jährige Tilda (Emma Schweiger) möchte ihrem Opa Amandus (Dieter Hallervorden), der unter der Krankheit leidet, helfen. Tilda schildert aus ihrer Sicht den Umgang mit alten Leuten, die an Alzheimer erkrankt sind. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Großvater und Enkelin: Während der Vater darüber nachdenkt, den Großvater in ein Heim zu geben, unternimmt die elfjährige Tilda mit ihm eine Reise, um ihm einen letzten großen Wunsch zu erfüllen und ihm noch einmal schöne Erlebnisse zu ermöglichen.
Handlung knapp und chronologisch
Der ehemalige Tierarzt Amandus Rosenbach leidet zunehmend unter Alzheimer. Auf Drängen seines Sohnes Niko zieht Amandus in dessen Haus nahe Hamburg. Nikos Ehe mit seiner Frau Sarah steht auf der Kippe, nachdem Niko erfahren hat, dass Sarah eine Affäre mit ihrem Chef Serge hatte. Schnell kommt es wegen Amandus’ geistigem Zustand zu mehreren kritischen Situationen; u. a. Als Amandus’ geistiger und motorischer Verfall immer weiter voranschreitet und das Sommerfest von Niko und Sarah in einem Fiasko endet, sieht sich Niko gezwungen, ihn in eine betreuende Einrichtung zu geben, was Nikos elfjährige Tochter Tilda allerdings nicht hinnehmen will.
Und so begibt sie sich mit ihrem Großvater auf eine Reise nach Venedig, wo Amandus seinerzeit mit seiner Frau die Flitterwochen verbracht hat. Der Reisebeginn per Auto endet nach wenigen Kilometern mit einem glimpflich verlaufenden Unfall, als Amandus eine rote Ampel ignoriert. Per Zug geht es bis Bozen, dort verlässt Amandus auf der Suche nach einer Toilette versehentlich den Zug. Seine Enkelin zieht die Notbremse und versteckt sich mit Amandus auf der Bahnhofstoilette, bis die sie verfolgenden Polizisten die Suche aufgegeben haben.
Abends werden sie von der Reinigungskraft Erdal gefunden, er vermittelt den beiden eine Weiterfahrt nach Venedig per Schaftransporter. Als dieser von der Polizei angehalten wird, können Amandus und Tilda noch rechtzeitig vor ihrer Entdeckung von der Ladefläche fliehen. Sie finden Unterschlupf in einem Kloster. Die Oberin ist von der Geschichte der beiden so gerührt, dass sie Amandus und Tilda bis nach Venedig fährt. Tilda findet ihn am nächsten Morgen auf der Bank wieder, auf der Amandus vor vielen Jahren mit seiner Frau Margarethe gesessen hat. Seine Krankheit ist nun so weit fortgeschritten, dass er Tilda nicht mehr als seine Enkelin und „kleine Prinzessin“ erkennt. In diesem Moment werden die beiden von Niko und Sarah gefunden.
Sarah beschließt, ihren Job aufzugeben, um mehr Zeit für die Pflege von Amandus zu haben. Die Ehe von Niko und Sarah ist gerettet, Sarah wird neun Monate nach dem Venedigbesuch Mutter eines Jungen, der nach seinem kranken Großvater benannt wird. Amandus erfährt noch eine glückliche Zeit mit seiner Familie, bis er in Tildas Beisein an Herzversagen stirbt.
Lesen Sie auch: Selbstgemachtes Joghurt Eis: So geht's!
Emma Schweiger als Tilda: Kinderperspektive und Darstellung
Die junge Tilda (Emma Schweiger) liebt ihren Großvater Amandus (Dieter Hallervorden) über alles. Doch er erkrankt an Alzheimer, wird zunehmend vergesslicher und scheint sich zu Hause nicht mehr zurechtzufinden. Für das in die Jahre gekommene Familienoberhaupt stehen daher alle Zeichen auf Seniorenheim. Tildas Vater Niko (Til Schweiger) hält es für das Beste, den alten Mann in Betreuung zu geben. Doch die elfjährige Tilda akzeptiert diese Entscheidung keineswegs. Stattdessen macht sie deutlich, dass auch sie ein gewichtiges Wort bei der Zukunftsgestaltung ihres Großvaters mitzureden hat.
Tilda schildert aus ihrer Sicht den Umgang mit alten Leuten, die an Alzheimer erkrankt sind. Die kindliche Perspektive macht die emotionale Ebene der Geschichte unmittelbar erlebbar und schafft eine Brücke zwischen dem Publikum und dem schwer fassbaren Thema Demenz.
Ästhetik: Licht, Musik und Erzähltechnik
Das Licht im Film ist stimmungsvoll und warm und die Musik untermalt sehr schön die Handlung des Films. Es gibt manchmal Rück- und Vorausblenden, wodurch manche Szenen für Kinder verwirrend und schwer zu verstehen sind. Einige Details hätten auch verkürzt oder weggelassen werden können.
Produktion und Premieren
Honig im Kopf ist eine deutsche Tragikomödie von Til Schweiger aus dem Jahr 2014. Schweiger spielte eine der Hauptrollen, führte Regie und schrieb zusammen mit Hilly Martinek das Drehbuch. Die weiteren Hauptrollen sind mit Emma Schweiger und Dieter Hallervorden besetzt; in Nebenrollen sind unter anderem Jan Josef Liefers, Fahri Yardım und Tilo Prückner zu sehen. Der Film, der am 15. Dezember 2014 Weltpremiere hatte, lief ab dem 25. Die Dreharbeiten fanden vom 27. April 2014 bis zum 4. Ursprünglich wollte Til Schweiger, wie er in der TV-Talkshow Markus Lanz im März 2015 erzählte, die Hauptrolle des Amandus Rosenbach mit dem britischen Schauspieler Michael Caine besetzen. Zunächst war Michael Douglas für die Rolle des Amandus angekündigt worden, die schließlich von Nolte übernommen wurde.
