Freiburger Bobbele Schokolade: Geschichte, Bedeutung und Legenden
Die Freiburger Bobbele Schokolade ist weit mehr als nur eine süße Spezialität aus dem Herzen des Schwarzwalds - sie ist Symbol, Kulturgut und Identitätsträger für echte Freiburger. Hinter dem liebevollen Begriff „Bobbele“ verbirgt sich eine über hundert Jahre alte Stadtlegende, gelebte Tradition und ein Stück lebendige Stadtgeschichte. Doch was steckt wirklich hinter der berühmten Freiburger Bobbele Schokolade, und was macht das „Bobbele“ zu einem geflügelten Wort und einer geschützten Marke?
Die süße Spezialität: Schokolade aus regionalen Zutaten und Handarbeit
Ein Stückchen Freiburg zum Mitnehmen oder Verschenken: Nur in ausgewählten Konditoreien findet sich die berühmte und gesetzlich geschützte Schokoladenspezialität Freiburger Bobbele. Aromatische Früchte, fein aufeinander abgestimmte Sahne- und Biskuitschichten sowie über 80 Sorten Pralinen und Trüffel - jede einzeln aus frischen Zutaten handgemacht! Unsere Konditormeister verwenden für unsere feinen Kuchen zum größten Teil regionale Zutaten. Weizen aus der Rheinebene, Obst aus den sonnigen Lagen des Kaiserstuhls, Milch aus dem Schwarzwald. Die kleinen, schokoladigen Kostbarkeiten können Sie in unserem Onlineshop bestellen.
Eine absolutes Muss in unserem Hause sind unsere Schwarzwaldkirschen. Die Kirschen werden handgepflückt von den Inhabern, mit Stiel und Stein eingelegt in selbstgebranntes Kirschwasser und zum Schluss veredelt mit Fondant und dunkler Schoko-Kuvertüre. Handgemachte Qualität und regionale Verbundenheit prägen die Bobbele Schokolade und andere Spezialitäten.
Café Schmidt: Die Heimat der Bobbele Schokolade
Freiburger Münsterspitzen zum Anbeißen und Freiburger Bobbele zum Vernaschen? Ja, das gibt’s, aus feinster Schokolade und im Café Schmidt in der Bertoldstraße! Ein Café wie es sein muss, herrlich plüschig und gemütlich.
Freiburger Bobbele: Begriff und Entstehung
Mit dem Begriff "Freiburger Bobbele" bzw. "Friburger Bobbele" bezeichnen sich seit vielen Jahrzehnten die eingeborenen Freiburger selbst und fast jeder Niigschmeckte kennt den Spruch: "Wer ins Bächle neidappt - muss ein Freiburger Bobbele heiraten". Doch über die Herkunft des Wortes und dessen eigentliche Bedeutung und Verbreitung gibt es noch viele Ungereimtheiten. Bobbele gilt schon lange als Neckname für die Freiburger.
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Im Alltag findet sich das Wort Bobbele in unterschiedlichsten Bereichen. Als Friburger Bobbili bezeichnet sich eine 1963 gegründete Narrenzunft. Das Friburger Bobbele ist auch das Maskottchen und der Sympathieträger des A+K Verlags, der eine Informationsbroschüre mit dem Namen "Friburger Bobbili" herausgibt. Seit Herbst 2017 gibt es mit der Bobbele-Figur ein inoffizielles Maskottchen: Die Bobbele-Figur mit Bollen-Krone, die sowohl das Kreuz des Freiburger Stadtwappens als auch die typischen Bollenhüte aus dem mittleren Schwarzwald aufgreift, wurde von Judith Velminski zusammen mit Sabine Kuhn entwickelt. Sie geben dem Bobbele fortan nicht nur ein Gesicht, sondern auch eine neue Plattform zur künstlerischen Gestaltung.
| Bezeichnung | Kulturelle Verwendung |
|---|---|
| Bobbele | Neckname für Freiburger, häufig in Kindersprüchen gebraucht |
| Bobbili | Narrenzunft und Verlagssymbol |
| Poppele | Kindliche Bezeichnung, mit regionalen Sagen verbunden |
| Böppi | Basler Bezeichnung, Mundartvariante |
Die Legenden um den Namen Bobbele
Stellt sich jetzt noch die Frage, woher der Name überhaupt kommt. Die einen glauben, dass er auf einen ehemaligen Volksschulrektor namens Joseph Bob zurückgeht; andere bringen die badische Bezeichnung „Poppele“ ins Spiel. Bekannt ist im Südbaden auch das „Poppele vom Hohenkrähen“ bei Singen, das Stadtpoppele in Emmendingen, und kleine Tannenzapfen nennt man im Schwarzwald „Fohrebobbeli“.
Eine besonders charmante Erklärung erzählt, dass eine Krankenschwester beim Anblick eines Neugeborenen im Elisabethenkrankenhaus entzückt ausrief: “Das ist aber ein goldiges Bobbele“. In wissenschaftlichen Lehrwerken dagegen führt man den Begriff auf eine Abwandlung bzw. Verniedlichung des Wortes "Puppe" zurück. Im Badischen Wörterbuch von 1925 wird das Bobbele unter Poppele aufgeführt und eher mit kindischen bzw. sich idiotisch verhaltenden Kindern gebraucht.
