Honig, Hof, Bodenhaltung: Bedeutung und Imkerei
Ob als Spiegelei, weiches Ei, Eierspeise, Eiernockerl, in Kuchen, Suppe, Auflauf oder als Omelette: Österreich liebt Eier. 2 Milliarden (!) verspeiste, verquirlte, verrührte, verkochte Eier pro Jahr beweisen diese kulinarische Leidenschaft. Eier schmecken gut, verfeinern Speisen und sind außerdem ein wertvolles Lebensmittel als gesunde Eiweiß-Quelle.
Bodenhaltung, Freiland und Bio: Haltungsformen im Vergleich
Für jede Haltungsform gibt es gesetzliche Vorgaben: Die Haltung von Hennen in Käfigen ist in Österreich mittlerweile verboten. Bodenhaltung bedeutet, dass die Legehennen in einem geschlossenen Stall leben. Bodenhaltung von Hühnern erfolgt ausschließlich im Stall. Dabei können alle Tiere miteinander in Kontakt treten. Im Stall selbst können sich die Hennen frei bewegen. Die Hennen können zur Eiablage Nester aufsuchen und Sitzstangen für die Ruhephasen nutzen.
Bodenhaltungs-Hennen müssen mit dem geringsten Platz auskommen - sie haben keinen Auslauf in der freien Natur, sondern leben immer im Stall. Die Bodenhaltung von Hühnern erfolgt ausschließlich im Stall. Ein eingestreuter Bereich im Stall oder an der Stalllängsseite (Kaltscharrraum) steht den Legehennen mindestens 2/3 des Tages zur Verfügung. Über mind. ein Drittel der Stallbodenfläche erstreckt sich ein Einstreuteil mit Stroh, Hobelspänen oder Sand. Aus Hygienegründen wird die Einstreu regelmäßig nachgestreut oder ausgewechselt.
Besser geht’s da den Hennen in der konventionellen Freilandhaltung: 7 - 8 Hühner pro m² Stallfläche sind vorgesehen, außerdem muss es begrünten Auslauf im Freien geben, 8m² pro Tier. Die Freilandhaltung zeichnet sich durch eine Auslauffläche, die überwiegend Bewuchs bietet und tagsüber uneingeschränkt zur Verfügung steht, aus. Durchschnittlich beträgt sie mind. 4 m² Auslauf je Huhn. Das größere Platzangebot des Auslaufs erlaubt besonders raumgreifende Verhaltensweisen wie ungehindertes Rennen und weites Fliegen ohne Störung anderer, jedoch auch Verlegen von Eiern, Übernachten in Hecken und Bäumen und evtl. Entweichen aus der Umzäunung birgt eine Gefahr für die Henne durch Raubtiere (Marder, Fuchs, Habicht).
Am besten haben es allerdings die Bio-Hennen in Freilandhaltung: 6 Hühner pro m² im Stall und 10m² pro Tier im freien Auslauf. Ja! Bio-Hennen haben am meisten Auslauf, picken, scharren, nehmen Sandbäder und können sich ihren Artgenossen gegenüber so verhalten wie es ihrer Natur entspricht. Zu dem, was Bio-Hennen auf der Wiese an Samen, Körnern, Kräutern, Insekten oder Würmern finden, fressen sie Bio-Futter.
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Fütterung und Qualität: Was unterscheidet Bio- von konventionellen Eiern?
Der größte Unterschied zwischen dem Bio-Ei von freilaufenden Hühnern und dem konventionellen Ei von freilaufenden Hühnern liegt in der Fütterung der Hennen: Im konventionellen Bereich werden dem Futter der Legehennen künstliche Farbpigmente zugesetzt. So kommt die intensiv orange bis lachsfarbene Dotterfarbe zustande, mit der Konsumenten irrtümlich eine „besondere Qualität“ verbinden. Das Gegenteil ist der Fall!
