Langnese Flotte Biene Wildblütenhonig – Testbericht und Erfahrungen
Honig sollte eigentlich ein reines Naturprodukt sein. Das Ergebnis überraschte uns: Der überprüfte Flotte Biene Bio-Blütenhonig von Langnese enthält eine starke Verunreinigung - oder anders ausgedrückt: Dreck. Öko-Test hat 19 Honige ins Labor geschickt, um herauszufinden, was wirklich in den Gläsern steckt. Ökotest berichtet, dass sie alles Mögliche erwartet hätten, als sie die Honiggläser ins Labor schickten, "nur das nicht".
Was wurde gefunden?
Das Labor sprach von einer "starken Verunreinigung", unter dem Mikroskop sei ein "bräunlicher Untergrund" sichtbar gewesen. Damit gehört der Honig zu den Produkten im Test, die durchfallen. Nicht erklären dagegen können wir uns den Fund von Dreck im getesteten Langnese Flotte Biene Bio-Blütenhonig. Wie dieser Schmutz in den Honig gelangt ist, ist unklar.
Erklärungsansätze und Stellungnahmen
Ein bisschen Schmutz im Honig ist eigentlich nichts Ungewöhnliches, wie die Fachleute erklären. Stockbienen saugen den entstehenden Honig mehrmals über ihren Rüssel auf und lassen ihn wieder ab. Außerdem nutzen sie ihre Flügel, damit der Honig schneller eindickt. Dabei können Pflanzenfasern oder Bienenhaare in den Honig gelangen.
Langnese reagierte auf das Testergebnis und schrieb uns, dass die Lieferanten oftmals keine aufwendigen Einrichtungen zum Sieben des Honigs hätten. Langnese verteidigt seinen Honig gegenüber Ökotest. In einem Statement heißt es, die Lieferanten hätten oftmals keine aufwendigen Einrichtungen zum Sieben des Honigs. Zudem seien die Maschinengrößen, die man zum Sieben einsetzen darf, begrenzt.
Laborbefund: Trachttypizität und Herkunft
Einen weiteren Minuspunkt erhält der getestete Langnese-Honig, weil der Honig unter dem Mikroskop schwach trachttypisch war. Bedeutet: Das Bild, das sich dort bot, entsprach nicht vollends den typischen Merkmalen von Blütenhonig. Das Gesamturteil beruht auf dem Teilergebnis Inhaltsstoffe und Sensorik.
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Der Langnese Flotte Biene Bio-Blütenhonig stammt laut Anbieter aus Mexiko, Brasilien, Rumänien, Chile, Nicaragua und Bulgarien. Den Sensorik-Experten schmeckte der Honig "süß, blumig und fruchtig". Die Konsistenz ist teilkristallin.
Bewertung und Notenabzug
Da das von uns beauftragte Labor im Langnese Flotte Biene Bio-Blütenhonig eine starke Verunreinigung nachgewiesen hat, ziehen wir vier Noten ab. Einen weiteren Punkt Abzug gibt es aufgrund des "schwach trachttypischen" Bilds unter dem Mikroskop. Mit mangelhaft bewertet (Note: 5,0) wurde Langnese Flotte Biene Wildblütenhonig. Öko-Test hat 19 Sorten auf die Probe gestellt und gezeigt, dass das leider nicht immer der Fall ist.
Kontext: Wie breit sind die Probleme im Honigmarkt?
Öko-Test hat 19 Honige untersucht; das Ergebnis: Insgesamt schnitten acht Bio-Honige „sehr gut“ ab, drei erhielten die Note „gut“, zwei die Note „befriedigend“. Bei einem Produkt staunten die Tester:innen besonders: Im Flotte Biene Bio-Blütenhonig von Langnese wurde ein "bräunlicher Untergrund" gefunden. Bei anderen Marken fand das Labor Zuckersirup, HMF-Werte, Pestizidrückstände oder Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen.
Das Testfeld umfasste vielverkaufte Produkte aus dem Supermarkt und vom Discounter - darunter bekannte Marken wie Langnese und Breitsamer, preiswerte Handelsmarken von Aldi, Lidl, Edeka und Rewe sowie Bioprodukte von Alnatura, Bihophar, Rossmann und dm. Die gesetzlichen Anforderungen an Blütenhonig sind vergleichsweise offen - er kann aus dem Nektar aller möglichen Blüten und Pflanzen gewonnen werden. Dagegen gelten für andere Honigsorten strengere Vorgaben.