Erfolg an den Kinokassen und internationale Adaptionen
In Deutschland erreichte Honig im Kopf 7,19 Millionen Kinobesucher. Damit ist die Komödie der erfolgreichste im Jahr 2014 gestartete Kinofilm und belegt den 6. Platz der erfolgreichsten deutschen Filme in der Bundesrepublik seit 1968. Das internationale Einspielergebnis liegt bei über 60 Mio. Bereits 2016 wurde eine englischsprachige Neuverfilmung angekündigt, bei der Schweiger die Produktion und Regie übernehmen werde. In den Hauptrollen sind Nick Nolte, Matt Dillon und Emily Mortimer zu sehen. Head Full of Honey lief in den USA Ende November 2018 stark eingeschränkt in wenigen Kinos an. Die Dreharbeiten begannen im Mai 2018, gedreht wurde in Deutschland, Italien und Großbritannien.
Lesen Sie auch: Emma Eismaschine – Unser Test
Kritik, Kontroversen und Rezeption
Volker Bleeck, Kritiker der TV Spielfilm, befand den Film als „berührend“. Obwohl die Story „etwas überkonstruiert“ sei, „berührt, unterhält und transportiert“ der Film „das schwierige Thema Demenz auf beeindruckend leichtfüßige Art“. Die Frankfurter Neue Presse bezeichnet den Film als „sehenswert“; unterm Strich sei Til Schweiger „die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema bestens gelungen“. Rudolf Worschech von epd Film vergab 4 von 5 Sternen und bezeichnete Honig im Kopf als „warmherzigen Film über das Thema Alzheimer.“ Er lobte Schweigers feinfühlige Beschreibung der Krankheit, „auch wenn er wirklich extreme Begleitumstände des Leidens - wie Aggressivität -“ ausspare.
Die Darstellung eines an Alzheimer Erkrankten wurde teils auch heftig kritisiert. Joachim Kurz von der Kino-Zeit bewertet Honig im Kopf als ein „echtes Ärgernis“ und kritisiert insbesondere die Deutsche Alzheimer Gesellschaft dafür, dass sie Schweigers Film Authentizität und einen realistischen Blick bescheinigte. Vielmehr betreibe „Schweigers Alzheimer-Schmonzette“ eine systematische Ausblendung der sozialen Wirklichkeit in Deutschland, bis hin zur Negierung derselben. Kritisch sah den Film auch Die Zeit: „Über die Geschichte des Kranken erfährt man am Ende so gut wie nichts, aber das in maximaler Sentimentalität, die nur von sich selbst ergriffen sein will. Man kann das als große filmische Verdrängungsleistung betrachten. Die Frankfurter Rundschau betonte die „idealistische Note“ des Films: „[…] das ist eben Til Schweiger: Er macht bewusst wertekonservatives Mainstream-Kino für Deutschland und legt dabei besonderes Augenmerk darauf, dass sein Publikum mit einer gewissen Hoffnung aus dem Kino entlassen wird.
Bei der Film-Community Moviepilot kam es zu systematischer Manipulation der Zuschauerwertungen. Kurz nach dem Kinostart des Films wurden zahlreiche neue Accounts von drei russischen IPs aus angelegt, um dem Film die Höchstnote zu geben. Nach Überprüfung und Löschung dieser Bewertungen durch Moviepilot sank der Wertungsschnitt von 7,8 auf 5,4.
Jugendschutz, Altersfreigabe und Empfehlung
Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist.
Den Film empfehlen wir erst ab 12 Jahren, da die Handlung und das Thema für kleinere Kinder nicht verständlich sind und manche Szenen nicht geeignet sind. Es gibt manchmal Rück- und Vorausblenden, wodurch manche Szenen für Kinder verwirrend und schwer zu verstehen sind.
Lesen Sie auch: SPRINGLANE Emma: Unser Test
Adaptionen und Bühne
Die Bühnenfassung des Filmdrehbuchs stammt von Florian Battermann. Die niederdeutsche Erstaufführung feierte in einer Inszenierung von Frank Grupe am 2. Oktober 2016 Premiere im Ohnsorg-Theater zu Hamburg. Die Hauptrollen spielten Joachim Bliese und Faria Violetta Giesmann. Die Erstaufführung von Honig im Kopf in Österreich fand im April 2017 statt: ab 21. April im Waldviertler Hoftheater in Pürbach und ab 23. April in einer Produktion der Neuen Bühne Wien im Theater Center Forum in Wien. In der Schweiz wurde das Stück erstmals 2025 aufgeführt: ab 23. Mai in einer Produktion des Theater Altishofen in der Kulturhalle und ab 10.
Tabellarische Übersicht: Wichtige Film-Daten
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Originaltitel | Honig im Kopf |
| Regie | Til Schweiger |
| Drehbuch | Til Schweiger, Hilly Martinek |
| Hauptdarsteller | Til Schweiger, Emma Schweiger, Dieter Hallervorden |
| Genre | Tragikomödie / Drama |
| Kinostart / Premiere | Weltpremiere 15. Dezember 2014 |
| Kinobesucher (D) | 7,19 Millionen |
| Internationales Einspiel | über 60 Mio. |
Die jungen Zuschauer kennen Emma Schweiger vor allem als Tilda, die mit Mut und Zuneigung versucht, die Autonomie ihres Großvaters zu bewahren und ihm Freude zu schenken. Die Rolle festigt ihren Ruf als Kinderdarstellerin, die schwierige emotionale Situationen glaubwürdig vermittelt.
tags: #Emma #Schweiger #Alter #Honig #im #Kopf