Denn zusätzlich befinden sich im konventionellen Hühnerfutter meist weitere Zusätze von speziellen synthetisch hergestellten Aminosäuren. Bio-Hennen hingegen bekommen hochwertiges Bio-Futter. Getreidemischungen sind dabei im Speiseplan ernährungsphysiologisch unabdingbar. Denn die Hühner sind auf ein bestimmtes Verhältnis an lebenswichtigen Aminosäuren im Futter angewiesen und die Futtermischungen in Bio-Qualität genau darauf abgestimmt. Die Verwendung des richtigen Futters wird übrigens laufend kontrolliert.
Kontrolle und Rückverfolgbarkeit
Bio-Bauern müssen jedes Ei, das gelegt wurde, unmittelbar am Bio-Bauernhof mit der Betriebsnummer stempeln. Ungestempelte Eier dürfen nicht in die Packstelle kommen. Auf der Packstelle müssen Aufzeichnungen über die Sortierung und das Abpacken geführt werden. Diese Packmeldungen werden auch der Kontrollstelle weitergeleitet. Somit kann man mengenmäßig überprüfen, ob tatsächlich Bio-Ware abgepackt wurde.
Sowohl unsere frischen wie auch unsere verarbeiteten Bio-Eier stammen zu 100 % aus Österreich und werden strengstens kontrolliert. Die Stalleinrichtung sowie die Besatzdichte mit Legehennen (im Stall) müssen den Verhältnissen der Bodenhaltung entsprechen. Die Auslaufkosten, wie durch Errichtung und Pflege von Zäunen, Pflegemaßnahmen und Einsammeln verlegter Eier, erhöhen die Produktionskosten; die höheren Produktionskosten müssen durch höhere Preise je Ei bei Haltungsformen mit Auslauf gegenüber solchen ohne Auslauf, z.B. Bodenhaltung, aufgefangen werden.
Kennzeichnung: Code auf dem Ei und regionale Vermarktung
Der Buchstaben-Zahlen-Code auf jedem Ei ermöglicht es Ihnen zu erkennen, wie das Huhn gehalten wird und woher das Ei genau kommt. Der Code gibt auch Auskunft darüber, ob das Ei quer durch Europa transportiert wurde oder von hier aus der Region stammt. Das interaktive Ei auf der Webseite der „Die Eier-Höfe aus Baden-Württemberg“ erklärt, wie diese Kennzeichnung zu verstehen ist.
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Bio-Äpfel aus China? Bio-Rindfleisch aus Argentinien? Bio-Eier aus den Niederlanden? Unserer Meinung nach gehört zu einer nachhaltigen Landwirtschaft nicht allein die ökologische Wirtschaftsweise, sondern auch eine regionale Vermarktung der Produkte. Nur so können lange und umweltschädliche Transporte vermieden werden. Kaufen und Genießen da wo´s wächst und erzeugt wird. Dieser Gedanke steht im Vordergrund des Bio-Qualitätszeichens BW.
Imkerei auf dem Hof: Bedeutung für Biodiversität und Hof-Ökosystem
Ja! Die Biene ist eines der wichtigsten Lebewesen in unserem Ökosystem. Deshalb ist die Imkerei seit 2014 ein fester Bestandteil des Hofes. Nachdem Henrik zwei Jahre den örtlichen Imker bei seiner Arbeit begleitet und unterstützt hat, zogen die ersten zwei Völker auf dem Hof Behn ein. Durch seine Begeisterung für die Bienen werden es trotz anfänglichem Misserfolg jährlich mehr Völker. Inzwischen hat Henrik die Imkerei auf ca. ... Durch die vielen verschiedenen Kulturen auf unseren Feldern finden die Bienen immer genug Nektar und Pollen. Unsere Bienen produzieren somit eine Vielzahl an hochwertigen Honigsorten.
Diese werden nach der Ernte zur genauen Sortenbestimmung im Labor untersucht. Für weitere besondere Honigsorten nehmen wir weite Wege auf uns. Wir wandern mit den Bienen zu besonderen Honigtrachten, um das Angebot für Euch zu erweitern. Auch die Bienen freuen sich über diese Ausflüge, da eine gute Nektarversorgung für starke und gesunde Völker sorgt.