Authentizitäts- und Reinheitsfragen
Zuckersirup ist günstiger als Honig und wird deshalb oft verwendet, um Honig zu strecken. Öko-Test hat ein neuartiges Analyseverfahren anwenden lassen, um die Rückstände zu identifizieren. Das von uns beauftragte Labor beispielsweise hat in drei Honigen Zuckersirup nachgewiesen. Die Tester prüften mit rund 40 Methoden auf etwa 1 050 Einzelparameter. Qualitätsunterschiede zeigen sich unter anderem in Aussehen und Geschmack.
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Weitere Befunde aus anderen Tests
Die Stiftung Warentest hat in früheren Tests ebenfalls kritische Ergebnisse gefunden: In einem Test von 36 Produkten wurden nur elf Proben als gut bewertet, zehnmal war das Ergebnis mangelhaft. Schwächen waren Wärmeschäden, kritische Stoffe, untypischer Geschmack und zu wenig Pollen der angegebenen Honigsorte. Besonders schwer hatten es im Test Akazien- und Wildblütenhonige. Wildblütenhonig etwa muss vollständig von verschiedenen wild wachsenden Blüten stammen - Kulturpflanzen sind tabu.
Die Tester kamen zu dem Ergebnis, dass günstige Honige die besten sind! Vor allem die Honige von Lidl, Aldi und Rewe schnitten im Test gut ab. Bei der enormen Preisspanne, die bereits ab unter fünf Euro pro Kilogramm beginnt, kosteten die besten elf Honige zwischen 4,60 Euro und 16,40 Euro pro Kilogramm. Das zeigt: Gutes „süßes Gold“ gibt es auch beim Discounter. Denn zu den Siegern zählen etwa die Mischblütenhonige Lidl Maribel, NektarQuell, Dr. Krieger’s und Langnese.
Gesundheitliche und rechtliche Aspekte
Laut Gesetz muss Honig ein reines Naturprodukt sein. Wer Honig verkauft, darf auch ausschließlich Honig ins Glas füllen. Das ist gesetzlich geregelt, mischen und ergänzen ist - ohne zu kennzeichnen - strafbar. Die gesetzlichen Anforderungen an Blütenhonig sind vergleichsweise offen; für Herkunfts- oder Qualitätssiegel wie „Echter deutscher Honig“, „Spitzenqualität“ oder „bio“ gelten strengere Anforderungen.
Erkennungszeichen für ein hohes Maß an Naturbelassenheit sind bestimmte Messwerte wie ein möglichst geringer Gehalt an Hydroxymethylfurfural (HMF) sowie eine möglichst hohe Aktivität des Enzyms Invertase. Eine Wärmeschädigung kann verschiedene Ursachen haben, von zu hohen Temperaturen bei Transport oder Lagerung bis zum Einsatz von Wärme, um den Wassergehalt unreifen Honigs zu senken.
Tipps für Verbraucher
- Lieber den Honig aus der Region kaufen als solchen aus „EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“.
- Auf Prüfsiegel, Herkunftsangaben und transparente Anbieter achten.
- Beachten: Honig ist für Säuglinge unter 12 Monaten nicht geeignet.
- Preis ist kein verlässlicher Qualitätsindikator: Teurer Honig kann mangelhaft sein, günstiger Honig kann gut sein.
Produktdaten & Nährwerte (Beispielangaben pro 100 g)
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Energie | 1197 kJ / 282 kcal |
| Fett | 0,1 g |
| Kohlenhydrate | 75,1 g (davon Zucker 75,1 g) |
| Eiweiß | 0,4 g |
| Salz | 0,1 g |
Die Tester prüften viele Aspekte: Pollenspektrum, Farbe, Klarheit, Sauberkeit, Geruch, Geschmack und kritische Stoffe. Für die Authentizitätsanalyse kamen spezielle Methoden zum Einsatz, die nur für Honig entwickelt wurden und viel Fachkenntnis und Erfahrung erfordern. Sie können Hinweise auf Verfälschungen, etwa mit Zuckersirup, geben.
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Der Test zeigt: Acht Honige schneiden mit "sehr gut" ab. Sie überzeugen mit ihrer Qualität. Schmutz, Pestizide, genveränderte Inhaltsstoffe - davor ist Honig als vermeintliches Naturprodukt nicht sicher. Ökotest hat 19 Honige untersucht; das Ergebnis offenbart, dass weder Preis noch Herkunft verlässlich über Qualität informieren.
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