Wer darf sich Bobbele nennen? Das Identitätsdilemma
Nein, Bobbele wird man nicht einfach durch „Kommen“, sondern zum Bobbele wird man geboren. In Freiburg selbst natürlich. Doch auch das reicht genau genommen als Bobbele-Qualifikation nicht aus. Es wird unter anderem die strenge These vertreten, dass ein echtes Bobbele im Freiburger St. Elisabeth-Krankenhaus geboren sein und gebürtige Freiburger als Eltern haben muss. Hinter der Legende vom Elisabeth-Krankenhaus - das von 1928 bis 2002 eine Geburtsstation hatte - könnte man allerdings eine gelungene Marketingstrategie vermuten. Wer dieser Ansicht nahe steht, kann sich das heutzutage auch schriftlich in Form einer "Bobbele Urkunde" bestätigen lassen. Für 35 Euro bekommt man inzwischen vom Förderverein St. Elisabethschwestern sogar eine Bobbele-Urkunde ausgestellt. Auf einem marmorierten DIN A4 Karton sind die wichtigsten Geburtsdaten samt Kopie des Original-Geburtsberichtes abgedruckt - eine Urkunde in schönem Einsteckcover mit repräsentativem Titelbild.
Wenn man es genau nimmt, wären die Bobbele damit irgendwann ausgestorben. Doch die Bobbele wären nicht die Bobbele, hätten sie nicht einen Ausweg aus der drohenden Bobbele-Krise gefunden. Kurzerhand wurde die neue Station im Erweiterungsbau des St. Josefskrankenhauses St. Elisabeth getauft. So lebt die Tradition weiter.
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Die Markenrechte: Zwischen Kulturgut und Geschäft
Bobbele ist nicht nur ein geflügeltes Wort - es ist auch eine eingetragene Marke. Die Journalistin Judith Velminski hat dazu Figuren entworfen und den Begriff schützen lassen. Das ist möglich beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) in München. „Wir haben versucht, eine Art it-Figur zu schaffen“, sagt Velminski, „als Projektionsfläche, damit sich Freiburgerinnen und Freiburger mit ihr identifizieren können. Wir haben jahrelang an dem Projekt gearbeitet, bis die Figur im Stadtmuseum stand.“ Ein Anwalt habe zu einer Markenschutzeintragung geraten. Das tat Velminski in 8 von 34 möglichen Kategorien und ist damit für zehn Jahre Markeninhaberin.
Doch nicht alle Freiburger finden diesen Umstand erfreulich. Für viele ist das Wort Bobbele Allgemeingut. Anton Würmlin, Streetware-Label Gründer, wollte T-Shirts mit „Bobbele“ drucken, scheiterte jedoch an den Markenrechten. Auch andere, wie der Entertainer Jens Eberle alias Friburger Bobbele, wurden von bobbele art aufgefordert, Lizenzgebühren oder Anteile für die Nutzung zu zahlen. „Wir wollen unsere Kunst schützen. Jeder kann sich Bobbele nennen, aber unter dem Label eben keine Produkte vertreiben“, sagt Velminski dazu. Kurios: Im DPMA-Register finden sich weitere Einträge - etwa hat die Bäckerei Pfeifle die Marke „Friburger Bobbele“ in der Kategorie Brot und Brötchen sichern lassen.
Schreibweisen und sprachliche Varianten
Die unterschiedlichen Schreibweisen von Bobbele, Bobbeli, Boppi oder Böppi liegen am Unterschied zwischen dem Hochalemannischen und den nördlicheren Variationen. Den ältesten schriftlichen Beleg des Wortes Bobbele im Zusammenhang mit Freiburg findet man erstmals 1909 im "Der Breisgauer Volksspiegel" von Johann Philipp Glock, einer Sammlung volkstümlicher Sprichwörter, Redensarten und Bräuche in oberalemannischer Mundart.
- Bobbeli: Verbreitet im traditionellen Brauchtum, Narrenzunft
- Poppele: Regionales Synonym, auch in anderen südbadischen Städten
- Böppi: Besonders in Basel gängig
- Fohrebobbeli: Bezeichnung für kleine Tannenzapfen im Schwarzwald
Bobbele in Geschichten und Liedern
Ein alter Freiburger Kinderreim lautet: "Kinderschüler Bobbeli, drinke no en Schobbeli". In so manchem wissenschaftlichen Lehrwerk führt man den Begriff auf eine Verniedlichung von "Puppe" zurück. Bekannt ist in Südbaden auch das „Poppele vom Hohenkrähen“ bei Singen und das Stadtpoppele in Emmendingen.
Bedeutung und Symbolkraft der Freiburger Bobbele Schokolade
Die Bobbele Schokolade ist mehr als eine Praline: Sie ist Ausdruck regionaler Handwerkskunst, bot Identifikationsfläche für die echte Freiburger Bevölkerung und wurde zugleich zur Marke, die sich weltweit als Symbol für Qualität und Lokalstolz etablieren konnte. Als etwas kantig und derb, nach außen unbeholfen und herb, im Inneren wahr und echt, darf man Schmidt´s Bobbele Schokoladen-Spezialität in der Altstadt genießen, eine Konditorei mit Tradition.
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Die Geschichte, die Rezepturen, die lokale Herstellung und ebenso die Kontroversen um Namensrechte - dies alles macht die Freiburger Bobbele Schokolade zu einem einzigartigen Phänomen im deutschen Konditorenhandwerk und in der Welt der regionalen Spezialitäten.
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