Wesensgemäße Bienenhaltung
Wesensgemäße Bienenhaltung orientiert sich an den natürlichen Bedürfnissen des Bienenvolks. Sie geht von der Erkenntnis aus, dass das gesamte Bienenvolk einschließlich seiner Waben ein Organismus ist und respektiert »den Bien« in der Tradition Rudolf Steiners und Ferdinand Gerstungs als ein Ganzes. Die Waben bilden die Grundlage für wichtige Funktionen im Bienenvolk. In ihren Zellen wird die Brut herangezogen, sie garantieren somit die stete Erneuerung und den Fortbestand des Volkes.
Sie dienen zudem als Speicher für Honig- und Pollenvorräte, sowie als Tanzboden, auf dem die Kommunikation der Bienen durch Tänze, Vibrationen und Pheromone stattfindet. Der Wabenbau wurde über viele Millionen Jahre perfektioniert. Für die Volksgesundheit sind Wachsschwitzen, Wabenbauen und Wabenpflege wichtige hygienische Maßnahmen. Positive Effekte sind bei Faul- und Sauerbrut nachgewiesen.
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Vermehrung, Schwarmtrieb und Standortbezogenheit
In der Natur wird die Vermehrung von Bienenvölkern ausschließlich über den Schwarmakt vollzogen. Dabei baut sich Schwarmstimmung im Bienenvolk langsam auf und findet im Schwarmauszug ihren Abschluss. Vermehrung und Arterhaltung sind für jede Tierart von zentraler Bedeutung. Bienen in Schwarmstimmung sind ein Ausdruck von Vitalität. Aus wesensgemäßer Sicht gibt es keine Alternative zur ortsfesten Bienenhaltung mit Standbegattung. Eine vom Bienenvolk selbst auserwählte und bestens gepflegte Königin begibt sich selbständig auf ihren Hochzeitsflug und lässt sich von mehreren der fittesten Drohnen begatten. Diese Vielfalt fördert die Vitalität der Bienenvölker und erzeugt langfristig ihre lokale Anpassung.
Varroa-Schutz und Gesundheitsmanagement
Der Schutz der Bienenvölker vor der Varroamilbe ist für uns ein wichtiger Bestandteil des Umgangs mit unseren Bienen. Varroatoleranz scheint zu großen Teilen eine standortgebundene Eigenschaft einer lokal angepassten Bienenrasse zu sein. Die Vermehrung über den Schwarmtrieb, die wir durch umsichtige Selektion fördern können, stärkt diese Eigenschaft. Trotz seltener Erfolge einiger Imker, Bienen ohne Varroabehandlung langfristig zu halten, raten wir dringend davon ab, es ihnen gleichzutun. Wer ohne sichere Diagnose nicht behandelt, setzt das Leben seiner Völker aufs Spiel.
Diese ermöglicht statt einer rezepthaften eine bedarfsorientierte Behandlung, wodurch sich in vielen Fällen Behandlungsmittel und -intervalle reduzieren lassen.
Imkerei, Landwirtschaft und Betriebspraxis
Bienen in der Landwirtschaft: In einem Forschungsprojekt wurde untersucht, wie bäuerliche Bienenhaltung die Wahrnehmung von Biodiversität auf landwirtschaftlichen Betrieben verändert und ob sie das Bewusstsein für Pollen- und Nektarangebote stärkt. Die Einbindung in die Landwirtschaft macht es besonders leicht, eine verantwortungsvolle Beziehung zu Bienen aufzubauen.
Motivation, Offenheit für Neues - Ohne Motivation geht es nicht! Aber wenn diese vorhanden ist, kann die Bienenhaltung den Betriebsorganismus sehr bereichern. Zeit- und Arbeitskapazität: Prüfen Sie, ob zwischen April und September mindestens einmal in der Woche Zeit für Bienen verfügbar ist. In der Anfangsphase muss zusätzlich Zeit für Fortbildungen eingeplant werden. Bei vielen Herausforderungen im Betrieb oder Privatleben, ist Unterstützung durch eine Imkerei für die Bienenbetreuung sinnvoll. Alternativ sollte das Projekt auf einen Zeitpunkt mit mehr Kapazitäten verschoben werden.
Planung einer eigenen Hof-Bienenhaltung: Kontakt mit Imker-Beratung aufnehmen, geeignete Kursangebote nutzen, den Anbauverband um Unterstützung bitten. Den künftigen Bienenstandort möglichst in der Nähe der täglichen Arbeitsabläufe platzieren, um einen Beitrag zur Sichtbarkeit der Bienen und einer sozialen Verbindung zu schaffen. Biodiversitätberatung: Professionelle Beratung zur Artenvielfalt auf den eigenen Flächen ist sinnvoll. Es gibt viele Maßnahmen, die Unterstützung bei der Planung und Finanzierung bieten.
Produkte, Zertifizierung und Qualitätszeichen
Die Arbeit an den Zusammenhängen von Bienen und Landwirtschaft mündeten in die 1995 eingeführten Richtlinien für Demeter-Bienenhaltung. Honigbienen und Menschen haben eine Jahrtausende alte gemeinsame Kulturgeschichte. Kaum ein anderes Tier hat die Kultur der Menschen so sehr bereichert. Bienen haben den Menschen unter anderem Süße und Licht gebracht. Als wesensgemäße Imker*innen führen wir diese Kultur bewusst weiter und gehen dabei über Fragen der Betriebsweise hinaus. Wesensgemäße Bienenhaltung betrifft auch die ethische Haltung des*r Imkers*in in der Wahrnehmung des Bienenvolks und seiner Bedürfnisse als Organismus. Das Wesen Bien wird in seiner Einzigartigkeit geachtet und respektvoll behandelt. Wesensgemäße Bienenhaltung bedeutet, sich auf eine Beziehung einzulassen, die beide - Mensch und Bienenvolk - verändert.
Wenn Honigertrag und gegebenenfalls Vermarktung von Bienenprodukten eine große Bedeutung für den Betrieb haben, eignet sich eine Magazinbeute wie zum Beispiel Dadant. Wabenbau in der Dadant Magazinbeute, Bee School, 2023.
Qualitätssicherung für Honig
Unsere Bienen produzieren somit eine Vielzahl an hochwertigen Honigsorten. Diese werden nach der Ernte zur genauen Sortenbestimmung im Labor untersucht. Damit liegt ein zertifizierungsreifes Konzept vor. Damit erfolgt die Zertifizierung als sog. alle Stufen von der Bienenhaltung bis zur Honigvermarktung. Alle Anforderungen zusammengefasst. Bei Nichterfüllung ist daher eine Zertifizierung ausgeschlossen.
| Aspekt | Bodenhaltung | Freilandhaltung | Bio-Freiland |
|---|---|---|---|
| Stallfläche pro Huhn | gering | 7-8 Hühner/m² | 6 Hühner/m² |
| Auslauf pro Tier | kein Auslauf | 8 m² (konventionell) | 10 m² (Bio) |
| Fütterung | konventionelles Futter | konventionelles Futter mit Zusätzen möglich | hochwertiges Bio-Futter |
| Kontrolle | Standard | Standard | stärkere Bio-Kontrollen, Stempelpflicht |
Die Bienen weiten den Blick auf die Natur. Beim Kauf von Nahrungsmitteln lassen sich Verbraucher oft von verschiedenen Kriterien leiten wie Qualität, Preis, Größe, Farbe, Herstellungsart oder Nährwert. Manchmal fällt die Wahl einer Kaufentscheidung nicht leicht, vor allem, wenn die Auswahlkriterien miteinander etwa gleichrangig konkurrieren. Bei der Entscheidung über Eier kann die Kenntnis über ihre Eigenschaften und die vorgeschriebenen Vermarktungsnormen eine wertvolle Hilfe sein.
Als Teil der Gemeinschaf „Ländeier“ / „Die Eier-Höfe aus Baden-Württemberg“ wollen wir die Struktur der bäuerlichen Landwirtschaft in unserem Land bewahren. Zusammen mit anderen Familienbetrieben in Baden-Württemberg erzeugen wir gesunde Lebensmittel, die den hohen Ansprüchen aufgeklärter und qualitätsbewusster Verbraucher entsprechen. Deshalb lassen wir uns auch regelmäßig überprüfen und zertifizieren.
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